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Wiener Morgenzeitung · 1926-10-01 · Heft 2729 (1.10.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2729 (1.10.1926)
Date
1926-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wien: /.um Abholern in der Expedition, lUTaborstf. 1-3» ödet Iti einer Verschlelssielle rTrafik) moiiaö. S Schilling Stras'-.enverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firme Gold sch mied, 4 Wollreile 11 Mit Postversänd Ißt Wies und Oesterreich monatlich 5 Schilling Ischecho-Slowaket Mo«. K 22. dusosisvie«'. Mo«, vln. SV. Polen:Mo». 6 Zloty. Deutschland: Mo«. Gm. 4, Ftankte'eh, Belgien: Mo«. Frcs 35 N<«ctisfth:ati,;ett VE» k re Ijm Nr. %m Wiener '.‘v: Wien. Freitag. 1. dttober 1926. ßflgl«Ad i Mä 4 Schilling. Ittliem Mdoetl 20 Ute: Rümtalefl: Man. 170 Lei. Bai gf r 1 en: Moö.löötecwr. Schwei« und das übrige Attütttd mönatRcb Prca. o Redaktion, Administration: Wien, II. Taborsh*. t relephone: 44-038,43-3*19 Ab 6 Uhr: Tel. 31-209 VII., Lerchenfelderstraße 1 (Otuckerei ,!nva*) Oesterretdiisches Postspat- 8. Fatrgaag Inrcbitfttottcttctt Teil enthaltene entgeltliche Mtteilungen sind durch ein vorangesehteS L gekennzeichnet. «flau radlftalcr Zionisten. ------ Dienstag, den 5. Oktober l. J. um 8 Uhr abends, in den Olympiasälen, I., Rothgasse 5. Massenversammlung Tagesordnung: Gibt es eine Ketastrophe im Zionismus? Eine Antwort an Dr. Franz Oppenheimer Referenten: 102 Oberbaurat Robert Stricker und Or. Israel Waldmann Erscheint in Nassen! E. <& T. Piowodi's I] Winferspezialitäten; weiße und. braune Gansleberwürste, gcsfelchte QansbrßsteundBügel, BratwQrstel u. A tigsburger.Ziingenpreßkdpf sind cklLM in^alletr. udsereh Verkaufsstellen ta |1 i eh frlscB zö ffabpn; / NIZZA enslon s“ 3, Avenue Daqois Ganz neu, mit modernstem Komfort eingerichtet. Erstklassige, streng koschere Küche unter Aufsicht des Rabbina's. Zimmerbestellung ..rechtzeitig erbeten. S‘fi5Bues£u*.-./&elu*4Bss•£.Atttmm Alfimaeoc. . vs7 Aurr der Regierung Sattel -riedisrlaäe im Sejm. — Die Ti Mission de-S MadrnettS angenornmen. Lllarschau, 30. September (P. T. A.). Der Schn tzLt mit 206 gegen 94 Stimmen entgegen der Regierungsvorlage die Anträge des Senats, die AnsgrrLsn -es Staatshaushaltsplanes für das vierte Quartal von 384 MUivnen Zloty auf. 350 Millionen Zloty tz e r a b z u s e tz e n, angenommen. Auf Wunsch des Ministerpräsidenten wurde die Sitzung für drei Stunden unterbrochen, tim der Regierung Gelegenheit zu geben, zu diesem Beschlüsse Stellung zu nehmen. Nach der Konferenz, die Strmtspräsidrmt M 0 s e 101 i mit dem Ministerpräsidsuteu Bärtel hatte,, gab die Regierung ihre Demission, die'vom Präsidenten angenommen wurde. Der Prlllstdcni hat die.Mitglieder der Regierung mit. der W e k t.e.pr.- f ü.h r u n g der Geschäfte brlrartt. Nachdem Svjm»MarschaS Rata; dem .Landtage d!e De» Mission der Regierung u'itgeieilt hatte, wurde dis Sitzung geschlossen. liebe,. den sozialdemokratisch«« Antrag, der LrMag «zöge seine Auslösung üeschtiesren, -nird erst in der n a ch ft e tt S i sr n n g, hu M.Urx nach nicht angesetzt ist, abgestimmt werden- «er Magdevurser JuWffmdsi. Laudgerichtshirsktor Hoffmautt vock Amt suZpendtert. ' Berti«, 30. Septüch'ber. Wie das „Berliner Tag.' vlatt" - meldet, ist Lanögerichtsdireklor Hoff man it in- Magdeburg v 0 m. Ä m t s u s p e u b i e r t' warben. Hafsmaun-fE-die treibende Kraft bei dem Var geben der Behörden g-egeik -den Grobin-dustriellen HaaS gewesen sein und auch dem Untersuchungsrichter K ö l l i n g den bekannten Brief -diktiert haben, in dem hohe Beamte der preußischen Staaksver-w-Mniig der MördbogüN' jiigung beschuldigt puspden. Seipel wird wieder Bundeskanzler. Sie Folger, der zMealbaiüaffSre. Dis Armesünderfrist,- die dem BunöeskanKler Dr. Ramek zur. Bestellung.seines Hauswesens zu.ge« billigt wurde, nähert sich ihrem Ende und Dr. Serpel schickt sich an. wieder.offiziell Chef der Regierung zu werden und selbst die Verantwortung für die 'Führung der. Staatsgeschäfte .Zu übernehmen, die er ja auch in der letzten Zeit,.wo er nicht.Kanzler war, mit der kurzen Unterbrechung seiner Amerikareise in allen Stücken'di- ' rigiett hat. Man gibt dem Kabinett Ramek höchstens noch eine Lebenszeit von zwei bis drei Wochen. Der Personenwechsel in den Ministerien wäre ' schone früher vollzogen worden, wenn nicht die Entwicklung, die die Zentralbankaffäre genommen hat, es Dr. Seipel, hätte ratsam erscheinen lassen, mit der llinbinettsbildung noch einige Tage zuzuwarteu. Vor allem ist-das Schick- ' sal des Unterrichtsminlsters Dr. R im t e le n noch nicht geklärt. Erst am Samstag wird es sich zeigen,- ab es die Landesparteileitung der steirischen. Christlichsozialen nach all dem. Was in und um die Steirerbank vorgegan- ' gen ist, für möglich hält, den anderen Parteien des Landes den lebensläirglichen Expräsidenlen der Steirerbank Dr. Rintelen als Landeshauptmann der grünen Mark in'Vorschlag zu bringen. . Dr. Seipel must übrigens brr der Wahl' seinrps, aLbeiter grobe.-Vorsicht nwllen lassW weiß er 'doch nicht, ob nicht bet-eine öd'e-r der andere in dep ^Wchr der Ban«- kenkommissioii, oder des Zeiitralbank-Untersüchungsausscku'ssed in - tolle a la Priesching vork nunt. -G-Ht Dr^ - Rintelen-nach Graz, so will sich Dr. S.'ipel außerdem. versi^ern, daß Rintelen, der ja selbst nach-der Kanzlerschaft strebte., nicht etwa, wieder di-e-.-e: deke-n^ Land es l-a ws tl"ute zu einem sehr üng-elege- . :'en- P;: ing 'g--n ihn - au sbi te., D:n .Se ipel hat'-sedenfalls in den l '-en 7>g -n s ll'n nach allen Seiten. Umfrage gell-''-an ün. sieb buch an die E-.r 0 st d e n t-s-ch e'n ' gewendet ob sie in s.iu-e:n neuen Kabinett mittu.n wollend tzm chr''. nni.-ib t 'r Sch '>! r'gleilen. in die die Christlithioaialen -church die Z.-i'trol-ba-nk geraten sind. u:-'ch?n sichbch 'W-cha-iwnll i-er noch ein wenig-mausig.- .Ad?.,- es' ist. n!c!Y.. 311 -.w-ekfeln. daß Dri Wabe r.' und 13-". Schi' ’r ffauch im. neuen Kabinat! sitzen werden .wenn, a.nch noch-Vorerst - die ara'd-eutsch.n; Barteiinstana-en ' Mille nach aagahbr! 'w.'>--r-en mös-LN. --Gestern.- -bat' - Tr. .Se'vel. den ch-rogdeuchch.n chaill-eic-bmanu Tr.-Mo tt a w cll längere-Z 'it b-.'a'-beitct. Nachmittags tagte, dann eine grofcheirt-fche Länderkonferellz..- in der Äo'ttawa Bericht erstattete. Des letzte Wort über.die..Beteil'gung. der Gros',derchs.chen a'.l der u-enen 9t.'g''rni'.g wird die Reichs-.. Parteileitung zu -.'sprachen haben, die in. etwa vierzehn Tagen znsauunentret'cn soll. Der Regierungsivechiel wird s.'den-salls keine Entl'-stuna der '"i^i-volitisch-'n Situation bringen, da die Sozialdemokraten dem Dr. Seipel nicht-über den Weg trauen. Aber auch die sachlichen Schwier igk-eiien werden nach Ramek, kaum. geringere sein" als wahrend seiner - Kanzlerschaft?. Die- Polkerbun-dkreditreste sind verbraucht oder' zweckbestimmt. - ,Äiein'vGenf '.versinbarte 'Schatzscheinarüeihe wird, wenn sie überhaupt gemacht werden sollte, dem Bundesschatznicht viel einbringen: bleibt also nur der sehr langwierige r und dornenreiche Weg zu einer :v . .. internationalen Anlerbe übrig, die man vielleicht wie die erste.Völkerbundanleihs unter Führung - Drt - Serpels . rascher zuerhalten ver« ' meint. Das niag wohl auch der letzte Grund sein, warum man.Dr. Seipel für -die Regierung bevüft. Ein .zweiter Grund liegt darin, - daß' die Christlichsozialsn wieder. einmal einen Bundeskanzler - brauchen, der - den Sozialdemokraten den Herrw zeigt, während sie jetzt die Mehrheit wie eine Herde- Schass vor sich hertreiben: Von den, zahlreichen ungelösten ■ Fragen, die das neue. Kabinett. zu bereinigen haben wird, seien nur die -dör. Rückzahlung der . Mr. die Zentralbank verbrauchten S t aa 'tZ'g.ebder unddie Be amte n'f rag e zu erwsthnen/-'Bekchtntlich chaben die' Beamtenkhre Forde- -rün-gen pi.i-.t'.2^O^Wb e r b^e.str iste t^Sogar -der im ' bWerlWn HährWH .-der öffentlichen Angest-eMen erklärt lletzt, d'aß - - - --- .der ö..Oktober e ist.' bis zudem d.jSllHMeru-W..pMbs.kb^nM...nmsse. ' Das Organ - des Reichsverbandes schreM heute: „Wie immer die kommende - Regierung ' zusammengesetzt stztz wer immer an - der: Spitzedes neuen- Kabinetts-stehen- .'mag'^ die erste Frage, die -das neue 'Kabinett zu lösen- - haben wird.' wird-. die' Beamterrsrage sein. Den Bundesan-gestelllen kann es' gleichgültig.sem, ob 'rhnen ein-R amek. ein R i n t-e l e «; oder ein >s e ip e l gegenübersteht. Ihre Forderun gen ,siltd. u n v e r r'ü ck b a-r und, u uab.hä-n g ig von d.e r Sstv-ukt u',r- 'des K a' ö i n e tt s." .. , . -: Die Post unß Deleflfapbenbeamkeu beim VttnveSkauzlev. . .BundeMnzler - Dr.^Ra mek hatte-, für gestern nachmiW gs die Vertreter der - Post-. und! Telegrafen« Ausschüsse ins - BundpskaiiAleraMt geladen, - um . -ihre Forderungen bezüglich der -Tauerregulierung der -Bezüge z-u hören. Die "Vertreterdes - PostMtralausschrisses: überreichten das bereits bekannte^'- Foröerüngspr'ogramm nach Erhöhung' des GehaltsminimmnS,. - der Gehaltssätze und der Gehalts'stufung. Die erschienenentzBertreter - des Poftzentralausschttsses ersuchteir, diesem den Termin des B -ginnes der Verhandlungen - mitzuteilep.; Der.- BundeZikanzler erklärte, h-iefür die e r st e, H all.f lle. d e s M-o- 'N.a t s O k t 0 b e r.in- Aussicht, zu., nehmen- und denllgenauon Termin noch schriftlich bekanntzugebeu. HM« üf fi :Äer-..mUch-!itsiNW VsrtkiW. ' . - : L. W-nrschan,.3ti. Seplembsr. Dis durch Re mnsrdiplomaLischeu Auslandsvertreter beauftragt, hat, den Re- ' gierungen, bei denen fie akkreditiert, sind,- ein Memorandum über die m i-i 11 S r t sch en Bo eb e r e t tu ug c n Polens zu überreichen. Aus dieser ill rsvektive gewinnen auch politrschrn Borgisnge recht nervl'se.Stimmung hat heute neue Rohrrrng ex'r-ittn, da die pelwsche Presse den soeben' ün- F.- en *y} ch ■■■]rsvrrtr lg 8 wisch 2 n R u ßl and > mnd Ui i r uen sehr erregt'?cmrn'cntierL Vornehmlich ' führen, die Blätter P i \ s ad > f i s eine sehr scharfe' Spra».! che, in dtm sie den Vertrag als eine PrvS2knüon non... sei'! t«n Rutzlands stezeichttsn> 'da e.. dem Rigaer FrtsdenSvertrag zwischen Rußland und Solen widerspreche. Diese Blätter legen der Regierung.nahe, energische Schritte in Moskau und heim Böl^chrbnnd, dessen Statut Litauen mit dem Abschluß des Byrtraaes verletzt haben soll, zu unternehmen und befassen sich auch mehr oder minder verhüllt mit Kriegserörterungen. Mas dies bedeutet, läßt sich unschwer ermessen, m\u\ urq« in Bekocht zieht, dgh die litauische Regierung ilsten die innerpolitischen Berhältnisse, Äe durch die heutige Abstimmung int polnischen Parlamente eingetreten sind, eine neue Beleuchtung. Es scheint sich tatsächlich darum zu handeln, den Eiufluh des Parlaments im Hinblick aus etwa eir »de e Verwicklungen äußerer Patur, mögen sie gewünscht oder «zwW^ea.seiiil,f schW-schMe«. Pilsud S k i hat gestern seiften^Urlaub 'abgebrochen und ist aus seinem Landsitz Dru^gienik in Warschau eingetrofsen. Seine Ankunft scheint ebenso chit den.innerpotttischen Fragen, wie mit der älttzeren' Konstellation' zusammenzuhängen. ......, Der Sejtn W de« p-olnisch-ry:'qdä»ischen Vertrag, zu dem die neue - ruUch«MchlZsche Konvention das Gegenstück bildet, mit groster PreMWt rotifiztert. .1 * 4

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