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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-24 · Heft 2723 (24.9.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2723 (24.9.1926)
Date
1926-09-24
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite S Men. Freiiac, mtntt m*mnH\tnw S4. September 1926 Nr. 2728 ^W-.iUMU!MMlUIIlÄIMlMwWWMWMUiUUWWMMll«MlUUM Feftinge der Wiener Leichtathletik. ».Das finnische Wunder." Bon Fritz Bürger. (Schluß-'' Mch kurzen Vorbereitungen kann der Starter das dürftige Läuferfeld ablasseil. N u r m i s große Viertel ft u n d e. derenkwegen 10.000 Menschen gekommen waren, beginnt. Alles ist gespannt. Auf der großen Tribüne, die den Athlethen reserviert blieb, ging es besonders lebhaft zu. Meinungen imd Ansichten über den Laufstil des Finnen schwirren nur so in der Luft herum. Einer sieht die blendende Hüftarbeit, ein anderer glaubt bestimmt ein Hochziehen der Knie zu sehen, ein dritter bemerkt das fabelhafte „Abrollen" der Ferse, der vierte konstatiert ein deutlich wahrnehmbares Schwingen der Arme, der nächste findet. dieses, der zehnte jenes und eigentlich ist es das einfache, das freie, natürliche, ungezwungene Laufen bei höchster Wahrung der ökonomischen Kräfte. Eine Umwälzung des Laufstils, ein Umsturz des Bisherigen? Weit nber's Ziel geschossen. Es i st ein Stil, den nur ein Mensch beherrschen kan n, -er Zeit seines Lebens immer gelaufen i ft; nicht wie sonst junge Menschen, die mit 16 oder 18 .Fahren Athlethik zu treiben beginnen und dreimal in der Woche ihr kleines Trainingspensum wie eine lästige Pflicht erledigen und dann mit 24 Fahren der Mühen und Plagen überdrüssig werden unb dem Kampfsport Valet sagen. „Als kleiner Junge schon hat sich Nurmi in den Laufsport verbissen und sich ihm mit Haut und Haaren verschrieben. Jede freie Minute zog es ihn unwiderstehlich hinaus ins Freie, tagein und tagaus von seiner frühesten Kindheit an trainierte er feinen Körper, sein Herz und seine Lungen, denn Nurmi war schon als Junge ehrgeizig. Der kurze Sommer im hohen Norden gewährte den Sportsleuten nur wenig Zeit, ihrem Sport zu Dröhnen, da mußte man eben auch den Winter trotz Schnee, Kälte und anderer Wetterunbill mit in Kailf nehmen. So trainierte der ehrgeizige Junge bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit ohne Wimperzucken. Er kannte auch nicht die Zerstreuungen und Vergnügungen der Großstädter, ohne die uns das Dasein nicht lebenswert erscheint. N u r m i s Ehrgeiz war nie auf das Materialistische eingestellt, keine Sucht nach Reichtum, Vermögen, Lebensposition hat sein Dasein erschüttert, immer gab er sich mit seinem be,scheidenen, genügsamen Auskommen zufrieden. Er kannte nur eine Leidenschaft, die sich ihm fest, unausrottbar eingenistet hatte, einmal ein großer Läufer zu werden, zu Ehren seiner Heimat, zu Ehren Finnlands. Ein Vorbild qptte er ja in seinem Lande, dem nachzueifern Wohl der Mühe wert war, Hannes Kohlemäinen, den Olympioniken und Marathonsieger. Viele Jahre hat sich Nurmi vergeblich gemüht, mit sich selbst gerungen, gegen Hemmungen aller Art angekämpft, bis er ein guter Läufer würde. Die Welt hielt eines Tages den Atem an und horchte auf bei Nennung des Namen Nnrmi. Engländer, Amerikaner, Schweizer und Franzosen, Schweden, selbst seine eigenen Landsleute, die Elite finnischer Langstreckenläufer, mußten vor ihm kapitulieren. Hunderte Athleten zusammen konnten das nicht trainiert haben, was ein einziger imstande war, hunderte Athlethen gemeinsam konnten soviel. an Selbstüberwindung, an spartanischer Kasteiung nicht aufgebracht haben, dessen Nurmi allein fähig war. Paovos Weg zum Ruhme war lang, sehr lang und einsam! Rücksichtslos, ohne Pardon, ohne Schonung gegen sich selbst, hat er seinen Körper nach jahrelangen schwersten Muhen zu Stahl gehämmert, er hat ihn widerstandsfähig gemacht, um allem trotzen zu können. Mit beispielsloser Vitalität geladen, hat er seinem Körper gigantische Kräfte verliehen, die nur von ihm, von seinem Willen allein entfesselt werden können. Dieser eiserne Wille, den Nurmi bis zur höchsten Vollendung gesteigert hat, konnte ihn in jene unerreichbare Sphäre hinaufheben, in die nur ein Mensch vom Schlage dieses Finnen steigen konnte. Jüdischer Sportverband. Montag um 8 Uhr wichtige Vorstandssitzung. um 9 Uhr Delegiertenversammlung im Cafe Haibsburg. Fußball. Worsmann \m Team gegen die Tschechoslowakei. Bundeskapitän Meisl hat gestern die Mannschaft für Leu am Dienstag in Prag gegen die Tschechoslowakei stottfindenden Länderkamps aufgestellt. Sie lautet: Saft (Amateure), Tandler (Amateure), B l u m (Vienna), Richter (Rapid), R e s ch (Wacker), N i«t s ch (Rapid), Siegel, Klima (beide Admira), Sindelar (Amateure^ Wort in a n n (H a i o a h), Wessely (Rapid). Mit der Wahl Wortmanns hat Meisl der zuletzt gezeigten Form des jungen Hakoahners Rechnung getragen.. D>aß Wortmann ein großes Stürmertalent ist, weiß jeder Fachmann, bet ihn spielen sah. Er verfügt auch über genügend Härte, um sich im Team zu belvähren. Prager Brief. (Von unserem Korrespondenten.) Slavia und Biktoria-Zizkov haben, die Absenz der Sparta ausnützend, für die Herbstsaison ein reichhaltiges internationales trogramm zm'ammengestellt. Nach dem Gastspiel des Wiener lovan, das aber durchaus nicht befriedigen konnte, zeigte sich dem Prager Belvederepublikttm der italienische Meister Juvent u s (Turin). Am ersten Tage wurden die Hirzer-Mannschaft von der Slavia mit 6:1 einfach niedergerannt. Wenn die Gäste auch als Entschuldigung die schwache' Lemma des Schiedsrichters Kraus, der gleich zu'. Beginn einer ziemlich harmlosen Sache wegen einen Elfmeter gegen sie diktierte^ anführen können, muß doch festgestellt werden, daß Slavia beit Sieg auch in dieser Höhe bestimmt verdiente. Am Sonntag trat ihnen die derzeit ganz außer Fornt befindliche Viktoria gegenüber, der eine 1:3- Niederlage zuteil wurde. Nach, dem Spiel, in dem Juventrts den schlechten Eindruck des Vortages zum Teile wettnrachen konnte, wurden den italienischen Spielern vom Publikum Ovationett dargebracht. Daß die Juventusgastspiele in Prag auch zu einem Politikum gentacht würden, ersteht man daraus, daß das Kommunistenorgan „Rüde Pravo" seine Leser warnte, dem Auftreten der „Faszisten" beiznwohnen. In der Leichtathlethik gab es eine große Ueberraschung, indem Brünn den Städtekampf gegen Prag in Prag.knapp aber verdient gewann. Die Mährer siegten mit 64:59 Punkten, wobei sie einerseits die 4X100 Meter Stafette unerwarteter Weise an Prag abgaben, andererseits aber den Hochspruitg gewannen und im Stabhochsprung vier Punkte machten. Chmelik (Prag) stellte mit 1367 Zentimeter einen neuen tschechischen Kugelrekord auf. In der olympischen.Staffel, die Brünn in' 3:29,4 (gleich dem tschechoslowakischen Rekord) gewann, startete als Endmann der Prager Marao vom Hagibor, der wohl einige Meter aufholen, den Vorsprung der Gaste aber nicht mehr egalisieren konnte. Im Tennisstädtekampf Prag gegen Kopenhagen siegte Prag (vertreten durch I. K o z e l n h und M aeenauer) über Ulrich-Rasmussen. Resultat 6:0. Die Dänen spielten recht schwach, allerdings hatte Ulrich öfters diel Pech. Die Aufstellung des Teams, das am 26. d. gegen Oesterreich in Prag antreten soll, hat unseren „Obermachern" schwere Sorgen gemacht. Fehlt doch die Sparta, das Um und Auf jeder tschechoslowakischen repräsentativen Fußballelf, ohne die eine Mannschaft gegen Oesterreich nur schwer zu denken ist. Ganz besonders fehlen die Vevtetdiger und Kada oder Car van. Die Mannschaft lautet: Planicka (Slavia), Zenifek (Biktoria- Zizkov), Hoher (Slavia), Schillinge:: (S>. F.. C.), St effl (D. F. C.), M i k f ch e (Biktoria-ZiAkov), N o v a k, M a r efch, Meduna, Crystall, Jellinek (Biktoria-Zizkov), Die Niederlage Oesterreichs gegen Ungarn wird unserem Berbandskapitän neuen Mut geben, hingegen wohl auch die tschechoslowakischen Repräsentativen in Sicherest wiegen, die verhängnisvoll werden kann. Der „Bacillus a^mericanus" greift von Men aus allgemach auch auf Prag über. Wiener Blätter wußten bereits von einem Engagement Kolenatys zu berichten, während Mährer in New-Bork ein „Hakoahvoh" werden soll. Hier steht man allen Mitteilungen, daß Spartaspieler in Amerika bletben h recht skeptisch gegenüber. Jedenfalls und auch dann» dach Spielerverluste eintreten sollten, ist eS sicher, daß werben. wenn L-, --... ........... ,_, ... „ wo Sparta finanziell sehr stark ge kräftig t nach Prag heimkehren Wird. yaaibor schlug in einem TenniSinterkluIbmatch Smichov mit 11:5 Punkten. — Die Anmeldung derneügegrünvet e n H a k o a h (Prag) wurde vom Jüdischen Fnhballverband vorläufig auS formalen Gründen nicht zur Kenntnis genommen. Hakoah spielt am Sonntag gegen Admira in folgender Aufstellung: Fabian; Scheuer, Gold; Fried, Wegner 1, Pouak; Grünseld, Wortmaun, Heß, Fuß, Fisches LaMn-Tennis. Klubkarnpf Makkabi (Brünn)—Hakoah (W4en). - Samstag und Sonntag auf den Plätze« der Hakoah. Die TenuiKsekt-ioit der Hakoah, die ln diesem Jahve lm Zeichen ihres großen Ailiffchlmmges -ein linternationalieS Turnier sowie eine Reihe von Juterkdubkäntpfen dittchgeführi ha:, empfängt Samstag und Sountqg auf ihren Plätzen in der Krieau einen Gast. Der Bruderverein M a k k a b i (Brünn), der zu den stärksten Vereinen Brünrts und Mährens gehört, erwidert den Brünner Besuch der -Hakoah vont Jitni. Die Hakcxchner haben in der letzten Zeit eine recht gute Form ereicht ttnd treten mtt ihrer verfügbaren stärksten Mannschaft an. Lediglich der in der Schweiz so erfolgreiche Eh ren-reich, der noch nicht in Men ist, fehlt diesmal. Die Brünner haben nach langen und gewissenhaften Auswahlkämpfen ihre beste Repräsentationsmannschaft zusammengestellt, die ja - auch bereits auf eine ganz-: Reihe von wertvollen Siegen zurückblicken kann. Makkabi (Brünn) entsendet die Damen Blum, Huber mtd Zeisel sowie die Herren Drucker, EngelSmann, Fische«,-Glaß, Huber, Schick und Bayda. Der achte Serr steht Noch nicht fest, da um diesen Platz Answahlkämpfe im ange sind. Hawah hat mit der Vertretung ihrer Farben die Damen Feiner, Schladnich und Steiner sowie die'Herren FöldeS, Grünfeld. Dr. Hammermann, Hatschek F., Hatschek R., Lazar. Dr. Lichtblau, Ostermann, Ing. Pollak und Weiß betraut. Die Mannschaften find dü Spielstarke nach «tSgeglichen, so daß man tut vorhinein keiner Mannschaft 'den Digg zufpvechen kann. Das erste Zusammentreffen in Brünn endete mit einem knappen Sieg der Hakoah. Die Hakoahner werden sich fchr anftrengen müssen, wenn sie wieder erfolgreich bleiben wollen. Die Brünner kommen unter Führung ihres Sektion-- obntannes, des Herrn Max A l l e r h a n v. Wahrscheinlich wich auch der Präsident des MaWabi (Brünn), Gcmeinderat Dr. Sonnenfeld, an der Reise tEnehnum. * Die Hakoahirer wurden seinerzeit von den Brünnern in überaus gastfreundlicher Weise aufgenonMen. Die . SoktiouSlcitnug der Hakoah hat ihrerseits auch alle Vorbereitungen getroffen, um den' Gästen aus Brünn den Aufenthalt in Wien so angenehm als möglich 'zrt gestalten. Es ist ein Empfang im Klubheim, ferner ein Festbankett sowie ein Rundgang durch die Stadt vorgescheu. Die >eit der Brünner Reise der HaLxch angeknüpften innigen freunidschaftlicheu Beziehungen zu Makkabi werden sicherlich durch dieses Zusammentreffen noch gefestigt werden. Der Klubkampf, der vom Sertionsleiter der Hakocch, Herrn Paul FAdes, geleitet wird, beginnt Samstag um halb 3 Ihr und wird Sonntag ab 9 Uhr früh'ven ganzen Tag hindurch fortgesetzt. Schwimmen. Der Protest der Hakoah gegen die 1500-Meter-Meifwrfchakt wurde also anerkannt und die Entscheidung annulliert. Auch dre Borläufe werden überflüssiaevweise wiederholt werden. Als nächster-Termin würde der 9. Oktober fsstgesetzt, wodurch die Austragung der Meisterschaft'in diesem Jahre aus Witterungsgründen sehr letcht unmöglich gemacht werden kann. Die Hakoah will sich aber mit den Zuständen im Schwimmverband nicht abftnden und in Form einer außerordentlichen Generalversammlung der Schwtmmvereine eine Aenderung der Verhältnisse herbeiführen. Die Entscheidung in der diesjährigen MMnfchastSmeisterfchaft der Ringer dürfte Sonntag nachmittags auf dem Kraftsportplatz fallen. Hakoah Witt gegen die Simmeringer an, die mit gwßen Chancen in -den Kampf zichen, weil sie durch' die. Mitwirkung von. Sv st a, Stöcker und Stiegel im Vorteil sind. Der Kraftfportverband hat alles daran gesetzt, um durch nicht korrekt erteilte StarkbewilliWnq der Genannten die Aussichten der jüdischen Mannschaft hercchzmniubern. Hakoah wird mit folgender Mannschäft kämp'en: Grünspann. Schlonger, Birnhoilz, Birnbaum; Steinhardt, Kadmon. Ersatz: Koch, Bergmann, Schioloff. Die Kämpfe beginnen um 2 Uhr. si 'Theater von heut$ Barstbeater Der Traum ein Leben ttuackemietdeam Mädel von beute */,8 Staatsoper Carmen 7 Oenrscbes Uolhstbeaters Faust 7 theater in der 3osef$taät: Fannys erst-sStück '/,8 jsa' menpieie: Das Svrungbett der Liebe 6 iiaimuna-cneater: Das Schwalbennest l/,8 Modernes rdeater: Der, der die Ohrfeigen kriegt V*8 — Gastspiel des russisch-deutschen Groteskthea ers 10 RenaissaneeMbae: Justiz 8 Custspieitbeater Komtesse Guckerl 8 tlxater an «er Ulten Dte Ztrlusvrinzessin lJa8 Uliener Biirsertbeater: Das Land der Liebe 8 a>n.5lrsurr-cdealer Adieu Mimt! 8 Rpoilo-rdeater: Internationales Variötev ogramm 8 Tudiscbe* Kflnstlerkabarett (Cafe Astor). >l. Pratelstr 60: Die kchnaderischeTojre 8—11 RADIO - PROGRAMM Freitag ven 24. September 1926. 16.1h Uhr: Nachmittags konzert. Mitwirkend: Gertruds Rixner. Zeller: ^Der Booelhänoler", Walzer -7- Dvorak: .Der Bauer, ein Schelm". Om vertüre — D'Eivestra: Serenata appafsionata — Meyer-Hellmund: Heimweh, Lied — Wagner: Aus dem „Nibelungenringe", Phantasie — Byford: Vision d'amour — Kroneager: Dat g bt's nur in Wien — Lehar: Ter Sterngucker, Potpourri — Josef StrMß: Flattergeister, Walzer — Egen-Röder: K. mm gut nach Haus, Tanzlied 18.40 Uhr: Wochenber cht für Spo-t- und Fremoenverkehr. 19.10 Uhr: Deutsch für Deutsche. II. Ueber deutsche Aussprache. Prof. Dr. I. Wießner. 30 05 Uhr: Bunter Abend Mitwt kend: Hermann Lewotdt, Eyrst Axnotd, Kapelle Silving. .. ItÄf Simonsbrot Ambrofiabrot ££“// L leicht verdaulich, wohlschmeckend! GratiS-Prospekt. In den befferen Fe nkostbandlungen erhältlich, wo nicht, di-ekt StM'ttrvrona'irit Wien» Kagran 30. Täglich Versand. Export ausbesitzer wenven sich ztveckS Nausreparaturen IN Dir Krediv und Witderauibau-Geiiossensctiait Wien, II., Ltfwencaaae 46?krt marur»n werden gegen Rückzablung aus dem JnstanvhaltungepnS aneg»sud>t. 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