Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2740 (12.10.1926)
- Date
- 1926-10-12
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien. Dkttskrst m. Oktober W26 Nr. 274« Sette 8 Wtzmrr Mvraemettrma kunft des Mischen Vereines glaube. Hakoah sei bereits ein viel zu festes Gefüge und besitze zu gut organisierte Sektionen, als daß die erfolgte Spielerabwandernng nach Amerika den Klub zersetzten könnte. Auch für die Fußballsektion tzakoahs gilt die Tatsache, daß sie zwar ein Reservoir von Knaben, aber noch nicht von Jünglingen als Nachwuchs für die erste Mannschaft habe. zwei Fahre Professtonalismus in Sefterreich. Kein LortfchM Ser Klaffe. — Miel »erelue. — Amerika «nd Leatschlaad. — Dar Shaachioaat von Suro-a. — Sakoahr znknuft. (Aus einem Gespräch mit Hugo Meisl.) Der ziffernmäßig imposante Sieg der österreichischen Mannschaft über das Schweizer Team hat begreiflicherweise nicht nur Leim Publikum, sondern auch in der Sportpresie große Befriedigung hevvorgerufen. Die Ueberlegenheit der heimischen Mannschaft war allerdings eklatant, wenn auch, wie wir schon betonten, die Goaldifferenz das wahre Kräfteverhältnis nicht richtig wiedergibt. Außerdem muß sestgestellt werden, daß e i n i ge Treffer Zu f a llsprodukte waren und andere, bis auf das erste Goal, das Klima erzielte, eigentlich nicht so sehr durch Schüsse erreicht wurden, sondern vielmehr wie reife Früchte aus ausgearbeiteten Situationen fielen. Dqs ist natürlich kein Tadel, aber gegen eine taktisch bessere Hintermannschafthätten sich rvahvscheiulich .solche Möglichkeiten nicht ergeben. Die raffinierte Wiener Technik hat über Kraft und Wucht gesiegt, und gerade das sonntägige Match lieferte erfreulicherweise wieder'einmal den Beweis, daß im Fußballspiel gewisse geistige Kräfte bei der Beherrschung des Balles und der Konzeption des Mannschaftsspieles Mitwirken. Es wäre jedoch verfehlt, aus dem Erfolge gegen die Schweiz Schlüsse auf die Extraklasse Oesterreich s zu ziehen. Unleugbar haben wir ja noch immer Hervorragende individuelle Kräfte. (Die sonntägige Mannschaft gegen die Schweiz bestand durchwegs aus alten, erprobten Spielern.) Verfolgt man jedoch die Meisterschaftsspiele des Herbstes, so muß man zur Erkenntnis gelangen, daß der Wiener Profefsionabsport — die Schweizer sind immerhin Amateurspieler, von denen schließlich die Qualitäten von Berussfutzballern nicht verlangt werben können — derzeit kein besonderes Niveau aufweist. Dies ist-auch die Meinung des österreichischen Bun- Le.skapitäns Hugo Meisl, der sich neulich einem unserer Mitarbeiter gegenüber über aktuelle Fußballfragen unter sicherem folgendermaßen äußerte: „Die Mener Klasie.befindet sich derzeit nicht auf jener H8he, dre man auf Grund eines zweijährigen Professionalbetriebes erwarten durfte. Der Krästsausstleich unter den Vereinen erscheint im Zeichen mangelnden Niveaus. Wir haben keinen entsprechenden Nachwuchs quantitativ und nur sehr spärlich in qualitativer Hinsicht. Allerdings, die weitere Zukunft ist diesbezüglich hoffnungsvoll. Meine Erfahrungen beim diesjährigen Schüler turn rer sind sehr günstig. Wir haben in unseren Jüngsten ein großes Reservoir von Talenten; uns fehlt die Ile bergangsgeneraLion, wir haben keine Jünglinge. Wir werden der Entwicklung des Schülersportes von nun ab größere Aufmerksamkeit widmen und wollen auch den Provinzsport auf das kräftigste fördern. Me seit kurzem stattsinhenden Auswahlspiele in Heu Zentren der Bundesländer dienen diesem '.Zwecke. Wir sehen in Ungarn einen großen Aufschw u it g der Provinz, uird im letzten ungarischen Team haben gkich drei Steinamanger-Leute mitgewirkt. Freilich wird in der ungarischen Provinz schon seit vielen Jahren lebhaft Fußball gespielt. Ein schwere- Prob lein -st die finanziell« Seite des Fußballbetriebes. Im Laufe der Professionalwirtschaft ist die Lage einiger Vereine geradezu trostlos geworden. Es sind überhaupt mehr Beredte vorhanden, als die wirtschaftliche Lage Wiens verträgt. ' Me Schwierigkeiten der Vereine datieren nicht von heute, sondern sind die Folge jahrelanger nnkaufmännis ch e r Wirtschaft. Uebrigens find auch große industrielle Unternehmungen der Krise zum Opfer gefallen, und die Fußballvereine sind heute auch Unternehmungen. Die S teu e r last des Fußballsportes ist entschiÄien zu groß. Man könnte noch gerade die Lustbarkeitssteuer ertragen, die Körperscha ftssteuer ist ein U n d i * Die Entscheidung hinsichtlich der Existenz der Vereine wird - Frühjahr fallen. Es hängt davon ab, wie der Winter, materiell-üb er taucht werden wird. Zweifellos wurde der mitteleuropäische Cup sportlich und materiell belebend wirken, aber vom Kampf um das Championat von Europa würden wieder nur die führenden Vereine profitieren. Unsere Zuschauermengen weisen tatsächlich eine gewisse Abbröcklung auf. Me Eintrittspreise sind derzeit - entschieden zu hoch und werden ermäßigt werden müssen, wenn einmal die Dourniguetverpflichtnng erledigt sein werden. Unser Fußballsport ist vom. Acherikmn-mus erfaßt worden. Ich glaube an die phantastische Konjunktur dort drüben nicht. Zweifellos hat Hakoah in Amerika dem Fußball einen starken Ruck nach vorwärts gegeben. Aber sehr seriöse Sportleute haben sich seit zwanzig Jahren bemüht,, dem Soccer den Boden vorzubereiten, und ef Hat nur sehr schwach Fuß gefaßt. Die Abwanderung erstreckt sich vorläufig auf jüdische, ungarische und tschechische Spieler, die bei ihren in Amerika lebenden Landsleuten Anklang finden. In der Frage der Vertragsbrüdjige'nSpieler wird Amerika Farbe bekennen Müssen. Sollte keine befNedrgßnde Lösung seitens Amerika gefunden werden, dann Njird die gegenwärtige. Sparta-Tournee wohl die letzte einer europäischen Mannschaft sein. Der im nächsten Jahre im Juni' irr tzelsingfors stattfindende Fifakongreß würde im Konfliktfalle den ' Boykott Amerikas aussprechen. In Deutschland geht etwas tzm. Wan hört über London, daß Herr Blaschke ein englisches'.Team, has aus Amateuren und Professionals bestehen soll, eingeladen hat, in Deutschland Spiele auszutragen. Es würde dann in absehbarer Zeit der Weg nach Deutschland auch für unsere Mannschaften offen sein, was sicherlich in vieler Beziehung ein Vorteil wäre." Auf die Frage,, wie er über H ä k o a h s' weitere Entwicklung denke, äußerte'sich Herr Meisl dahin, däß,er an die Zu- Ser Lnrntag öes tschechoslowakischen Malkabkkreise«. Am 31. Oktober und 1. November in Bratislava. Der außerordentliche Turntag des tschecho-slowakischen Makkabikrcises findet am 31. Oktober und 1. November in Bratislava im Saale des Handelsgremiums, Venturgasse 3, statt. Die Vereine haben unverzüglich die Beantwortung des letzten Zirkulars vorzunehmen und die Delegierten zur Tagung zu nominieren. (Das Zirkular haben noch nicht beantwortet die Vereine: Brux, Pilen, Teplitz, Aussig, Pardubitz, Witkowitz, Jglau, Pohrlitz, Gaya, Proßnitz und alle slowakischen Vereine mit Ausnahme Bratislava und B.-Bystrica.) Den Delegierten werden 20 Privatquartiere samt Verpflegung-vom Makkabi, Bratislava, zur Verfügung, gestellt. Reflektanten sowie die Delegierten, welche Hotelzimmer wünschen, wenden sich schriftlich an Db. Siegm. Klinger bei Firma Brüll, Bratislava, Uhorska 4. Au diese Adresse ist auch die Ankunftszeit zu melden. Die Delegierten werden von der „Makkabi Hazair"-Gruppe, Bratislava (dräppe Bluse mit Schleife auf oer linken Brustseile und - Aufschrift „Makkabi Hazair, Bratislava") erwartet. Das Programm der Tagung. Sonntag, >den 31. Oktober, von 8 bis 9 Uhr Plenarsitzung der Kreisleitung, von 9 bis 1 Uhr Turntag: 1. Eröffnung -und Begrüßung. 2. Wahl des Präsidiums der ' Tagung. 3. 'Wahl der Kommissionen. 4. Tätigkeit und Kassebericht des Kreisobmannes Tb. Herzog. 5. Tätigkeitsbericht des KreisturnwarteS Dr. Hirsch. 6. Bericht TD. Ina. Fuchs über Kultur und Jugendarbeit. 7. Referat Tb. Ing. Goldschmied: Makkabi und Zionismus. 8. Berichte der. Landesverbände. A3 Uhr nachmittags Kommissionsfitzungen. 8 Uhr abends gemeinsames Nachtmahl im „Hotel zum goldenen Hirsch". — Montag, den 1. November, HQ Uhr früh, Fortsetzung des Turntages, Debatte und Anträge. Lutz 2, ein talentierter Innenstürmer von Makkabi, wurde von Hakoah verpflichtet. Fritz Pollak (W. A. C.) und Jozsi Friedmann haben sich bei Hechatver angemeldet. Libanon sucht Gegner für Samstag, den 16. d. M., auf eigenem und für Sonntag aus fremdem Platze. Senioren und Akademiker bevorzugt^ Homnger, Cafe Piffl, Franzensbrückenstraße 1, täglich zwischen 8 und 9 Uhr abends. Tel. 44-2-44. Zur Komplettierung der Bar Kachba-Damen-Handbällmannschasten werden talentierte Spielerrnnen, auch Anfängerinnen ausgenommen. Zuschriften Chr. Neuer, 14. Bez., Märzstraße 64. Im Rugby-Match schlug Ne Pariser Auswahlmannschaft das neuseekarcknsche Team 11:9. . ° . Aus de» Vereinen. Jevifh Mlround Sporting Club. Heute um 8 Uhr Voll« Versammlung der Handballsektioir im Wiener Ring-Cafe, 1. Bez., Stubenring 18. Alle, die sich angemeldet haben, wollen eine Photographie mitbringen. Sonntag erstes Wettspiel. Jeden Dienstag und Donnerstag Klubabend, Ping-Pong, Schach, Ausschußsitzüng usw. Jeden Donnerstag Schwimmtraining im Beatrixbad, 3. Bez.. Münzgafse 5, von y27 bis 8 Uhr. Gäste willkommen. d Libanon. Täglich Ping-Pong, Schach usw., Mittwoch Trauring. Näheres heilte im'Klubheim. Cafe Piffl, 2. Bez. Franzensbrückenstraße 1. Samstag Wettspiel. Freitag Spielerversammlung und Mannschaftsaufstellung. Die Generalversammlung fmdet Sonntag, den 24. d. M., um 6 Uhr abends statt. Mrtglrederaufnahme täglich von 8 bis 10 Uhr abends. Theater von heute Bnrgtheater: Fenster 7-8 Staatsopev: Gavalleria rusticana. — ' Der Bajazzo .. tji8 Akapemietheatek: Die Durchgängerin 7-8 Deutsches BolMheater: Die Schule der Kokotten - 8 Kammerspieie: Me Nacht ist unser 8 Theater a. d. Wien: Me Ztrkusprinzessin */*8 Johann-Straptz-Thea-ter r Adieu Mtmi! 8 Raimund-Theater: Das Schwalbennest 728 Renaiffarrpe-Bühne: Justiz 8 Theater i« per Josefstadt r Regen Va8 Stadttheatpr: Wien lacht wieder! 7*8 Modernes- Theater: Die Art sich hinzugeben ... 8 Wiener Biirgertheatev: Das Land der Liebe 8 Carltheater: Zenufa 8 Lustspiel-Theater: Komtesse Guckerl 8 Jüdisches Aünstlerkabarett (Cafe Astor), 2. Bez., itzraterstr. 60: Me schneiderische Tojre 8 Jüdische ipühne, 2. Bez., Taborstraße 12r A Korben -fyn a Schwester 8 Payiete ^Reklame": Wiener Bilderbuch 7,8 RADIO-PROGRAMM Hprrte DlenStag; 11 Uhr: Konzert nach , Ansage. 16 Uhr 15 Mm.: Konzett. Sinetana: „Littlssa": „Dalibor". Phantasie; „Moldau", symbolische Dichtung: „Die verkaufte Braut"; Osfenbach: „Die Verlobung bei-der-Laterne"; Goldschmied von Toledo; „Hoffmanns Erzählungen";' Offenbach-Couradi: Aus seinen Werken. . 18 Uhr: Die Bedeutung der l-ehstörungen ffir das Schulkind. Primararzt Dr. Hans Rffdtenbachffr. 18 Uhr 30 Min.: Geschichte dtzs antikmittelalterlichen Buchhandels und Bücherscmrmelns. Dr. Hans Gerstinger. 19 Uhr 10 Min.: Esperantokurs. 1-9 Uhr 30 Min.: Englisch für Borge-. schrittene. 20 Uhr-6 Min.: Wiener Hausmusik in der Biedermeierzeit. SeHOTTEMHNG-KINO I., Schottenring 5 Telephon 17-4'°5 Von heute bis 14. Oktober: 5-Uhr-Tee in der Annagasse mit UtefaiAofd icAfiiufef und das übrige Schlagerprograpim. Beginn: Wochentags 7.5, v.ß, 748 und v4g Ohr Sonn- und Felertaga 4, 746, 7-7, 3/48 and 9 Uhr —CEHTRHL-KJHO —i II., Taborsträße. 8 Telephon 42-3-41 Von heute bfe 14. Oktober: An der sfhOqen blauen Donau mit iferry Uodffce, Ua Ifara. Musikalische Begleitung: Das neue Ufa-Konzert- Orchester mit Jazzband (Dirigent: Knpellm. Kerl Krall) Beginn um 6, 7-8 und 9 Uhr DBBHHBBD ROHN Hlmmelpfortg. 30 Kiavlara asso Harme luins arairnnophone Beutttzle Teppiche, fast wir neu, bis zffr Hälfte des Preises. Neue Velours« und echte Persertepp(che sowie Vorhänge, Decke» 2;. enorm billig und ohne Proiikrhjjhung auch gegen Teilzahlung. Teppichhaus Orendt, l., Roten, turmstraffe rv. *»1« Dr. Sch. in T. schreibt: „Simonsbrot über-, trifft an Güte und gesnndheitlichem Wert ' . alle bisherigen Brotsorten." 1K In den besseren Delikatessenhandlungen erhalt- . lief). 8P0 nicht, direkt von SimonSbrotfabrik, Wien-Kagraü 20. Tägl. Versand. Export. Komws In der Jfidiidten JoUendfüriorUe gelangt per 1.‘Jänner 1927 die Stelle der zur Neubesetzung. Fürsorgerinnen, ,; die zu selbständiger, organisitori- > scher Füi sorgearbeit befähigt sind,! wollen Ihre Bewerbungen bjs . . längstens 1. Dezember 1926 an die Jüdische Jugendfürsorge, Wien,; , L, Seltenstettengasse Nr. 2, rirhten 11402. *GEFLÜGEL 3 ' S ■ II oarantimrt tHgllch frisch Il m | i»i KELLMANN >°° ff IX., HAHNGASSE 20: ■■■■■■■■■■■■■■■■■■:■■■■■■■■■■■ rlODei* erletchterung beim Westbahner XV., Marikihllferstr. |fi| Telephon Nr. 30-6-09 I J 4 Sch>afzim' er, licht od. dunkel, 2 Kästen, 2 Betten, i Nachtk., 1 Tisch. 4 Sessel. 2 Einsätze samt Matratzen 8 280'—. Graste Auswahl iw Speisezimmern, Kücken, Diwane», Ottomanen, Einsätzen, Niatrahen. Auch einzeln abzu» geben. Bei Berufung auf das Blatt Vrozentfah. 4 Aeltere Dame sucht tzimmer od. größeres Kabinett m. Mittags» tisch bet guter iüdtscher Familie. Zuschriften unt. ^Sofort 8901" and. Adm. d. Bl. 890 t tobet OTTOMANE S 40.- {•freki: Win-Erzeuger Kpblitz, vH. btebensterngasse 12. 703 Abwa8chtlscheS55.- mit^ Zlnkschiiffel. Spezialist K.oblltz, Wien, VH. Sieben- Hterngasse 12. 702 Aeltere Dame sucht nnmvbliertes Zim» mer oder größeres Kabinett m KiichenbenUtzung. 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