Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2751 (23.10.1926)
- Date
- 1926-10-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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[Potent 35 gfossy Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3 oder in einerVerschleißstelle (Trafik) monatl.5 Schilling Stfaßenverkanf in Wien durch die Kolportenre der Firma Goldschmied, I., Wotlzeile 11 Mit Postversand für Wien Und Oesterreich monatlich 6 Schilling Tscheche- Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon.' 6 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 I Prela aO S | E tt g 1 a nd: Mom 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire ftttm&n i e n: Mon. 170 Lei BulgarientMon.lOOLewa. Sc hw e i z und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Öhr! Tel. 31-209 Vll., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei „Inva“) Oesterreichisches Postspar- Naclnahlungen bei Preise r h ft h n n ff e o rerbehalten Nr. 3791 Sie», Samstag. 23. Sttober 1926 (19. ßheschwau 9687). kassenkonto Nr. 150.693 8. Fahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetzteS E gekennzeichnet. vyyGvssvr-ovGvvoovvvvvvvvvvvvvvvvvvvv«?inni8tische BtzIrlnnlitlBn LBonDldafadt. ZlrttasBMae 33. Unentgeltlicher Unterricht. för Kinder und Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene. Unterricht täglich in den großen Sälen des eigenen Heimes. Anmeldungen bis zum 1. November I. J. von 51/* Uhr abends. sei« aaeeflaaeeeeeeeQeoeoeeeaQoeeaqeaeeeaaqe Rintelen erledigt. Dr. Gürtler zum Landeshauptmann der Steiermark gewühlt. :' Die Kandldatnr des durch den Zentralldanffkarrdal ziemlich' stark Vam-Pomerten Dr. Rinteleii WM La-ndeshauptlnaim 'der Steiier-mattk, gegen die die SozialdLMokraten>, anscheinend als Machtprobe, einen ObstruMonskamipf eröffnet hatten, ist gestern gefallen. -Offenbar -hat es Dr. Seipel für Meckmäßiger erachtet, Rtütsl-en -fallen >-.i, lassen, um so für seine Sänberungs' bestrebungen ein dokumentarisches Beüveissfück zu halben (viel solcher Sä-ubernngen kann er ja nicht vornehmen, -da sich sonst die Reihen der chrrsMchs«zia!lenPpkbrker stark lüften würden); zu der Qpfer-u-ng Rmtelens düirfte der Ghe-s der CrisMchsoziclleii '.auch.durch' 'die Weinung unter seinen Parteigän-gepn in der 'grünen Mark? veraMtzt worden sein, die sich recht pnMeideutig' eegän RrtttA-ens,, politische. G'Diäft-iglkeit . -äutzevix: - Air. '.den letzteir ^gM 'wurde schon recht-lebhaft nach ' einer schmerzlosen Todesart für, Rintelen. gesucht und. nnn . wurde er -gestern; mit Poinp erledigt: nach seinem Unter-' Kaufet Dr. Ahrer sinÄ nun Rintelen ins. -potitische Gras und die wirffchaff'lijHe Begabung. der. Steiermark, die -der Bevgländerbund -mit viel Geld kbezarW -hat, .dürfte nicht so bald ihr Licht über die Welt hin leuchten lassen. ddachstchend die uns aus Graz zugekammenen Berichte Wer das ,,tvaurige Ereignis".: * In der gestrigen Vormittägssitzung des steirischen Landtages versuchten die Chttstlichfozialen eine kleine Entlastungsofscnsiv e, indem sic mitt^Üen/der. sozialdemokratische Grazer Bizebürgcrmeifter R.yckl habe unrechtmüßig 26 Millionen Kronen als Jnpalidenentschädigung erhalten. Rach diesem „Ehrengang^ gab es P arttficnbevatungen und die Vollsitzung des Landtages wurde erst gegen 8 Uhr abends ausgenommen. Nach Eröffnung der Sitzung erteilte der Vorsitzende dem' Landeshauptmannstellvertreter Dr. Riegl er das Wort, der ftllgende Erklärung abgab: Der christlich-soziale Klub hat den -Minister Dr. Rintelen nach Erledigung der Landeshauptmannstelle gebeten, die Kandidatur dafür zu übernehmen. Minister Tic. Rintelen hat sich nach langem Widerstand entschlossen, diesem Drängen nachzükommen. Die Kandidatur hat bekanntlich zur Obstruktion im Landtag geführt. Nachdem gegenwärtig ein nichtiges, für die Existenz der steirischen Bauernschaft entscheidendes Gesetz zustande komnreu müß> hat Minister Dr. Rintelen, um affe dem Zustandekommen dieses Gesetzes entgegcnstehenden Schwierigkeiten, daher auch die Obstruktion zu beseitigen, an den Klub'das dringende Ersuchen gerichtet, ' von seiner Kandidatur Abstand zu nehme«. Der Klub hat sich mit Rücksicht auf diesen in bestimmter Form geäußerten Wunsch- und die vorgebrachten Gründe nach eingehender Debatte entschlossen, demselben zu en-tsprechen, und sohin auf Antrag des Herrn Ministers Dr. Rintelen beschlossen, die Wühl des Herrn Ministers a. D. Alfred Gürtler zum Landeshauptmann inVvrschlag zu bringen. Sodann gab Landesral Machold (Sozialdemokrat) nachstehende Erklärung ab: Namens der sozialdemokratischen Landtagsfraktion erkläre ich, daß wir die Mitteilung des chriftlichsozialen Landtagsklübs von. der Zurückziehung der Kandidatur Tr. Rintelens zur Kenntnis. nehmen. Damit ist mmmmamssrnrnrnmiam^ Sensationelle erbslflngebote Die Dominions gegen die englische KohlenpolM. Ae Premiktminifter der Dominions biete« ihre Bermiwnng im Kohlenarbeiterstreik an K-London, 22. Oktober. Die bei der britischen Reichskonferenz anwesenden Prenrierminister der Dominions haben während der wirtschaftlichen Beratungen der Konferenz, wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet, ihrer starken Beunruhigung über die lange Dauer der Kohlenkrise Ausdruck gegeben und auf den P re st r gen e rlnst hmgowiesen, den Großbritannim dadurch in der ganzen Welt erleide. Dies bedeutet einen entschiedenen Gegensatz der Dominions zu -der Kohlenpolitik der britischen Regierung, die von den Premiers der Kolonialstaaten dafür verantwortlich gemacht wird, daß der englische Kohlenarbeiterstreik, durch den auch der Kohlenbezug zahlreicher Dominions leidet, mehr als vier Monate dauert. Die britische Regierung hat sich, nachdem sie die die Beendigung des Streiks ermöglichenden Abmachungen des unter dem Vorsitz von Sir Herbert Samuel stehende Kohlenkomitees mit den Bergarbeitern. d e savo üiert hatte, die Zermürbungspaxole der Dergbaubositzer zu eigen gemacht und die MMchkeiten.-zur Beendi- . gUpg des.Stxeiks mit Absicht ungenMt vorübevgehen. lasten, in der Erwartung,.daß der SDM'znsammeWrechen werde. . Darin hat sich die.'Rogierurkg'MN^tze'rsb'enso 'Witz.die'Berg-" bauindustriellen verrechnet. Die Zähl der sogenannten „Ar- . beitswilligen", deren Zunahme täglich triumphierend ver- . kündet wird, genügt' nicht einmal, um in den Bergwerksbetrioben eine dem riesigen Kohlenbedars auch yur annähernd entsprechende Kohlenförderung zu erzielen. So hat England, das z. B. im September 1925 mehr als 3.6 Millionen Tonnen Kohle exportierte, im September 1926 4 Millionen Donnen importieren müssen; im ganzen Lande stehen heute von 470 Hochöfen nur 5 im Betrieb. Seit Beginn des Budgetjahres 1926/27, d. h. seit 1. April 1926, haben, wie amtlich mitgeteilt wird, die Staatsausgaben die Einnahnien um rund 86 Milläonen Pfund überschritten und die schweben.de Schuld Großbritanniens ist um rund acht Millionen P f u n d gestiegen. Diese Ziffern illustrieren am besten die Wirtschaftslage, in die -die Bevgwerksindustriellen das Land gebracht hüben. Nun scheiitt es der Regierung Bald Win denn doch zu arg zu werden, daß sie weiter den Bergwerkslndustrielleu zum Schaden des Landes dienstbar sein soll, zumal mit jedem Tag die Kohlenpolitik immer unpopulärer wird. Daher vermehren sich in den letzten Tagen die Gerüchte, -die von neuen Vermittlungsversuchen im Bcrgbaukonflrkt wissen wollen. jSie sind, nun, nach. der oben skizzierten IStellungnahme der Donrmions, wohl erster zu nehmen, als die bisher erfolgten, in . denen die Regierung Baldwin, sehr zu, ihrem eigenen Schaden, immer wieder im letzten Augenblick sich ins Schlepptau der absolutistischen „King coal"-Politik der Kohlsnirrdustriellew nehmen ließ und von ihrer Vermittlerrolle abschwenkte. Uebrigens haben, wie verlautet, mehrere Premiers der Dominions sich als Vermittler im Konflikt angeboteu, anscheinend, um die Regierung Baldwin diesmal bei der Stange zu halten. Es scheint, daß der Kohlenkonflikt zu allevAft das Prestige der konservativen Regierung stark in Mitleidenschaft gezogen hat, zumindest bei den Bextretern der Kolonialstaaten. der Anlaß, der zur Obstruktion der sozialdemokratischen Partei geführt hat, beseitigt. Es erscheinen daher auch die Schwierigkeiten für die Arbeitsfähigkeit des Landtages und der Landesregierung behoben, und wir sind im Interesse des Landes bereit, an der geordneten Berwallung des Landes mitzuarbeiten. Wir haben nunmehr keinen Anlaß, in die Wahl des Landeshauptmannes weiter aktiv einzugreisen, mrd werden bei dieser Wahl leereStimmzettel abgeben." Nunmelhr wurde zur Wahl des Landeshauptmannes geschritten. Der Präsident verkündet folgendes Ergebnis: Es wurden im ganzen 68 Stimmen abgegeben, davon 30 Stimmzettel leer, 3 8 Stimmzettel lauten auf Dr. Alfted G n ntl-ew. Dr. Gürtler erscheütt fomit zum Landeshauptmann von Steiermark gewählt. Lmdeshaupttnannstellbertreter R i e g l e r teilte im Nmnen Dr. Gürtlers mit, daß -dieser die Wahl amwhme. Sodann wurde die Wahl» der Landtagsausschüsse zur Unterrisuchu-ng der Steweag-lAukäu-fe durch das Land und zur Untersuchung der Gebarung des Landesabgabenamtes vorgenommen. Schließlich wurde , an Stelle des zurückgetretenen Präsidenten Sch recke nthal (dssr ebenfalls auf dem Felde der „Ehre" gefallen ist) einstimmig Abgeordneter Harttl e b (Bauernbund) zum Landtagsprafidenten gewählt. . «xxxx)ocx»cxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx» Unsere morgige Ausgabe enthält nebst den Beilagen «DAS BUCH D€R ZEIT» sowie «AUTOMOBTUS- MUS» die Novelle dEiNE KARNEVALSmCim Wi Foriführuug der Besvrechang von Thoiry. Paris, 22. Oktober. Der deutsche Botschafter vmr Ho ef ch Hatte Hentte Mittag -Urtterredrmgien nrtt Wutzen- -mimster B r i a n >d und Genevailf-ekretär B-e r t h elo-t, die die!wste Fü-hlimg nähme des Botschafters nttt ^dem A-UlßenmlM'ster n-ach sismer Rückkehr bedAttete. wurden dabei in großen Zügen die durch die U n i ewred-N'Nig in Thoiry a>ufge-w-orfcn-^em >H,O0bleme berührt. Bria-nd reift, -heute Nachmittag für drei 'bis vier Tage aufs' Larrd. Stach seiner Mückkehr, das heißt in der zweiten Hälfte der. nächsten Woche soll eine n ene r- I i ch e Ult t c-.r rednn g des Botschafters nttt Briand stattfmden.' Neuwahlen in Unsar«. M'Budapest, 22. Oktober. Me Ihr Korrespondent de-- retts vor zivei Wochen berichten konnte, steht Ungarir vor Muwahlen. Daß deren .Ausschreibung bereits in kurzer Zeit bevvrsteht, gilt als gewist; amtlich ist es zwar noch immer nicht bestättgt, Witt) aber heute — inr Gegensatz zu den -Ablmgttungsversuchen in der vorigen Woche — nicht mehr dementiert. -Mte Parteien treffen bereits Bvrb o-oci-i tlun g-enl!. für die Neuwahlen Die Abgeordneten der EinKettspartek iverdeu Sonntag die Provinz bereisen, mrd dike AgAakion in ihren Wahlbezirken ausnehmcn. gabotlusktz to PalSMa. Jemsiilem, 19. Oktober (I. T. A.). Wladimir Jab b. bi n f k y, der Führer der Partei der Ziomsteu-Revisiowfteu, sprach gestern in Tel-Awrw vor einer Zuhörerschaft vou^ 10.060 Personen, die ihn nach Schluß seiner Rede mit großem Ertthufiasmus feierte. SCHALOM ASCH. <OOOOOOOPOOOOOOOOOOQOOOOOOQCXXXXXXXXXX» QuallliU II. Auswahl? Telephon 47-179,43-408 Et gros En detail