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Wiener Morgenzeitung · 1927-02-03 · Heft 2850 (3.2.1927) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2850 (3.2.1927)
Date
1927-02-03
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 285C, Wie«, Donnerst»- 'ZBtettct WArgMßvWMA S. Mruor 1927 Serk« 9 NovEKNE ki^vSNALT Sie Haushaltsührsng - ei» Problem. Die Eh« wird heute nicht mehr als der Hafen empfunden, Ln den der Mensch nach den Irrsten der Jugend einläuft, um darin auszuruhen. Auch di« Frau beginnt sich bewußt zu werden, daß die Führung des Hauses nicht mehr wie einst eine feste und sichere, ihr Halt bietende Gegebenheit ist, sondern ein noch zu gestaltendes Problem, ein« A u f g a b e, die auf ihre Lösung durch die Frau wartet. Es ist ttt diesem engen RahNrett nicht möglich, die tieseren, mit der Vergangenheit verknüpften Zusammenhänge, die dieser Problema'ik zugrunde liegen, aufzudecken. Vielleicht kann das einmal an anderer Stelle versucht werden. Hier muß die Feststellung genügen, däß die Aufgabe der Hausführuug sich in der Gegenwart für die meisten als unlösbar erwiesen hat, und zwar gleichmäßig in allen Schichten der Gesellschaft. Es ist g'eichzütig, üb es sich UM die Rur-Hausfrau der Reste des Mittelstandes handelt, die durch den Mangel an Hilfskräften zu imentrin rbar-geistloser Arbeit mit Scheuerlappen und Staubtuch verurteilt, in den „Mußestunden" vor den nie leer werdenden Flickkorb gebannt ist, oder um die mitverdimende Berufsfrau des Proletariats (auch der geistigen Arbeiter), die durch den Doppelberuf der Hansversorgnng und durch das Herbeischaffen der notwendigen Unterhaltsmittel übermüdet und abgemattet in völliger Stumpfheit versinkt: Rur-Wirtschafterin auf der einen, Galeerensklavin aufder andern Seite! Wo aber blieb der Mensch, wo seine für die Frau allein in Frage kommende Offenbarung m hö chstem Weibtum? Er ward begraben unter den grauen Schutt des Alltags, zum Schaden nicht nur für die Frau, sondern auch für die sich um sie scharende Familie Und damit für die Gesellschaft überhaupt. In einer ganzen Reihe von Büchern und Vorträgen ist schon ausführlich dargelegt worden, wie unhaltbar der jetzige Zustand des vollkommenen Untergangs der Frau in erstickender Alltagsarbnt ist. Die Führerlnneu der Frauenbewegungvor allem die der Berufsorganisation der Hausfrauen, haben immer und iwm.'r wieder die ungeheure ethi'ch-kulturelle Bedeutung dieses Problems unterstrichen. Seine Aufrollung bedeutet nicht etwa, daß di: Frau, ihrer Arbeit überdrüj,ig, aus Fau heit oder Mül i feit hinwirft, was ihr zu tragen zu unbequem geworden. Der Sinn ist vielmehr, daß die Frau auch auf dem ihr eigensten Gebiet der Hausführung zu enr-achen beginnt zum Sehnen und Suchen ihres eigenest geistigen Wesens, ihrer bisher meist noch schlummernden Persönlichkeit. Darum wird mit Recht betont, daß die Hausfrauenbewegung eine geisti ge Bewegung ist. Mag es der Masse der Außenstehenden hoch so schwer fallen, mit dem peinlich im „Waschtag" und „Großreinemachen" erinnernden .Begriff „Hcntshalt" etivas Geistiges zu verbinden, nicht oft genug kann diese Seite der Sache wiederholt und unterstrichen werden. Weite Kreise mrter den Hausfrauen selbst — und eS werden täglich. mehr — sind bereits zu dem Bewußtsein erwacht, daß es hier üms Ganze gcht, daß es sich um das Lebensprob^m überhaupt ha.'.delt: entweder see isch zu verkümmern. vegetierende Kreatur zu bleiben oder Mensch zu werden, Weib im höchsten Sinne, und damit nicht nur würdiges Glied einer sich eben den ersten Geburtswehen entraffttrdeu meusch ich n Gemeiu'chut, sondern recht eigentlich Träger dieses sich vorläufig erst andeutenden Gebildes einer eben anbrechenden neuen Zeit, Mitschöpfereinerneuen Gesellschaft. (Aus „Der neue Haushalt" von Dr. Erna Meyer, Franckh'sche Brrlagsha'.'.dlung Stuttgarts D2e eSeltIrische I. einen'Korb voll Wäsche1' ohne Einweichen od Vorwäschen in 18 Mlhuten Kostenlose Vorführungen täglich Abteilung M. VL, Filgradergasse 8 Ottomane Matratzen Auch Teilzahlung!tgSteJiSZ?,b* n.W8ltz,Wisn, IL, Darwinsasse 39 AM 8m Wohnnngrpflrge. Reinigen von Teppichen. Dl« Teppiche werden immer außerhalb der Wohnung betverfettig geklopft und gebürstet; sie dürfen nicht gefaltet, jondern mühen zusamm.ngeroül werden. Man reinigt die Teppiche am besten mit Sauerkraut oder Ejsig« wasfet; auch empfiehlt es sich, zu diesem Zwecke schon verwendet« Teeblätter (vom schwarzen Dce) zu sammeln. Sind Teppiche fleckig geworden, so löst man die Seife in weichem Wasler auf, gibt etwas Calmialgeist dazu und taucht in diese Flüssigkeit WoUappen, mit welchen man die Teppiche tüchtig abreibt. Fensterputzen. Zum Reinigen der Fenster taugt ein Stück seuch.en llkyleoerS am besten, weil eS keine Fasern zurückläßt: ein weiches, leinenes Luch dient zum Trockenrelben. Clark schmutzige Fenster reinigt Man sehr gut mittels Cchlemmkreide, die mit Dassel und etwas Spiritus vermengt wird. Bleiben auf dem Fenster Fasern deS Lappens zurück; so wische man mit zusammengeknülltem Zeilungspapiet Nach. Beim Fensterputzen bedient nian, sich eines Rettungsgürtels, der am Fensterkreuz gut zu befestigen ist, oder man verwendet eine der modernen ' Fensterplchmmgen, um das für ältere Leute beschwerliche Steigen vom Sessel auf das Fensterbrett zu vermeiden. Die masernen FcNstetputzstangen zeichnen sich vor allem durch ihre leichte Handhabung aus. Eie werden gezeigt und auf Wunsch auch vorgefüyrt in der Ausstellung „Die Frau von heute", I. Bez., Alscrstrüße 23 Mezzanin, täglich von 10 bis 6 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Spiegel wäscht man mit Waller, dem etwas Spiritus oder Salmiakgeist zngesetzt ist. Die Lederlappen, deren man sich beim Putzen der Fenster und Spiegel bedient, dürfen, wie die Waschlederhandschuhe, nie in heißem Master gewaschen werden. Ein vortreffliches Mittel zur Reinigung solcher Lederlappen ist das Auswaschen in kühlem Salzwaffer. Putzen von Mefstngbeschlügon. Zum Putzen von Messingbeschlagen sind verschiemme Putzntittel im Handel; doch haben alle den Nachteil, daß sie in den Vertiefungen der Me.allgegenstände eine grauweiße oder schmutzigrot« Maste absetzen, die man nicht leicht herausbekommt. Will man diesen Nachteil vermeiden, so verwende man eines" der neuen imprägnierten Putzlücher, wie Dokton u. dgl. Sie haben, außer, daß dieser oberwähnte Nachteil vermieden wird, noch den Vorteil, daß sie 1. billig sind 2 kein Beschmutzen der Hände mehr möglich ist, 3. unbegrenzte Haltbarkeit. Dieselben sind ebenfalls in der Ausstellung „Die Frau von heute" zu besichtigen und zu beziehen. Ungeziefer. Zn unreinlich gehaltenen' Wohnungen, setzt sich leicht Ungeziefer fest, das nur schwer zu vertreiben ist. So entwickeln, sich in Fußbodenritzey, im..Kehricht, in unsauberen Winkeln die Larven des Flohs, hinter Bildern und Tapeten, in SpalteN. besonders auch in Bettstellen die Wanzen. Letztere verstecken sich während des Ta-nrs, um des. Nachts die schlafenden Mentichen zu befallen und von ihrem Blute zu saugen. Unreinlichkeit in der Küche, besonders die Unvorsichtigkeit, feuchte Ausreibtücher, u. dgl. auf Holz zu legen, hat das Einnisten eines höchst lästigen Ungeziefers, der Küchenschabe» im ' Gefolge. Auch die Stubenfliege, durch deren Vermittlung Krankhoitskeime verschleppt werden können, legt ihre Eier gern in Abfälle aller Art. Zeigt sich solchiH.,.Ungeziefer. muß die Hausfrau sofort und energisch eingreisen. Zur Verhütung der Flohbrut und der Wanzen dient. Petroleum oder. eine, wästerige' Verdünstung von Kreosolfcifenlösung. .die man in die von dem Ungeziefer bewohn'en Fu^en und Ritzen einträufelt. Außerdem hilft' das Streuen von Insektenvulver. Bestreichen mit Salzsäure lgefährlichN. Karbol oder Zacherltinktur. Es kommi vor. daß sich schon beim Beziehen einer Wohnung Ungeziefer (meist Wanzen) zeigt Wenn dies der Fall isb albt es nur ein sicheres und schnell wirkendes Mittel: die Desinfektion mit Formalindämpstn, welche durch eigene Reinigungsanstalten besorgt wird. In solchen Wohnungen soll Man'auch das Tapezieren vermeidest nnd die gut ab«'ekra<'ten Wände mit Sublimat bestreichen und frisch tünchen lasten. Noch monatelang nach der Vertilgung sehe man in der Rückseite, der Bild-rogtzmen. in den Brisen leist-n und Bettoestellen gut nach, ob sich nicht doch Ungeziefer finde,!, wasche die genannten Gegenstände mit heißer Louae vvd bestreiche alle Ritzen Und flmaen mit den genannten Mitteln. Eine weitere Vorsicht besteht darin Bilder so mck'ubänom d"st die Lust zwischen diestn und der Wand durchziehen kann; dies erreicht man durch. EinfckVooen ->w^i-r keiner Nä-'el an d/'ii zwes. unteren Ecken in der Weise, daß fte N"ch 1 Zentimeter H?rvorsteh'n und so das Bild von der Wand woahalten Gegen Ksichen-tch^ben. die bäusto durch die Ranchkän^e einwandern, wird ein G-misch von 2 Tei^n Bo^nr. i Teil SaUzvVän''e nnd 3 T-Uen Erbk-n bereist «nd des Ab-n^s anSgetegt. 'stur Bekämvfnno der FUenenvtagr ist eine auf Monier oder Ruten gestrichene Klebmaste (Fliegenleim) gebräuchlich. - V Am dem Reich der Küche. Uever Wunsch eines unserer Leser bringen wir km nachstehenden eine Reiße Brezelrezente: Leipziger Brezeln. Mi Kilogamm Butter flaumig getrieben wird m't k"iloarannN Zucker, 6 Dottern, Muskatnuß, V» Kilogramm gestobenen Mandeln» Zitrone, *A Kilogramm MM Verrührt. die Brezeln daraus gemacht und schön gebaren. (Man kann sie einige Zeit aufüehnhren.) Buttervtezelit. AuS 360 Gramm (38 Dkg.) Butter. 280 Gramm (28 Dkg.) Mrbl welche gut abgetrieben werden, dazu 120 Gramm (12 Dkg.) Zucker, eine Zitronenschale, 70 Gramm (7 Dko.) gebrühte und gestoßene Mandeln. S Dotter, ein wenig Salz wird ein guter Teig genncht und auSgeivalkt, daraus Brezelsormen gemacht, diese mit Ei bestrichen, mit Mandeln bestreut, in ein auSgeschmier'- teS Blech gegeben und langsam gebacken. NumäUl'Be Brezeln. 5:0 Gramm Pi Dkg.) Mchl wird Mit 400 Gramm (40 Dkg.) Butter auf dem Nudelbrett verarbeitet. man nimmt iodan« 300 Grmrm <30 Dt".) Zucker, ein fanz.'S rohes Ei, einen rohen Dottrr, etwas Boni'l: «und Limonegeschmack, eine Prise Satz, arbeitet es zu einem Teig, walkt diesen einen halben Finger dick aus. sticht runde Kränzchen heraus, be'ckMiert sie obenauf mit zerrlopstcm Ei, nimmt arrt) gestoßene, süße, georühee Mandeln, vermengt sie mit Zucker, bestreut die Krärrzchei reichlich tamit, bäckt sie in ni.'.t zu großer Httzr goldgoC Diese Brezeln sind zum Kaffee vorzüglich. Frage« und Antworte«. E. Ihrem Wunnsche gemäß» geben wir Ihnen einige HauShaltunasschulen bekannt: Höhere Lehranstalt. 1. Bez., 5current as: 1 (Leitung Ne-'ierunasrat Ölgr .yeß); .Haushaltun^sfch-fle der Gemein, e Wien, 8. Bez., Drückeni-'afr; Hausw'.rtschast^.i.ule, 19. Bez., Peter Jordanstraße; Moderne Koch'chule der Rohö bei Siemens, 9. Bez., Alserstraße 20. Herrn I. Br... n. Ueber Ihren Wunsch teilen wir Ihnen mit, Laß tiefe moderne Waschmaschine „Saboge" in der Fillgraderga se 8. echältli chist. Telnt.Mayonnaise das mo lerne 'Waeoh- und Hautpflegemittel, bringt Jugend und „Arkana“ ae». m. b. EX., *len. XU. , Tel.S2-3-T7 In Parfttmeiien, Drogerien, Apotheken, Frlscurgeschnften *9WK!me9eoeQ6aeieefiMQ&möaG&e>&6&G&steoot 8 B\*i'4nc:HrsiNs nur | | Pflanzen-Margarine 1 TERNO s Une reicht in Qualität und Freist o c» Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehr- \ i C | würden des Herrn Oberfabbiners S. 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