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Wiener Morgenzeitung · 1927-01-06 · Heft 2822 (6.1.1927) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2822 (6.1.1927)
Date
1927-01-06
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeitung 6. Iännsr I9Ü7 Seite « vEk Moderne Haushalt Leb« die richtig Srnährung. Baustoffe des Körpers. Man hat. die Ernährung des Menschen nnt der Heilung eines Feucrungskessels verglichen, der eine Danrpfnmschine antreibt. Dannt soll zunächst die wichtige Rolle der Ernülirung im Körperhaushalt mtgedeutet werden, denn der Feuernngskessel einer Fabrik ist ja die Seele des ganzen Betriebes. Es soll darnit aber auß-rdem betont werden, daß auch tu der inenschlich:n „Maschine" die Nahrungsmittel als Heizstvff dienen, und daß die durch solche Reizstoffe erzeugte Wärme in Arbeit, in Bewegung umgrwande t wird, wie e'Z bei der mit den: Feuernngskessel verbundenen Dampfmaschine der Fall ist. Da alle Vergleiche, wenn auch nicht in entstellender Weise, hinken ums'eu, tuls auch der. Der Vergleich läßt nämlich eine ivichügc Aufgabe der Mhrungsmittel außer Acht. Nehmen wir aber einnml an, es würde einem Zauberkünstler von Ingenieur oder Mechaniker gelingen, eine Maschine zu bauen, die sich viel weniger schnell abnützt, als es sonst leider nufere Maschinen tun, well sie imstande iväre, die z. B. durch Hitze zerstörten Bestandteile itit Innern wieder in den ursprünglich»:: Zustand der Neuheit zu bringen. wenn man etwa in die Heizkohle Lchm, Schrauben oder Eisenfeilc mischt und auf gewöhnliche Art in die Feuertüre einschaufelt. Eine solche Wundermaschine ist aber der menschliche Körper. Die Nahrungsmittel sind nicht bloß Heizstoffe, sondern auch Bausteine des Körpers. Besonders beim wachsenden Menschen spielt diese „erbauliche Tätigkeit", der Ansatz, eine große Rolle, aber auch beim Erwachsenen ist dieser Teil der Ernährungsaufgabe nicht der nmolchtigste. Es gilt ja immer wieder 31t ersetzen, was durch tägliche Arbeit unbrauchbar geivorden ist. Wenn selbst sich das Körpergewicht nich': merklich ändert — wie es bei vielen oft Jahre hindurch der Fall ist —, so gibt es doch imnrer Verluste an Leibassubstanz. Wir schneiden die Haare, die Nägel; sie wachen wieder nach und entnehmen den Stoff dazu ans der Nahrung. Wir sind wohlbeleibte Männer und klettern im Juli auf die Rax; wir schwitze:: und es ist nicht reines Wasser allein, das der Körper hergeben und wieder bekommen nmß. Hier, und heute wollen wir mir daran denken, daß es Wasser war, das auf diese Weise verloren ging, aber auch das war lebendiger Bestcardteil des allssteigenden Touristelt. Wir sind erkrankt, wollen und sollen nicht essen, der Arzt aber, den wir aus Vorsicht gleich zu Rate gezogen, verschreibt uns ein Abführmittel, das kräftig wirkt. Die dabei verlorene Substanz stannnt wieder aus dein Körper und will, wenn uns der Doktor die Erlaubnis dazu gegeben, durch ordentliches Essen ersetzt werden. Die natürliche Arbeitsweise des menschlich::: Körpers führt also zur Vernichtung von Leibesbestandteilen, die ersetzt werde:: nlüssen. Bis zu einen: gewissen Grcü) gehören auch die Heiz- und Kraftstoffe zürn Baumaterial, schon weil innerhalb des Körpers „Reserveschuppen" mit Heizstoffen zum eisernen Bestand des Gesunden gehören, damit er für die Hungerperiode mit Wärmespendern ausgerüstet ist, grade so wie eiue große Stadt Vorräte an Kohle für den Fall zurücklegt, daß Eisenbahnu. dgl. Verkehrsstörungen die Zufuhr aus den: Zechengebiet behindert. Die Ernährung hat a'so die Ausgabe, uns Wärmo und Kraft zuzufÄhren und An'atz verlorene» und fehlenden Körpermaterials zu ermöglichen. Im allgemeinen essen wir mehr, rvenn wir mehr arbeiten, der wählerische Bureaumensch entwickelt einen auffallenden Appetit auf der Bergtour. Der Schwerarbeiter verträgt und braucht Mengen von Nahrungsmitteln, die unseren Bureaumenschrn im Alltag seiner Pflicht krank nlachen würde::. Ganz aber verschwindet der Verbrauch selbst in' Zustand der Ruhe nie. denn abgesehen von der Teint.Mayonnaise daa taoderno Wasch- und Hautpflegemittel, bringt Jugend undt fcfköntkeit .Arkono“ cies. m. b. Wien, XII. / Tel.S23-77 in PanQmeiien, Drogerien, Apotheken, Frtaeurgesch&fton UfiJ was eilt für ganz Wien! 2i■ NTQALE' Vf'WALLG '4-T EL; 6 ü ~2Ö SEP11 Ubermahmssteilon In ledern Bezirk 1 Tätlicher Autoverkehr In alle Bezirke zwecks Abholung vom Hauset Arbeit, die unsere inneren Organe, leisten, z. B. der llmtrieb des Blutes im Körper, müssen wir ja auch dauern!» Mrme erzeugen, um die Temperatur des Körpers aus etwa 37 Grad Celsius zu erhalten. Also auch durch absolutes Faulenzen können wir uns der Notlvendigkeit, uns zu erimhren, nicht entziehen. Wir essen meist auch schm, im Winter mehr und fetter als im Sonnner und> wir werden sehen, daß gerade die Fette die stärksten Wärmespender sind, die wir im kalten Winter irötiger haben, da wir dann' mchr Wärme an die Umgebung verlieren. Die Wärme „flicht" ja, wie Wasser vom Berge, vom wärmeren Gegenstand zun: kälteren. (Drum wärmen wir die Hände des von: Eisläufen kommenden Kindes mit den unsem, die in Handtuch und Tasche vergraben waren und kühlen den heißen Kopf des Kranken mit Eisbeutel usw. Immer fließt die Wärme zur kühleren Stelle hin.) Weil die äußere Kälte mehr Wärmeerzeugung fordert, esseil auch die Menschen in kältere:: Zonen besonders viel Fett, die Eskimos beispielsweise viel Fisch- Entsprechend den zwei Hauptlinien ihrer Aufgabe, kann rnau die Nahrung einteilen: in Heiz- und Kraftstoffs ei:«rseits und in Baustoffe andererseits. Jede Leistung, die wir vollbringen, sei es eine einfache, körperliche Leistung des Kindes/sei es die größte Geistestat, stammt le'lten 'Endes aus unserer Nahrung. Wir dürfen diese also mit gutem Gewissen als etwas sehr Wichtiges und Ernstes ansehen. In erster Linie sind es die Heiz- und Kraftstoffe, die. uns zu Leistungen verhelfen. Oben wurde erwähnt, daß sie in geiviffem Sinne selbst als Baustoffe, als normale Bestandteile des Körpers erscheinen. Umgekehrt gilt die scharfe Trennung deshalb auch nicht ganz, weil die Baustoffe teilweise ebenfalls als Brennstoffe zur Wärme- und Krafterzeugung dienen können und dienen. Als Grundlage zur Einteilung sind die Unterschiede aber hinreichend groß. Nährwert der Nüsse. Tie Nuß ist ein Nahrungsmittel ersten Ranges, das es verdiente, ein häufiger Gast auf unserem Tisch zu fein. Die Mise enthalten 15 bis 17 Prozent Eiweiß. 60 vis 60 Prozent Fett, 9 bis 11 Prozent Kohlehydrate. Durch ihren Reichtum an Eiweiß ist also die Nus; wohl geeignet, einen unschädlichen Fleischersatz zu bilden. Man führt aber dem Körper mit einer verhältnismäßig kleinen Anzahl von Nüffen nicht bloß erhebliche Eiwrißmengen zu» sondern kommt auch seinem FettvedürfniS zu Hilfe, das täglich etwa 60 Gramn: fordert. In Prozenten. ausgedrückt, steNt sich, wie schon erwähnt, der Fettgehalt auf 50 bis 60. Was das besagen will, wird klar, wenn man Fettprozente verschiedener Flelschforten daneben hält. So haben an Fett: mageres Kalbfleisch 1 Prozent, inageres Rindfleisch 2 Prozent, Hühnerfleisch 3 Prozent, mageres Schweinefleisch 7 Prozent, fettes Rindfleisch 29 Prozent, fette Gans 30 Prozent und fettes Schweinefleisch 37 Prozent. Auch die Hülsenfrüchte, der Reis, der Mais, stehen mit ihrem sich in den Grenzen von 2 bis 6 Prozent bewegenden Fettgehalt weit hinter der Nuß zurück. Durch das Vorhandensein von Kohlehydraten wird die Nuß zu einen: „vollkommenen" Nahrungsmittel, das heißt der Mensch fönnte im Notfälle von Nüssen allein leben; bei reinen: Fleischgenuß, ohne jode Beikost, müßte er infolge Mangels an Kohlehydrate zugrunde gehen. Daß die Nuß in der Ernährung bisher noch eine geringe Rolle spielt, ist zun» Teil darauf zurückzuführen, daß die Nuß schwer verdaulich ist, wenn :nan den Kern nicht genügend zer- Zmal schnell sagen: Kochen Braten Backen Baden Heizen Waschen Slemens-Gasüpparafeii TEILZAHLUNGEN VERKAUF i AlaerstraSe 20, Ausstellung „Die Frau von Heute“, VIII, Alserstraße 23, Kochschule, AUerstraße 20. Bei jedem Installateur. tteinert lümmterschlnckt. kBtit der Mnndelmühle sein machen.! Ä«r vem Reich der Küche. Ueber allgemeinen Wunsch bringen wir spezielle jüoijch,' Menus nnd werden wo notwendig, die Bezeichnung (milchig) beifügen. Ftschbeusichei-Suppe. In einen Topf mit einen: Liter Wasser gebe man etwas Essig, das reingewaschene und in Stücke zerschnittene Beuschel, sowie einen guten Teil Rogen zwei Lorbeerblätter, Kapusta, Zwiebel in vier Teile zci schnitten, Salz, Muskat nüte und ein wenig Pfeffer, lasse das alles durch zwei Stunden kochen, nmche dann eine dünne, gelbe Einbrennbutter. löse sie mit der Suppe aus. verkoche es noch eine halbe Stunde, gebe dann auch einen Lössel voll Milch dazu. Dock) bevor man sie über die gebähte Semmel anrichtet, reinige man sic sorgfältig von Kapusta, Ziviebei nnd Lorbeerblatt. Ehterhazy-Rostliratett. 'M.m löse von einem Kilogramm Rostbraten (ein halbes Kilogramm für zwei Personen) die Knochen ab, schneidet sie am Fettvande ein, klopft sie ein wenig, bestreut die eine Seite mit Salz, die andere Seite mit Paprika, läßt in einer Pfanne '100 Gramm '(10 Dekagramm) Gansfctt heiß werden, legt die Rostbraten hinein und läßt sie bet schnellem Feuer auf beiden Seiten schön gelb abdünsten, gibt jetzt in eine Kasserolle eine feingehacktc Zwiebel, gibt dazu 0 Gramm (66 Dekagranrm) Ganssett, legt die Aostbrülen davili?, läßt sie so mit 8 Ö'iifcl leichter Fleischsuppe 10 Minuten zugevettt dünsten, eulsernt dann die Zwiebel davon, wendet sie behutsam um, läßt sie nochmals 10 Minuten dünsten, gibt sie, solange sie noch warn: sind, mit Rohscheiben qarniett zu Tische. Bereitung der Rohschciben: Mittelgroße Erdäpfel werden äbgeschält, in Scheiben ge^nktten, ausgewaschen,'::: eine Omelettenvfcmne albt man reines Gansfett hinein, stellt es aus die Platte läßr e5 recht beiß werden, Mt die Erdäpselscheiben chlnein. läßü sie bei schnellem Feirer auf beiden Seiten schön gold gelb backen, nachdem sie gebacken sind, salzt n:an sie. MandeNoch. (Für sechs Personen.) 180 Gr. (18 Dkg..) Zucker, 140 Gr. ff 4 Mandeln werden gebrüht und mit 4 Eiweiß gestoßen, dann m't 10 Dottern, einer Limoneschale und zuletzt mit ^..)nee von 3 Eiweiß eine Stunde verrührt, in eine ausaefchmierto Form gegeben und in Dunst gekackt. NtaiLäuder B itter. Ein halber Eßlöffel Obers wird mit 2 Löffeln Mehl zu einem Brei gekocht; sobald er kalt ist, wer^-n darin 6 Dotter einzeln verrührt und der Schnee von dev 6 Eiweiß hinein verrührt. Aus der Masse werden 3 Teil«, gemacht; in den 1. Teil kommt 1 Tafel Schokolade auf Telier gebacken, wenn die Teile ausgekühlt werden, d^r 2. Teil wird mit dem Eingesottenen bestttchen, das schwarze in die Mitte aelegt; aus Schnee von 6 Erklär und von 180 Gr. (15 Dkg.) Zucker wird spanischer Wind gemacht, die Teile tverden begossen und in die Röhre zum Trocknen gegeben. Fragen und Antworten. „Gute Hausfrau..." Stadlau. Wie nütze ich meine« Gasapparat am Vesten aus? Der Gasapparat richttg behandelt, gut gepflegt, ist der treueste Sparer im Haushalt. Haben Sie schon den Versuch gemacht, den Etagen-Kocher und die neuen Kochtopfe (Zwillinge und Drillinge genannt) zu benützen? Diese Kochart ermöglicht es Ihnen, an einer Kochstelle 2 bis 4 Speisen gleichzeitig fettig zu kochen. In der Ausstellung „Die Frau von heute" wird Ihnen dies an: „Friedrich Sieurens-Stand" demonstttert. Llnchen Favoriten. Wie führe ich ttchttg ein Haushaltbuch? Das Küchenbuch, gut und einfach geführt, und die täglichen Abschlüsse in ein gutes Haushaltönch eingetragen, sind'der beste Weg zur ordentlichen Führung der Hausw'irtschastsbuchhaltung. DaS Tagebuch der Hausfrau (Hermes-Verlag) von Gisela Urban dürfte Ihrem Wunsche entsprechen. Sie können es in der Ausstellung „Die Frau voi: heute" besichttgen nnd erwerben. Ottomane » Matratzen Auch Teilzahlung! Paton, SE!;inebErSeulB”73bal U8W' MLWelfz, Wien« II* Darwingasse 39 E BLAIMSCHEINS "W2 Pflanzen-Margarine TERNO Unerreicht ln Qualität und Preist Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehr- . würden des Herrn Oberrabbiners 8. Fürst Darf In keinem jüdischen Haushalt fehlen Ueberall erhältlich J5i KARL BLAIMSCHEINS vereinigte Margarine- und Butterfabriken, Wien, 14. Bez., Dielenbachgasse 59

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