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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-27 · Heft 2843 (27.1.1927) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2843 (27.1.1927)
Date
1927-01-27
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. ms Wien, Donnerstag Wremer Mseaeszertung 27. JSnner 1S27 Gelte S Der Moderne Haushalt Ser Haushalt als Sparbüchse der BollswiMaft. Die W'.rtfchaft ivanÄllt sich —- tvaS tut der Haushalt? Zw fischen Hauswirtschaft u>:vd VaKswirlschaft Le» stehen heute noch viel zu wenig beachtete B Eichungen, obs-Hrm ihre Funiktior.en eng verbunden sind. Auch zu jenen Frauen, die nicht Zeit oder Interesse für wirtschaftliche Auseinauderfttzuugen f'.-wden, ist die ernste Wa'hrheit gr.'hrungen. daß die österreichische Volkswirtschaft bitter arm ist und gern eirrrm Organismus verglichen wird, der in bränHst'.gcnidem Grad blutleer ist. Man hofft auf kessere Z.iteü und meint damit mehr Arbeits- und Verdierstmcigiliichkeilen. Die VoSkswiirtsickast eines Landes lebt aus versch'eldenen Quellen. Jlhr we'sviMichfter Le'öensquell ist eine gute, spaiisarire WirOlchaft im Land«.' ftiDst, gute Wirtschaft, das heilt voMe«mrnen.' Materlala-us'U.Utzun'g und größte Sparsamkeit im Verbrauch. Wenn man endlich einmal erkennen wird, welch unigeheure Bedeutung für Staat und VoMwirlkschaft gut §'führte Haushaftumgen haben, wird man daraus eine SpeziKlwifsen- Mft machen. Heute glaubt man, etwas kochen kömren itüb mütterliche Tradition genügen für den Haushalt. An dieser Stell? soll nicht nach Erkenntnissen gesucht. sandern Zusammenhänge ausigege'yt und daraus wirtschaftliche NntzanwenünnHen ge^iaien werden. Wenn, wie es m Oesterreich der Fall ist. der eigene Boden die Bevölkerung nicht ernähren, im Lanüe nicht genug Kable gefunden, zu wenig Vieh für den Meischüedarf sse«Mk)tet werden kann, wenn durch Leben8g-?wohnheiten und Ges-ellschastssiften phantastisch vi-cl geraucht und AiVohol verbraucht wird, muß man die Frage aufwerfen, ob man selbst, ob das Doilk als Gesaim-theit nicht etwas tun muß, um zu verhüten, daß Milliardensummen als Tribut ans Ansland fließen, ob man im Haushalt nicht, wie es «die Industrie z-u tun g ter-nt hat, durch; mehr technische Hillfsmitl'el, befs-evr MaderiMunde, ökonomischere Wirtschastsmethoden. Wirt gastliche Dolksbil-du«7g und speziell Frauenbildung G:üd und Zeit sparen, zur WMfahrt mehr beitragen, das VEsverwögen stügern könnte. Wir wollen einige Beispies-e aitiS der Wirtscha-fls- Praxis nehmen, um das Gesagte derMch zu machen. Heute wird i-n Wien an einem Tag mehr Piksneibicr vertrunken, als noch vor zwei Jahren im gangen Monat Lberhlmp.t zur Einfuhr zugrlassen wurde; dagegen ist die Mi'lckprLies.'rn'ng nach Wien fcatß? fast aus Friedens- Höhe. aber der Milchverbrauch ist nicht so groß wie im Friciden. Run könnt»? man meinen, jene I5-ichten, welche Milch kaufen wollen, seien nicht kaufkräftig s'enug. un-d die Reihen der PHnerbiertrinker hätten sich verstärkt aus einem'Zuwachs neuer, zaihlnngssähiger Glemente. Dem ist nicht so. Das Biertr'mÄn gilt als Element der Lebensfreude, die wahre Bedeutung des MitchgenusscS für Do'Mgesu>'.«dhcht und Leisturi.^fähigkeit ist in der Bcvölk-erung z-u wenig bekannt. Dasselbe gi'lt für den übrigen MkirHcwerbrauch: wir -ahjl-en für PiGnerbier, itailienische Weine, frangösis'ckie Parfüms und Modewaren unigeheure MliMardensumm-en an d-as Ausland. Wir -müssen durchaus nicht als proletarisierde Asketen leben, aber wir Müssen durch eine W'rtschafts- und Lebensr-esorrn zu böseren Labenkgewohniheilen und Mrtschas-iserg.ebniss'öN kommen. Wenn z. B. der Haus- Haft lernen w'iod — wie es die JDustris tun Müßte und muß —, sich aller technischen Erfindungen zu de- Liierten. um z. B. HeiMateriat, Strom,' Material, kurz, Kraft und Stcsf zu sparen, so wird der HaushM durch seine Methoden ein wichtiig-es Spar-Reservoir für die Wirtschaft, das wichtigste Mied im Prozeß der Neubüldung des Dokksvermögens werben. J>n unseren Gesetzen -stecht d-er ernst mahnende Satz: „UnOsnntnis der G-es-etze schützt nicht vor Streift." Tkcftr Satz gi'lt vor den Gerichten und Behörden, nur -manchmal ist Unkenntnis doch ein mildernder Umstand. IBLAIMSCHEUIS 1®5 ' p f I a n z e n - Margarine TERNO Unerreicht ln Qualität and Prefsl Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehr- $ würden des Herrn Oberrabbiners 8. bürst j j Darf In keinem Jüdischen Haushalt fehlen | Ueberah erhältlich ,M 0 KARL BLAIMSCHEINS vereinigte Matgarine- und £ Butteilabriken, Wien, 14. Bez., Dletenbachgaise 59 |j eQeoegOoeeeeooeowgeeoeeeoeoeQoeeeeev Di-e Wir-ifchaft straft jede Übertretung ihrer Gesetze sehr hart; sie bestraft mit Arbeitslosigf.it, schlechtem Din kommen, allg-cmemer Verarmung it>r.b hoffnungslosem Frlmdienst. Verarmte Völker reiten nicht Aus' lc«n-Kkredito. sondern eine gute W'»riischaft, gut geführte Haushalte, tüchtig? Hausfrauen. Die Zeiten haben sich g-eä-nüert, unsere W'rischaft steht in riinrm sehr schnierigen, dinch viele Opfer gekennzeichneten A'rvassung.kProz'eh. Die Fronen, die man so gern ass Hüterinnen der Traditionen feiert, dürfen in diesem Neug siastunyZvroz-eß nickt im Bonne überkommener Methcben der Hautilpltzsü'hrung stehen bleiben, nur weil SJtata cs cbenlso gemacht hat. Es stecht d'e Existenz des gangen österreichischen Volkes auf dem Spiel — Oesterreich form nur durch eine bessere Wirtschaft gesunden, durch planmäßige Arbeit unb höchsten Siparstnn. Ein Volik. das leben' will, muß sich auch anpassen können nub darf nicht nur warten, ob man es rettet: cs.mutz den Willen und div Kraft heben, sich auS fi-J; heraus un'd durch sich selbst wieder in die Höhe zu brinfien. Der Männer Arbeit und Schaffen wird um Erfciig unb Lohn gebracht, wenn nicht auch die Frauen ikttftres Lanidas, vor allem die Hausfrauen, in ihren schwer crschü>ltcrt.2n Reichen neue Sp<r>knien ftnben zmis-cken Har?wirtkck,aft und V-oMwirtschaft und Kraft Und daS Sr.strm, E'-mommen und Vsrbreuchsmctlwden uuder streng wirtschaftliche Gosick/spunkte zu stellen und mi>t größer Lernsrc'u'de — wie sie es im Kriege so tcbfer g tan haben — den veräuderken V-erhältuis'en wissend angupassen. ES ist zu begrüßen, daß an dieser Stelle wieder Eelaaenheit fein wird, aktzuell-pvaktisch und in füitdierter Weise den Hausfrauen von den Zusammenhängen z/T'ischeü BoMwirtischaft-und Hauswirtsckioft zu sprechen. . . . r. Wie stellt man selbst billig eine Kochkiste h:r? Die Klxl/.ifte ist eine an allen Innenseiten mit einem schlechten Wännelcitcr (Holz'^volle, Heu, Roßhaare, Zcitungspapier usw.) auSgefütt-rte Holzkiste, die den Zweck hat, irgendwie vorgekockstr Speisen im warmm, verschlossenen Kochwpf auszunehmen, und gar' wcrdm zu lassen, . Ankochzeiten (vom Augcnd'O d S KochrnL an gerechnet: Hülsenfräch'.e 5 LiS 20 Minutcn, Hasrr/locken, ReiS, Grieß, Grütze und Graupen '2 bis 5 Minuten, alle friscl-en Gemüse 2 bis 6 Minuten, Kartoffel (geschälte) 3 bis 5 Minuten. Kartoffel (in der Schale) b bis 8 Minuten. (Darnach Kartoffel abgießen, b?i offenem Deckel auf den Gaskock-er stellen; Kartoffel dürfen nicht im Wasser in der Kochufte stehen.) In einer gut gearb?iteten Kochafte werden di?Sp:isen nicht ilur völlig gar, sondern halten sich noch, vier bis fünf Stunden lang warm. Die mit D:ck?l verschließbaren Kochtöpse können, brauchen ab-r nicht besonders' konstruiert sein; nur sollten si: oben keinen störenden Griff haben. Die Größe der Kiste hangt von der Größe der zu verwendendui Töpfe ab. die nach ieder Richtung etwa fünf EBBBBaBaa»iiaaBZBBBaaBBaBBffSB£BE»BaBanBc Ottomane - Matratzen Auch Te Izahlungl N. Weifz, Wien,Danvinsasse 39 tä iaan9B9BBB3BBBBB9QB9Bta3SS!BB9B9nSBaS!3!?-T!1 3maf schDdl saden: Koclien Braten Backen Bügeln Baden - Heizen Waschen nur mit Stonens-OasApparatcn TEILZAHLUNGEN VERKAUF r Alserstraße 20, Ausstellung »Die Frau von Heute*, VII, Alserstraße 23, Kochschule, Alserstraße 20. Bei jedem Installateur. bis zehn Zentimeter stark mit einem schlechten Wärmeleiter (Isolierung) umgeben wcrdm. Diese zunächst leere Kiste wird am Boden fünf bis zehn Zentimeter hoch mit Holzvol e oder Zeitungspapier > , knüllü.en (aus hands.ä.henrr:ß.'n Papierftücken h'rgeftolt), die fest zusammengedrückt, nicht gestampft werden, ausgefüllt. Für gewöhnlich pflegt man die Kochkiste für zwei Töpfe cinzurichten, die voneinander ebenfalls durch Isoliermasse (Holzwolle, Papier usw.) getrennt werden. Beider Herstellung der Jso.'ierwäirde und für ihre Auskleidung benützt man cin entsprock/end großes Tuch aus Wolle, Flanell oder ähnlichem, das man jetzt in die Kiste gibt und dann darauf die Töpfe stellt. Der Raum -wischen diesem Tuch uud dcn Kistenwänden sowie der Raum zwischen den Töpscn wird nun bei entsprechend zurückgeschlagen:m Tuch mit weiteren Papierlnüllchen und Holzwolle fest ausge-stvpft. Stößt man hernach die Endet» des TucheS zrifchen Jsolierwatck und Kistenwänden hinunter, so ist die eigentliche KochAste fertig. Die obere Isolierung macht man mit einem oder zwei entsprechend großen Kissen aus Wollstoff oder Flanell, deren Füllung wiederum aus Papierlnüllchen bestehen kann. (Aus: „Der neue Haushalt* von Dr. Erna Meyer, Franksche Verlagsh-andlung, Stuttgart.) Anr dem Reich der Küche. — . Kartoffeln zugleich kocht man Prrree in einem besonderen Töps-chen und gibt denselben ncbst etwas in Fett ge bgeschivitztem Mehl und dem vielleicht noch fcl-lenden Wasser und Salz zu der Suppe, die man damit nut durchkochcn läßt. Etw^s Fleisdevtralkt ist ein empfehlenswerter Zu'atz. Beim Anrichten rührt man nach Be icben einen Eidotter an. Ds werden in Fett geröstete Weckchen oder Weißbrotschnittcn dazu gereicl)!t. Klössr zu Kartrffecn. Zu einem Kilo sehr fein ge« hacktem Fleisch nimwt man ilÜ G^nmm feingeba'ktes Fett einen Hering und eine?wicbel. seingeliackt. 250 Gramm geriebenes Wei'Hrot. 6 Eier, 70 Gramm Fett, Salz, ekwas Pfeffrr und MuSlaw 'ß, und ncksch-t a leS gut unterelnander. Dann formt man lleine 51 löss? daraus, setzt sie in eine k eine Kasserolle, le-'t einige Stückchen Fett dazwischen inot einige Tassen SBoitütjn (die man vorher von dem Fleisr'iabfall gekocht h-.t) dazu, einige Zitronenscheiben und kocht die Klösse zugedeckt gerade 10 Minuten, während man sie einmal nmdreht. Zuletzt gibt nmn gestoßenen Zwieback o>er re bgesäwktztes Diehl in die Sauce und richtrt die Klösse darin an. Gedämpfter Pec'it. Man schneidet mit einem scharfen Messer die Schuppen dicht an der Haut weg, so daß wird, spartet den HockN und schneidet ihn in be- Neoige Stücke, spült ihn gut. läßt ihn in Salzwasser fünf 'Minuten kochen und legt ihn in einen anderen Topf, ülnterdelsen hat man Kapern mit weißem Mein, etwas Zitronensaft und -Schale, einem reichlichen Stuck frkchrm Fett und etwas geriebenem Weisbrot kv'.en sausen, wilches man über den He:',t niest und denselben -arm eine Viertelstunde schmorren läst. Beim Anrichten kann man der Sauce nan Belieben einen Gestt-mack von Sarde lcn geben. Dann rüch-t man einen Eidotter darein und bnngt den 5?echt heiß zur Tafel. Sclnc Tlpfelt'rt: van mfläeteh. Zum Teig kneten 5 rarJ:m feines, durchgestebteS. MelL, 250 G-a nm Fett?0Gramm^urchgesiebten Zucker. 1 Ei, 2 UlLfscl Rum. 2 Eßlöffel Wasser, kerner: gute Aepsel, Wein, Zucker, Zstronenschaw und ganzen Zkmmt Das Fett wird mit Zucker. Ei, Rum, Wassrr und Mehl abgetrieben, daS sanze noch eine Weile tü btig gerüh t. in einer zugeri.'»te:en Springform, in Ermang'nng derselben in einer Kmchenvfanne. nuseininderqcdrückt. so daß der Teig an den Seiten ctw-as dicker wird, wwon man einen Rand formt; den Boden bestreut man m\t ettvas eestoßenem Zwieback. Unterdessen werden in a ' t Teiw xefchnittcne Aevfel mit Wein. Zucker. Zjtronenstha'e und ganzem Zilnmt k.nlb rar gekocht, na-chdeni sie kult geworden, einer auf dem andern liegend in dichtrn Krei'en zierlich auf den Ku.l.cn gelegt und dunkclgelli — nmbt braun — gebacken. Die BrL)r läßt man ctwas dicklich einko-chen und gibt sie. wenn der Kuchen aufget.agen rverden soll, über die Aepfel. Ubernahimsieilen ln fc-dem Bezirk i täglicher Autoverkehr ln alle Beatrke xwedu AMiolung vom Hause! wäsclit!jiii* Wioh! aENTPÄLE^IrV^A'LLo-4'TIeU" 3Ör2b^eRlE

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