Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2756 (28.10.1926)
- Date
- 1926-10-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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| Polen: 25 gfoszy | fmmmmmmmumrnmmmmmmmmm Wion: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr 1-3 oder ineinerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Straßen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firmii Goldschmied. J., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon.K22 .Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 35 Nachzahlungen bei Preiaar b 0 b b n gen »erbebalten aMBMMM—WWlia'SHWIW» Nr. 2756 I prci» aoa England: Mon. 4 Schilling. Italien- Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170 Lei Bul gar ien:Mon,100 Lewa. Schwei 7. und das übrige Ausland monatlich Pres. & l’cdaklio», AdministratfofÜ: Wien, H., Tahorstr.l Telephon: 41-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: Tel. 31-209 VU.. Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei ,lnva") Oesterreicliisches Postsparkassenkonto Nr. 150 698 Wien. Donnerstag, 28. Sktobrr 1926 (20. tzheschwan 5687). _ 8. Jahrgang orgettfeiiinm Im redaktionellen Teil enthaltene eittgeltttche Mitteilungen sind durch ein Vvrangesetztes E gekennzeichnet. Sfuhlverstopfung „Darm-Bad Verdauungsstörungen lull k'Botä"m8 D 3 I* Hl k 3 13 r r ll 117 Prospekte auf Wunsch.! Kllnr fn r*r<j fcrasse 1H5. bringt im Hutsalon als Sonder-Angebot FILZ-HÜTE in allen modernen Farben S 6-90 S'90 1090 Jas Mandat über Sdrieu. London. 27. Oktober. Die Gerüchte, daß das Maubat über Syrien an Italien übertragen werden solle, wollen trotz wenig innerer Wahrscheinlichkeit nicht verstimmen. Heute schreibt der diplomatische Korres^pn-. dent des ^Taily Telegraph": Frankreich sei bereit, hem Völkerbund das Mandat über.Syrien, zu r ü ckz ug e-L ein,, falls dies oh n e g r o ßyn Prestig everlust imOrient geschehen könne, und wäre.auch mit einer Uebertragung des Mandates an Italien , einverstanden, wenn dafür Italien auf, seine Bestrebungen in. Marokko und Tanger verzichte. , Der Korrespondent des „Daily Telegraph" knüpft an diese Mitteilung eine Reihe von politischen Erwägungen über die Absichten Italiens im nahen Osten und weist darauf hin, daß Italien das syrische Mandat als Sprungbrett nach Cilicien und Adalia benützen würde. Tie Expan.sionsbestrebu.ngen Italiens nach dem nahen Osten sind heute kein Geheimnis mehr; ob es freilich imstande sein würde, die Uebertragung des syrischen Mandates durchzusetzen, erscheint im Hinblick auf diese den rivalisierenden Mächten im nahen Osten bekannten römischen Expansionsbeftrebungen mehr als zweifelhaft. Ae Forderengen der syrischen Faden. Jerusalem. 26. Oktober. Das syrisch-jüdische Blatt „Aleam Aljisraeli" schreibt anläßlich, der Ankunft des neuen französischen Oborkommissärs Ponsot nach Syrien: „Unter denen, die die Schritte des neuen Oberkommissärs mit gespannter Ausinerksamkeit verfolgen . und seinen Aeußerungen lauschen, befinden auch (wir uns, die Inden in Syrien, die mehr als alle anderen Rassen rechtlos sind. Tie Juden haben genug unter den Verwüstungen des Aufstandes gelitten und haben keinerlei Vertretung in den beratenden Körperschaften der Regierung oder in den Stadtverwaltungen. Wir brennen nicht auf Aemter; aber wir sind die einzige Gemeinschaft, die Führer hat und eine Tradition besitzt, und wir bedürfen Männer aus unserer Mitte an all diesen öffentlichen Stellen, die allein rm st an Le s i n d, unsere Ford.erungen bekanntzugeben und zu erklären. Wir versuchten es, uns auf die Vertreter der Minderheiten in den öffentlichen Körperschaften zu stützen, hatten abec damit keinen Erfolg. Und an allen Orten, wo es keinen jüdischen Vertreter gibt, habendie Juden schwer zu leiden. Alle diese Beratungskörper und die Regierungszentralen neigen nur der Mehrheit zu und berücksichtigen die Rechte der Minderheiten und insbesondere der Juden in keiner, Weise, obgleich diese quantitativ eine Minderheit, aber hinsichtlich ihrer Qualitäten vom Gesichtspunkt der Arbeit und des Handels int Lande als Majorität zu werben wäre." Prattischer Antisemitismus. Eine Fndendebntte im Rationairat. Also jetzt ist es heraus: „Tie Juden" slawisieren Oesterreich. Sie kaufen Güter an der österreichisch-tschechischen Grenze und imporkiercn slowakische Landarbeiter. Das tun die Juden hier. Wenigstens wurde das gestern im Nationalrat verkündet, und zwar durch ein sozialdemokratisches Mitglied. In der Tschechoslowakei gelten „bie Juden" als Germanisatoren. Hier ist das anders. Ter sozialdemokratische Redner hat eine Liste, die die schwarzen Pläne der Juden bis aufs letzte enthüllt und die Gefahr aufzeigt, „in welchem Ausmaß die Besitzergreifung von Gutshöfen durch tschechoslowakische Kapitalisten durchgeführt wurde". Er verlas die Liste und unterließ es bei keinem Namen hinzuzufügen: „Jud!" So die Juden Goldmanrr, Grünbaum, Steiner, Habich, Kafka, Bongards, Mandel, Tauber, Schuster, Weißkopf, Dunjersky, Kuen, Munk, Fuchs und so weiter. Er erwähnte auch der Genauigkeit wegert polnische Juden, und stets tönte aus den Bänken seiner Parteifreunde ein entrüstetes „Hört! hört!" Es blieb aus, wenn der Redner die Familien Schwarzenberg und Liechtenstein nannte. Ihnen legte der Vortragende allerdings keine „nationalistische Einstellung" zur Last. Sie stehen chm eben näher, da er doch, als gegeben annimmt, daß Juden keinen Bodenbesitz erwerben dürfen- Der Redner, der mit diesen Weisheiten aufwartete, war der Sozialdemokrat Sch neeberg er,- im Zipilberuf Forstarbeiter der Gemeinde Wien im Naßwald, Sie sind gewiß nicht sein Eigenbau, finden sie sich doch wortwörtlich, im montägigen Leitartikel des Wiener Zentralorgans der völkerbefreienden Sozialdemokratie, dessen jüdische Redakteure jetzt wieder einmal die deutschnationale Saite stärker erklingen lassen. So widersprechend die Anschauungen der Redner gestern über den Verhandlungsgegenstand.— über die Verwendung landwirtschaftlicher Saisonarbeiter — waren, so trafen sich doch die Herren von links und rechts in der gefühlsmäßigen Einstellung, daß der legale Grunderwerb durch Juden unzulässig sei. Ergötzlich war der Christlichsoziale Eisenhut, der den Verdacht von sich abzuweisen suchte, als ob die Grundvertehrskommissioi:, deren Mitglied er ist, ihre Zustimmung zum Uebergang eines Gutsbetriebes in jüdische Hände gegeben habe. Tie von Schneeberger beanständeten Pachtungen bestünden bereits seit Jahrzehnten und seien den noch heute in Geltung. Wenn Mg. Schneeberger darauf anspielte, daß auf Grund des Friedensvertrages die eingewanderteu Slowaken Schulen ihrer Sprache verlangen könnten, so war diese Erinnerung an den Friedensvertrag fatal, denn sie ruft 'gleichzeitig die Ungesetzlichkeit der Praxis der Grundverkehrskommission ins Gedächtnis, die entgegen den Bestimmungen des Friedensvertrages die Juden vom Grunderwerb ausschließt. * Zu Beginn, der Sitzung wählte das Hans statt des zum Vizekanzler avancierten Dr. Dinghofer den.Großdeutschen Dr. Waber zum dritten. Vizepräsidenten. Dann wurde die dringliche Anfrage Schneebevger und Genossen, betreffend die Em° stellung von Mßbräuchen bei. der Berwenidung landwirtschaftlicher Saisorurrbetter in Beratung gezogen. In der Anfrage wird verlangt, daß die Einreise von Wanderarbeitern nur in einen: Umfange stattfinde, der durch die Verrichtung von Saisonarbeiten gerechtfertigt ist, daß die Einreise unter die Kontrolle eines paritätischen Beirates gestellt und die Saisonarbeiter nur zu Saison - arbeiten verwendet werden dürfen. 2lbg. S ch n e e b e r g e r begründete die Anfrage damit, daß in einigen Gutshästu in dem Montente, als die slowakischen Saisonarbeiter eintraten, sämtliche ortsansässigen Taglöhuer entlassen worden seien. Dam: malte er die Gefahr der Dschechisierung des niederösterreichischeu Großgrundbesitzes an die Wmw und verlas folgend Aufftellnmz itivr die Gni ud iiber l rag»ngen der letzten zwei Jahre: Die tschechische,: Inder: Gebrüder Gotdmam: haben die Gutshöfe Käsyof, Parndocs, Neudorf, Wculjof, Pachfurt langfristig gepachtet. Die Höst Seibersdorf, Mitterndorf und Unterwal'ersdorf ginge» vor kurzem in den Besitz des tfch-chift-hen Juden Falus über. Der Gutshof Petronell kam vor einem Jahr in den Besitz des tschechischer: Juden Grür:baun:. Bor . kurzem verkaufte selbst der ehemalige Finanzminister S e g n r als Präsident des Theresianums die Gutshöst Zistersdorf, Eichhorn und Drösing an die tschechischen Juden Brüder Steiner. (Hört! Hört;-Ruse bei den Sozialdemokraten.) Der ehemalige Drasche- Bejitz Ebreichsdorf ging an den tschechischer: Juden Habich über; der Gutshof Bösendorf au den tschechischen Juden Kaftw; der Guttchof Eichljof bei Nnchach au den tscliechischeu Jrideu Bongards: der Gutshof Beruhurdsmi an der: tschechischen Juden Mandl; die GMohöfe Sieh-dich-Für und Neuhof an d:e tschechischer: Juden Schuftet und 'Tauber - der Gutshof Falkenhos in Himberg an den ischechischen Juden Weißkops: die Gutshöst Tranimanrisdors, Vathyauy-Hof, Karlhof und Weidnerhof an den tschechischen Juden Dunjersch; der Guts- Hof Sierndorf an den tschechische» Jud«: Kuen; der Gutshof Feldhof bei Untersiebenbrunn an der: Tschechen Koattchmann; der Gutshof Schadorf an den polnischen Juden Beywr;. der Gutshof Enzersdorf an der Fischa an den Tschechen Fieder; der Gutshof Herminenho, ar: den tschechischen Juden Munk; der Gutshof Fliogerhof in Fischainend an den Tschechen May- . wald; der Gutshof Salmhof bei Marcheag au den tschechische: Juden Fuchs (Hört! Hört! bei den SMÜdemokraten); der Gütshvf TrvlWrtenhof bei . Ärastnhoben an den tschechischen Juden Rosenbepg; die Höfe Bernhostn, Marierchos, StronÄvrf an den tschechiHen Juden Jacques Weiner;. .der. GutSW Friedrichshof anden tschechischen. Juden Scdlärh vre . Ghts- Höfe Mönchhyf.; und Mimündshof, ' ein 'Besitz tteä' StifteS' Htziligenkreuz, gingen an die Jud:n' Mayer und Grür:baum Wer (Hört! Hört! bei den ' Sozialdemokraten); die Guishöfe Potzneuswdl und Gattendorf an den Juden Steiner; der Gutshss Hküssing an den ungarischen Juden Spitzer nsf. Mese Grundbesitzer stellen Tschecho-Slowaken ein, das führe dazu, daß das ganze GveiWebiet systematisch slölvakisiert n«rde. Ter Minister fiir soziale Vettvaltung Dr. Re sch sagte eine genaue Kontrolle des' Wandercrrbeiterwestns zu. Der ^ozratvemokrat Pölzer behauptete, daß in 490 Gerneinden 11.849 heimische Landarbeiter und 834 tschechische Laiümrbeiter ganzchhrig beschüstüst sind. Rechnet man noch die Saisonarbeiter hinzu, so stehen 23.000 frenrde Arbeiter, 11.000 österreichische» gegenüber Er wiederholte dann die Aufstellnrrg Schrreebergevs über oie jüdischen Untspachhungcn und ries den Christlichsozialen zu: „Wem: Ihre geschätzten Kollegen in der Grundverkehrskommission den Juden, zu. einem billigen Großgrundbesitz verhelfen, ist das wahrscheinlich! prakt: s ch e r A n t i s c m i t'i s m v0. Sie geben,k«s Geld lieber den jüdischen Schiebern, damit sie auf der Börse spekulieren.. Die Bauern bank hat Hunderte Mlliarden den jüdischen Spekulanten in den Rachen geloorstn, trenn sie aber den kleinen Bauer:: eine Keine Hypothek gibt, so verladt sie 30 bis 35 Prozent dafür. Dem Abg. Eisenhul ries er zu: „Es ist traurig, daß Sie als deutscher Baue-r diese jüdischen Großgrundbesitzer ^verteidigen :nü> die christlichen Landarbeiter diesem Gesindel ausliestrni" Den Ausdruck „Gesindel" wies Präsident Miklas als mr- ^arlamentarisch zurück, womit die ganze At^elegeuheil erledigt ivar. Her Spnnnnngsanrglrich. iUntsr Vorsitz d-ss BunÄeskLnzlÄrs^Dr.' Seipel in Amveseniheit.des Finonzminlist^vS D.r. Ki enlb ö ck wuridon gestern vormittag die DevhaMunigon «mit Herr Bevtretvvn des 35er-AiusMtsses und -der Techn'kschvn Union foriMetzt. J-nsbesonders gÄan.gtm die Fragen der linearen Erhöhnng, des M'indestibezniges und des Spannnnigsansg-leiches -wr Erörterung. Nach länigerer. Debatte wurde vereinbar^ daß in don Menidstzunhen ein Aeineves VerhaEungskomitee mit dem FmanKininister »nd ^öen Fachrefevenion des MinanlZ-mmDeriums zur weiteren Klävtmg Mamlnontreten soll. mstimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmsssm H ensallonalle erbst Angebote BBjwMBwagii»a»ewiiiiiauii^töWtöWBetitöeieiPtötötö^ QuolUAl u. Aaaswalalf Weiß-u.l9inenwaren,riertisJS!offe,Wascli9,S!ricli-un[l llirtmreiieit. I SSSSSR695SSS9I ||«| INHVIHUHUVIV Telephon 47*179,43-408 ki gros Eb dit«K B « IgAhACAAIQA/ACEAIgAhAD8AIgBQABoAQAA/AE4APwAhAA==