Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2839 (23.1.1927)
- Date
- 1927-01-23
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2889 Wien, Sonntag Wiener Moraenzeitung 23. Jänner 1927 <§dte i JÜDISCHE WEH Sie archsiokogUche« Forschungen in Palästina. Dr. William Bade von der Paeijic School of Religion zu Berkeley in Kalifornien hat soeben in Begleit tnng des Majors W. T. Gottschall eine Reift nach Palästina angetreten. Er beabsichtigt, fünf Meilen nördlich von Jerusalem bei der uralten Stadt Misvah Benjamin umfangreiche Ausgrabungen vorzunehmen. Er nimmt an, daß diese Stadt früher im Besih der Hethiter war, jenes syrischen Volkes, das hauptsächlich aus ägyptischen und assyrischen Quellen forme aus der Bibel bekannt ist. Dr. Bade hofft, dort auch z.veisprachige Tafeln zu finden, die geeignet sein könnten, uns den Schlüssel zur Entzifferung der Schrift der Hethiter auf den in Syrien aufgefundenen Skulpturen zu geben. Bisher war es nicht möglich, diese unbeholfene Bilderschrift der Hethiter zu enträtseln, die man schon deshalb für sehr alt gehalten hat, weil es gerade in Syrien schon im neunten Jahrhundert eine ebenso vollendete wie einfache alphabetische Schrift gegeben hat. „Arten rer 9Mr in lannanliifujen rempeln. Urner oc.t o'un-eu, oie b:i der oct vier tanaanitischen Tempel zu Beisan durch die Expedition des Museums von Phi adelphia gemacht wurden, befinden sich auch nach den: Bericht des Leiters der Grabungen Prof. Man Rowe zwci merlwürdi-se Gegenstände, die man als Blumenständer ernannt hat. Es sind kreisrunde, mit Tierköpfen gezierte tönerne Tische mit kleinen Behältern, in denen sich Löcher befinden, die wieder mit dem Hohlraum innerhalb des Tisches selbst in Verbindung stehen. (5m ähnlicher Gegenstand wurde iu dem griechischen Tempel der Aphrodite zu N a u k r a t i s im Nildelta gesunder:, und obgleich dieser Blumentisch sehr viel jüngeren Datums ist als die zu Beisan, so ist doch kein Zweifel, daß diese Ständer des hellenistischen Aegypten von den Funden herstammen, die in den alten Tempeln Syriens gemacht wurden. Es handelt sich hier augenscheinlich um die frühesten Fonnen jener Anlagen, die von den klassischen Schriftstellern als „Gärten des Adonis" bezeichnet wurden. Das waren Töpfe mit Erde, in denen rasch wachsende Blumen gesät wurden, derer: schnel'es Keimen und Blühen die Auferstehung der Monis versinnbildlichte. Es hanbeit sich hier um einen uralten FruchtbarleitZritus, der also 'schon bei den alten Kanaanitern gepflegt wurde und sich dann bis in die Zeit des klassischen Altertums erhalten hat. Sie silberne Vuudesiude von Markau. Das Finanzkommissariat der SowjetregLrung verfügt über ungeheure Silbervorräte, die ans Konfiskationen stammen. Nicht nur die wertvollen Kirchengeräte, auch synagogale Kultgegenstünde aus Edelmetall ivurden bekanntlich beschlagnahmt und der Schatzkammer der Sorojets zugeführt. Bon Zeit zu Zeit wurden diese geraubter Silbergegenstände als Bruchsilber in die Schmelze gegeben, um aus ihnen Sowjetrubel zu prägen. Anläßlich der jüngsten „Musterung" dieses Silbervorrates haben Experten eine große Zahl von Gegenständen gesunden, die sehr großen musealen und kunstgewerblichen Wert besitzen. U. a. fand sich in der Schatzkammer eine alte synagogale Bundeslade aus Silber von unschätzbarem Wert. Die Zentraldirektion der Museen bemüht sich nun, dieses und andere Kunstwerke vor der Vernichtung zu retten und in Museen unt?rzubringen. Ja» Wische Schulwesen i« Saloniki. Die jüoischrn ^epuuene., von Saloniki haben bei der griechischen Regierung dahin interveniert, daß dem umfangreichen jüdischen Schulwesen in Saloni i eine Million Drachmen jährlich aus Staatsmitteln zur Verfügung gestellt werden. Der Generalsekretär des Unterrichtsministeriums, Herr Nico Louvaris, unterstützt diese Forderung. Das Problem des jüdischen Erziehungswescns in Saloniki ist ein sehr akutes. Im Jahre 1917 waren unter den 70.000 Juden Salonikis 11.000 Kinder im schulpflichtigen Alter, aber nur 4000, höchstens 5000 jüdisch« Kindekonnten in den jüdischen Schulen untergeüracht werden, während die restlichen 7000 bis 8000 ohne jede Erziehung blieben und in den Straßen ver.-i-der-- ten. Die jüdische Gemeinde tat sehr viel, um diesem U-belstande abzuhelfen. Sir unterhält gegenwärtig zwölf Schulen, von denen nur fünf über angemessene Gebäude verfügen. Zum Bau der fehlenden acht Schulgebäude sind zehn Millionen Drachmen erforderlich. Das Gemeirrde- I möglichen I durchgemaAt hat und trotz großer diätischer Entbehrungen keine Bewtchtsabnahme erzielen konnte, versuche Dr. Hoffbauers Entfe,t«rigStablettr«, die vor allem keine Aendrnmg der gewohnten Lebensweise verlange« und in kürzester Zeil Gewichtsverminderung bewirken. — Depot, Apotheke H. Bayer, Wollzeile Nr. IS I ■ budger des letzten Jahres wies einen Erziehungspoften von 1,600.000 Drachmen <mf. Die Gemeinde benötigt sofort zioet Millionen Drachmen, um die allerdringendsten Bauarbeiten durchgusühren, da mehrere Schulen in Baracken untergebracht sind. Sa» Wische Arbeiterekeud in Polen. Aus Warschau meldet I. T. A.: In der Abteilung für soziale Fürsorge der Warschauer jüdischen Gemeinde erschien eine Abordnung einer jüdischen Arbeiter- Bern fsgenössenschaft, um wegen der Zuteilung von Brennmaterial an Arbeitslose zu verhandeln. Im Verlauf der Besprechungen siel einer der Arbeiterdelegierten in Ohnmacht. Der herbeigerufene Arzt stellte eine vollkommene Erschöpfung infolge Hungers fest. Man erfuhr, daß der Unglückliche seit einige:: Tagen aus Geldmangel keinerlei Nahrung zu sich genommen hat. Neuer Semesterbesinn! beb. gen. Moflisfensdiule Lampd, I., Rotenturmetr. 31 Lehrzeit 1 '/* Jahre Privatleute Die Spenden Bernhard Baron'S. Herr Bernhard Baron, der bekannte jüdische Philanirop, hat dem Baufonds ker Augenklinik von West min st er 10.000 Pfund z-ugLwendet. Seit seinem vor wenigen Wochen begangenen 76. Geburtstag hat Herr Baron für Krankenhäuser und ähnliche charitative Institutionen 86.000 Pfund Sterling gespendet. Bis heute summieren sich seine Spenden zu einer Million Pfund. EM junger Jude Professor an der «Universität Nom. Dr. Armedeo dalla Volta, ein junger jüdischer Medizingelehrter. wurde, unter hundert Bewerbern auserwählt, zum Professor für medizinische Jurisprudenz an der Universität Rom ernannt. (I. T. A.) sssssssssssssES^BSSSSS&KSHSBSBESSSfiSSfiGSSSBBSSBBBt Wir verlängern unsere Prämlenakfion! le- Wer das Abonnement für ein iahr einzahlt, erhält als Prämie je nach Wahl ein Exemplar der folgenden Werke: 1. Josephus Flavius: Sämtliche Werke: Der jüdische Krieg und Jüdische Altertümer, zusammen in drei eleg. Prachtbänden (2000 Seiten holzfreies Papier, schöner, klarer Druck). 2. Heinrich Graetz: Volkstümliche Geschichte der Juden. In drei schmucken Prachtbänden von mehr als 2200 Seiten. 3. Sven Heckin: Palästina: Ein herrlicher Lexikonband, 300 Bilder aus Erez Israel, Text von dem berühmten Forscbungsreisenden Sven Hedin, II. Wer ein Halbjahreeabonnemeht einzahlt, erhält als Prämie je nach Wahl ein Exemplar folgender Werke: 1. Theodor Herzl: Feuilletons. In zwei vornehmen Geschenkr bänden. 2. Adolf Böhm: Die zionistische Bewegung; das Standardwerk der neuen jüdischen Bewegung in zwei Großoktavbänden. In wertvollem Ganzleinenband. 3. Herrn. Struck u. Ä. Zweig: Das 08t]QdUche Antlitz'> 52 Zeichnungen des großen jüdischen Künstlers, Text des berühmten jüdischen Dichters* , 4. Sippurim: Das schönste jüdische Sagen- und Legendenbuch. Von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen, fast 400 Seiten Ganzleinenband mit mehrfarbigem Umsch’ag, III. WerbeprSmlen* Wir sind überzeugt, daß unsere Leser die Bedeutung unserer Prämienaktion würdigen werden; sie entspricht unserem Plan, jüdisches Wissen in die weitesten Kreise zu tragen. Deshalb setzen wir auch auf die Werbung von neuen Jahresabohnenten jüdische Bücher als Prämien aus. Wer nur zwei neue Jahresabonnenten der „Wiener Morgenzeitung" wirbt, erhält schon eine Prämie, und zwar: SchoSem Alejchem: „Menachem Mendel ' und „Marienbad“. (Die zwei köstlichen Romanbände des genialen jüdischen Humoristen, in einem Geschenkband vereinigt Wer fünf neue Jaiiresabonnenten der „Wiener Morgenzeitung“ wirbt, erhalt nach Wahl eines der Werke aus Gruppe \\l Wer zehn neue Jahre&abonnenten wirbt, erhält nach freier Wahl eines der Werke aus Gruppe I. Das Jahresabonnement der „Wiener flornenzalfima" kostet für Oesterreich S 60 und S 1*50 Postspesen S 61-50, für alle übrigen Länder das Zwölffache des am Kopfe des Blattes angegebenen Monatsoezugspreises zuzüglich Portospesen von S 2* 0 im Gegenwert der betreffenden Landesvaluta. Ausschneiden und rasch ausfüllen! Bestellschein für Ganz« und Halblabres-Abonnenten Ich bestelle hiemit die „Wiener Morgenzeitung“ für I Jahr ---- für ein halbes Jahr--—.. und erbitte als Prämie: aus Gruppe Iaus Gruppe II ........... >» Der Betrag von-geht Ihnen gleichzeitig per ................ zu. Name.—....... 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