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Wiener Morgenzeitung · 1926-12-23 · Heft 2810 (23.12.1926) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2810 (23.12.1926)
Date
1926-12-23
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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^RS^^WMWWWPl^iTiiKiTC7SSiigrf”riiTHnri7WHiraBWKir'f >MM»WMWWWWW«l^ ,:■■ ...... M * Ar. 381t Wrütt, LvimersLug Wlmtee Moege«Mtu«s N. D-",am5p.r t<*5~ Seite 9 Mode Mi, •■••*-;’• im&mm UiuaßlWtMlW» ||»I^KB»P Milch als Rahrungsmltttl. :LurLs der wiclstigstcn Nahrungsmittel, befonocrs im . . , -rN des Säuglings und Kindes, bildet die Milch. Aber mdjt Milch schlechthin, sondern bei der Verwendung der Milch als Nahrungsmittel ist immer an gewisse Erfahrungen und Grundsätze zu denken, 'deren Nichtbeachtung unter Umständen großen Schadelt anstellen kamt. Hierüdür wollen wir uns hettte ein wenig unterhatten. Betrachten wir uns zunächst die Ernährung des Säuglings mit Milch- und zwar als sogenannte künstliche Ernährung. Man muß sich darüber klar sein, daß die idealste Ernährung an der Mutterbrust ist und daß diese ErltLHtiwg stets jeder anderen Ernährung vorzuziehen ist und da, wo es irgend geht, angestrebt und erteicht werden soll. Die künstliche Ernährung ist immer eine unnatürliche Ernährung und erfordert Sorgfalt. Am besten ist sogar ärztliche Anordnung und ärztliche Uebeiwachung. Es kommt für diese Ernährungsart gute Tiermilch, Kuh¬ oder Ziegenmilch in Frage, und zwar von gesunden Tieren. Beim Melken muß mit der größten Sauberkeit verfahren tverderi, und die Milch mu§ um eine Zersetzung durch Bakterien zu vermeiden, > einwandfrei aufbewahrt werden. Sie wird vor dem Gebrauch in der bekannten Weise durch Erhitzen keimfrei gemacht. Tiermilch wird beim Säugling nicht unverdünnt gegeben, sondern in besonderen Mischungen, die von Fall zu. Fall festzusetzen sind. H'n der Hauptsache handelt M sich um ein Teil Milch und einen Teil Wasser, sogeRmnto Halbmilch, und dann um eine. Verdünnung von zwei Teilen Milch und einem Teil Wasser, die sogenannte Zweidrittelmilch. Dies gilt für die Ernährung in den ersten Wochen. -> Von der vierten Woche an wird die Milch mit Schleimabkochungen verdünnt. In Betracht konrmen Hafer, Gerste, Graupen. . Bei der künstlichen Errrähnmg ist eine Ueberfütterung des Säuglings ängstlich zu vermeiden. Um hier einige Anhaltspunkte zu geben, sei folgendes bemerkt: Bön der Halbmilch gebe man in den ersten 14 Tagen langsam steigende Mengen, ungefähr 500 bis 600 Gramm, und steigere allinählich bis zu 180 Gramm pro Mahlzeit, also bei den regelmäßigen fünf Mahlzeiten 900 Gramm zusammen. Jiu dritten und vierten Monat geht inan vortellhafterlveisc auf die „Zweidrittelmilch" über. Aber auch die Menge der „Zioeidrittelmikch" soll pro Tag nicht inehr als 900 bis 1000 Gramm betragen. Äei all diesen Dingen mH aber betont worden, daß Line künstliche Ernährung niemals schablonenmäßig vor sich gehen darf, sondern daß für alle Anordnungen das Verhalten des Säuglings, insbesondere feine Berdauungstätigkeit, die Grundlage bilden muß. Mir der Milchernährung wird insofern oft ein großer Fehler gemacht, daß auch späterhin nach dem ersten uitf) gar nach dem zweiten Lebensjahre des Kindes neben der sonstigen Beikost die gleichen Mengen Milch weiter verabfolgt werden, weil man glaubt, dem Kinde damit etwas besonders Gutes zu tun. Das Gegenteil ist aber der Fall. Diese übertriebene Milchernährung des Kleinkindes führt sehr häufig zu schweren Ernährimgsstörungen und Schädigungen, weil nämlich di.« allzu fettreiche Errrährung, tone sie in der einseitigen Milchnährung oder in '»er Ueberfütterung mit Milch ohne Rücksicht auf die andere Kost sich darstellt, einfach nicht vertragen wirb. Ost wird auch die Frage aufgeworfen, ob Ziegenmilch zuträglicher sei als Kuhmilch. Hierauf ist zu antworten: Gegen die Ernährung mit Ziegenmilch, vorausgesetzt, daß die Milch von einem gesunden Tisrc stammt, ist nichts einznwenden, doch ist dabei zu bedenken, daß Ziegenmilch fetter ist. Also gilt das eben Gesagte hinsichtlich der Ueberfütterung hiefür in verstärktem Maße, und es muß darauf besonders Rücksicht genommen werden. Den Nährwert, bezw. derr Gehalt an Nährstoffen der verschiedenerr Milcharten, auch für die Verwendung im Haushalt, mögen noch einige Zahlen veranschaulichen: Kuhmilch (Vollmilch) enthält 8,5 Prozent Eiweiß, 4 Prozent Fett und 4,9 Prozent Kohlehydrate. Die Magermilch enthält 3,1 Prozent Eiweiß, 0& Prozent Fett und 4,8 Prozent Kohlehydrate. Die Ziegenmilch 4,29 Prozent Eiweiß und 4,78 Prozent Fett. Was die Verdaulichkeit der Milch angeht, so gehört sie, wohlverstanden beim gesunden Menschen, zu den leichtverdaulichen Nahrungsmitteln, den» 100 bis 200 Gramm gekochte Milch verlassen den Magen in etwa ein bis zwei Stunden, während beispielsweise 150 Gramm Salzkartoffeln zwei bis drei Stünden, 150 Gramm Brot verschiedener Sorten drei bis vier Stunden und ein Beefsteak von 250 &tämm oder 200 Gramm Salzheringe oder 200 Gramm Erbsenbrei vergleichsweise vier bis fünf Stunden brauchen. Me Reinigung im Haushalt. Tie Hygiene des täglichen Lebens. 1. „Die staubfrei e Wohnung." Viinc hygienische, staubfreie Wohnung, in der die Menschen die ganze Nacht und einen großen Teil des Tages verbringen, deren Lust die Lungen einatinen, ist die Basis der BolkSgesuNdheit. Es genügt nicht, die Fenster einige Stunden offen zu halten, die verbrauchte Lust der 3kacht ausströmen zu lassen, frische Lust hereinzulassen, mit einem Wort, zu „lüften", den Staub von den Möbeln abzuwischcn, Boden und Teppiche zu kehren. Denn eine solche Wohnung ist wohl gereinigt aber nicht staubfrei gemacht. Die bakteriologischen Untersuchungen der Zimmerluft haben mit erschreckender Teut.ichkelt gezeigt, w'.e die ungenügend gereinigte Lust unter dem Mikroskope aussicht. Ta wimmelt es nur so von Krankheitserregern, die dann täglich etngeatmet eine ständige Gefahr für die Gesundheit der Erwachsenen, besonders aber der Kinder, sind. Ter Staub und die in ihm enthaltenen Krankheitserreger legen sich in den Teppichen, auf den Möbeln» in den Rrtzen der Fußböden, an den Wänden, fest. Da Hilst kein Klopfen und VAMPYR H.E.G. Fabrikat Der elektrische i taub sauger j schont Teppiche, ' Polstermöbel etc. Entfernt restlos ohne Mühe jeden Staub. Bequeme Teilzahlungen II 363 : LH f ffilti 15.. Tel. Ä-K und Ausstellung „Die Frau von heute“, VII!., Alserstraße Nr. 23 BLAIMSCHE1NS Pf 1 a n z e n - Margarine TERNO Unerreicht ln Qualität und Prelal Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehr* würden des Herrn Oberrabbiners §. Fürst All is hlm lltts Mit feiles! Ucberall erhältlich tst. KARL BLAIMSGHBINS vereinigte Alargariie« und Butterfabriken, Wien, 14. Bez., Diefenbachgasse 59 SUPPEN _ WÜRZE (unter Aufsicht d«( Ew. Harro Rabb. S. Förat h«r(t*Sellt) macht Suppen und Sauce» delikat ERÖFFNUNG Nelaral Baldauf H., Große Stadtgutganse Nr. 24 Dreimal t&glioh: 5— 7 Uhr früh, 11—12 Uhr mittags, 6— 7 Uhr abends: kuhwarme Milch aus den eigenen Stallungen dortselbst. Verkauf den ganzen Tag über! Ilbemcihmsstellen ln federn Bcatrk I TSyllcher Auiovertoehr In alle Beelrke «weckf Abholung vom Keuoei Maubanftoirbeln, das eigentlich nur den Standort des Ätaubcs verändert. Neue Methoden der Reinigung mußten gefunden werde,:, um die Stauvplagc zu bekämpfen. Du kanr aus England der Gedanke des ..Staubsaugers" herüber, von Aerzten und Hygienikern nük Enthusiasmus vegrüßt. Erst zu schwerfällig und kostspielig, verwandelten siä, diese wichtigsten tzausha.tmci chinen in kurzer Zeit in wahre Heinzelmännchen der Hausfrau. Dauerbastlgkcit. Präzision, Leistung, leichte Handbabuna sind «nunmehr die Eigenschaften dieser lrerrttchen, Zeit und Kraft sparenden Reinigungsmaschrnen, und da sie im Dienste der Gesundheitspflege stehen, darf man sich nicht wundern» daß selbst kleine Opfer gebracht werden, um an anderer Stelle zu sparen, damit nur ja gerade der richttae ..Staube sauger" angefchasft werden kann. 1 3. Die Schrecken des Waschtag es. Der gefürchtete „Waschtag", der Großkampftag» stellt die tägliche Ordnung des ^an^'.ltes meist aut den Kopf. „Wäscherinnen-Kost", „KoWcntMtte'n", „Wasser-Hitzen", große „Pritschlerei", „Körbe schleppen". „Wästhe-Aufbängen", das sind so die Begleiterscheinungen der Wäschcreimgung. WeIÄ>e dlpparate,, Waschmittel, Behelfe die Neuzeit der Hausfrau zur Verfügung stellt, soll in der nächsten Nummer besprochen werden. Aus dm Reich der Köche. Jüdische Spe-talitatettr Borschtsch lRote-Rüben-Suppe, polnisch). V» Kilogramm fettes RinÄfleifch (Kügerl) wird mit 3 dünn-ruudlig goschnittcneu roten RWen zugesetzt, dazu zwei große, feing^chllittenc'. Zw reibe l, alles weich Lochen lassen. Dann 2—8 geschalte, würflig geschnittene Kartofffsl hineln-^eiben. 2—8 Zehen Knoblauch mit Pfeffer und Satz zem.apst oder zerdrückt, eimgc Stück Wüvfelgvcker nach Geschmack und $6 Trinkglas Gft'ig. Gut durchgskocht. Eine andere Art ist diesevbe Suppe mit 2 Eidotter, vor dem Anrichten im SuPpentopf berfpruMi, Cygan (polnisch). 6 Dotter mit einer Kasteeschake voll Zucker (gestoßen) aibgoirreben, % Schale gestoßene, geschälte Mandeln, AA Schale geriebene Schokolade, etwas Gewürznelken, Schnee von 8 Eiklar und % Schale weiße Brösel, die mit Rum eurchtränkt sind. Die Maffe auf ern befetteteZ Msch streichen und licht backen. Gänfekenlr, eingemacht mit Kaftsnien: 2 Gänfekeulen (Bügel) mit 7 Zehntclliter Wasser, zugedeckt, weich dünsten, «kann geW aWraten. 10 Diagramm Kastanien aDbrühen, die Schale abgiehen, in Wasser dünsten lassen. Man macht eine lichte Einbrenn. 2 Zehntolliter Suppe vergießen, I Würfel Zucker zur Sauce _ geben und' die Kastanien chi-nein. Wenn alles gut verkocht ist, die Ganslbügel hineingeben und fünf Minuten aufkochen lassen. Die DügÄ^ in der Mätto der Schüssel anrichten. Die Kastanien im Kranz ringsherlkm garnieren. * ' Teestaugerln: IQ Dekagramm Zucker, Iß DeLagramnr Mehl. 1 E'. 1 Kaffselaffel voll Anis, etwas feingewiegte Zitronenschale, auf einem Brett zu einem Teig abmachen, messerdick auSwalkon, zu Stangerln radeln (mit. dem MehlspeiSradel), mit Fett bestreichen und im befetteten Mach 8 Stunden stehen lassen, ehe man sie hei schwacher Hitze backte Die ausgiebigere Verwertung etuer Zitrone läßt sich dadurch erzielen, daß man die Zitrone etwas erivärmt, bevor man sie ausdrückt. Auf diese Weise erhält man bedeutend mehr Saft als gewöhnlich. Fragen und Antworten. Frau L. M. i» Koruoubui^. Wie wäscht mcrn Stoffe, deren Ech tfa rbigke i t man nicht gewiß ist? Waschen von Künstlerdecke n. Me „unechten" Wäsche- und Klsiidungkstücke und Stickereien, ebenso meine ^ünstler"-Decken wasche ich: % Pfund QuillajariudL brühe ich mit 3 Liter kochendem Wasser auf und lasse pres an warmer Stelle 2—3. Stunden stehen, gieße dann durch und wasche die Dinge in der lauwarmen Lauge gut durch.' Bei schmutzigen Sachen koche ich in der Lauge zrrra 3—G Minuten, laffe.es bau werden und wasche. Nach dem Waschen in lauem Essigwasser spülen, ungewvungen aujhängen und hawfeuchi von links bugÄn. 3mal schnell satten Kochen Braten Backen Bügeln Baden Heizen am* mit Sicmen$*6a$-Apparat€iii TEILZAHLUNGEN . VERKAUF i Alserstraße 20, Ausstellung' „Die Frau van Heute*, VU1, Alserstraße 23, Kochschule, Alscratroßc 20. Bei jedem Installateur, fr***“ C9-$D

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