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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-19 · Heft 2866 (19.2.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2866 (19.2.1927)
Date
1927-02-19
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Leite 8 Wien, GamStoy Wie»«» Ms»ge«-rmms IS. Februar 1927 Nr. 8860 Frankreich zahlt seine Schulden. Faktische Anerkenanng der Avam«e« SMaur—Shnrch«. Paris, 18. Februar. Ueber die vorläufvge RegelunN des Schuldenckbkonlmens rmt En-g<land werden foligende nähere Umsstände bekannt: Dicises neu-e MAkommen sti'cht sich aus ein früheres, das im Aipril 1936 von dem damaligen FinanAminister P e r e t unterzeichnet wurde, zu einer Zeit, als eine definitive Regelung noch nicht in Aussicht genommen war, alfö vor dem Bkistohen des Abkommens Caillaux-Churchill. Damals hatte Peret eine Zahlung von vier Millionen Pfnnd im Laufe de§ eng« löschen FinnnMihreS, d. h. vom 31. Mürz 1926 dis 31. Märy 1927, zugcffagt. Die Mlligskeiten sind auch ein« gehalten worben. Dom 1. Aipril an hätten die Zahlungen gemäß dem endyiUtigen AbNommen Caillaux- Churchill erfolgen sollen. Dieises wurde aber nicht ratifiziert. Meichwolhl hat sich nunmehr Poincare verpflichtet, im Lanse des kommenden FinanUechres 1937/23 die Zahlungen zu leisten, diie in dem endgültigen Abkommen Caillaux^ vorgesehen sind, nämlich fechs Millionen Pfund. England seinerzeit erklärte sich gileichsalls zu einem Zugeständnisse bereit. In Sipaa war nämlich festgesetzt worden, daß Frankreich aus der Austeilung der deutschen Flotte an England noch 900.000 Pfund schulde, die England aus den deutschen Zahlungen zuzuweiisen seien. In dem Abkommen Caillaux-Ghurchill hatte England auf einen TeiWetvag von 400.000 Pfund verzichtet. Da jedoch das Abkommen von Frankreich nicht-ratifiziert wurde, hob England vor sechs Monaten den gesamten Betrag ein. Nunmehr hat sich Churchill jedoch bereit erklärt, 400.000 Pfund an Frankreich zurück« zuerstatten, so daß auch England das Abkommen so durchführt, als ob eS ratifiziert worben wäre. Nur ein Separatabkommen ist noch in Schwede. Eng* Land hatte eine Revision des Vertrages der Bank von Frankreich mit der Bank von England zugefagt, an der Frankreich viel gelegen ist.. Auch hier scheinen der franMifchen Regierung neue DerWrechungen gemacht worden zu sein. Diese provisorische Regelung wird in maßgebenden Kreisen so auf» gefaßt, daß Frankreich einen de facto-Zustand herzustellen wünsche, indem es seinen in dem Abkommen festgesetzten Verpflichtungen jedes Jahr uachkommt, aber gleichwohl durch diese jährlich zu erneuernde Regelung die von ihm geforderte und nicht zugcistandene Sicherheitsklausel tatsächlich und in einer viel «nsigedehnterm Form verwinklicht. Man ist in diplomatischen Kreisen auch über« zeugt, 'daß diese vorläustge Regeluuig England gegenüber zu baldigen Verhandlungen mit den Berviuigten Staaten führen müsse, die bisher keinerlei Zahlungen aus dem AbTommen Mellvn-Berenger erhalten haben. Die „Newyouk Times" fiin-biigt Vorschläge des französischen Botschafters als unmittelbar bevorstehend an. Diese Bemühungen kommen jedoch gerade zu einer sehr ungünstigen Zeit, da man in Washington durch die ablehnende Haltung Frankreichs in der Frage der SeeaLEIstung sehr ungehalten sei. Eine Reihe von Nachrichten aus Washington läßt erkennen, daß Präsident Coolidge die Vorschläge des Ministerpräsidenten Poincare derzeit ableHnen -dürste. Panikartige Staffle in ungarischen Krieg«, onlefflen. Budapest, 18. Februar. (Tel.-Comp.) Die letzten Er» uarungen des Ministerpräsidenten Grafen Bethl«n und dÄ Finanzministers B u d, wonach von einer Valorisierung der Kriegsanleihe-Titres keine Rede sein könne, haben auf der heutigen Börse eine panikartige Baisse in KriegSanleihe-Titres hervorgerufen. Seit gestern ist der Wert der Kriegsanleihe um! 30 bis 40 Pro- ‘ zent gesunken, weshalb heute die Banken die Lombarddarlehen auf Kriegsanleihe kündigten, da die Kriegsanleihe-Titres von den Banken unter den gegenwärtigen Umstünden nicht mehr als sichere Deckung für Lombarddarlehen betrachtet werden. Durch diese Kündigungen wurde die Baisse noch weiter verschärft, da die lombardierten Titres ebenfalls auf den Markt geworfelt wurden. Die Baisse kam erst gegen Börseschluß zum Stillstand, wo Deckungskäuft eine leichte Besserung 'nr Folge hatten- » Der ungarische Ministerpräsident hat in der vor« gestrigen Sitzung des Budgetausschusses erklärt, er halte eine allgemeine Valorisierung der Kriegsanleihe für tmmögsich, weil das Staatsärar die daraus erwachsende Belastung unter den heutigen Der-költr»Ule»» Hiber-har^L nicht aushielte, andererseits sagte er eine Ausnahme bezüiglich einzelner Urzeichner der Kriegsanleihe zu. ,^Vudapefter Hivlap" erfährt, daß den Interessen der Urzeichner der Kriegsanleihe in einem besonderen Gesetzentwürfe werde. Rechnung getragen werden, für Ivelchen gegenwärtig noch Daten gesammelt würden. Anhaltende Festigkeft dcS Leu. Die Devise Bukarest ist geistern bis auf 3.04 gegen Zürich gestiegen. Im Wiener Clearing wurde die Notiz für Bukarest im Geldkurs wieder um 10 Groschen auf 4.1860 htnaufgeseht. Auch Mailand hat sich im Kurse gebessert und stellte sich gegen Zürich aus 22.55 (gegen 22.42). Etwas fester sprach sich auch Madrid aus. In den übrigen Devisen nur geringfügige KurSverschiebungen. Das Unlonbankprbttude um 1.2 Millionen Schilling verkauft. Me verlauten, ist das Gebäude der Unionbank in der Renmgaffe um den Betrag von 1.3 Millionen Schilling in den Besitz der Versicherungsanstalt der österreichischen BundeÄäriider ubergegangen. Konferenz der mitteleuropSifchen Getreidebörsen. An der zur Schaffung eines Donaukontraktes .für den Gvrreidcver« kchr in den Räumen der Wiener Produktenbörse zusammen« getretenen Konferenz wurden in zwei ganztägigen Beratungen alle Bestimmungen des von der Wiener Produktenbörse aus« gearbeiteten Entwurfes eingehend Durchberaten. Der in erster Lesung angenommene Kontrakt wird sämtlichen am Donaugetreideverkehr beteiligten mitteleuropäischen Geilreidebörsen zum Srudium übermittelt werden. Im zwei Monaten werden dann in Wien die Geureidebörsen noch einmal zusammen treten, um die Beratungen über dem Konitrakt für den Getreideverkehr auf der Donau zum Abschlüsse zu brin« gen und sich über den Zeitpunkt des Jnkrafikretenß zu einigem. Gleichzeitig wird über einen von der Prager Produktenbörse ausgearbeiteten Statmonemtwurf für die Delegation der mittel« und südeuropäischen Börsen beraten werden. Donau-Gave-Adpia-Obligationen. Der Obligationenkupon Nr. 4 wird ab 1. März mit 0.77 Dollar eingelöst. Der Kupon wurde ausnahmsweise mbt diesem Betrag festgesetzt, im Hinblick auf die von der jugoslawischen Regierung im Jahre 1926 geleistete Zahlung zur Begleichung ihres bis 1928 im vier Raten abzustattenden Rückstandes pro 1923. Wiederaufnahme des Verkehres nach den unteren Donauhäftn. Vom Lloyd Triestino werden wir verständigt, daß der direkte Verkehr von Triest nach den unteren Donauhäfen mit der Wfahrt der Levante-Eillinie A v. 20. d. M. wieder ausgenommen wird. Reichsverband der kreditgebenden Kaufleute. Am 23. und 24. Februar d. I. findet im Feftsaale oes Schtttzenhcruses, 8. Bez., Albertgasse 43, der zweite ordentliche Verbandstag des Reichsverbandes der kreditgebenden Detailkaufleute Oesterreichs statt. Auf der Tagesordnung befindet sich eine Reihe der die Detailkaufmannschaft betreffenden Fragen, unter anderem ein Referat des Sekretärs Singer über „Die Bedeutung des Detailzahlungshandels für die österreichische Wirtschaft". Reklameausstellung auf der Frühjahrsmesse. Der Verband österreichischer Reklamefachleute hat für den 14., 1b. und 16. März eine internationale Tagung der Rek lame fach l eu 1 e. nach Wien einberufen. Aus diesem Anlaß veranstaltet er auf der Wiener Frühjahrsmesse (18. bis 20. M är z) in den Räumen des Mcssepalastes eine Reklame- Ausstellung, die unter anderem auch eine Abteilung für Reklamewissenschaft enthalten wird. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurte eröffnet gegen die Firma Deutsch, Pammer u. 7. Bez., Kirchengasse 1, sowie über das Vermögen, der persönlich haftenden Gesellschafter Desiber Deutsch, Lu.do Pammer U"* Atthur Gottlein, ferner gegen den Wiener Hausfrauen ve r« i n in Wien, 1. Bez., HeMgemkveuzerhof. Bänt von Polen. AuS Warschau, 16. d. M., wird telegraphiertr Die Bilanz der Bank von Polen weist für die erste Dekade dieses Monats eine Vermehrung der Gold und SUberreserve um 2.1 Millionen Zloty, eine Vermehrung der Devisenreserve um 13 Millionen Zloty, eine Vermehrung des Wechselportefentlles um eine Million und eine Erhöhung des Notenumlaufes um 724.000 Zloty auf. Aktive polnische Handelsbilanz. Aus Warschau, 17. d. M., wird telegraphiert: Die Polnisch« Handelsbilanz für Jänner weist einen Ausfuhrüberschuß von 12.4 Millionen Zloty auf. Di« Einfuhr betrug 309.1 Millionen Tonnen im Wert« von über 167 Millionen Zloty, die Ausfuhr 1900 Tonnen im Werte von 109.4 Millionen Zloty. Goldmünzenprägung in der Schweiz. Aus Zürich wird gemeldet: Die Schweizerische Nationalbank, die gegenwärtig bi« Goldmünzen der früheren lateinischen MÜnzunion einzieht, hat, um den Umtausch möglichst in Gold vornehmen zu können, die Ausprägung von 100 Millionen Francs Goldmünzen zu dem bereits vorhandenen Bestände von 120 Millionen Francs beschlossen. Investitionen in Ungarn. Aus Budapest wird gemeldet: Die Regierung wird in der März-Session des Völkerbundes die Freigabe von 6 8 Millionen Pengö für I nvestitionSzwecke erbitten. Im Znvestitionsprogramm der Regierung sind im Budgetjahr 1927/28 unter anderem 3.6 Millionen Pengü für den wetteren Ausbau des Budapest er Handelshafens, 10.4 Millionen für Straßen« und Brückenbauten, 13.9 Millionen für die Staatsbahnen vorgesehen. Wie ferner der „Pester Lloyd" meldet, hat die un« garische Regierung den Vertrag mit der englischen T a l b o t« Gruppe über die Durchführung eines umfangreichen Elertr izitä tSp ro a r a m mes gestern abgeschlossen. ES handelt sich um die Errichtung einer Elektrizitätsüber« land zentral!«, deren Kosten 60 Millionen Pcngö betragen werden. Die Zentrale werde in Banhida erbaut werden und den elektrischen Betrieb aus der Eisenbahnlinie Budapcst- Hegyeshalom mit Strom versorgen und gleichzeitig auch Ae Hauptstadt Budapest sowie die Städte und Gemeinden zwischen Banhida und der Hauptstadt mit Beleuchtung und industrieller Energie versorgen. Förderung des Transitverkehrs von Konstanza. Aus B ukarest, 17. d. M., wird telegraphiert: Zum Zwecke der Belebung des TransttvevkehrcS im Hafen von Konstanza bat die Elsenbahndirektion einer 2vprozentiaen Herabsetzung der Transporttarife verschiedener landwirtschaftlicher Produkte, die nach Konstanza bestimmt sind, zugestimmt. Die Dividende der Hapag. Aus Hamburg, 13. d. M., wird telegraphiert: Der Aufsichtsrat der Hapag hat in seiner heutigen Sitzung, gemäß dem Vorschläge bc? Vorstandes beschlossen, oct ordentlichen Generalversammlung am 28. März l. I. die Ausschüttung einer Dividende von 6 Prozent vorzuschlagen. Wiener Mrse. Aktien geschäftSlos und abüröckelnd. — EisenbahnobligäHonon fest. Die Geschäftslosigkeit war auch gestern das Hauptmevk« uvcvl des Verkehrs und da die Spekulation int Hinblick auf die bevorlstehende Versorgung äußerste Znrückhalitnng beobachtete, wurde die Stimmung lustlos und die Kurse bröckelten weiter ab. Der Börsensch'luß brachte in der Kulisie überwiegend nied« rigere Kurse zum Vorschein, nur Trifailer gingen mit einer relativ ansehnlichen Steigerung aus dem Verkehre. Im Schranken waren gleichfalls zumeist niedrigere Kurse zu verzeichnen. Die tagSvorher stärker gestiegenen Ross! her Aktien gaben um 6.00 S. nach, Jmwald-Uktien haben sich gleichfalls ein wenig abgeschwächt, ebenso die'meisten österreichischen und nationalstaatlichcn Werte. Ein« bemerkenswerte Steigerung von 4 S. hatten Wiener Lokal« bahnak»tien zu verzeichnen. Gut behauptet lagen chemische Jndnstrieaktien. Im übrigen war der lBerkehr im Schranken minimal. Im Gegensätze zum Mtienmarkt bewachrte der Markt der Sie haben nicht mehr viel Zeit die herrlichen Oeschenkwerke erhalten wollen, die wenn Sie aus der Prämlen-Aktlon der „Wiener Morgenzeitung für Jahres« und Halbjahresabonnenten ausgesetzt sind. Nur noch bis 31. März 1927 können wir, da die starke Nachfrage nach unseren Bücherprämien hat, die folgenden Gratisprämien zur Verteilung bringen. unsere großen Bestände stark gelichtet Jahres-Abonnenten erhalten bei sofortiger Vorausbezahlung der Jahresbezugsgebühr nach Wahl: YosepAus Piavius SÄMTLICHE WERKE. 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