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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-03 · Heft 2705 (3.9.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2705 (3.9.1926)
Date
1926-09-03
Page
Seite 7 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2705 Wen. Meiler MoteDkUzelittRa 3, September 1926 ZWe t falle« in der Union zu Minden. Tie russische Regierung hat diese Pläne bewilligt. «Die Tteuet", Zeitschrift^ für Steuerwesen, Herausgeber Dr. Cwil voller, bringt in ihrer letzten Folge Aufsä he über: Die Goldbilanzenvetordnungen, Gebumennyvelle il)26, Wertzuwachsabgabe und Zwattgsve»iteigrrnng, Verwischtes, Neue Cteuergesebe, SteuerkalcUVer. Verwaltung, Wien, 1. Bez., Wipplingerstraße 22. Ausländische Borscit. Berlin. UiNfauareichcr Rachfrage des Publikmns standen GelviunsicheruNgen der Spekulation gegenüber. Infolgedessen waren die Kttrsbessernilgen in ihrem Umfange sehr verschieden. Einzelne Werte, wie Gelsenkirchncr, Rhein. Braunkohlen, hatten besonders große Erhöhungen zn verzeichnen. Am Lchiffahrtsmarkte machte die Anfwärtsbcwegung weitere Fortschritte. Elcktrisitätswerte erzieltest bei lebhaften Umsätzen nur vereinzelt weitere Knrsbessenmgen. Sie litten offenbar unter Realisierungen. Der Bankakticniuarkt lag fest, doch beschränkte sich die Aufwärtsbewegnng im wesentlichen nur auf Deutsche-, Dresdnerbank und Barmer Bankverein. Deutsche Anleihest ungefähr bchanptet, Roggeirpfandbriefe gut gehalten, BorkrlegS- Pfandbriefr etwas erhöht. Taggeld zu 6 bis 7 Prozent leicht erhältlich. Moiratsgeld 5,75 bis 5,75 Prozent. — Prag. Iin Mittelpunkt des Interesses standen gestern Kohlehpapiexe, welche sichtliche Gewinne ans günstige Konjunktnraussichtest der Kohlestindnstrie, hauptsächlich aber auf Steigerungen der Ausfuhr von tschechischer Kohle erzielen konnten. Neben Kohlenwerten erfreuten sich auch Eisenaktien lebhaften Interesses. Die freundliche Stimmung wurde auch noch durch günstige ausländische Marktberichte verstärkt. Namentlich Arbitragepapiere hatten rege Umsätze zu verzeichnen. Auf den übrigen Marktgebieten war das Geschäft nicht bedeutend. Wiener Bankaktien hatten großerss Umsätze bei überwiegend höherell Kursen anfznwelsen. Alllagewerte blieben gut gehalten. Devisen verkehrten nnelnbeitlich. — BudaPe st. Die Börse eröffncte wieder in freundlicher Stimmung und die meisten Effekten zeigteil ein Höheres Kursniveau. Die größten Kursbesscrllngesl traten ans . dem: Eisenmarkte auf, wo Ganz Danubius 100.000 Kronen profitieren konnten. Fest lagen auch einige favorisierte Ballk-, Verkehrs- und Iuckeraktiell. Sndbaynaktien konnten sich unl ungefähr 6 Prozent rm Kurse erhöhen. Der Vorkehr war mittelmäßig. Wiener Vtehtnävitte. I n n g v i e h m a r k t.. Aüfaeirteben wurdenr 1113lebenoe Kälber, 938 Wetdenet Kälber, 689 iüiei» dener Schweine und 71 Weidener Schale. Es stotjerten: Lebende Kälber 1.60 bis 2.36 S.. Weioener Kälber 1.90 bis 2.80 S. Fleischschweiüe 2.20 bis 2.80 S.. Fettschweine 2.10 Vis 2.30 S., Schafe im Fell 0.90 bis 140 S.. ohne Fell 1,60 BIS 2.20 S. Vermehr lebbast. .Kälber teurer, Schweine billiger. — Schwel N e markt. Aulgetrieben wurden 1423 Fleisch- und 2178 .Fettschweine. Verkehr lebbaft. Fettschweine fest bebauptet. - R l N d e r m a r k t. Aülgetrieben "wurden 245 Stück Mastvieh und 61 Stück Belnlvieh. Bei ganz belanglosem Verkehr konulen Biontagpreise schwer erhielt werden. — K o n t u m a * m a r £ t. Aufgetrieben wurden 196 Stück. Verkehr lvie auf dem freien Markt. Börse für landwirtschaftliche Produkte. Im Einklang mit den festen Berichteil aus Amerika imö der bessereil Stimmung aus Budapest gestaltete sich die Tendenz für Weizen nnd Roggen etwas angenehmer, doch kam es nicht zu Abschlüssen, so daß sie in beh Preisen keinen Ä u s d r u ck fand. Es notierten: Weizen: Inländischer• neu 37.25 bjs 38.25, UnaaTtfcfier Tbeißneu79/80 Kilogramm 42 50 dis 43.60 ungarische: 78/79 Kilogramm neu 10.50 bis 4160 Jugoslawischer 76 Kilogramm neu 38.60 bis 39 50 Jugoslawischer 77/78 Kilogramm —.— bis — — Rogg e n Inländischer , Marchfelder 26.— bis 26.25 Bester Boden 26.25 bis 26 7b Gerste» Braülvare ml. neu Prima bis Ausstich 34.-— biß 38.— böhmische mährische — bis —. Mals: Jugoslawischer- - 24.50 bis 25.60 Kip. gnantin 32.— bis 33.— Haler: Inländischer 24 50 bis 26,60 Reis. Italienischer 7ß.- bis 83.- Bürmo 67.— bis 69.—. Mal) Iprodukte: Grieß mlästdilclie: 80.— bis 81.—, Weizenmehl 0 inländisches 74.— bis 7h —, Kochmehl 2 inländisches 67.— bis 69 — Brotmehl inländisches 47,— bis 4.9.—, . Wieuek R»hl». äb«tschwäch«. Bei Bövsenbeginn setzte eine Reihe von Metten ihre steigende Bewegung fort, doch beobachtete die Spekulation wegen der bevorstehenden Genfer Tagung Reserve: Das Geschäft, VgL im attgemeineil ruhig war, fand zunächst hauptsächlich m Eisesthahn- Mjevteit statt. Fm weiteren Berlaufe hatte die zunehmende Ge- AäftSlosiakelt KnrsabschwächnNgen zur Folge. Auch Elektrizimtsaktien konnten ihre anfängliche Besserung trotz des äus Berlin gemeldeken günstigen Stänoes dev Verhandlungen Über den Elektrotrnst nimt behaupten. In der Kulisse^ stiegen gegen Börsenschluß ANglovank- und .Kreditaktien. IM Schranken wgren die Umsätze vermindert, doch ergaben sich zumeist Knrscrhohungen. Alls dem A N l ä g e ist a r k t hielt die f c st e Tendenz an, österreichische Prioritäten gingen höher. Die Zurückhaltung der lokalen Spekulation bewlrkte, daß Renten vernachlässigt waren und still lagen. Exoten: Mraznica 28.600 bts yO.OOO K. Quoten: Franz-Iosefs-Bahn-Schuld 21.500 K. Nortwestbabn-Schnld 5600 K , 1898er Noldbahn-Prioritäten 9500 K.. )904er Rordbalm - Prioritäten M VO K, Franz -Joless- Bahn -Prioritäten 29 626 K. Qesterr. Lokalbahn-Prlontäten 20000 K., Rordweslbahll- Prioritäten A 23.500 K.. 1885er 20 250 K. Notierungen im S t e l l a g e n p e r k e h r. Es notierten vtt Ultimo September: Qesterreichlsche Kredit 33.000 VIS 87.000 K.. StaatSbahn 70.0l)0 bis 80.Ü00 K.. Alpine 75 l Ol) bis 86.000 K., Rima 44.000 bis 62.000 K, Salgo 85.000 bis Ob.'-Oo K. Per ultiMo Oktober, Qesterreichische Kredit 42.000 bis 48 000 K, StaatSbahn 90 000 bis 105.000 K., tzllvi"e 100.000 blS 116.0(0 K.. Rima 58.000 bis 68.000 K., Sülgo 106.000 bis 125.000 K. M Levtseulurle. . Zürich. 2. September. (DevllenMrle von 12 ttbr.) Varl» 16.62V, (16.47'/,). ronboi, 25.14'/, (25.14'/,). Reiv-BoB 517.87 lol8.—^rllssel 14.66 ,1475). Äailauv 18.85 18.07 V,: Madrid 78.85 (79.60, volland 207.50 (207.50), «etün '23 26 (123.32'/. 1 Wien 73.15 (73.15), Stockholm J38 6Ö (138.56;, Oslo 11360 '119.50, Koüenoagen 137.60 r 137.55), Sofie 3.76 (3.76 . Brsto 16,36 (15.35-, Warlctw" 57.— Nom. Budapest 0.067240 (0.007240;, Belgrad 9.12V« (9.12»/.-. Bttkütes' 2.60 (2.56'/,) Buenos Aires 209.25 (-.—)fiü K)0 Schilling. Prvv 2. September lDevtIeNknr)e.' Berlin.808.62 603.62), Zürich 651.75 >651.76 ,. London ,163 7950 N 68.7250-. Rew-Aork 83.70 (96.70), Parts 101.80 100 30. Belgrad 49.46 ■ 49.45 , Budapest 4.6946 (4.698. Bukarest 16.70 (16 85,. Wie», 476.50 Ai 479.50 (476.8750), für 100 Schilling, Warschau 378 - (877.-), Ingüllawtlche 59.20 (59.20,, Ungarische 4,686 (4.68) Iwlnischk 877.— (976 — , rl esterreichilche gestempelte Krone 474.50 <474 50 Lv-Npcst; 2 September. (Devisenkurse — Eigerlberichr.) AMsterdaM 28565. Belgrad 1256,—. Bernn 16968 Bukarest 866.- 'rüste: 1980, Kopenhagen 18936. London 346060, Mailand - 560. Rew-Bork 71276, Paris 2120, Prag 2110.97, Sosto 518. StockMlM 16070 Warschau 7860. Wien 10064. stüricb 13.761. 2. September. (Devisenkurse.) London 276.50, Paris 170.— R ew-?wr( 56 63, (Senf 1095.50 Mailand 205.— strgg 168.—, Berlin 1345.—, Men 800.50 Bukarest 28.—,?ofia —Bndüvell 6.797 Brüssel —, Amsterdam 22 71 Warschau —. rvarfchaü, 2. September (Devilell.) Belgien 25.44 bis 25.56, > erttn —.-r bis —.— Hollhnd 360.65 bis 362 46 Londoii 43 66 bis 49.90 New-Nork 696- bis 902.- Parts 27.23 rts 27.37 Schwet, 173.79 bis 174.64. Budapest —bis , Prag 26.66 vis 26.78 Wien —bis für 100 Schilling. Italien» 33.12 bis 33.28 Stockholm —.— bis 4 Bet Woche. Die ParaMonüt hat unter dom Titel „De r Wust« d c r e x" Die Geschichte des verlorenen, Sohnes verfilmt. Auto» und Regisieur habest sich über nicht länge bemüht, ans diesem für BiidwGkungen so dankbaren Stoff das biolych: WeichstiS herausholen zu wollen, sondern sie nahmen lieber die Gelegenheit wahr, einen Film zu schassen, der trotz Moralischer Tendenz reichlich amüsant ist. Tie Bersehlungen des verlorenen Sohnes sind eigentlich der Kerst des Filmes Und daß er dann, auf die Stimnle eines Propheten hörend, renig ins Elternhaus Widder heimkehrt, mehr eine liebenswürdige Konzession der Bibel gegenüber als wahrscheinliches Herzensbedürfnis des Inszenierenden, der lediglich in der Zerstornng eines Tempels eine willkommene Gelegenheit für übrigens ausgezeichnet gelungene — Katästrostyenvilder gesehen haben dürfte. Im übrigen hat der Film künstlerische Qualitäten, die auch aus der riesigen Prunk- und Prachentfaltnng hervorragen. Raonl Wal sh, der Regisseur, schuf eine Menge prachtvoller Bilder, ist in Führung der Massenszenen ebenso originell und kraftvoll wie in der Gestaltung der einzelnen Spielszenen. Greta Nissen als Priesterin der Jsthar und sehr auf ihr Vorteil bedachte galante Dome ist schanshielerisch ebenso gut wie schön in der Erscheinung. In den übriger» Hauptrollen geben William Collier der Jüngere, Ernest T o r r e n c e und Wallace B e r r y, dieser prachtvoll drastische und an saftigen Ausdrucks- Möglichkeiten so reiche Intrigant des amerikanischen Films, viel Schönes nnd Gutes. Sehr bemerkenswert weiters wäre noch die Riesenmenge ausgesucht hübscher und graziöser Girls, die als sündige und heidnische Tänzerinnen die beste Propaganda der zu verabscheuenden Laster sind. Daß der Film teilweise koloriert »st, muß in diesem Falle als absoluter BortM für ihn angesehen werden. „B u sti e nn d Si e" ist ein ausgezeichnetes Großlnstspi^l der M e t r o - G o ld w v tt. Die Hauptrolle — wie schon aus beti* Titel ersichtlich — spielt B lt ft er Keato n, der »n allen Lebenslagen Unerschütterliche. Sie — ist eine Kuh. Ein altes» armes Vieh mit krummen Beinen und verdrehten Hörnern, -das außerdem noch nur mit sichtlichem Mißvergnügen sine, auch für -_CENTRAL-KINO . II., Taborstrasse 8 Telephon 42-3-41 Von heute bis 6. September TOI Ein Film aüs dem internationalen Rennsport , nach dem gleichnamigen Roman von WERNER SCMEVfr Regie: Manfred Noah Musikalische Begleitung: Das neue Ufa-Konzertorchester mH Jambband (Dirigent: Kapellmeister Karl Krall) ... B.eginn der Vorstellungen: 6, V,8, 9 Uhr (DER VERLOREllE SOHN) in seinem neuesten Schlagerlustspiel erscheint Vom 3. bis 6. SSbtember Vom 7. bis 9. September Elite-Kino Tne|ilaut>?n-Klno Busch-Klipb H^n-Hlno Kino Wlerifceile Flieger-Klnq 9f( Ein Metro-Goldwyn-May8r-Filra Erscheint Vom 3. bis 9. September Vom 7. bis 9. Se^ember I Nurx-Kino I Kreuz-Kino I Tnchlaüben-Ktoo I I Rotentunn-Kino I Ilotenturin-Khx) I Busch-Ktno II II Kainmecüchtspiele am Schwarzen Stafa-Kino VI Eos-Kino tu VI bergplatz Löwen-Kinp Kino Mariahilf Mozart-Kino UI Votivpark-«ino IX Haydn-KI»W VI vi IX tu VI IX Abt)äzla-Kino XV Kiao WlenzöOe Palast-Kloo VI m Copyright I92ß by R. Löwit Verlag, Wien—Leipzig. ö. Fortsetzung. (Bitte iitbifdp SeM'ribe. Das gab denn »mtürlich stlöttnigfache Gelegenheit zu Spaß vnd Scherz, und keiner her tvitzigsst Jünger Perfchlttz, nachdem er zur Genüge Zunge und älrme im gelehrten Wettstreit exerziert hatte, an dem Knaben seinen böswilligen öder neckischen Mutwillen zu üben. - Es slprierie überhanpi zu jener Zeit ein'eigenes, originelles Leben und Treiben auf diesen Höchschulen des Tglmud, nicht minder laut und bnrschlk.pK als das her damaligen Universitäten. Auch diese Jünger der Gottesgelahrtheit hatten eigene Gebräuche nnd Spiele unter sich eistgeführt, eine eigenäptige Nomenklatur erfunde)!, ja sogar eilte eigene Art verworrener Zigeunersprache unter sich m Gang gebracht, und jeglicher von ihnen, so gering und nnbedentend er auch sonst im Wissen sein möchtewußte nach seiner eigeÜiülNiicheü Qualität sich durch etwas Besonderes auszttzeichuen nnd beNlerkbar zu machen. Ganz nach dem Börbibd ihrer nichtjüdischen Kollegen aber hatten auch sie die feine Sitte unter sich eingeführt, immer eOen Süüdenbock ans ihrer Mitte ausKnscheihen, hem bas Los zuteil wurde, bei jeder Gelegenheit geprellt, geneckt und gefbM zu werden. Es war auch das größte Vergnügen, ja oft die einzige Erholung der ehrwürdigen Wissensjünger, so einest Burschen, her in der Regel ein Neuling, nicht selten aber auch eist bereits öe? jahrter Jammevsohn war, an dkr.Schtmr jhrer Neckereien recht zappeln llnd wackeln zu sehen, ljnserem Jakar-daj nunder für ein ebenso'einfältiges als herzestsglltes Büvschlein galt, nxlrde zumeist dieser ehrenvolle Part zngetviesen. also daß keine der genialisch!m akademischen Belnstignstgeü verging, ohne daß der Knabe rabei irgend ein Denheichen im .Antlitz oder auf dem Leibe davongetragen hätte. Trat irgend ein Bachur, wje es nicht selten der Fall!var, mit einer neuen Erfindung auf. die am End^ sicherlich üur auf 'einen derbe); Zpaß oder eine plumpe Atystifikation hinansliej, io Mrde getvitz das „Bachurleig", so nannte man den Knaben, dazu ansersehen, zum, Experinient Pt dienen; kurz, bei jeder Gelegenheit genügsam bedacht, giNg er m'e nNgeschorest und Nngeföppt aus. Doch er ertrug all dies Mit geduldiger Sanftmut, NÜd indem er nicht selten selbst durch komische Einfälle die allgemeine Heiterkeit vermchrte, wNßte er sich ä'm Ende das allgemeine Wohlwollen der Bachurim zu erringen, die freilich dessenungeachtet Nicht abließen ihn zu quälen, aber dafür auch wieder ihm manche kleine Gefälligkeit erwiesen. Nichts aber erregte die allgemeine Heiterkeit mehr, als wenn Jakar-daj nicht selten, sobald et stur die Abwesenheit des Rahbi bemerkte, Plötzlich ans der sogenannten Bachurimstube in das Sind!erziMüler des RaM eilte und, indem er von . da so schnell ullV verstohlen als Möglich den dicksten Folianten, best es nur im Schranke gehetl.mochte, entwandte, in einen verborgenen Winkel kroch, um daselbst in wahrhaft komischem Eifer mit dem Studium des gekehrtesten hebräischen Autors, des RaMbaM, sich zu befaßen. Ein furchtbares Gelächter folgte jeder solchen Wahrnehmnstgkeiner der Bachürstst, itnb war er auch sonst noch so griesgrämiger Natur, konnte dies eil Anbück ohne Zwerchfellerschntter'stNg ertragen, selbst der Rabbi koststte, wenn er plötzlich tviederkchrte, seist Lieblingsbuch suchte ststd es in den Händen seines PstegekiüÄes fand, eine herzliche Heiterkeit nicht unterdrücken, in welche aber niemand eifriger einstimmte als der kleine Jäkär-daj selbst, der dailu sicher nicht verfehlte, mit gravitätischem Ernst das Buch znrückzüstellen und irgend eine lststige BemerkUstg über dessen Inhalt zu machen. So wußte denn der Knabe trefflich seine gastze Umgebung Wr sich ilnh seinen wahren Charakter zu täuschen, und indem er innerlich täglich an Wels-? heit zünähm, befestigte er sich äußerlich iMMer Mehr im Ruf des besten und dümmsten aller Jurtgen. Da geschah es eines Sabbats, daß im Hanse des RaM eist seltsames, eigentümliches Fest geMert wurde. D war ein sogestannter Sijum oder die MchveschließiMsfeiei'. Wie gewöhnlich hatte der Rabbi anch Mte eine Mahlzeit Herrichten lassen, und nachdem er den letzten.Abschnitt einer Massechtah vorgetragen hakte, sämtliche Bachstrim zstr Teilnahme eingeladen. Di: ließen sich das nicht ztveimal Mell, sie griffen tapfer zu mch ließen sich's schmecken; doch so wohl ihnen auch das Ällahl behagte, so schlimm bekam ihnen das'Dessert;.denn drches bestmchi in drei gewichtigen tälmudischen Problemen, die in rnch^ MÄHr als acht.Tagen schon von dem ehrkckrdrgen Znckel gelöst 'werden sollten. Da verstummte plötzlich alle Fretrde ringsum, kemem wollte In ehr etwas von den köstlichen Gevichtm behagen, die da in Gold-- und Silbergesäßen qiUfgetragen wurden. Einer -Mch dem anderen schlich unverm-evkt davon. Die acht Tage vergingen schnell, wie jede Zeit, temt MH man zu veHögevn llmufcht. Der nächste Samstag sah wieder das gastze KolleMm in der Stube des Rabbi versamuE. Aber Me unheimliche Stille hatte sich allerseits gelagert, die keiner zu unterbrechen wägte, As endlich der Rabbi M freunidlichep Stimme feiste Bachurim einlnd, nun die Resultate ihres aDtägigen GrÄbelns und Forschens zu enHüllen. Zn allgenreinenr ErstaMst aber blieb alles stumm, auch mK tim WÄe m >der Bevsammlustg. Da sah . man das Auge. des Jchrers sich tMen. Das Schlimmste fürchtend, näherten sich nnn doch zwÄ oder drei her Jünger, um mit aller Macht ihres sophistischen Talents einige scheinbare. Entwirrungen des tälmudischen Motens dem Verstand und Urteil ihrer Kollegen und. vorzüglich ihres angebrachten Lehrers asttzudrrügen. Doch mit VeWchtstng und MiMstuW wies dieser sie und ihre kümmerlichen Versuche zurück, von keinem auch nur im geringsten beftiedisst. Mt einer harten Strafpredigt über ihren geringen Fleiß uttd Scharffimr enilafsest, dankten sie Gott, asts der Nähe ihres Kirnenden Lchrers zu kommen; beschämt Wichen alle nach Hanfe. Der RaM selbst war int höchsten Gra-de mißgestimmt, er konnte nicht anfhören, die bittersten Bemerkungen über Abnahme der Thora in Israel zu Mächen. Doch eine äUßewrdölltliche Ueberrpschung statid ihm anl anderen Morgen-bevor. Me es feine Gewohnheit war, hatte er sich zeitlich erhoben und trat, mit. einem gewichtigen Folianten bewaffnet, an den Tisch fernes >StstdterMbchenns; da bemerkte er daselbst ein Blatt, mit reinlichen abgerundeteri Zügelt beschrieben. Wer malt sein Erstausten, als er bei näherer Untersuchung im 'blijhendsten tälmudischen Stil, mit einem Schstrffinn und einer Gelehrsamkeit, die er k<mm sich selbst zugetvaut hätte, die drei Probleme aufs genaueste gelüst jaud. HMMu- Mir-

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