Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2717 (17.9.1926)
- Date
- 1926-09-17
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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-ett« 8 Me«. Memr MorAe«MnW 17. Sepremver IM Nr. S717 Nurmi startet Sonntag in Wien? Bor dem Ländermatch Oesterreich—Ungarn. — Wellrekordversuch über 5000 Meter. — Auch ein Start am Dienstag möglich. Men hat Aussicht auf ein sensationelles Sporterergms. Der Start Nurmis am Sonntag vor dem Liüiderkamps Oesterreich gegen Ungarn erscheint im Bereiche der Möglichkeit. Wie wir erfahren, hat der Oesterreichische Leichtathletik- Verband gestern eine Depesche des Berliner Vertrauensmannes von Nurmi, Herrn K r u p s k h, erhalten, in der mitgeteilt wird, daß 9!urnti atu Sonntag in Wien über 5000 Meter zu starten bereit sei. wenn er und sein Begleiter Reisegeld und H o t e l s p e s e n erhalten und für den Klub Nurmis in Atö 1000 Dollar gegeben werden. (In Abo soll nämlich ein Stadion errichtet werden und alle Honorare für Nurmi gelten diesem Zweck.) Da der Oe. L. B. diesen Abschluß aus materiellen Gründen nicht vornehmen kann ( cs kämen insgesamt 86Millionen in Betracht), hat die Vienna den Gedanken lebhaft aufgeiwmmen. Der Vertreter der Döblinger, Herr S i m o t t a, wird heute früh telephonisch mit Krupsky sprechen und ihm folgenden Vorschlag machen: Man ist gewillt, außer den Spesen 5 00 Dollar zu leisten. 1000 Dollar würde man geben, wenn Nurmi . auch am Dienstag antritt. Für diesen Fall würde man trachten, die Berliner Auswahlmannschaft, die morgen in Budapest antritt, zu verpflichten, um Nurmi Konkurrenz bieten zu können. Man nimmt an, daß dieser Vorschlag akzeptiert werden wird, da es sich voraussichtlich Nurmi darum handeln dürfte, durch eine mögliche neue Weltrekordleistung über 5000 Meter sich für die Niederlage durch Dr. Peltzer zu rehabilitieren. Wenn Nunni zweimal in Wien starten sollte, dann wird er Sonntag vor dem Länder match auf der Hohen Warte über 3000 Meter laufen und am D i e n s t a g die 5000 Meter erledigen. Am Sonntag würde eine Wiener Mannschaft im Rahmen eines Vorgabelaufens Nurmis „Sparring-Partnerin sein. ' Glossen zum W. A. C.-Meeting. Das am 11. und 12. d. t.. ...''Nene Meel.ng bis W. A. (S. welches als Generalvrobe jiir den .Ouer-durch-Wien'-Laui gedacht war. brachte lictz der vielen Ablagen 'chöne Leinungen be'onders in den Laiifoukurrenzen. Die 4X400-Meter-Siaffeln (Sieger: Senioren W A E. m 3:318 Junioren W. A. F. in 3 : 32 8) die 300 Meter (Zandl-W. A. C in 36.5. Rekord), die gute Zeit Bodems (W. A. C.) über 800 Meter in 2:00,8.. der barte Kampf B r u h n e n s (Amateure) gegen Friede 'Graz), wobei eist.rer im 2000-Meler-Lauf den Rekord in 5:42 2 unterbot, machten einen erfreulichen Eindruck Nicht so erfreulich war der A u 8- » a n g de« M e e t i n a « iür die Hakoadleichiatbleten Da? Prestige der Sektion rettete Bürger, indem er den 100-Meter- Lauf für sich gewann, obwohl eine Zeit von 11,5 Sek. nicht als hochklassig bezeichnet werden kann. Er trat indisponiert an und siegte nur durch äußersten Energieaufwand. Ausnehmend gefiel Blöoy durch seinen tadellosen Stil im 800-Merer-Lauf, den.er ru 2:04,3 bewältigte; daß drei bessere Läufer, Boden, Polak nud Weiuberger, vor ihm eiuliefen, beeinträchtigt nicht seine Leistung, Mit der er seine alte Form wieder zu erkennen gab. Wenn es ihvt gelingen sollte, seine Bliltarmut nnd allgemeine Körperschwäche zu überwinden, braricht er keine Konkurrenz zu fürchten. — Die unerquicklichste Rolle spielte diesmal die Hoffnung der Jugend, Deutscher. Schon im 100-Meter-Rennen für Jünglinge enttäuschte er durch den langsamen Start, den er nicht mehr aufholen konnte und so als Dritter hinter Iemelka rrnd Frisch (W. A. C.) einlief. Unrühmlich benahm er sich m der 4 mal 400-Meter- Jmüorenstaffel, in der er, sich für den Entscheidungskampf über 100 Meter schonend, seine Kollegen einfach im Stich ließ und die Runde in 60,5 Sek. spazieren ging, was zur Folge hatte, daß beide Hakoahstaffeln Letzte wurden. Gutes Renneu liefertest in den erwähnten Staffeln B l ö d y und der Meisterringer Schlaug e r. dessen Zeit über 400 Meter unter 66 Sek. betrug. Das wenig ehrenvolle Abschiteiden dieser Staffeln und, was am Sonntag noch ltnangenehnrer berührte, das Ausbleiben aller drei genannten Schwedenstaffeln, ist übrigens aus einen Mißstand zurückzuführem der hier nicht unerwähnt bleiben soll: Eine Reihe in Betracht kommender. Athleten, wie Dukes, Horn, Rovai, Pfeffer, Ferry Kohn, Scheu, blieb meist unentschuldigt dem Start fern. Es ist höchste Zeit, mit un-verläßlichen Mensches: endlich aufzuräumen und lieber auf mögliche Erfolge von vornherein zu verzichten, als nachträgliche Blamagen zu riskieren. Einigermaßen wurden die Hakoahanhänger entschädigt durch den Anblick der 20 Jungen, die in Reih und Glied, mit Siegeszuversicht, zu den 10 mal-Halbrundenstaffeln für Jünglinge anfmarschierten und sogar Klubgegner zu einem, anfangs vielleicht etwas ironisch gemeinten Beifallsklatschen begeisterten. Alle Burschen bewiesen ernsten Kampfwillen und gaben das Beste aus sich heraus. so daß es sich erübrigt, einzelne Namen zu nennen; und doch mutzte sich auch die erste Staffel mit einem „moralischen Sieg" zufrieden geben, denn nachdem die ersten neun einen normal nicht mehr zu nehmenden Bvrsprnng erkämpft hatten, blieb es wieder Deutscher Vorbehalten, durch einen Sturz nach der Uebernahme gegen 40 Meter zu verlieren und den W. A. C.-Endmann vorzuiassen. So gelang es ihm durch einen unverzeihlichen Fehler/ der in Anbetracht eines Vorsprunges mehr Denkals Sportfehler war, seine Kameraden um die Siegesfreude zu bringen. Aber der angenehme Eindruck, den die Jugend zurückließ. konnte dadurch nicht verwischt werden; es blieb jedem klar, daß die alten Stars und „Kanonen" abgewirtschaftet haben und den Jungen die Zukunft gehört. —ioth. Fußball. Die jüdischen Amnteurvereine. Die Meisterschaftsrunde. Durch den Beitritt zum Allgemeinen Wiener Futzballverbcmd sind alle jüdischen- Fußballvereine in höhere Klassen anfgerückt. In die erste Amateurklasse ist der S. C. H a s m o it c a eingezogen. Dieser tüchtige Verein wurde vor sechs Jahren gegründet. Trotz des.starken Abganges von Spielern, wie Kestler, Fuß, Zisennsäyer (Hakoah), Schächter (Hakoah-Graz), Wachs (Makkabi-Proßnitz) und vieler anderen, hat sich der Verein in allen Klassen gut gehalten und.besetzte in der letzten Saison in der dritten Klasse den dritten Platz. « . ■ Vergangeneis Sonntag trug Hasmonea das erste Meisterschaftsspiel gegen Viktoria 1 aus und erlitt eine unverdiente 1:2- Niederlage. -Der Verein steht Unter der Leitung des ’ bekannten Zionisten Dr. Sanel Beer und dürfte auch in der ersten Klasse die jüdischen Farben Vertreters. Es ist zu erwarten, daß Hasmonea den Weg zuM Jüdischen Sportverbano wieder zurückfinden wird. In die -zweite Klasse wurde Kadimah eingereibt. Der jüdische Verein erhielt in der letzten Zeit eine bedeutende Spieler-! Verstärkung und dürfte in dieser Klasse unter den führenden Man, schäften zu finden sein. Demerkensivert ist, daß Kadimah a> einziger jüdischer Verein der Welt eine Stemmsektio besitzt, die schöne Erfolge auftuweisen hat. Alle anderen jüdische Vereine wurden der dritten Klasse zugeteilt. Auch mit dem I. 2 C., der an Können den meisten erstklassigen Amateurvereine überlegen ist, machte »lau keine Ansnahnie. Dagegen wurde di Polizmsportvereinigmig von der vierteil in die erste Klasse einge reiht. Der I.' A. C. wurde im Jahre 1020 gegründet. Durch zive erfolgreiche Fusionierungen mit Mcnorah'nird Ponng Jewis erweiterte der I. A. C. sein Tätigkeitsfeld. Die Mannschaft schlnim ersten Match den S. C. Ferrovia 2:1. Wenn die Spieler di- Meisterschaft ernst nehmen werden, haben sie die beste Anssichl die Führung in der Gruppe Süd z» erlangen. In der gleiches Gruppe spielt der vorjährige fünftklassige S. C. Hakadnr. Mi der jetzigen Mannschaft hat der Verein nicht die geringste Alls sicht, sich in dieser Klasse zu behaupten. In der Gruppe Ost nehmen Makkabi, Hagibor, He chawer und Bar-Kochba an der Meisterschaft teil. Bot diesen hat Hagibor Chancen, den Meistertitel zu erlangen. Ver gangenen So»tiitag konnte Hagibor deii S. C. Makkabi 7:2 über, legen abfertigen. Ohne den schönen Erfolg Haftibors schmälert zit wollen, nlttß fcstgestellt iverdelk, daß Mawabi oirre Krise durchmacht. Der jüdische Verein verfügt scheinbar nicht über die nötig« Autorität gegenüber seines: Spielern. Es ist aber z:l hoffen, das auch diese Schwierigkeit bald beigelegt sein wird. Mit eine: schwächen Mannschaft trat Hechawer gegen Kagran an ltub tourt» 0:7 geschlagen. In den weiteren Kämpfen wird sich Hechawet bedeutend besser schlagen. Die reorganisierte Bar-Kochba-Manw schaft wird sich in dieser Saison besser halten als bisher. De> S. C. Achduth nimmt vorläufig an der Meisterschaft mch> teil. Das jüdische Publikum hat bisher bc:\ lüdischev Amateurvereinen wenig Interesse entgegengebracht. Sie treiben den Svolt um des Sportes willen und verdieiten die Unters'ütznnx der jüdischen Oeffentlichkeiü__ c. f. Das jüdische Amateurteam wird anfangs Oktober gegen ein jüdisches Prosessionalteam spielen. Jüdischer Sportverband. Die nächste Borstandssihnilg findet am Montag den 27. d. um 8 Uhr abends statt. Für 9 Uhr tvurde eine Delegiertenversammlung einberufen. Tagesordnung: Bericht, Generalversammlung, Jtalienreise und Eventuelles. Der Präsident Földes wird, in den nächsten Tagerr die Vereine Hakoah (Graz) unb Hakoah (Leoben) besuchen und dürfte dort eine Wettspielreise für das jüdische Amateurteanr abschließei:. Hakoah spielt Sonntag nicht, ivie einige Blätter Meldeteir. gegei: den Brigittenauer A. C., sondern wahrscheinlich um halb 11 Uhr vormittags gegen Slovan auf dem W. A. C.-Platz. Für Dienstag ist ein Freundschaftsspiel gegen die Amatenxe vorgesehen. Sollte Slovan nicht tit Betracht kommen, dann wird Sonntag gegen die Amateure gespielt. . ■ ., . r Hakoahs Mannschaftsaufstellung lautet: Fabian, Scheuer, Pollak, Fried, Wegner 1, Stroß, Katz, Wiesner, Wortmann, Heß, Fischer. FeldmannS Verletzung bessert sich zusehends. Der Hakoahner hofft, Mitte Oktober bereits antreten zu können. Der W. A. C. erlitt im Retourspiel gegen Gijvn in Spanien eine 2:3-Niederlage. Das erste Match gewann die Pratermannschaft 6:1. Haar (früher Vivo, Budapest) wilvde in das Teanr gegen Wien aufgestellt. Sonntag Fortsetzung der Mannschaftsmeisterschaft im Ringen. Die' nächste Runde wird Sonntag den 19. d. um 9 Uhr vormittags auf dem Kraftsportverbandsplatz durchgeführt. Es werden drei Mannschaftspaare ringen, llnd zwar: Simmering —Herkules, Allstria—Slovan und Simmering—Wgcker. Hwkocch, die in der Meisterschaft führt, tritt diesmal nicht an. Im Falle ungünstiger Witterung werden die Kämpfe auf den 26. d. verschoben. __ Aus den Vereinen. M a kkab i. Samstag den 18. d. Spielerversammlung. Aufstellung für gegen Britanniä). . um halb 9 Uhr abends Sonntag (Meisterschast s 'Theater von heute Bwgtbeater Peer Gynt 7 fluademfetbeater Der Quenilant l/a8 Staatieper Salome */a8 Oeufscbcs Uolkstbeatcrs Faust 7 K«* mertplrle: Irma 8 cneatei tn oerSosetitadt- Der Igel 7a8 Ralmund-Cbeater: Das Schwalbennest */,8 modernes Cbeater: (Gastspiel des russischdeutschen GrotesktheaterS) 8 Kenaissancebübne Das.Sprungbett der Liebe 8 Custspieltbcater Der Autowiloltng 8 rvearer an der lltten- Dre Zirkusvrtnzessin 7,8 UMener Bargertbeater: Das Land der Liebe 8 Üorann-Stranss-Cheater: Adieu Mimt i 8 JlpoUo«tbeater: Jnternatwnales Variete piogramm 8 Theater für morgen Bltrgtbeater: Der Traum ein Leben Hkademietheater: Die Durchgängerin Sfaatsoper: Andre Chenier Deutsches Oolkstbeater: Das Unerreichbare Hamnerspiele Irma tbeater in der Dosefstadt: Fannys erstes Stück 7,8 tiaimuhd.Cheater Das Schwalbennest modernes tbeater: Gastsviel des russischdeutschen Grotesklheaters 8 Renaissance-Bühne Das Sprungbrett der Liebe 8 Enstspleitbeater: Der Autowildling b tbeater an der (Dien; Die Zirkusprtnzessin 7,8 llllener Bllrgertbeater: Das Land der Lieb.- 8 3obann»5trauss°tbeater* Adieu Mimi! 8 Flpotto-tbeater- Internationales Varieteprogramm 8 7 V,8 7,8 8 8 Geflügel iw In garantiert täglich frisch II 11 garantiert täglich frisch beiKELLMANN IX., HAHNGASSE 2 °1 RADIO - PROGRAMM Freitag den 17. September 1926. 1100 Uhr: Vormittagsmustk. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. Komzakr Mein Baden, Walzer — Thomas: „Lustspiels-Ouvertüre — Sarasate: Svanischer T n« Nr 8 — Kreisler:! Schön Rosmarin <für Violine) — Wagner: „Thannhäuser", Phantasie — Rivelli Sehnsucht, Lied — Kremser: Das Herzklopfen — Schubert-Berte: „Das Dreimäderlhaus" — Lehar: „Eva'-Walzer — Cortovasji: Rustieanella Tanzlied. 18.40 i»hr: Wochenbericht für Sport und Fremdenverkehr. Sektionsrat Deinlein. 19.10 Uhr: lieber die Ausstellung „Gotik in Oesterreich"^ Oesterreichischen M.'seum :ür Kunst und Industrie. Uuiv.-Prof Dr. HanS Ttetze. 20.00 Uhr: „Die deutschen Kleinstädter" von August von Kotzedue. SamStag den 18. September 1926. Ü.00 Uhr: Vormittagsmustk. 1615 Uhr: NachmittagSkonzert Mitwtrkend: Konzertsangerin Else Rainer — Kremser-Strauß: „Das Leben, ein Tanz", Walzer — Suppe: „Das Modell". Ouvertüre — Buchbinder: Prihoda. Serenade — Loewe: Die Uhr, Ballade — Urbach: Grieg-Erinne« ungen, Phantasie — Lehar: a) Man greift nicht nach den Srernen, b) Komm, die Nacht , gehört der Sünde — Komzak: Aus der Zeit der jungen Liebe, Potvourri — Strauß: Akzelerationen. Walzer — Padilla Valencia, Tanzlied. 1815 Uhr: HSlty-Feier. Zu keinem 150 Todestage Aus des Dichters Leben und Werk. Gesprochen von Ferdinand Onno. 2000 Uhr: Volkstümlicher Abend des Kammerquartetts Tautenhayn. Mözert: Andante — Machnl Gavotte — Dussek: Menuett — Grieg' Anitras Tanz — Schumann: Dein Angesicht; Rösestin lWanda Achsel-ClemenS) — Johann Strauß: Fragmente (Walzer): a) Sinngedichte: b) Au» den Bergende» Promotionen — Schubert; FrühlingSalaube; Frühlingsbot chaft — .Grtea: Ein Traum Wanda Ach-el-ClemenS) —■■ K. Tautenhayn: Weindusel <Walzertnterme-zo) —: I. Lanner:. Bruder lauf! Galopp - Suppe: Motive aus der Operette „Boccae.io". Leichte Abendmustk. Jazzband, Hotel Bristol, Wien. 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