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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-13 · Heft 2829 (13.1.1927) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2829 (13.1.1927)
Date
1927-01-13
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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&. Jänner 192' Wie««» MorgO«zsjttr»g 38. Jänner V.k . ,-Veitc 8 Der Moderne Haushalt Hebet Die richtige SrnShrnog. Baustoffe des KSrperS. L Die »mchttgiten Kraftstoffe, so Wolfen wir sie out E>- Nrzimg fürderhin nennen, sind die Mehl- und Zuckerftoffe, rnit dem wissenschaftlichen Namen Kohlehydrate genannt, und die Fette. Zu den ersteven gehören die mit ihrem deutschen Namen genannten Nahrurrgsmittelarten. Wir kommen jetzt zu dem Unterschied zwischen NahrmrgSmkttel und Nahrungsstoff. Die Milch ist e in Nahrungsmittel, wie es uns von der Natur geboten wird, aber zusammengesetzt aus verschieden«» Nahrungs st o f f e n, sie enthalt u. a. eine besondere Zuckerart, den Milchzucker, der in die Gruppe der Kraftstoffe gehört, und Fett, das ihr nicht einmal die ruchlose Hand des Milchpantschers ganz und gar W entziehen imstande ist. Im Wärme- und Kraftwert übertrefsen die Fette die Mehl- und Zuckerstoffe, sie haben rund den doppelten Brennwert. Sie sind aber im allgemeinen weniger leicht verdaulich, besonders wenn sehr große Menge»! auf eüunal genommen werden, und machen die Mehl- und Zuckerstoffe nicht entbehrlich. Nn anderer Stelle wird näher auf diese Verhältnisse eingegangen werden können. Durchschnittlich genügt es in der täglichen Nahrung an Fett ein Zehntel bis ein Fünftel des Gewichtes der Mehl- und Zuckerstofse, nämlich in 24 Stunden etwa 400 Gramnr Mehl- und Zuckerftoffe und 40 bis 80 Gramm Fett zu nehmen. Fette und Mehl- und Zuckerstoffe können einander übrigens in beitfmnttan Umfang vertreten, ohne daß es nachteilig wäre, was eben darauf Zurückzuführen ist, daß sie beide in erster Linie die Aufgabe haben. Wärme und Kraft zu spende»!. Der Heizwert dieser Nahrungsstoffe läßt sich leicht durch ein Stück Kohle veranschaulichen, wie dies auf Bildtafeln oft geschieht, weil sie tatsächlich als die für den „Feuerungskessel" des menschlichen Organismus brauchbare, verarbeitungsfähige und verdauliche Kohle aufgefaßt werden können. Die angegebenen Gewichtsmengen sind für einen Menschen von 70 Kilogramm bei leichter körperlicher Arbeit täglich ausreichend, und zwar, um die Gleichberechtigung der Frau zu betonen, ohne Unterschied des Geschlechtes. Die Annahme, daß eine Frau Sei gleicher Leistung weniger für ein Kilogramm Körpergewicht brauche als der Manu, ist unrichtig. Der Hevmvwachsenhe braucht aber mehr, ettva vom zehnten Lebensjahr bis zum Zwanzigsten. Bei ihrn ist die Wärmeabgabe und der Kmftverbrauch für Spiel und Bewegung größer, bis zu 60 Prozent von den oben genannten Zahlen steigert sich sein Bedarf. Bei schwerer Arbeit wächst der Bedarf an Kraftstoffen bis aufs Doppelte. Bei einem Körpergewicht unter 70 Kilogramm braucht man natürlich entsprechend weniger, also der Mensch von 60 Kilogramm nur sechs Siebentel, der von 66 Kilogramm 66 Siebzigstel. Bei der Verwertung der Wärme spendenden Nahrungsstoffe im Körper wird die gesamte,Wärme, die sie zu liefen! fähig sind und auch bei der Verbrennung in einem richtigen Feuerkesscl liefern wurden, ausgenützt. Sie verbrennen zu Kohlensäure und Wasser, die in Atemluft, Harri, Schweiß, Kot der: Körper verlassen, Ganz so verbrennen auch Holz und Kohle AU Wasser und Kohlensäure, tvenn sie im FeuerirngSkeffel verheizt werden. $um Aufbau kommen die Kraftstoffe, wie schon er- »vähnt, in untergeordnete,n Maße in Betracht. Um aber zu versteh«!.' welche Baustoffe wir überhaupt nötig haben, "Nissen ivir uns Rechenschaft von der Zusammensetzung des Körpers geben, dessen jeweiliger Stoffverlust ersetzt werden soll. Der menschliche Körper enthält rund 10 Prozent Fett, t Prozent Zucker, 64 Prozent Wasser. 30 Prozent Mveitzftoffe und $ Prozent Mmeralstyffe, Das Wasser ist also ein wichtiger Pcklstoff. und tatsächlich vermögen wir dementsprechend Hunger nach Fett, Eiweiß, Mehl- und Zuckerstoff wert besser zu ertragen als den „Hunger" nach Wasser, den wir als Durst bezeichnen. Daß dieses Bedürfnis ein eigenes Wort in allen Sprachen hat, zeigt vielleicht schon dis WichliMt des r» praktisch übrigens in. beliebiger Menge kostenlos verfügbaren — Wassers für dm Kiirperhaushalt. Denn nach anderen Flüssigkeiten, tvie Oel oder Suppe bi- »Mftben ihres Salzgehaltes das Wasserbedürfnis nicht [ähsbur& wäscli! für ganz Wion! r t>ÄL|-: VlWALLG -TEL .•o im9n,«Dni(M9i!eii in 0«vivk r t(latt«her AH,«v«vKflir in «ll« ^!ih9lMng vom Bdu«e< Mt — hat inan nicht Durst, eher Hunger. Wärmewert besitzt das Wasser nicht. Die Eiweitzstoffe sind der Menge nach, in der sie im Körper enthalten sind, die gweitwichtigsten Baustoffe. Sie sind auch verbrennbar und liefern dabei Harnstoff, der durch die Niere ausgeschieden wird. Auch ihren Heizwert kann man durch ein Stück Kohle veranschaulichen. Sie sind aber nicht nur von vornherein die allerteuersten Brermstoffe, sie werden auch als Wärmespender unvollkommen ausgenützt und stellen sich dadurch noch teurer. Dazu kommt, daß sie die Nierenarbeit belasten und, wie keiner Maschine, so darf man keinem Organ des Körpers große und unnötige Avbett zumuten. Andererseits sind die Erweitzstoffe dauernd unentbehrlich, da täglich wechselnde Mengen von ihnen, z. B. mit den Verdauungssästen im Kot und im Harn, zertrümmert ausgeschieden werden, d. h., nachdem sie in chemisch einfachere Stoffe zerlegt wurden, dem Körperbestand verloren gehen. Also nicht nur ein Zuwenig, auch ein Zuviel ist bei den Eitveißstoffen zu vermeiden. Die Frage des Eiweißbedarfes hat Anlaß zu unendlich vielen Untersuchungen gegeben, und es hat sich herausgestellt, daß der Mensch wenigstens unter den Verhältnissen unserer Zivilisation meist die Neigung hat, da zu viel des Guten zu tun. Möglich, daß das Fleisch, das fast nur aus Wasser, mehr oder weniger Fett und Eiweiß besteht, daran die Schuld trägt. Es läßt sich einfach und schnell tffchsertig machen, vehagt dem Gaumen, ist kalt meist gleich schinackhaft, gestattet überhaupt vielerlei ^''bere'/uugsarten — also Abwechslung, die den Appetit an re gt — lvivd gut und fast völlig verdaut, ohne das Gefühl der Belastung hervorzurufen, bindet die Säure des Magens und passiert den Berdauungswe-g langsam genug, um das Gefühl der Sättigung Vorhalten zu lassen. Krieg und Nachkriegszeit mit ihrer allgemeiner Unterernährung haben uns allerdings von den hohen Eiweißmengen der Tageskost zurückgeführt. Fragen wir nach dem Tagesbedraf an Eiweiß für der» Menschen mit 70 Kilogramm Körpergewicht, so sei hier zmlüchst eine sehr lehrreiche Darlegung von Professor. Pirquet borangeschickt. Wir können annehmen, daß der Eiweißbedarf während des ganzen Lebens offenbar am größten ist in der Zeit des stärksten Wachstums, in der uns die Natur auf die Nahvung von der Mutte Brust hinweist. Die Milch der Frau hat aber etwa 10 Prozent Eiweiß. Es darf also angerMnrnen werden, daß 10 Prozent Eiweiß auch für die Nahrung des Erlvachsenen ausreichend ist. Viele, auch Pirquet, halten aber selbst Mengen bis höchsteris zum doppelten Prozentsatz durchaus nicht für imbedingt nachteilig. Man wich demnach 50 bis 80 Gramm täglich als Bedarf'für den 70-Kilogramm-Menschen, annehmen dürfen. Die Menge von 57 Gramm ist in zirka % Kilogramm Erbsen oder in 18 Dekagramm .Magerkäse enthalten. ' ~ Antra die «werbende ffrau Mutter fein! W ist keine Frage mehr, ob die Mutter auch erwerbende Frau sein soll oder sein kann. Sic muß es einfach sein, denn die Frau wich weltfremd, ivenn sie dem Manne allein das Arbeitsfeld überläßt Allechings sollte die Berufsarbeit der Frau etwas kürzer sein» aber sie macht die Frau praktisch» und selbständig und gibt ihr somit die wertvollsten Faktoren an die Hand zu ihren! natürlichen Beruft, zur Erziehung. Damit sie aber all diese Arbeit leisten kann, mutz sie sich von jeder unrationellen Arbeit befreien, wie es der Mann zum großen Teile bereits getan hat, rmal schnell sahen Kochen Braten Backen Bügeln Heizen Waschen Stcmens-fiaS'Apparafen TEILZAHLUNGEN VERKAUF} Atorotre&a 20, AusstdJuq* „Die Frau von Heut«“, VW., Alaeratraöo 23. Kq4»»chule, Alwrntraße 20. Bei jedem Installateur, . somit aucb von der Wirtschaftsarvett in der gegenwärtige!. Form. Sie muß sich einsetzön für die Berücksichtigung ihrer physischen Kräfte und ihrer Eigenart, für eine mechani sierte und shsteurattsierte Wirtschastsaröeit, damit sie sw, ihrem wirklichen Berufe, der Erziehung, gleichzeitig widmen kann. An« dem Reiche der Küche. Ueber allgemeinen Wunsch bringen wir speziell Menus und werden, vw notwendig, die Bezeichnung (milchig) beifügen. Karlsbader Suppe. (Milchig.) Während man Wasser stark kochen Mt (für je eine Person % Liter), wird etimiv Butter, ein Ei (für jede Person) eine Prise Zucker mit einem Löffel kochendem Wasser gut abgetrieben. Darüber wird dann das kochende Wasser recht sprudelnd gegossen und das Ganze mit dem Löffel gut vermischt. Dünne Sem melscheibchen dazu angerichtet. (Die Suppe kann jedem Pattenten gegeben werden). Gebackene Würste. Als Borspeise oder als Gemüse- Garnitur. Zu % Kilogramm fein gehacktem Kalbfleisch nimmt man eine gut eingeweichte Semmel, eine kleine sein- ^schnittene Zwiebel, etwas grüne Petersilie, Salz und Pfeffer, drei gerührte Eidotter und ein ganzes Ei, alles gut abrüh-rsn, Mrstel aus der Masse forinen, leicht paniert und ausgebacken. „ . . . . RindSftltt a la Wellington mit TvtiMn und Madeira. Lungenbraten, nämlich nach Vorschrift gereinigtes (getric. vertes, Hinterfleisch, tvird ganz rein avgehäutelt, dann .in fingerdicke Scheiben (Priticken) geschnitten, diese ein wenig geklopft, mit weißem Pftffer, ein wenig Mehl und Salz bestreut. In eine Omelettenpfanne lege man dann ein Stückchen Fett und stelle sie auf die Platte. Sobald das Fett heiß ist,. wird das Filet hineingelegt und einige Minuten auf beiden Seiten überdünstet; hierauf schlichte man es auf eine AnrickttckMel^. schneide einige Trüffeln zu dünnen Scheiben, gebe sie in die Omelettenpfanne hinein, schütte Vi Seidel ist gleich ein Zehntelliter (ein Deziliter) Madeira hinzu und lasse sie einige Minuten aufrochen, gieße sie sodann auf das Filet, garniere es nach Belieben und gebe es dann zur Tafel. Dukatenbuchtel mit Banitleereme (milchig). V-i Kilogramm Butter, vier rohe Eidotter, 80 Gramm (acht Dekagramm/ Zucker, ein wenig Salz, von einer Limone die .. Schale, zwei, bittere Mandeln, eine MesftHpitze Blüte, dieses alles wird gut abgetttehe», für 6 g (5 Pfennig) Hefe' toird wie zu jeden! anderen Hefeteig vorbereitet, - Vs Kilogramm Mehl und mit nöttger guter Milch ein schöner Hefenteig angerichtet, ein wenig lockerer wie der bei Buch-, teln. Man läßt: den Teig aufgehen, walkt (wälzt) W fingerdick aus und schneidet viereckige Teile heraus, schmiert eine Pfanne mit guter, harter Butter aus, legt die Buchtel eine neben der anderen hirteirr und schmiert sie oben mit zerlassener Butter, Mt sodann die Butter nochmals chen und die Buchtel in der Röhre schön goldgelb backen. Zur Sauce nimurt man Vs Liter leichten Rä! . sechs rohe Eidotter, 80 Granrm (acht Dekagramm) Zucker, für 20 g (15 Pfennig) Vanille und läßt alles das unter unaufhörlichem Rühren kochen. Die Sauce gibt man in einer Sauciere mit den Buchteln zu Tische. Fragen und Antworten. Landwittin ans Gänserndorf (Welche Hühnerraffeu stnd am besten zu züchten?). Sehr rentabel ist es, wenn jeder HühnertzaNer mindestens zwei Sorten züchtet. Neben den fleißigen Eierlegern (Minorka, Italiener) soll er auch eine schwere Rasse halten. Die liefert neben schwerem Braten Zeit zürn Brüten haben. „Expreß-SchneeW^cr" (Me kann ich sicher Schnee schlagen?). Wie mühevoll ist flir die Hausfrau das Schlagen von Eiweihschnee oder Schlagsahne, wenn sie sich mit dem alten System der Schneebesen, Schneeruten oder Schneerader behelfen muß. Die moderne Frau, die auch in der Küche» Zeit sparen will, arbeitet nicht mehr «M der überlebten Methode, sondern benützt den Expreß-Schnee- R D. R. G. M. Franke, der mühelos und absolut ohne istrenanng in der kurzen Zeit von nur »/* Minuten feinste, tischfertige Schlagsahne oder Eilveißschnee liefert Die Bereitung oer - Halter, so oder der .„„ mit abnehmbaren 'Lochscheiben versehen iiwrde« darfl die sowohl ein leichtes Herausnehmen der geschlagener: Masse aus dem Behälter ermöglichen, und auch zur beauemen Reimguug dienen. Der Kolben wird in der Büchse einfach auf und nieder bewegt, zu Beginn der Arbeit in um* geringer Entfernung vom Boden und Wnnen mit den» Haushaltgeschäften zn BLAIMSCNilNS Pflanzen-Margarine TERNO Unerreicht in Qualität und Preis! Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Etawftrden des Herrn Oberrabblners S-Fürst Oirf In keinem iMlKhen Heueliell fehlen Ueberall erhältlich ' KARL BLAIMSCHEINS vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, 14. vsr., Difefenbaehgaase 59

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