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Wiener Morgenzeitung · 1926-11-04 · Heft 2762 (4.11.1926) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2762 (4.11.1926)
Date
1926-11-04
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9h\ 2762 Men, Donnersla'g Wiener Morgenzeitung 4. November 1936 Gerbe 9 Der Moderne Haushalt Echte Farbe«. Lichtecht — tragecht — tv etterecht. Die echten Farben warm schon mchrere bansend Jcchre vor -u-ivsecer Zeitvechmting bekannt, wie die in alten ägyptische», nveLtkan-ischen.und ettuskiischen Gräbern arffg-estmidonoil sandige^ Gewänder beweisen. Ihre Herstellungsart aber keimen wir nicht. Die uns bekannten Atc'stc'N echten Farben stich Indigo, Krappvot, Wizarin, An Hervott die Gvimdstoffe aus dem Auslände besagen werden nuiHton. Die politische Industrie suchte ltuu nach einem Farbrohstoff, der tut J-ntande zu halben war, und fand Uhir in bcn: SteinkoWe, dem Steinkoshletlteer. Alle hellte gebrauchten Farbstoffe sind Teerfarben. Die Ha'llpffovderung, idie wir an eine Farbe stellen >nassen, ist, das; sie tuiMcht und waschecht ist, aliso ebenso lange -unverändert schön bleibt, wie der Stoff, auf der: man sie üb,ertrug. Die ersten künstlichen Farben, Anilinfarben genannt, warell in-eist nur ans tierischen Faseril, also auf Wollstoffen echt;, auf pflanzlichen Stoffell, also Leinen, Baumwolle, Nessel, Jacke, Kirnstseide veMaßten sie schnell und wirkten dadurch -rmsdel. Bis vor etwa einem Jahrzehnt die Erfindung der echten Baumwollfarben, Jnidanbhom genmmlt, gelall,g. Man schützte die Erfindung durch ein g-voßes r o t e s I, das auf einer Seite der Sonne, auf der anderen dem Reigen und dem Winde ausgelsetzt ist, ohne feine schöne rote Farbe ei-nzubüßen. Nur mit reinen Judanthrensarben gefärbte Stafse dürfen diese Marke tragen; man achte also iiin eigenen Interesse auf die Schuhnlar'ke. Wie viel gesünder und schöner ist es, wenn wir unsere Kleider, Schürzen und Decken nach Herzenslust «waschen könnerr, ohne daß sie die Farbe verlieren, wenn wir in unseren Wehuimrigen all Dekorationen, Lanlpenschienen, Voichängen, Möbelbeziigen und Tischdecken in leuchtenden Farben fchweilgen könnetl, ahne fürchten zu Miisten, daß die Sonne, die Luft oder das Licht ihnen die Farbenpracht nehme, daß sie verschätzen. Bei Verwen- 'dung indanHrengefärbter Sto-ffe können wir unsere Wohnungen von der Sonne durchfluten lassen, so oft sie scheint und werden uns gesünder und Wähler fühlen als hinter den geschlossenen Vorhängen, .denn Luft, Licht nnd Sonne sind der beste Arzt. Während mall Ml Auslände scholl lange mit deutschen, echten-Farben färbte, haben wir int eigenen Lande es nur langsam dürchls.tzm können, daß die Industrie echte Jndanthrellfarben verwendete. Jetzt ist sie so weit, und nun ist es Pflicht der Wibwaren kaufenden Frau, auf das Warenzeichen, das rote I, beim Einkauf zu achten, weil dieses garantiert, daß sie für ihr glltes Geld gute farbechte Waren erhält. L. N. Las rntioneüe Koche» mit Tos- II. Kochen auf Gaskochern. 1. Ankochen. 1. Deckplattt entfernen. 2. Ring umdrehen, Rippen nach oben. 3. Niedrige Gefäße mit geradem Boden verwenden. 4. Gefäße stets mit gutsitzendem Deckel schließen. 6. Dem Gemüse wenig Wasser zwetzen. 6. Beim Wasserkochcn mrr soviel Wasser als unbedingt notwendig. 7. Dann erst Kocherhahn öffnen, und ztvar ganz öffnen nnd sofort Gas anzündell.?. Kochen. 8. Mch 10—15 Minuten, sobald die Speisen kochen, Ring wieder in die ursprüngliche Lage umdrehen und Hcchllschei.be auf ein Viertel zurückdrehen. Haupthahn ganz offen lassen. Richtige Flamme! Auf scharf begrerlzLerr blaugrmten Kern der Flamme achten! Kocher täglich nach Gebrauch reinigen. Ueberkochte Speisenreste verstopfen den Brenner. Sofort nach dem Braten und Kochen Hahnschciben und Haupthahn schließen! Scholle Dianabad. Eingang 2. Bez., Gredlerstraße 1, wurde Dienstag, den 2. November nnter der öetowHen Leitung! dev Frau Annh Steffen eröffnet. Menus gu 75 Groschen, 1 SchMng 20 Groschen nnd 1 Schilling 60 Groschen. Extraspoisen a la carte. WäLWll MnMlM Wioii! . Z ENTf^A$EJ VI'WALliG ^'TEL; 2 b 2O S LRItr. llbernahmastellen In |eö«m Beslrk » TUgiicher Auloverkelu ln alle Bealrke »weck» Abholung vom Hause I Berusskrankhelkn der Hausfrau Bon Dr. Melü Pappenheim-Bloch. Ärantpfadern mch Plattfuß. Die moderne Frau Null schön sein, das heißt vielen gefallen. Eitle häßliche Frau gefällt auch einem oder lvemgen, größtellteils aber nicht auf die Dauer. Es gibt viele Menschen, die über genügend Menschenkenntnis verfügen, daher auch gute Geschäftsleute sind, die der nuttigen modernen Frau helfen, schön zu sein. Solche Menschen hat es Übrigens immer gegeben, wie es immer moderne Frauen gegeben hat, die schön sein wollten. Es gibt viele Schönheitsmittel, tveit mehr als notwendig. Aber da wir ja wissen, daß sich die Produktion nach dem Absatz richtet, gibt es sicher auch entsprechend viele Abnehmer. Es gibt eine Unmenge Haarmittel gegen Haarausfall, Haarfärbemittel, Künstler im „Bubikopf"-Schneiden, Dauerutti> vergängliche Wellen, Mittel gegen zu trockene und zu fette Gesichtshaut, gegen Mitesser, gegen Sommersprossen, auch Sonnenschutzsalben, fomic Mittel gegen Warzen, und unerwünschter Bartwuchs wird elektrolytisch entfernt, Runzeln mit Bibrationsmasfage geglättet, manche nur wegsuggeriert. An die 'krumme oder nicht gefällige Nase roagt sich das Messer des mutigen Chirurgen heran. Das Doppelkinn wird tvegmassiert. Es gibt Puder in allen Farben, zu jeder Toilette eine Hautfarbe gefällig. Mes einzeln nicht sehr teuer, wohlriechetld, mit genauer Beschreibung versehen, in sehr gefälliger Packung, von gepflegten Menschen dargereicht. . Es gibt einen Wochenpslegeschönheitszettel. Die Frau, die etwas auf sich hält, hat gepflegte weiße oder braune Hände, manikürt mit oder ohne Lack. Das Gesicht und den Bubikopf trägt die moderne Frau immer frei zur Schau, die Hände größtenteils, sonst in guten Handschuhen; jeder Finger hat einen für sich reservierten Raum. Der Hals und seine Umgebung sind frei, atmen Luft, genießen die Sonne, werden der Gesichtspflegemittel teilhaftig. Der Rest des Körpers wird in der Nacht in Nachtgewänder, , die den Ansprüchen der Hygiene vollauf genügen, gehüllt. Tagsüber int Theater, bei der Wendgesellschaft wird das von der Mode vorgeschriebene Kleid angezogen. Das moderne Kleid ist, seitdem Europa arm geworden ist und die demokratische sportliebende Amerikanerin über Paris die Mode beherrscht, bequemf, einfach, demokratisch: das Jumperkleid. Dann kommen die Beine. Die Oberschenkel sieht mall llicht, auch llicht am Strande, dagegen leider die Unterschenkel und Füße; mall sicht llicht die ganz häßlichete, höchstens im' Damellbad; man sicht nur diejenigen, die die Frauen fiir die Umwelt für noch erträglich halten. Abgesehen von den Desyrnlitätell des Knochengerüstes, von den sehr - dicken, iveil die Muskeln dick sind, sieht man lwch ödematöse (geschwollene) Beine, die mehr oder weniger prall gefüllten Gnmmigefüßen ähnlich sehen, und auf deren Oberfläche bläulich verfärbte Hügel die Baricien — Krampfadern — emporragm. Im angekleideterr Zustand gibt es viele Kunstgriffe, um diese Hügellandschaft zu verbergen: eilt Gummistruillpf aus fleischfarbigenl Seidengumlni, Seidellfatschen, eigenvnomsns - Matratzen Auch Teilzahlung! """ N. Weitz, Wien, 11., Darwinsasse 39 AW GrA.S 155 HYGIENISCH UND SPARSAM SIEMENS IX., ALSERSTRASSE SO - TEILZAHLUNGEN händig angelegt — inall zeigt auch cinell Schönheitsfehler dem Stubemnädchell nicht gerne —, eilt diinner lveißer Strumpf unter dein inodernen, imr eine Spur längeres Kleid als die Mode verlangt, ein hygienischer Knöchelhalter ans Seidengulllmi tun ihr Möglichstes. Weiter lrach imtell lmd das schon rrnr int gartz unbelleidetell Zustand konmlt oft — llicht immer, aber auch llicht allzu fetten — ein Senk- oder Plattfuß zürn Vorschein, ferner verkrüppelte übereinandergelegte Zehell mit einem oder mehreren Hühneraugen. Für die fertigen Eilllagen lvird eilte ungehetne Propaganda gemacht — mit Erfolg für die Unterllehnter. Die guten Hühneraugelwperateure sttld gesucht und besticht. Nun es lvird sicher eine. Zeit komnreu, wo auch die Aerzte psychologisch geschult seilt und lvisselt werdetl, daß die Frau ihrer >Zwit, die moderne Frau, schön seilt will. Die Arzte werden wissell, daß in eitler Zeit, in der eilte sozialistische Genteindeverloattullg dafür sorgt, daß alle Menschen tut Sommer baden können und öatttt am Donaustrand Strandleben spielen tvollen, in eitler Zeit, in der das „Gällsehäufel" durch beit Autobusverkehr in erreichbare Nähe gerückt lvird, die Frauert schöne Beine haben mtd zeigen ivollen. Die so psychologisch gebildetett Aerzte tverden das Vertrauen ihrer Mitmellschen, ihrer Patientetl, ihrer Kutlden, erwerben. Detm auch die Mitmellschen männlichen Geschlechtes sind nicht immer durch lallge Hoserl geschützt ulld wollen badeti. Beide Geschlechter erkranketl alt Krantpfadern uttd ihrert Komplikationetl, zu denen auch der Plattfuß gehört; beiden Geschlechtertr verursacht die Krankhett Schmerzen. Ans irgend einem von der Moral und denr Gesetz nicht verbotenetl Wege werden die Mitmetlschetl erfahrett, daß es Aerzte gibt, die mit sehr einfachen Trauüetrzuckerinjektiollell ihre an Krampfadern leidendetr Mitbürger rasch, sicher, schmerzlos, rmt lvmtderbarem kosntetffchen Erfolg, das heißt vollkommett ohne Narhetr, ohne Rezediv einfach auf Niminerlviedersehen davon befreien können; daß es Aerzte gibt, die auch bei nicht so ausgeprägtetl Fällerr das Fatschen des blutleeren, d. h. in die Höhe gehobelten Beittes anratett, aber mit ans porösem, leicht lvaschbaretl Material hergestellten Binden, die rich-. tig, d. h. das erstemal unter ärztlicher Anleitung angelegt werden müssen. Ja, wenn ich meinen WachtrauM fortsetze, werden ill dieser schölretr, hoffentlich nicht allzu fernen Zeit alle Menschell, die durch vieles Stehen oder Gehellt einen Senk- oder Plattfuß erworben habett, der ihnen SchmeHen verursacht, einen Orthopäden aufsuchell und sich nach eirtern Gipsabgrlß gllte, fiir. ihre eigellen Füße geballten Eiusagen ntachen lassen köntlen. Vielleicht verlange ich zuviel. Ich vin Aerztin, Kosntetikerin, schreibe den Artikel am Semmering; die Sonne scheint ausnahmsweise. Ich führe lneimn drtrch gute Einlagen geheilten in der Schwangerschaft erworbenell Senkftlß in sehr beq-temen, nach Maß genrachten Schuhen auf niedrigen Msätzen fröhlich spazieren. Vivant sequentes! Hoch die Nachfolger! Aus dem Reiche der Küche. Rote Rübenfuppe. Ein halbes Kilogramm rote Rüben seinnndlig schneiden, ill 1.6 Salzwasser kochen. Aus 6 Dekagramm Gansfett und Mehl lichte Einbrenn bereiten, die Suppe damit auffochen, ein AchteMter sauren Rahm und einen Eidotter darin verquirlen. Polnische Karpfen. Zwiebel und WurzelwerL wird fein geschnitten und in ettvas Wasser weichi gekocht, dann kommt der geputzte, gesalzene Fisch hinein ltnd wirdvorsichttg weich gekocht, dann legt man den Fisch auf eine Schüssel, passiert die Sauce, gibt etwas ZmKr, einige Rosinen und fein gehackte Mandeln dazu, gibt sie über den /Fisch und läßt sülzen. Golompki. (GeMtes Kraut.) Fülle: Hirse, fein geschnittene Zwiebel, Salz, Pfeffer und rohes MndfleM wird in Kvautblatter geMlt und in ettvas Wasser «nd etwas Fett zugedeckt und im Rohr gedünstet Wenn %% weich ist, kommt gebrannter Zlicker oder Hontg darüber nnd wird noch eine Weile ausgekocht. Brottorte. 14 Dekagramm Zucker mit vier Dotter flaumig abtreiben, dazu drei Eßlöftel Milch, gestoßenen Zimt, Neugewürz und avgeriebene Zitronenschale, vier Klar Schnee IBUIMSfflEINS j S Pflanzen-Margarine i| TERHO Unerreicht in QnalitHt und Preis! ] \ § Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehr« - \ j würden des Herrn Oberrabbiners S. Fürst J? | Dari io hi» WM Haushalt fehiiai | C! Ueberall erhältlich!) c i KARL BLAIMSCHEINÖ vereinigte Margarine- und « 51 Butterfabriken, Wien, 14. Bez,, Diefenbachgasse 59 $

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