Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2775 (18.11.1926)
- Date
- 1926-11-18
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2775 Wien, Donnerstag Wiener Morgenzettmrg 18. November 1926 SeSeS Der Moderne Haushalt Ler Haushaltlehrling. Die Richtlinien für dre Ausbildung Hauswirt- -chaftlicher Lehrlinge. 1. Allgemeines. Die Arrsbrldrnrg hansiorvtschaftlrcher Lehrlinge auf Grund der nachstehenden'Richtlinien verfolgt den'Zweck, die jungen Anfängerinnen praktisch zu allen erforderlichen Handgriffen und Kenntnissen der Hauswirtschaft zu unterweisen, sie folgerichtig zu schulen und zu der Selbständigkeit zu erziehen, die von einer Hausgehilfin bezüglich Ausführung uUd Einteilung der Arbeit sowie Verantwortung zu verlangen sind. 2. Die häusliche Lehre. a) Eine strenge Gliederung der Ausbildung wie irr einer Fachschule ist in der häuslichen Lehre nicht durchführbar, Ine Unterweisung muß jedoch systematisch, nnt dem Einfachen und Leichten beginnen, zum Schweren fortschreiten und durch Wiederholen das Gelernte befestigend gehandhabt werden. Durch die stetige enge Zusammenarbeit mit dem Lehrling wird der Hausfrau Gelegenheit geboten, das Vertrauen des ihr zur Ausbildung übergebenen jungen Mädchens zu gewinnen, erzieherisch auf dasselbe einzuwirken. Das Ziel der Erziehung muß sein das Verständnis für die schwere Verantwortung, die jede hauswirtschaftlich tätige Frau dem gesamten Volke schuldet, zu wecken. Das Bewußtsein, daß alle hausnnrtschastlich Berufstätigen Angehörige eines Standes sind, daß aus dem Lehrling von heute schließlich wieder eine Hausfrau wird, die vielleicht auch berufen ist, Lehrlinge auszubilden, muß der Grundgedanke dieser Erziehung sein. b) Die Ausbildung gliedert sich in die Haupttelle: 1. Kochen und einfaches Backen (einschließlich Servieren). 2. Hausarbeit. 3. Waschen und bügeln. 4. Ausbessern. 5. Einfache haus wirtschaftliche Rechnungsführung. , 1. K o.ch e n u n d e i n f a ch e s B a ck e n (einschließl. Servieren). 1. Halbjahr: Frühstücksbereitung. Schälen von Kartoffeln, Putzen von Gemüse, Vorbereitungen zum Mittagessen, Suppenbereitung, Kochen von Gemüsen, einsacheFleischgerichte, Puddings und Mehlgerichte. 2. Halbjahr: Einfaches Backen, Braten, Zubereitung feinerer Speisen. 3. und 4. Halbjahr: Wiederholung und Vertiefung des Gelernten bis zur selbständiger Ausführung — Anrichten, Einmacherr und Zubereitung besonderer Gerichte. — Das Decken des Tistes (Frühstücks-, Mittagsrrnd Mendtisch) und das Reichen der Speisen ist von Anfang air zu überr. 2. Hausarbeit: 1. Halbjahr: Stiefelputzeu, Reinigerr der Kleider — Aufräumen (Fegen, Anfwischen) — Heizen — Besorgung hon Schlafzimmern. 2. Halbjahr: Behandlung der verschiedenen Fußböden — Behandlung der Möbel, Teppiche — Großreinemachen — Behandlung der Geräte aus Metall, Glas rrnd Porzellan. 3. und 4. Halbjahr: Wiederholmrg und Festigung des Gelernten. 3. Waschen und B ü g e! rr: 1. Halbjahr: Waschen, Trocknen, Legen und Rollen — Küchenwäsche, bunte Wäsche Strümpfe, weiße Wäsche, Wollwäsche — Decken, Kleider, Blusen, Gardinen. 2. Halbjahr: Bügeln vorr der einfacheil Wcjfche fortschreitend bis zu Kleidern und Blrrsen — (Kein Glanzplätten). 3. und 4. Halbjahr: wie bei 2. 4. Aus bessern: 1. Halbjahr: Einfache Stopfarbeit an groben Küchentüchern — Strümpfen. 2. Halbjahr: Stopfen vorr gröbererr weißen Harrdtüchern, Servietten und einfachen Wäscheftrckarbeitm. 3. und 4. Halbjahr: Stopfen urrd Flicken einfacher KM der, einfaches Maschrnnähen (Berbrndungsnähte, Säume). 6. Einfache hauswirtschaftliche Rechnungs- (IIaSÖODDÜUijUOvIUIIIIUUUUIIwUUIIvIUvIuwUUUUUUC 1 ISCHEINS NV3 i n-Margarine j DNO Im II w 1 i Qualität und Preis I J j; ritueller Aufeicht Seiner Ehr-!! Oberrabblners S. P ü r s t J1 Ddisüien Haosbalt fellin! j II erhältlich!j INS vereinigte Margarine- und! >, 14. Bez., Diefenbachgasse 59; 2 führung: 1. und 2. Halbjahr: Kleinere Einkärlfe — Beurteilung der Waren und Preise — Abrechnen. 3. und 4. Halbjahr: Einkäufe — Verwaltung des Ausgabengeldes — Abrechnung. c) Die Ergänzung der theoretischen Ausbildung erfolgt durch die Berufsschule, zu deren Besuch die Lehrlinge durch den Lehrvertrag verpflichtet sind. Abmachungen über die Lehrbefähigung der Hausfrauen. 1. Die Hausfrauen wollen, daß jeneHausfvanen, die Lehrlinge ausbilden dürfen, einen Befähigungsnachweis dazu durch eine Meisterprüfung erbringen. Auf welche Weise sie die hiezu erforderlichen Kenntnisse eriverben können, wo und wie diese Prüfung abzulegen ist, darüber toird noch eine Einigung zu erzielen sein. 2. Es werden Übergangsbestimmungen geschaffen, die, wie das meist der Fall ist, fünf Jahre Gültigkeit haben werden. 3. Für die Uebergangszejt wird daran festgehalten, daß die Hausfrau die An.rkennung der Lehrbefähigung erwirbt, die eine bis zwei Lehrlinge mit Erfolg auf die Prüfung vorbereitet hat. Die Lehrfrage der Hanshaltarbeit ist durch diesen. Lehrvertrag in Deülschlmrd auf das Praktischeste gelöst worden.. Es wird Ausgabe der Berufsorganisationen sowohl der Haus-" frauen, als auch der Hausgehilfinnen Oesterreichs sein, ähnliche Vorbedingungen dafür zu schaffen, daß Hausarbeit auch als Berufsarbeit gewählt wttö anerkannt wird. (Schluß.) lieber den Wert der Geschmackstoffe für die Ernährung. Von Dr. G. Sommatnga. „Bei jedem Schritt, den wir" tun, bei jedem Atemzug, bei jedem Herzschlag,' überhaupt bei jeglicher Betätigung des Körpers, verbrauchen wir Kräfte, oder wie der wissenschaftliche Ausdruck lautet, es wird Energie umgesetzt. Die Energie muß irgendwo herstammen, denn schon der. Bolksmund sagt: „Aus nichts wird nichts" und wir wissen, daß die Energie aus der Nahrung stammt. Die chemischen Spannkräfte der Nahrungsmittel werden, im Körper durch Verbindung mit dein Sauerstoff der eingeatmeten Lust, also durch einen Verbrennungsprozeß irr andere, rrns ruchbare Formen übergeführt. Außerdem Werder: ständig durch die verschiedenen Funktionen des Körpers Bestandteile desselben abgenutzt; sie werden als unbrauch- WERDA echte holländische Magarine DELIKAT HALTBAR BILLIG LIGA allerfeinste holländische VOLLMILCH Margarine m Doetuol A. G., 1., Singerstr, 12 bar abgestoßen und nrüssen durch neue ersetzt werden. Auch zu diesem Zwecke bedürfen wir der Nahrung. Als Nahrung kann der Körper nur solche Stoffe gebrauchen, welche die Eigenschaft haben, den Filter, welchen der Magendarmkanal zwischen der Außenwelt und dem WrperipnerN bildet, passieren zu können rrnd von den, Organen des Körpers ausgenommen und dauernd oder ■ vorübergehend zu Bestandteilen des Körpers gestaltet zu werden. Diese Eigenschaft besitzen aber nur Stoffe, die Wasserlöslich sind (mit teilweiser Ausnahme der Fette). Wasserunlösliche Stoffe vermögen im allgemeinen We Darnrwand nicht zu passieren. Die in der Natur vorkommenden, sonst zur Nahrung geeigneten Stoffe aber haben diese Eigenschaft im allgemeinen nicht, sie rnüssen diese erst durch Mechanische und chemische Bearbeitung im Magen-. davmkanal gewinnen;, und diesen Vorgang nennen wir Verdauung. Ihm dieuerc als mechanische Mittel der Kauakt, als chemische die verschiedenes BerdauungSsäfte. Die zur rmchanischen Nahrung geeigneten Stoffe zerfafteu in drei Gruppen: 1. Kohlenhydrate (z. B. Mehl, Kartoffeln), 3. Fette, deren chemische Bausteine Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff sind, und 3. Eiweißkörper (z. B. Fleisch), die außerdem noch Stickstoff als notwendigen Bestandteil, ferner meistens etlvas Phosphor und Schivefel enthalten. Bon diesen drei Nahrungsstoffgruppen dienert die beiden ersten zum Ersatz der ' bei den Funktionen des Körpers mngesetztert Errergie, als Kraftquellen, da sie bei der Verbrennung viel Energie liefern, die letztere. Grrrppe, wiewohl auch als Energre- Aferant geeigmt, ist hauptsächlich zunr Ersatz des unbrauchbar gewordenen, gleichfalls C'itoeißkörper enthaltenden Zelletmmteriales des Körpers, notwendig. - Vorr den Hauptrepräsentanten der Kohlenhydrate sind mir die Zuckerarten in Wasser löslich rrnd daher für der: Dackn direkt resorbrerbar. Die andere Hauptgruppe, die Stärkearten, nrüssen erst durch einen komplizierten Prozeß in Zucker umgewandelt und dadurch wasserlöslich gemacht werden. Von beit Fetten wird ein Teil gleichfalls zersetzt und wasserlöslich gemacht, ein anderer in feinster Verteilung direkt ausgenommen. Die stärkste Umwandlung, den weitestgehendsten Abbau müssen die außerordentlich kompliziert zusammengesetzten Eiwerßkörper erfahren, um von der Darmwand durchgelasfen zu werden. Diese äußerst komplizierten chenrischen Vorgänge, beiten überdies die mechanische Zerkleinerung itnd Weiterbeförderung der Nahrung entspricht, werden durch das wunderbare Jneinandergreifen verschiedener, nach- und nebeneinander auf die Nahrung ernwirkender Ausscheidungs- Produkte einzelner Drüsen, kurz, der Verdauungssäfte, hecvorgerufen. Nur bei dem klaglosen Funktionieren der verschiedenen Ausscheidungen, wenn jeder Verdauungssaft irr der richtigen Zusanrmensetzung und zur richtigen Zeit ausgeschieden wird, findet eine ernwcurd freie Verdauung statt. Nicht bei allen Menschen und nicht bei jeder Nahrung ist dies der Fall, wenn letztere auch alle Stoffe enthält, deren der Körper als Bausteine oder Brennstoff bedarf. Die Bildung und Ausscheidung der Verdauungssäste muß nämlich auch arrgeregt werden. (Gestatten Sie, verehrte Leser, daß ich Ihre Aufmerksamkeit auf eine wenig erfreuliche Stätte, auf die Strafanstalten lenke. Die außerordentliche Sterblichkeit der Sträflinge, besonders in früherer Zeit, an Schwindsucht ist bekannt. Sie war vor einigen Jahrzehnten größer, als die aller übrigen Bevöllserungskrerse, wiewohl die Nahrung des Sträflings hinsichtlich ihrer Menge zwar recht mäßig, aber nicht geringer war, als bei zahlreichen anderen- Menschen und auch die sonstigen Lebensbedingungen, abgesehen von dem allerdings nachteilig wirkenden psychischen Moment, nicht ungünstiger waren, als bei vielen anderen. Die Kost aber war derart zubereiteh, daß sie bald Widerwillen ernflößte, auch wenn die Nahrungsmittel nicht verdorben waren. Es fehlten ihr die Stoffe, welche dem Geschmacke Zusagen und dadurch die Ausscheidung des Speichels und der übrigen Verdauungssäfte anregen. Die Leute würgten einige Dissen hinunter, um den Rest der Nahrung trotz vorharrdenen Hungers stehen zu lassen. Sie gingen a(so oft an Unterernährung zugrunde, auch wem: die gebotene Nahrung, was ihre Menge betrifft, zur Erhalttrng des Lebens leidlich ausgerercht hätte.)" (Schluß folgt:) - Aus dem Reiche der Küche- Rotkrautrollen. Große Rvtkrautblätter werden in Salzwasser IO Minuten gekocht, in kaltem Wasser gekühlt, zum Abtropsen auf ein Sieb gelegt. Darauf werden sie mit folgender Masse gefüllt: Alle Arten gehacktes Fleisch, die man bat oder anwenden will, Rindermark, gehackte Champignons, rn Wein eingeweichtes Weiß-, brot, Salz, Pfeffer vermischt. Bon den Rotkrautblättevn legt man je zwei übereinander, legt einen bis zwei Löffel von dem Füllsel der Länge nach darauf, und rollt die Blatter zusammen. Dann bratet man sie, dicht nebeneinanderliegend, in der Pfanne 'in Fett leicht an, bestäubt mit etwas Ml, füllt Fleischbrühe oder Wasser auf, gibt eine Zwiebel, nach Belieben etwas Kümmel hinzu sowie etwas Wein und Essig, ein wenig Zucker, einige Apfelschnitte und dämpft alles gar. Gemüsetürmchen. Allerlei feines Gemüfe (kleine geschnittene Wurzeln, junge Erbsen, Blumenkohl) werden mit Rindfleischbrühe erhitzt. Das Gemüse wird in Weißweinaläser (die man zuvor mit kaltem Wasser ausgespült hat) gefüllt. Die Gemüsevrühe wird noch einmal mit Gelatine lauf 1 Liter 13 bis 14 Blatt Gelatineausgekocht und durch ein Tuch über das Gemüse in die Gläser gegossen. Nach dem Erkalten stürzt man die Masse aus kleine Glasteller und garniert die Türmchen mit Scheiben von kleinen Tomaten und hartgekochten Eiern. Man kann Mayonnaise dazr» reichen. Frage« und Autworten. Fmu L. SX au& Wiener-Neustadt. Putzen Hwjrtt Glaslustern und sonstigem Glas im Haushalt. Eine leichte Mischung von lauem Waffen und SakmiaL und BrennfpirituS mit nichtfafernden Lappen die Glasgegenstände abreiben und mit ReWiutel nachwifchen. wäschtfüP flanz Wien! z NTPALE: VLWALLG 4-TEL * 3 tj 20 5CPIE Ubematimastellen in Jedem Bealrk I Ttt0llcher Autoverkehr In alle Besslrke zwedtf Abholung von. Mantel