Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2861 (14.2.1927)
- Date
- 1927-02-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Leite 4 Ären, Mcmtay Wiener MorgenzeiMng 14. Febvuar 162'. Nr. 2861 Mll. Unentschieden in Nudapeft. Schwere Niederlage der Haloah. Men-Budapest 1:1 («:!). DaS in Budapest stattgefundene außertourliche Aus- .vaylmatch der beiden Verbände brachte den Wienern einen überraschenden Erfolg. Die aus Spielern der drei Vereine Austria, W. A. C. und Wacker Zuscmimengestcllle Wiener Mannschaft konnte sich gegen das starke ungarische Team glänzend behaupten und ein unentschiedenes Resultat erzielen. Die erste Hälfte sah die Ungarn überlegen, sie erzielten auch in diesem Abschnitt ihren einzigen Treffer durch Trih. Nach der Pause finden sich die Gäste und reißen die Spielinitiative an sich.'N a p p a n kann den Ausgleich erreichen, und nur die gute Arbeit der ungarischen Verteidigung verhindert eine Niederlage der Heimischen. Dem Spiele wohnten 18.000 Zuschauer bei. Rapid—Hakoah 4:0 (2:0). Rapidplatz, 18.000 Zuschauer, Schiedsrichter Braun. Rapid: Feigl; Scklil, Schramseis; Richter, Smistik, Nidsch; Londrak, Ha-nel, Haffmann, Luef, Kirbcs. Hatoah: Fabian; Scheuer, Gold; Strotz. Weiß, Fried; Futz; Wortmann, Hetz, Kovacsi, Fischer. Die jüdische Mannschaft hat gestern eine schwere Nieder läge erlitten. Sie war verdient und der Gegner, d>ie Hmteldorfer, zeigte sich in jeder Beziehung den Mauweitzen überlegen. Aber es war auch ein rech: unglücklicher Tag der Hakoah. Während den Napideeuten alles gelang, wollte den Hakoahnern nichts glücken. Sie hatten sicherlich gute Chancen, eiäen oder den anderen Treffer zu erzielen, aber S ch u tz p e ch und die glänzende Aibwehrarbeit des R ap idito r m a n ne s Feig-l verhinderten einen Erfolg der Kr '.aue-r, während drei von den erzielten Treffern Rapids schweren Fehlern der Dlauweitze-n entsprangen oder sonst recht glücklich zustandelamen. Ein Ergebnis mit einer Differenz von zwei Treffern hätte dag Kräfteverhältnis am besten illustriert. Freilich, nichts kann den matten Eindruck, den die Hakoahner gestern machten, entschuldigen oder die Unzulänglichtefat der Mannschaft in diesem Spiele verschleiern. Die H ü tteild'orfer waren in allen Teilen und in jeder Beziehung überlegen. Wucht und Elan. Schnelligkeit, der bessere Start und der Zusammenhang der stets in Bewegung befindlichen gesamten Mannschaft waren auf Seiten Rapids zu sehen. Sch werfälligc Entwicklung, st« fru chtba res Spielen in die Breite oder gar zurück, Zerfahrenheit, Mangel an System, vollkommene Vernachlässigung eines raumgewinnssniden Flügeksipieles, das war der Eindruck, den Hakoah gestern zurückließ. Ms der kraftvolle Schwung der Hütteldorfe-r frühFeitig von Erfolg begleit«: war. schien die jüdische Mannschaft sehr bald aus ihrer Ruhe gebracht zu sein. Der gewohnte Kampfgeist und die Widerstandskraft der Hakoahwer stellten sich absolut nicht ein und es war eigentlich ein kampfloser Sieg, den Napitz entgegen dem traditionellen Verlauf der Spiele dieser beiden Vereine erfocht. ■ In der letzten Mertellstunide der ersten Hälfte, beim Stande von 2:0 sah es noch so aus, als würden sich die Hakoahner ftirden. Sie drängten heftig und gefährdeten auch des öfteren das gegnerische Tor. Im Gedränge wurde der Ball an Smistik geschossen, wobei die Hand dieses Spiekers den Ball abzuwshren schien. Schiedsrichter Braun Pfiff ab und gab Elfmeter, zog aber dann seine Entscheidung zurück. Tatsächlich wehrte Smistiks Körper einen Goalschutz ab. Der Elfmeter hätte möglicherweise dem Spiel .--ne andere Wendung gegeben, indem die Hakoah aufgcpuuveitt worben wäre. Ms sie aber qahe-n, daß Feigl nicht zu überwinden war, schone Schüsse von Kavacsi, Wortmann abgewehrt wurden und dann Mich die erste Minute der zweiten Hälfte den Hütteldor,fern einen glücklichen Treslper eintrug, fügten sie sich in ihr Schicksal und überließen den Hüttelltorfern das Feld. Auch der vierte Treffer Rapids entstamm durch Unentschlosienheis der Hcvkoahhintermannschaft die zusah. wie Smilstrk nach einem Korner den Ball ruhig aufs Tor schoß. Fabian trifft an den Toren keine Schuld, im Gegenteil, er hielt eine Anzahl sehr schtverer Bälle bravourös. Bei Hakoah' hatte eigentlich die ganze Mannschaft keinem guten Tag, Die Schwäche ging gestern von der Half reihe und den Sturm e r n aus. Weiß konnte nur hie und da seiner Aufgabe Nachkommen. Im Beisitze des Balles wußte er seine Vorlagen aber nicht zweckmäßig ang,ulegen. Ein totalerVersager war Straß, bei dem der Rapidmann Kirbcs immer freie Bahn fand. Von dort »rahmen auch die meisten Treffer ihren Ursprung. Fried war besser als seine Half-ncbenleute. Der Angriff war nicht imstande, die Hintermannschaft zu entlasten. Es wurde zumeist Einzelspiel geliefert oder es sammelten sich mehrere Hcrkoahner aus einmal an, bis irgendein energischer Rapidmann den Ball abnahm. Die Hakoahnex leisteten n u r Filigranarbeit, es fehlte den Stürmern.jedweder systematischer Zug, außerdem gab es ausgesprocheu schwache Posten. W o r t m a n n brauchte lange, um halbwegs in Schwung zu kommen. Von einigen schönen Zügen abgesehen, bot er gestern eine sehr schwache Leistung. Fuß ist kein Flügelstürm er, seine Fähigkeiten stempeln ihn nur zum Innenstürmer. Kovacsi zeigte hie und da technisch feine Details, feine Langsamkeit und der Mangel an Härte erwiesen sich in diesem Spiele als unzulänglich. Fischer kam auch nicht.zur Geltung, teils wurde er wenig beschäftigt, teils konn::e er an Richter und Solil nicht vorüber. Heß war noch der einzige, der halbwegs mitkonnte, aber auch er fand mit seinen Nebenleuten keine Fühlung, Scheuer und Gold arbeiteten brav, hatren aber viel Pech und erreichten auch sonst nicht, wohl auch infolge Ueüevlasiuirg, ihre große Form. Bei Rapid arbeitete alles mit Schwung und Kraft. Wenn es nich: anders ging, war das Berteidigerpaar Solil- Schramseis in seinen Mitteln nicht sehe wählerisch und konnte die Lakoahleichtgewichtler bald einschüchtern. Ja: der Halfrcihe arbeitere Smistik gleichmäßig gut undim Angriff erwiesen sich neben den Routiniers Wondrak- Hane i. die drei anderen als sehr. rasch und energisch. Naincntlich Kirbcs war die treibende Kraft. Feigl tm Tore bot eine Glanzleistung, er verhinderte sicherlich zwei Tore. Gleich von Haus aus ist Rapi» in Front; in der a ch r t« Minute übernimmt Hanel einen Seitencirvwurs Wondraks und dirigier: ihn. mit dem Kopf weiter, Lu es.befördert den Ball gleichfalls mir dem Kopf ins Hakoahtor. Hakoah macht sich nur schwer frei, die Angriffe such jedoch schwächlich und zerfahren, während jeder Vorstoß' Rapids gefährlich i st. Die M. M i n u t e bringt -das zweite Goal für Rapid durch Luef nach schweren Fehlern der Hakoab/ocr-. tcidigumig. Einen scharfen Ball Kovaesis sowie einen Schuß. von Fuß nach einein Korner wehw Feigl ab. Ein Vorstoß Wortmanns gelangt zu Kovacsi, der statt aufs G-oal zu schießen merk'würdigerwei'se wieder zurückpatzt. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte schieß: Scheuer Kirbes an, der. Ball fäll: gegen l'en Strafraum -HakoahL.' Kirbcs ist gleich hinterher und erzielt Treffer drei. Haloah wird offensiv, doch Feigl hält alles, wobei sich die Hakoahner im Gedränge vor dem Rapidtor als nicht sehr gewandt benehmen. Auch Umstellungen, Kovacsi tauscht Platz mi>r Fuß, helfen nichts; die 37. Minute «bringt L-s.s vierte Goal. Smistik schießt uubehirwert ein und noch ganz zum Schluß rettet Fabian zum Korner. Das Spie l der R fr servcn gewann Rapid 3:0 (1:0). 8. A. 8.—Simmering 2:1 <0:1; Wegen Disziplinlosigkeit abgeörohrn. Dieses Spiel begann sehr schön, brachte guten Spor^, endete jedoch mit einem Mißton. In der 16. Minute der . zweiten Hülste diktierte Schiedsrichter H a g I c r einen Elfmeter gegen Simmering, an den sich eine „Debatte" knüpfte. DaniS wurde vom Platze gewiesen und als er sich weigerte, das Spielfeld zu verlassen, pfiff der Schiedsrichter das Spiel ab. Die Treffer erzielten Horvath, Gott' Wald und Wochener. 4 F. A. 8 —Vienna 2:1 (1: üj. Verdienter Sieg der Floridsdorfer, die inIszda einen hervorragenden AngriffSlenker besaßen. Er erzielte auch beide Tore für seine Mannschaft. Für Vienna war Novacek erfolgreich. Der Tormann des F. A. C. L a z a r mußte verletzt vom Platze getragen werden. Avmira-Rndoifshligel 4:3 (3:0). Die Floridsdorfer scheinen das Match bereits sicher, zu haben und ließen bei 3:0 stark nach, so daß Rudolsshüael auSgleichen konnte. Admira mußte schließlich froh fern, durch einen. Elfmeter lvegen Hands 12 Minuten Vor Schluß beide Punkte retten zu können. Äovan—Sportklub 4:2 (0:0). Zusammenbruch Sportklubs nach der Pause, Slovan , war viel ausdauernder und schuß-kräftiger. 4000 Zu- Mauer. Die Melsterßchust der zweiten NichtamateurMaffe brachte folgende Ergebnisse: Hertha-Weiße Elf 5:0 (4:0), Gersthof—Bewegung XX 2:0 (0:0), Neubau—Wiener Sport- ' freunde 2:1 (1:0), Nicholson—Donau 5:3 (0:3), Bewegungsspieler—Germania 6:0. (4:0). Das Cupfpiel I. A. F.—Vorwärts vü brachte den I. A. F. im Narhspiel einen 4:3-Sieg. Wack«w Wilug gestern die Crkcketer in einem Freundschastsspiel 3:0 (1:0). Hakoah spielt Sonrt.,g gegen Slogan. Dieses Meistersch a f ts s p i c l findet wahrscheinlich auf dem W. A. C.- Platz statt. Gravjausft aus Malta. Die Agramer verloren Sainstag gegen ein Militärteam 1:7. Sie Hatten verletzte. Spieler und spielten zum Schluß nur mehr mit sieben Mann. Gestern siegten sic gegen den Sportklub Lavaletta 2:0. ’ e Stege der Originalkarradrer. Die EisHockehmvnw sclia.c .cu Viktoria Montreal siegte in Schweden Zweimal 6:0 und 6:2. (gegen den schwedischen Meister Djurgard e n(. - . . SOEBEN ERSCHIENEN: Eine statistische Studie von Dr. LEO GOLDHAMMER Die gegenwärtige Situation der Judengemelnde Wien und ihre Zukunft beschreibt diese wertvolle Broschüre, die für jüdischpolitische Kreise von größter Bedeutung ist PREIS 4*50 SCHILLING R Löwit Verlag - Wien l., Fleischmarkt 1 Rotenturmstraße 22 Theater von heule Burglheater: Die Stützen der Gesellschaft . Anfang Vr8, Emde 10'/, Uhr 'Atademietheater: Die Fahrt ins Blaue Anfang V,8. Ende 10 Uhr Staatsoper: Rigol,tto Anfang 7 Uhr. Ende vor V,10 Uhr Deutsches Volkstheater: Der Garten Eden Anfang '^,8. Ende 10 Uhr Voltsoper : Orpheus in der Unterwelt Anfang ^/,8. Ende l/,ll Uhr Theater a.d. Wie«: Die Königin Anfang '/,8. Eno, gegen 11 Uhr Jyhann-Stranß'Theaterr Ein Walzertraum Anfang %8. 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Erzählt von Vally Reichert-Heidt. 18'1b Uhr: Gibt eS eine rnustlalifche Volksbildung? Welches sind ihre Möglichkeiten und Wege f Dr Paul Pitt 18- 40 Uhr: Die Lage der europäischen Währnngen. Doz. Dr. Richard Kerschagel. 1010 Uhr -. Wiener Premieren. Emil Kläger. 20-05 Uhr: Robert Fuchs-Abend. (Zu seinem 80. Geburtstag, 1b. Februar 1847) Ausführende : Das Wiener Symphonieorchester unter Leitung von Prof. Rudolf MliuS, Anny Nickel (Klavier), ein Frauenchor der Wiener Oratorien- Vereintgung. Einleitender Vortrag Prof. Dr. Ernst Deeseh. Morgen Dienötag 11 Uhr: VormittagSnmsik. 1615 Uhr: NachmtttagSkonzert. Mitwirkend: Opernsängerin Liliana Mamarschess. 1/ 50 Uhr: Stunde der Frau. Ernste» und Heiteres vom Essen und Trinken. Reg.-Rat Raimund Partsch. 18-20 Uhr: Grillparzer als Lyriker. Univ.- Prof. Dr Heinz Kindermann. Mitwirkend: Maja Kralik (Rezitation). 1010 Uhr: Esperautotur» 19-30 Uhr: Englisch für Vorgeschrittene. 20 05 Uhr: Bunter Abend. Mitwirkend Hilda Lorentz-Neugebauer. Am Flügel: Bela Laszky. Lona und Edmund Foltermayer. Wiener Konzertorchester Fritz Recktenwald. N’AHMASCHINEN FAHRRÄDER 1927 auch gegen «MU IX., L|80ht8n*t8ln»tr«Bö Nr. 27 IV., Wlednor HauptstraS8 Nr. 8 Slmtl. Sport» u. 1 ourlatonartlkal Schweizer Unterwäsche auch für Kinder Zakob Gelles, i.. Notgasse 1 (Ankerhoft Alleinige Anzetgert-Annahme Annoncenexpedition Heinrich Schale!. Wien. 1. Bezirk. WollzeUv 11. Herausgeber und Eigentümer: Jüdische Zeitnngsu. Berlagsges. m. b. H., Wien. 2. Bez.. Taborstraße 1—3. — Verantwortl. Redakteur: Jakob Krausz, Wien. 19. Bez., Brechergaffe 9. — Druck: »Jnba". Wien, 7. Bez.. Lerchenfelderstratze t