Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2756 (28.10.1926)
- Date
- 1926-10-28
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2M Drmmrstas 4VIVMf* IVIVigVlVIVVHnig 28. Ottotz« 1926 GMest Der Moderne Haushalt Vorbemerkung der Redaktion. Wir er« öffnen heute die bereits angekündigte Rubrik „Der moderne Haushalt", mit der wir besonders unseren Leserinnen eine wertbolle Gabe zn biete» hoffen. Will doch diese Rubrik die Hausfrau über die modernsten Er» rnngenschaften, welche die Führung des Haushaltes erleichtern und verbilligen, informieren, die Erfahrungen der guten Hausfrauentradition vermitteln und regen Kontakt zwischen der Hausfrau und den für den Haushalt produzierenden Industrie- und GewerbSzweigen Herstellen. Gute fachliche Führ«,lg soll unsere Rubrik zu einem unentbehrlichen Jnformatiorn-.üittel für unsere Leserinnen machen. Dazu aber bedürfen wir nicht nur des Wohlwollens, sondern auch der tätigen" Anregung unserer Leserinnen; diese hoffen wir in reichstem Mähe zu erhalten und ebenso stellt sich die Leitung dieser Rubrik unseren Leserinnen für Auskunft «nd Rat gern zur Verfügung. zeltaemStze» Wasche«. Trotz aller handgreiflichen Erfolge der Frauenbewe-« gung gibt es ein spezifisch weibliches Arbeitsgebiet, auf dem noch immer erstaunliche Rückständigkeit herrscht: die Hauswirtschaft. Und hier ist es wieber die „Wäsche", in der auch sonst sehr fortschrittlich gesinnte Hausfrauen merkwürdig konservativ sind. Heute wie einst lvaschen sich täglich Tausende von Frauen die Hände wund Und den Rücken in gebückter Stellung am Waschfaß krumm und schädigen ihre und ihrer Nachkommen Gesundheit. Doch bereits in diesem Jahre haben die Amerikaner auf einer Ausstellung gezeigt, irr welch mustergültiger Weise Technik und Industrie bestrebt sind, bwt Frauen durch bis Herstellung sinnreich erdachter Maschinen die schwerste Arbeit beim Waschen abzunehmen und die Erkenntnis zu fördern, daß zur Bolksgesundheitspflege auch die hygienische, rationelle Behandlung der Wäsche gehört. Bon der UÜberzeugung ausgehend, daß zu einer Ausstellung für Gesundheitspflege unbedingt die praktische Vorführung der Errungenschaften auf dem Gebiete der Wäscherei gehört, da persönlicher Augenschein besser und rascher überzeugt, als die klügsten theoretischen Erörterungen, richtete die Stadt London eine Ausstellung ein, welche sämtliche Maschinen zeigte, die, meistens in Amerika hergestellt, die fabelhafteste Wäschereinigung bei größter Schonung derselben durchführen. Sie wurde täglich von Tausenden besucht und vermittelt ihnen gleichsam spielend die Gewißheit, daß die maschinelle Behandlung der Wäsche ebenso schonend vor sich geht, wie die durch Handbetrieb, daß sie aber viel kostbare Zeit und kostbare Frauenkrast, die zweckmäßigere Verwendung finden kann, spart. Ein R u n d g a n g durch die M u st e r w ä s ch erei beginnt bei der Annahme, Sortierung und Zeichnung der zur Reinigung übergebenen Wäsche. Sehr schmutzige Stücke werden vor ihrer Weiterbehandlung in Bottichen eingeweicht, vorgewaschen und gespütt. Zunächst kommen die Wäschestücke in eine riesige mit Seisenlauge (es wird dazu ausschließlich eine Mpvozeutige Retnsetfe verwendet) gefüllte Doppeltrommel-Waschmaschine (Antrieb durch Transmissions-Vorgelege). Hier wird sie so lange geschwenkt, bis sie vollkommen sauber ist, und dann mit Wasser gespütt. Ein seitlich oder hinter der Maschine angebrachtes Wendevorgelege ermöglicht eine periodische Drehung nach links und rechts, wodurch das Zusammeirballett der Wäsche vermieden wird. Von der Waschmaschine gelaugt die Wäsche in die sogenannte Schleudermtzschine, wo ihr das noch enthaltene Wasser durch Zontrisugalkraft so weit entzogen toird, daß sie „handtrockm" ist. Zur Erzielung einer möglichst großen Schleuderkraft läuft die kupferne Innentrommel Mit 900 bis 1000 Umdrehungen in der Minute Utld preßt die Wäsche dabet gegen die Wandung (Antrieb direkt durch Elektromotor). Von jetzt ab erfolgt eine gesonderte Behandlung von glatten uub nicht glatten Stücken. Die glatten (Taschen-, Hand-, Tischtücher und ähnliches) kommen aus die große Dampfmangel (mit Hochdrucwampf beheizt und dtM durch Asktromoto-r angetrieben). Hier werden sie in wenig Augenblicken schrankfertig gebügelt. Die übrigen Stücke werden zunächst in einem Dampftrockenapparat mit herausziehbaren Kulissen vollständig getrocknet "und dann entweder mit der Hand ((frei sehr feinen Sachen) oder mit der Wäschepresse, einer mit Preßgas beheizten, mit Fußtrittmechanik betriebenen Maschine fertig geplättet. Damit ist die gesamte Wäsche wieder gebrauchsfertig. Der ganze für den Betrieb erforderliche Dampf wird in einem großen Gashochdruckkessel erzeugt. Interessant ist es endlich, daß das -in der Wäscherei verwendete Wasser vor Gebrauch durch eine WasserrMigungSanlage enthärtet und entmangant wird. Dadurch werden RS zu 50 Prozent Waschmittel gespart, außerdem wird daS Gelbwerden der Wäsche vermieden, das schon einzutretm pflegt, wenn das Waschwasser nur Bruchteile von Mangan enthält. Das Wasser wird durch diese Behandlung chemisch-technisch dem Korrdenörejp. Regenwass« identisch und also für Wäschereizwecke ideal. Als Gesamteindruck nimmt man von diesen: Rrmdgang die sachliche Ueberzengnng mit, daß - die hohe Leistungsfähigkeit und wirtschaftliche Ueberlkgenheit einer rationell betriebenen Wäscherei erheblich« Vorteile für alle Kreise bietet. )a« rationelle Kochen mit ®ns 1. Braten und Backen im Bratrohr. Die Klage der HauSfvcvuen über die Höhe dev Gas« rechmmig läßt den Wunsch lcruit wevdsn, über die richtige Behandlung «der Gasapparate, Über >daS Vorrichten der Speisen, «über die Pflog« der Gas-geräte Anfklüvtmg zu erhMen. Es soll ein kleines KüchM «Merkblatt der .Hcmssl-a,'», der Haustochter und der HcmÄgchililfin in kurzen Schlag« Worten ein Wegweiser für «die rati>oMlle Bem"ch.u>ng der GaSappciwte fein: Braten im Bratrohr: 1. Da« Fletsch in gewohnter Weife vorrtchten. 2. Kleine Pfanne bedinge schnelles Graten — Keiner Gasverbrauch. 8. Backbleche entfernen. Rost zu unterst. 4. Haupchcchn voll öffnen. 5. Hahn deS BratrvhreS ganz öffnen, Zeiger auf die Stelle „auf" drchsn und das GaS sofort anzimden. Achtgeben, daß sich daS Gas an -allen Rohrlöchern entziindet hat, wenn nicht, leicht anblasen. 6. Bratrohr acht vis zehn Minuten anheizen. Erst gute Hitze im Rohr, dann 7. die mit dem zugerichtöten Fleisch belegte Pfanne auf den Rost schieben. 8. Vorerst mit vollgeöffnetem Hahne braten, sobald das Fleisch Farbe bekommt, Kocher-Hakuscheibc kleiner stellem (Haupth.chn während deS Gebrauches nietnals drosseln.) Backen im Bratrohr: j. Mehlspeisen in gewohnter Weise vorbereiten. L. Leere Backbleche — vor dem AMüzen — einschteben.;l Asbestplatte zu unterst auf den Rost legen. 1 Hauptbahn öffnen. 3. Hahn scheibe des Bratrohres aitfdrehen und Gas sofort anzünden. 6. Erst anheizen, dann erst Mehlspeise in das Rohr geben. 7. Nuß. Mandelteig: mäßige Hitze, gute Oberhitze. — Biskuit: höhere Hitze, gute Oberhitze. — Germteig, Auf-' lauf, Strudel: gute Hitze, gute Oberhitze. — Blätterteig, Brandteig, mürbe Meb/sveifen: starke Hitze, gute Oberhitze. Für jede Mehlspeise gilt jedoch:; Backbleche oder Backform so hoch als möglich einschieven. Backform auf das Backblech schieben. 8. Nach 10 vis 15 Minuten Hahnscheibe kleinstellen. 9. Während des Backens unnötiges Oeffnen des Rohres vermeiden. 10. Wenn sich die Mehlspeise auf einer Seite rasch färbt, Backblech wenden! 11. Bei wenig empfindlichen M h'speisen (Keks, Zuckerteig uslv.) kann itfltf) hüver Bnckzett eilt zweites belegtes Backblech unter das erste eingeschoben werden. Wenn vaS erste fertig ist, Hann ein zweites höher einschteben. Halte, daS Bratrohr stets sauber. Außen reibe ,"S zuerst feucht, dann trocken ab. Innen reinige das Bratrohr von alten Speisenresten, die im Laufe der Zelt entstehende Fettschichte entferne nicht ganz, sie wirkt rostschützend. Koche niemals im Bratrohr, da es durch die entstehenden Dämpfe Rost nnsetzen könnte. Fras'hMle«. Von Dr. Meta Pappenheim-Bloch. Im Oktober ist es Zeit, an die Frostbeulen, an ihre Verhütung und Behandlung zu denken. Frostbeulen sind umschriebene Vevändernngen an der Haut der Finger, der Zchsn, des Fußrandes und der Ferse. Sie können.schon durch leichte Abkühlung« der Haut entstehen, wobet .es GAS HYGHBNtSCH WD CAUSAM SIEMENS tIn ALSEfcÖTRASSE 80 - TEILZAHLUNGEN M—MM—■WWM—i||———I mehr auf die Däner der Kälteeinwirkuna als atlf ihre Intensität ankomint. Tie Kälte Ivirkt in erster Reihe auf die Blutgefäße ein, insbesondere, wenn sich leichte Külteeinwirkungen oft wiederholen. Ganz besonders find zarte Individuen, Greise, blutarme Frauen, Kinder gefährdet. Im Frühjahr und im Sommer verschwinden die Veränderungen, aber schon im Spätsommer bei geringstem Abkühlung, und zwar ivenn sich zur Abkühlung Fenü>- tkgkeit dazugesellt, melden sich die Frostbeulen. Die Hände und Füße brennen, jucken, röten sich, schwellen att, es entstehen Einriße (Rhagaden), die leicht infiziert werden und unter Umständen vereitern und Blutnngen entstehen. Sie« belästigen an den Händen, loeil sie sehr häßlich sind und weil sie durch ihre Schmerzhaftigkeit bei der Arbeit hindern, wenn es sich um die Zehen handelt, erschweren sie bas Gehen. Wie verhütet man nun Frostbeulen? Durch Hebung des Allgemeinbefindens der blutarmen Personen und, der Kinder durch Sorge für bequemes Schuhwerk: Der. Schuh darf weder zu klein noch zu groß seilt und soll vor Kälte und Feuchtigkeit schützen; besonders Frauen, die zu Frostbetilen neigen, sollen int Herbst keine dünnen Strümpfe uub ausgeschnittene Halbschicht! tragen. Auch schon bestahLnde Frostbeulen fchwindem wenn es gelingt, durch Arfenkuren, Hvhensünnebestrahlungen und hydrotherapeutische Behandlungen und durch eine entsprechende Ernährung das Allgemeinbefinden zu ftc&cit. Sehr wichtig ist daS Beheben des Fuß- und Handschweißes; gewöhnlich bekommen Menschen, die im Sommer feuchte Hände und Füße haben, im Spätherbst Frostbeulen. Die eigentliche B.' i.'ivlung der Frostbeulen sollte schon mit der Bo- . kämpfung der Kranlhütserscheinungen beginnen. Fovmalinspiritus, Vasenolpuder leisten gute Dienste. Sind Frostbeulen bereits ausgetreten, so bewährt sich das alte Volksmittel der wechselwarmen Bäder, welches monatelang angewendet werden mutz, ausgezeichnet. In eine Waschschüssel kommt heißes Wasser, so heiß is vertrage» wird in eine zweite kaltes. Me Hände oder Füße werden abwechselnd in'das heiße und in das kalte Wasser gesteckt (im: ganzen zwei- oder dreimal), und zwar so, daß sie länger im heißen Wasser bleiben als im kalten; das letzte lkwd ist das kalte. Das Bad soll mit einer leichten Massage verbunden werden, zu welcher eine Salbe verwendet wird, die so beschaffen sein soll, daß die die Schweißwkretion verhindert. Sind Einrisse vorhanden oder gar Geschwüre, so mG man Verbände mit entsprechenden Salben anlegen. Bet heftigem Juckreiz schafft Bepinseln mit Jod oder Kollodium Bvletclitcruna In den letzten Jahren hat man die Frostbeulen mir RöntgenstrMcn behandelt, ganz besonders güte Erfolge gibt die Dinthermiebchandlung. Die allerletzten Monate vraü)ten Berichte über eine JnjeMonSböhandlung mit körperfremden Eiweißsubstanzen, die sehr ormrrtigenv klingen. Aus dem Reiche der Küche. Kleme Speitsenfolgon guiter .wnld MirMsr richte sollen Hausfrau bei der Zuisammenftellimog des Küchenz-ett-Äs ein lveni>g helfen.. In Ässisr Mchsu-- r-uibrik sollc-l» diltz Lesevi'N'Nen des ,,Mddsvnm HcmßhMes" ebne Ausleise mrs ihwin 'reichsn OvfalMirMschatz finden. Alle idem- KochlöfsÄl WvdlMNldott S-tündSslüe- UlossiiEn sind zm regen Beteliiigung hevzlichst üvnigellaÄen!. Zellersuppe. Eine Zellerknolle wird kloiwwürfekw geschmiteil, die jungen grünen Blätter werden fein gehackt und beides in Snigiwasser weich gekocht. Aus 6 Delbagmnrm Gansfett und 6 Dekagramm Mehl wird eine l'lchbgMe Mnbremr hergeistellt und mit dem Zelleriwasser aufgeavssen, gut verkocht und zum Schluß mit einein Eigelb lHMvr. Grobe Rollgerstc, ebens-oviel ganze gelbe Erbsen werden, mit fettem Fleisch (Gans oder Mudsbrust) und fein gehackter Zwiebelgemischt, gesalzen, gepfeffert und mit so viel Wasser tibergossen, daß es über dem Gangen steht. Die Spsise wird zugeideckt im Rohr weich gekocht. Zrasy (FlviWngM). Zn faschiectorn Fleisch (Rindfleiisch und KüOfbeHch gemischt) kmmnr in Fett weich gedünstete faMerte Zwiebel, Svlg und Pfeffer. Ans der Masse werden Kugeln geformt und auf der Pfanne in Fott braun angelbraten, darauf im Rohr zugsdeckt mit Hinzugabe von einem Stück schwarzer Brotrinde und etwas Suppe fertw gebraten. Magdalenenschnittcn. 18 Dekbagcattlm TernwMaHavine, 2 Dotter, 12 Dsk-agramm Zucker, 0 Dekagramm Nüsse, ein haWes Päckchen BaniMn, ein halbes Backpulver, die Schake einer halben Zitrone, mehr als einen AchteMider Mvlch, 28 Dsbagvamm Mehl, 2 Klar Schnee. Die Maste toird im langen Möbel gebacken und mit Zitronenglafur überU>gen. Glasur: LS Dekagramm Staubzucker mit dem Saft «iE Zitrone rmd einem Löffel Rum i:nc halbe Stunde rühren. St.R. bminkhnns Pflanzen-Margarine TERNO Unenrtlcht In Qualität und Pretel Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehr«* würden des Herrn Oberrabbiners S. Fürst Barl in keinen' Mel! lew! U ebe r a 11 e r h ä 111 i ch *** KARL BLAIMSCHEINS vereinigte Margsrine- «nä Butterfabriken, Wien, 14. Bez^ Diefenbachga»«e 59 « ui-ftOwräliWT