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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-28 · Heft 2785 (28.11.1926) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2785 (28.11.1926)
Date
1926-11-28
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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3ettc 14 Wien, Sonntag Wiener Morgen-eirnng 28. November 1926 Nr. 2786 Ae Meisterschaft. Avmlr« schlSgt Slovan 3:1 <r:0). .lomimpl 2000 Zufthaucr. ZdiiedSrichter Neumann. A d in i r Franzi, Vozi, Jandn, Ltern, Koch» Schott» ^«egl. Rimgc Ltoiver, Schall, Fiala. Slovan: >>loschek, Reichhardt, Grüner. Barbak, Bock, Machet, Kuzcl, :ZdarSkh» Stepan, Ianauschck, Czernttzky. Tic Floridodorfer erzielter! einen ivillkommenen Punktgewinn, obwohl ein unentschiedenes Ergebnis dem Svielderlaufe. eher entsprochen Hütte. Ter Kampf war ziemlich klassenarm und wurde zeitweise recht derb gefikhltt. Ausgezeuhnct imr wieder einmal der Tormann Franzi, der unter anderem auch einen Elfmeter abwehrte. Auch sein Gegenüber, Hlöschet, hielt sich sehr gut. Bei den FloridSdorfern arbeitete auch die Deckung sehr wirksam, der Sturm leistete nichts Besonderes. Bei Slovan wären noch Zdars ky und Czernitzkh hervorzuheben. In der 17. Minute ist Runge erfolgreich, in der 23. Minute erhöht Siegl den Stand. Gleich darauf wird Barbak am Kopfe verletzt. Er scheidet aus und tritt wieder kurz vor Schluß ein. Nach der Pause schießt Zdarsky in der 8. Minute einen Treffer, doch stellt zwei Minuten später Schall das Endresultat her. Ile heutigen Meisterschaftsspiele hakoah—Vienna (2 Uhr, Hohe Warte). Wacker—Rapid (2 Uhr, Wackerplatz). Linrwertirg—D. S. 6°. (2 Uhr, Srnuneringj. F. A. lL.—Amateure (2 Uhr, F. A. C.°PIatz). RudokfShügel—Sportklub (2 Uhr, RudolfShijgelplatz). Hakoah—Bieaaa. Diesem Wettspiele wendet sich heute vor allem die Aufmerksamkeit des Wiener Sportpublikums zu. Die Döblinger haben in den letzten zwei Meisterschaftsspielen 16 Treffer erzielt und ihre Klassenspieler scheinen sich endlich zu der feit langem erwarteten Gesanttwirkung .gefunden zu haben. Kein Wunder, daß sich die Hoffnungen des österreichischen Fußballsportes, der ja immereine Elitemannschast haben mutz, nun an die Vienna knüpfen. Die jüdische Mannschaft, die sich gegen alle Erwartung bisher ausgezeichnet geschlagen hat und die letzten fünf Meisterschaftsspiele ohne Niederlage erleiden konnte, geht heute mit der ihr eigenen Begeisterung in den Kampf. Leicht wird sie es der favorisierten Vienna nicht machen. Hakoah hat zwar gegen die Döblinger auch in stärkster Aufftellung immer SporiiBlcufcE Holte Warle Slektr. StraflanbclxnJilnieQ 96,37, 34. Stadtbahnstat. Heülgenstadt Sonntag, den 28. November 1926 Meisterschaftsspiel Hakoah —Vienna Beginn 2 Uhr (20 Minuten Wartezeit), vorher die Reserve», 12 Uhr, halb 10 Uhr vorm. Jungmannschasten. pteifet Kinderkarten 50 g, Eintritt S 120, Sitzplätze S i'70 vir S 6'—. Vorverkauf: Sonntag, ab 9 Uhr vormütagS, Hotel Union, Wien,- 9. Bez. schwer gekäinpft, aber sie ist ganz aus dem Holze» um Ueberraschungen bringen zu können. Daß die jüdische Mannschaft ehrenvoll abschneiden wird, ist gewiß. Das Match leitet Schiedsrichter Mieß. Bocher, um 12 Uhr spielen die Reserven. Die Meisterschaft der Mischen «matenrvereine. In der ersten Klasse hat Hasmonea in dem S. C. Schlvarz-Weiß wieder einen schweren Gegner. Der Gegner des jüdischen Vereines besitzt eine harte und körperlich überlegene Mannschaft, die auch von ihrer Körperkvast rücksichtslos Gebrauch macht. Trotzdem geht die technisch bessere Hosmonea-Elf nicht aussichtslos in den Kampf. (Hac-Noästern-Platz, 2 Uhr, Voigt). In der dritten Klasse Süd, spielen Hakadur gegen Molkerei (Stadlau, 2 Uhr) und I. A. C. .gegen Ajax (Oöorlaa, 12 Uhr, BackkricderX. Beide jüdische Vereine werden empfindliche Niederlagen kam» verhindern können. In der Gruppe Ost wird Ma kkabi seinen TaVellennachbarn Alexandria schlagen können. (Hac-Nordstern-Platz, 12 Uhr, Tromml). Heute fällt die Entscheidung um den Cup des Mischen SportverlandeS. Wie berichtet» bestreiten Ächduth und Hagichor (seit Schlußkampf» der um 10 Uhr auf dem .Herthaplatz beginnt. Dem Match wird der gesamte Vorstand des jüdischen Sportverbandes beiwohnen. Die Mannhaften treten in folgender Aufstellung an: Hagibor: Fingerhut, Gekb, Kertesz, Kestler, Huß, Stern, Hahn, Schulmann, Roni, Schnabel, Bandy. Achdut h: Losant, Klein Sternklar 2, Zwilling, Sternklar 1, Gottfried, Blnmenzweig, Sakomon, Eisgrau, Adler, Beuger. a Jüdischer Sportverband. Montag unr 8 Uhr wichtige Borstandssitzung. Der Verband ersucht uns um die Feststellung, daß ihm von einer Demission des Vizepräsidenten Stockknopf nichts bekannt ist. Der Wiener Cup. An dem Cup des Allgemeinen Verbandes nehmen zwei jüdische Vereine, und zwar Kadimah und Bar Kochba teil. Die Zweitklassige Kadimab spielt Sonntag gegen den gleichklassigen W. B. C. und wird Mühe haben, erfolgreich zu bleiben (Libertaspl., halb 2 Mir, Tichy). Bar Kochba hat gegen den zweitklassigen S. C. Matzleinsdorf keine Siegesaussichten. Scheuer, Kapitän der Hakoahmannschaft. Diese Wahl erfolgte in der letzten Spielerbersammlung emsttmmig. Zum zweiten Kapitän wurde Heß 'bestimmt. Brooklyn Wanderers von den Giants zum zweiten Male geschlagen. Diese Sensatton wird aus Amerika gemeldet. 5:1 (1:0) lautet das Resultat für die Grants. Die Halbes reihe der Sieger mit Guttmann und P olla k brachte die Entscheidung gegen die T-rucker-Neufeld- Klsnrad-ufw.-Mannschast. Von den Treffern erstellen Schwarz, Häusler und Grünwald je einen. Mischer Sport in Berlin. Don Karl Trümer, tzakvay '(Berlin) gewann ihr Pokalspiel gegen Ratheirow 4:3, nachdem der Kamps zn>eimal mrf je 30 Minuten prolongiert werden imißte. Der Kampf war bis zur letzten Minute uervenausregend. Die Hakoah hofft, sich bis in die Oberliga inr Cupbewerb durchzusetzen. Hakoah steht nach wie vor an der Spitze der Tabelle und wird, wenn alles normal geht, sicherlich die Meisterschaft gewinnen. Diese Woche hatten wir einen Gast aus Wien, Direktor Otto Hein, vom Vorstand der Hakoah, der dem Match beiwohnte und dann bis spät nachts in unserer Mitte weilte. Herr Hein spendete auch einen größeren Geldbetrag für den neuen Sportplatz. Das Training geht nach wie vor in der Halle von statten und wird in der kommenden Woche durch Straßenläufe in den Abendstunden erweitert werden. Auf die Verhandlungen mit Herrn Hein bezugnehmend, hoffen wir bald eine Amatcn rmanns chaft der Wiener Hakoah hier begrüßen zir können. Es wird vielleicht auch möglich sein, ein Spiel der Hakoah Wien (Professional- Mannschaft) gegen B. S. C. Hertha, gleichzeitig durchführen zu können, wa§ sicherlich 15.000 bis 20.000 Zuschauer auf den Platz locken wird. Die Vorverhandlungen sind dazu bereits cingcleitet und versprechen das beste. Anbei iveiters ein Bericht ans der Fußballwoche über das letzte Hakoah- Spiel. ' Der B v x k l u b M a c c a b i hatte vorige Woche eine»: Kampfabend allgesetzt, wobei er die ineisten Kämpfe gewann. F e u e r genmnn gegen Kirstein A. E. G. Fliegengewicht nach «Fortsetzung auf «Seite 16.) | Zftlode und ZKunstgewerbe l|| OOOCOC in dieser Rubrik erscheinen entgeltliche Anzeigen QQOOOO Schilder- und Schrlftenmaler 6700 AftlTAII STB Dil A M wibn.u. bezirk MN I vN J I E r n M N olockbnoasse21 Telephon 47-8*55 — Gegründet 1874 Beete Bedienung- Prima Referennn. Solide Preise. ATEITI ED Kürsdinermeister ■ B EB I u|iB& II., Solimelzg&see Nr. 6 Pelzwaren jeder Art Prima Ausführung Solide Preise AMR tür leine WIEN, III. Salmg.S (Znft&ngr.d Muxorc.) Qualitätsarbeit! 6704 Solide Preise l Mß Ijüllp Mflsjelifeaus Bsla fimiaTtla£M.!li., Tabörsir.lz IfluUuUlU IVIUUÖIIIj Ooffr. 1897 Feinste AnsfOhrung Solide Preise Wiener Spezial - Scluihwerkstätte NoBToeatos * . Bnengnm; feinster äohnhwateu nenestor Fassen Wien, 88., TaborstraOe Nr. 47 (Eingang; 11.. 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Der kehrte ja mm allerdings in seiner Sprechwei/se durchaus nicht den chemaligen Soldatenheraus. Im Gegenteil: begrüßte den Kriegskameraden sehr höflich — nur war er fatalerweise so unnatürlich groß und redete (vielleicht gerade um nicht imlitärisch zu erscheinen) so leise, daß man ihn nur mit großer Anstrengung verstand. Und das wirkte doch wieder, obwohl sichtlich ungewollt, nicht sehr zuvorkommend. Der Intendant sprach überdies mit Stephan anders als mit seiner Frau. Mit der Frau nur ganz kurz an-geburrden, gleichsam schon Wie mit einer Angestellten. Das genügte natürlich, um Stephan - gegen ihn autzubringen. -- „Einhelf-evin" — dachte er erbittert. Die -beiden warteten schweigend. Dann trat das „Richtevkollegium" in den Probesaal und nahm die sine Wandseite. Alle standen, es ivar ungenMlich. tzn der Mitte, überschwebend, von Unstrut, ihm zur Seite vier "oder fünf junge Leute, der Dramaturg,, die Regisseure.' Ohne weitere Förmlichkeiten, ja oihne auch nur die Herren seiner Begleitung vorzustellen, wandte sich der Intendant an Machiche: „Wenn Sie nun beginnen wollen." Mathilde richtete sich in der Mitte des. Saales auf, schön, blond, gsichmeirdlg, allein, eine Königin, von vielem Licht ühergNiizt..— So viele Männer gegen die eine Frau, mußte Stepihan denken. Und ich, ihr einziger Freund Hiep, ich machtlos, kann nicht zu ihr hinsprrngen, nein, nichts dergleichen ist hier erlaubt... Er verm sich, nahm seitwärts ein Platzchm zwischen dm Turustaugell, als gehöre er nicht mit dazu. Und -buch bin ich es ja, der sie hergebracht, hergelockt hat — sagte er sich vorwurfsvoll. Sie tat ihm schon ganz gewaltig leid, die Arme. Aber herrlich sah sie aus, das mutzte man ihr lassen, ihr wundervoller Wuchs kam in dem leichten., terrakottasar-benen Abendkleid, das sie trug, schlank und prächtig zur Geltung. Monolog der Julia. Mathilde hatte sich mit dean Intendanten verständigt. Sie begann tieftraurig: „Lobt wohl! — Gott weiß, wann < wir uns Wiedersehn", steigerte sich, rief verhallend „Amme"! — ließ den bangen Laut lang auElingen. Er schämte sich, daß sie sich so 'preisgab. Vor diesen Männern, die unbeweglich längs der Wand standen. Nun wirklich wie ein strenger Gerichtshof. Julia lief, wie gehetzt, quer über die Bühne. ,^Ty>bnlt, halt!" Gin gellender Schrei. Sie hob den nackten, funlkeluden, weißen Arm. Stephan war erschüttert. ~~ Dann war es bald zu Ende. Sie verstummte, neigte den Kopf, hob keuchend eine Hand an ihr Herz. Oh, wie es sie hergenommen hatte. Goiviß war sie eine große Schauspiellerin, voll von echtem Gestüihl. Dann lächelte sie den.Intendanten an. Es war, als ob Julia von ihr glitte, hinabfiele, während sie den Kopf hob. Und .Herr von Unstrut? — Kein Wort. t Das war unmenschlich; irgendein Wort siür oder wider wäre jetzt bestimnll zu sagen g-cwesen! Den Intendanten fand Stephan mit einemnml von ganz unglaublichem Adelshochmut besessen. Daher auch sein unvevstänMches Schnauseln, das er jetzt gegen seine Dramaturgenschar und St-ephan, über sie wegschhvebend, aber ja nicht gegen Frau Mathilde in BÄvegnng setzte. — Stephan "selbst «tvar von Machibde begeistert. Schon ihr emporgehobener apfelweißer Arm, schmal aus bent ärmellosen Kleid ihevvorkonrmend, war ihm als eine schauspielerische Mvkung ersten Ranges erschienen. Ich bin ja nun freilich kein Fachmann, sagte er sich, und bin überdies in meine Frau verliebt. Aber einerlei, himmlisch schön r.jav es doch, unbestreitbar! Und es wäre nur gerecht, -dies festzustellen... Die Prozedur ging weiter. Ob sie nicht ein Stück Gvetchen sagen woAe, fragte dar Intendant. ,Mr Stück Gretchen", ganz genau so sagte er es -- und: das sind nun die Fachleute, schalt Stephan. Sie hatte zugestimmt. „O neige!" würde sie jetzt sprechen, Gretchens Gebet. — Jemand, brachte einen Tisch, der wohl das Muttergottesbild vorstellen sollte, und schleppte dann erneu alten Strohsack in die Mitte der Nahne, vor Mathilde hin. Aber es ist ja nicht die iKerkerszene, wollte schon Stephan einwenden — bemerkte -dann aber zu seiner Beschämung, daß der Strohsack doch richtig an seinem Platz war, demr plötzlich hei den Worten „$ilf, rette mich. vor. Schmach und Tod" stürzte Mathilde längelang hin. — Das hatten die also schon vorausge» wußt, sann er, und deshalb den Strohsack heigssteuert; das ist also allgemeiner Brauch, an dieser Stelle wie vom Blitz getroffen zusammenizustürzen. Dann aber mußte sich ja der Eindruck in den ^Fachleuten", die immer dasselbe hörten, schon gang unmenschilich abgestumpft haben! Welch ein Alltag der Konkurrenz, welch eine Maschine auch dies! Und von gesteigerter Fruchtbarkeit, da gefordert wurde, die ganze Seele (nicht bloß eine Hobelbesvegung-) herzugeben. And im Augenblick Gretchen zu sein, trotz des modernen, tiefausgeschnittenen Seidenikleids, trotz des öfoßn, grollen Saals und des Prüferkollegiums an der Wand, das kalt und unbewegt blieb. Q Gott, -gegen all dies anznkämpfen sein Mitleid mit Mathllldewar grenzenlos. ,/silf, rette mich!" Nim weinte sie auch noch. Schluchzte, zitterte. Die Szene war zu Ende, sie lag noch iinm-er da, die Hände vors GHcht geschlagen, und -ihr Rücken zitterte vor Erregung. — Da konnte er nicht an sich halten und, obwohl er ja eigentlich nicht vorhanden war, verließ er sein veristecktes Plätzchen Md schritt ganz kühn über die Lk'chne hin — hob Dtachilde vom Strohsack auf. Dazu hatte er doch wohl das Recht, seiner Frau beim Attfstehn behilflich zu sein, -wenn sie sich evschöpft fühlte! Er sah erbittert um sich, ob ihm etwa jemand das Recht bestreiten wolle. Trätren, echte Dränen liefen ihr über die Wangen. (Fortjchftng folgt,)

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