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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-28 · Heft 2699 (28.8.1926) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2699 (28.8.1926)
Date
1926-08-28
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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fff. SWV flSÄH) fSttttWlBf «vielte? «N». c«-«rgw|rt jl< «ata —. SBrttimanbtln fapetiot 610.«*. Ubtmif Aetzkatt. 88/93 G. F. 80.60 Aetznatron, 128/180 «alvay SS.- Alaun, in Stücken 33.-*. Ameisensäure. 86*/, 160- Borax trist. 108.--». Chlorkalk, 110/115 30.-*, Chromnatron 116.—, Eitennttriol 16.—. Effigsäure, 80%. für Genußmeck« 240.—. ffiiencTiatlf. Aktien erholt. — Renten und Obligationen fest. L>ie gestrige Börse stand zu Beginn das Verkehres im Oeichen der »nnerpolitiischen Schwierigkeiten, di« die Beamtende« wegnng hevvorzurufeu droht, sowie der Geidversteifung sn Berlin, die auch vott eme Äbschwächung der Tendenz zur Folge hatte. Die Spekulation nahm auch mit Rücksicht auf den Wochenschluß EntlastunGverkäufs vor, doch zeigte die Kulisse eine gewisse MderstandsfMgke.it, wobei Alpine und Siemens-Aktien sogar cm KnM anziehrn konnten. Um die Mittagsstunde gaben Ms Kontermineangrrffe auch Alpine nach, biß, ausgehend von Kredit« aktieu, m denen größere Mufaufträge aus Berlin eingelangt waren, eine allgemeine Befestigung eintrat und mehrere Knlisse« papiere nicht nur die anfängltchen Knrsolnbußen hereinbrrngen konnten, sondern sogar höher als Tags vorher schloffen. Die Prä-, m i e n e r k l ä r u n g für die Ultimoprämisn- und Stellagegeschäfte brachte eine Kuröeryöihung der Kreditaktien. Der Renten markt wies von Anfang an ein festes Gepräge aus. Gegen Schluß haussierte Goldrente bis 83.000, da man anmmmt, daß die Regierung von -der Einberufung der Goldrettte und der Staatsschatzanweisungen Abstand nehmen werde. witzer, Krainer Eisen und Neusiedleraktien profitierten, schwacher waren dagegen Dynamit. Nobel, Ban- und Petrpleumwerte. Die um Schranken notierten Eisenbahnobligatiynen lägen sehr fest. Elisabeth-Aktien 3 wurden mit dem Pluszeichen gegogey. Notierungen im Stellagen verkehr. Es notierten Per ultimo September: yesterreichische Kredit 36.000 bi« 44.000, Staatsbchn 76,000 bis 85.OQ0, Alpine 80.000 bis 95.000, Rima 48.000 bis 56,000, Salgo 85.000 bis 100.000; per ultimo Q rt o b e r: Osstsrreichischk Kredit 46.M bis 66.000, Staatsbahn 95.000 bis 110,000, Alvtne 100.000 bis 180.000, Rima 58,000 bis 70,000, Salgo 105.000 bis 180.000. — Exoten. Mraznica 84.500 L6O00, Änch. Ban 11.000 m 11.500. Sit Stuileiiiurfe. 27. AvüNst. (Devistznkurle von 14 Uhr.) Barts IE (l^ÄV,). London 25.16 <86.16), Rew-Aor» 516.25 (518,18). Brüssel 14SSV. <1480), Mailand 16.90 <17.01). Madrid 79.40(79.30), Holland 807.51% (207.52*/,), Bern» 123 47V, (183.6h). Wien 73.09 (7316%), Stockholm 188.60 f 138.67'/,), O«lo 113,46 (113.60). stovenhaaeu 137.62»/, (187.52»/,), Sofia 3.73 (—.—), Prag 15.95 (16.34»/»), Warschau 57.36 uom. (57.— nom.) Budapest 0.007245 (0.007243%/, Belgrad 9.12'/, (9.12'/,), Bukareü 2.52% (2.60»/.). Buenos Aires 2Q9.- ) für 100 Schilling. V»««, 87. August? (Deptjenturle.i Berlin 304,50 304.97), Zürich 662.— (652.— ). London 163.76 (168.75-, Aelv-Aor! 33.70 (33,70). Paris 96.125 ' 96.30* Belgrad 59.47 (59.46V Budapest 4.69275 (4.6026^ Bukarest 16 80 (1Y.2H,. Wien 476.776 bis' 479.775 (476.825), Warschau 373,75 (378.-). für 10Y Schilling, Jugoslawisch? 59,175 (H9.A3-. Ungarische 4.68 (4,68) Polnische 373.— (373.50,. Oesterreichische gestempelte Krone 474.50 (474.50, Bu-apeft, 27. August. (Devisenkurse — Etgenhertcht.i Amstewam 28550 Belgrad 1254.—, Berlin 16988 Bukarest 341-. Brüste: IM. Kopenhagen 18920, London 345935. Mailand »305, ReipeAork 71285. Paris 2010, Prag 2110.62, Sofia 518, Stockholm 19065. Warschau 7850. Wien 10068, Zürich 13.754. Belgrad, 27. August. (Devisenkurse.) London 276.68, Parts 163.— Netv-Uort 56.63. Genf 1095.76 Mailand 186.— Prag 168.10, Berlin 1352.50, Wien 300.50 Bukarest 27.-, Sofia —Budapest 0.797 Brüssel 189.—, Amsterdam —. Warschau —. Marsch««, 27, August. (Devisen.) Belgien 24.84 bis 24.96, Berlin hitz —, Holland 301.26 bis 36805. Lyndon 43.78 bis 48.99. Ylelv-Aork 900- bis 904.- Paris 25.84 bis 86.96, Schweiz 174.08 bis 174.94, Budapest —bis — —, Prag 26.71 bis 27.09. Wien 127.38 bis 128.0g für 100 Schilling. Italien 89.58 bl» 2907. Stockholm 241.26 bis 242 4b. IIIIWIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll II!II>>>>!IIIIIIIIIII>I!!III!IIIIII!IIIIIII!IIIII>IIlIIIWIIW Film und Nino Sie SIlme der Woche. Unter dem Titel „Der blutige Sonntag" erscheint deutend sympathischer, wahcheitsgetreuer und daher uns auch ncchestyhenver als die verworrene und phantastisch beschönigte Geschichte der Meuterer vor Odessa, die mit einer raffiniert guten Begleitmusik ihr allzu williges Publikum bluffte. Bor allent hat dieser Film, der in den Mittelpunkt seines Geschehens den Popen Gapon stellt, wenigstens eine ausgesprochene Handlung, die — obwohl manchmal fast zu sehr verzweigt — einzelne Personen auf das Geschehen Einfluß nehmend anftreten läßt. Wir sehen hier ein um das einfachste Menschenrecht ringendes Proletariat, das unter Zuständen leidet, die die Folgen des finstersten Absolutismus sind, den der von schlechten Beratern umgebene, unglückliche letzte Zar aller Reußen in Person repräsentieren mußte. Ihm gegenüber steht die Figur Gapons, des Mannes der "Kirche, der den Unterdrückten und Gepeinigten im Vertrauen au^ me Tugenden, die der einfache, manchmal sogar naive Priester dem Herrscher zuschreiben mußte, Hilfe auf dem Wege der flehentlich nnd überzeugend vorgebrachten Bitte bringen wollte. Unwissentlich entfaltet er dabei eine ungeheure Macht, da die ihrer gefährlichen Stellung stets bewußte Kamarilla am Hofe fürchten mußte, daß die ungeheuren Massen der Bittenden durch ein kleines Ereignis nibglicherweise zu ebensolchen Massen alles niederreißender Revolutionäre werden könnten. Und als einziges Auskunftsmittel wußten die Träger nnd Stützen, aber auch unmittelbare Nutznießer des herrschenden Absolutismus nichts anderes, als ans die heranzichenden Prozessionen Salven abgeben zu lassen, Kosakensotnien in sie hinein zu Hetzen, kurzum das furchtbare Massaker des 9. Jänner im Jahre 1902 zu veranstalten. Der Regisseur Wiskowsky zeigt zunächst in seiner Inszenierung Vorzügliches in der Führung und Ausarbeitung der Massenszenen, ist aber auch in der Leitung der einzelnen Spielszenen absolut sehr gut. Allerdings, es stand ihm ein Apparat für diesen Film zur Verfügung, der scheinbar das Wort „sparen" überhaupt ausscklieht. Es ist nicht anzunehmen, daß bis jetzt ein Film derartige Menschenmaffen ans die Leinwand brachte wie dieser. Besonders lobend mutz bei diesem Umstand hervorgehoben werden, daß Pas Tempo, irr dem dieser Film vorwärtsschroitet, trotz der Konlpliziertheit überaus flott nnd znm Schlich zu reißend ist und das ganze Geschehen trotz seiner viefachen Verzweigung immer absolut verständlich und fesselnd bleibt. Die Leistungen der Darsteller, von denen der Film Moroni ch i n als Gapon, I e w d a k 0 w als Zaren, weiters B 0 gdan ow und Sömonow nennt, sind sowohl im Einzelspiel als auch im Zusammenwirken vorzüglich. 'I* „Die Wiskoltens", die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Rudolf Herzog, wurde unter der Regie Artur Bergens zu einem Schauspiel, das reich an behaglicher Bet Werbet Abonnenten für die t 1 „Wiener Morgenzeituug" 1 schanlichkeit ist. Es stürmt zwar unentwegt in diesem Film, doch wütet der Orkan nnr im Wasserglas und die gemütliche Familientragödie und das geschäftliche Malheur der so personenreichen Textildynastie lassen keinen Moment an einem schließlich doch guten und — weil durchwegs sympathisch gezeichnete Menschen betreffend — auch befriedigenden Ende zweifeln, Ungemein reich ist die Rollenbesetzung an gute,- itnb bekannten Namen. Es seien ans der großen Menge nur Liedtke, Riemann, Platen, P i ch a, B r a u s e w c t t e r, Valentin nnd Mach D e lschaft, Frieda Richard, Kamilla v. Hollah und Erika G l ä ß n e r genannt. Von ihnen und den Ungenannten kann nur gesagt weiden, daß sie viel Gutes nnd Schönes gaben. -r- Weiters erscheinen heute noch: Die amerikanischen Filme „S eine Majestät Dougla s", der den Bewunderern von Douglas Fairbanks wieder einmal ihren athletischen, stets nlit allen 92 Zähnen lächelnden Helden bringt, dann „Der Silbe r k ö n i g von N e v a d a, das Bnster-Keaton-Lustspiöl „Ko lu mb us 2", tvekters „Eine Blume de r Na cht" unb „Unter den Pferdedieben Arizona s", der Fox-Film „Marokko, das Erlebnis eines F r e m d e n l e g i on ä r s" und „Z i r k u s W i l d w e st" aus der Universalproduktion. Die Ufa bringt den deutschen Film „Frauen, die entsag e n m ü s s e n". CENTRAL-KINO 11., b o r s t r a 3 s e 8 Telephon 42-3-41 Von heute bis 30. August PopRefprograntm i Snuh, der Eiimentch Ein Lebensbild aus den unendlichen Eisfeldern des hohen Nordens — und BCOMJNBUSSI. Eine tollkühne Seefahrergeschichte Regie und Titelrolle: BÜSTER KEATON Maaikalitch« BtgUUangf Das neue Ufa-Kon^ortorchosSer mii Jazzband (Pirigenii Kapellmeister Karl Krall) Beginn der Vorstellungen 6, '/,8. 9 Uhr Jakob Feldhammer filmt. Der bekannte Bi'chnenschauispieler wurde vom Li st o-Film als Hauptidarsteller in dem Indischen Tendenzfilm ,ß t nt o n Soh n" (Ahasver) gewonnen und ist aus der Schweiz z>t den Aufnahmen eingetroffen. Ein Pazifistischer Film. Richard Löwenbein, der verhältnismäßig noch sehr junge, aber schr bekannte Berliner Regisseur, wird in Wien einen pazifistischen Film für die „D o m o" drohen, dessen Buch Jacques Bacherach und Rosa Wachtel schreiben: Der Titel steht noch nicht fest. Der Film wind keine Schlachtenbibder bringen, sondern nur die Folgen und Auswirkungen des Krieges ans Moral und Familienleben schildern. WaiyÄscheinlich dürfte Asta Nielsen in diesem Werke spielen. Eine vielbeschäftigte Autorin. Die bokannte Wiener Filmdvamaturgin Jda Jenbach arbeitet derzeit an den Szenarien von „L e di ß e L e u t e" nach Felix D ö r m a n n für die „D o« mo", Ludwig Anzengrubers „Pfarrer von Kirchfeld" und ,^Lorle" von Bertholo Auerbach für.den Hegewald-Film. Die groß© Tragödie Rußlands ab heöte in allen Wiener Kinos | PUTE-FILM, WIEN, VII. NEUBAUGASSE 38 i 3 . . -n-j,I e1 I MWiHT •ifVuSMWnlli ■ M Copyright INtz dv R. L^wlt Verlag, Wler^Uipzlg. Aakardaj. Eine Maische Logende. Ls lobte einst in der 'guten asten Stadt Frankfurt am Main vor vielen hundert Jahren sin reicher, viel gekannter und viel gescholtMer Jude, Süßkind' Mandel geheißen, von dsm aber niemand nach dept allgemeinen jüdischen Sprichwort sagen mochte: „Wie sein Name, also er", da tt trotz der Süßigkeit seines Namens dennoch im Rufe stand, ein recht herbes Kräutlein 9» sein, für jeglichen Armen und Dtintigen ein dürrer Baum, der feine Früchte trägt und keinen ^Schatten gibt. Es wußte Llämlich unser Mann nur Schütze anznhäufen, sein Auge sah sich nimmer satt am blendenden Glanze seines' Goldes, und Gäbe und Wohliat zu spenden und das .Herz des Nächsten zu erleichtern hatte er nicht gÄernt. .Niemand hatte je den reichen Süßkind bei guter Laune gesehen,' er lobte nämlich schon seit zehn Jahren uüt seinem Weib« in unfvnDbarer Ehe und konnte sich nimmer von Gott und einen Erben seines' angehänften Gutes erstehen. Das war es nun zumeist, Ivas an seinem Innern nagte, seilt Gemüt täglich mehr verdüsterte lind ihm den Stempel -des Trübsinns auf das fahle, obschon noch »licht voni Wer arMgriffene Antlitz prägte. So wohnte er denn einsam und abgeschlossen in erneut der schönsten Häuser des Ghetto, kein lebellsvolles Geräusch erfüllte die weiten, Mnkhaften Zimmer, öde uttd leer wie sein Herz standen seine Säle. Es war um die Zeit der Feiertage. Ein buntes Treiben zeig!e sich in allein Gassen und Gäßchen des uralte,t Ghetto, man lies, rannte, keilchte, kaufte und verkaufte, aber nicht des Gewinnes wegell, sondern alles zu GHren -es Feiertages,' d-enn die Zeit der Feste, die mit dem etffen Tag des Monats Tischri beginne». ist die schönste und wichtigste im Jahre für den Sohn des jüdischen Volkes. Der Morgen des Hoschana-Rabba sah den größten Teil der Gemeinde in der Synagoge versammelt. Hunderte von Flämmchen strahlten in dem engen Raume und »varfeu ihren mat:en Schein auf die Gesichter der Andächtigen, die in innigein Berichr mit ihren. Gölte alles Leides und Druckes zu vergessen schienen. Aber während alle beim krästigeu, hellen Vortrag des Ghasan das Gemüt in Kubige Erquickung tauchten und den Gott Israels mit nicht genug lauter Stimme verherrlichen konntest, saß in einer dunkleren Ecke des Bethawsts ein Mann still und in sich versunken, gedankenlos in das vor ihm ansgeschlagene Machsor starren!), der nur zuweilen ein schipachös Gemurmel in den all-- gemeinen Wogenschwall der Andacht einmünden ließ oder mit der Rechten über die feuchte Sirn-fnhr. Es war Süßkind Mandel. Wie immer wohnte er auch heute teilnahmslos dem Gottesdienste bei, in trübem, düsterem Nachsinnen über sich und sein Geschick. Und als nun das Hallel geendet unb die sieben Umschreijungen des Alnmnor beginnen sollten, dg senkte er, müde von den wechselnden Eindrücken, das Haupt vor sich hin in dis beiden Zilterndon Hände, und indeni ein Gedanke sich an den anderen hing, rangen eittzelne Töne seiner überlauten Umgebung bis ins Innerste seiner Seele und weckten hier jenes verworrene Leben, 'das bald alle seine Sinne umfing uni) ihn endlich in einen tiefen 'Schlaf versinken ließ. Und er hatte einen Traum. Ihm ivar es, als säße er zu Hause in seiner Sukah und als starrte er wie gewöhnlich zu der griuteu Reisigdecke hinan, die, ein wahres Bi'ü seines Lebens, ein trübes Einerlei dem ermüdenden Auge barbot) denn keine spielende .Hand, kein emsiger Kindersiml hatte jene hier oft bizarren Dekorationen verschwendet, wie man sie wohl sonst in solchen Hütten -u finden pflegt. Da sing es oben an sich zu »'egen und zu weben, und bald tvar es ihm, als senkte sich eine A>Me auf ihn herab, die nun jeden Augenblick anders sich bildend und in mannigfache Fornwn übergehend «endlich die Gestalt eines greisen Mannes annahm, der in einen ^uallenden Talar gehüllt und das ehrlvürdige Haupt von schnee- 'Iveißen hocken imlwqllt in überichischer Majestät vor ihn hinirat. „Süßkind!" ließ eine Stimme sich vernehmen, „ich bin Mias, der Prophet!" Da fühlte der ganz in chrfurchtsvolle Schauer aufgelöste Süßkind sein Haupt erfaßt, und indem die Erscheimlng ihm tief forschend ins Auge blickte, ftchr sie fort: „Was weinst und jammerst du «mt ein Kind, einen Erben deiner 'Mit den Tränen der Armut erkauften Schätze? Nimnier doch wollte der Gott Israels dir diesen Wunsch gewähren, toeii du, der du vor zwanzig Jahren als arnier Bachur in diese Gemeinde kamst, nicht Opfer des Tan-kes geweiht hast für ettoiesene Wchlwt. Doch fühlst du dich stark genug, dieser irdischen Habe zu entj sagen, kannst du dein Herz losringen von eitlem Besitz, so soll die Gnade des Ewigen dir wieder leuchten und du wirst gesegnet werden mit himmlischem Gut. Wso hast du die Wahl: entweder reich, aber Linderlos, oder arm, aber beglückt durch den Besitz eines Kindes, das einst eine Leuchte in Israel und ein Rotier seines bedrängten Volkes sein wird. Bis der Mond zwölfmal gewechselt hat, will ich um deinen Entschluß anfrageu. Bis dahin 'bebeitfc es wohk!" Also sprach die Erschemung Md zerrann wieder in leichte Nebel, die den ganzen Raunt erfüllten, Süßkind aber erwachte in Schweiß gebcchet. Mit Mühe konnte er 'sich erheben und den Ta'lis zusammenlegen. Endlich, .da der Gottesdienst M Ende >mar und alles sich in eiliger Hast hinausdrängte, fühlte auch er sich vorwärtsgeschoben, und ohne .daß er iselbst wußte, wie ifjat geschah, 'beifand er sich in seinem Hause, in seinem Zimmer. Hier kam ihm Mn sein Weib ganz bestürzt and m Trägen, ausgelöst entgegen Md in wenigen Augenblicken ihat-to der 'staunende Geizhals erfahren, daß auch sie, kurz vor dem Er- 'wachen aus einem Mruhevollen Schlummer, von *emer ähnlichen Erscheinung geänWgt und erschreckt worden war. We'l'ch ein Jahr nun für die beiden Ehegatten kam, wie reich au schmerzlichem Seelenkampf, kann jeder leicht ermessen, der das menschliche Herz kennt und weiß, wie sehr es an Besitz und Habe häng:. Hoschana-Rabba war wieder gckommen. In änMicher Erwartung des Kommenden hatte sich Sützkind .für den Gang in die Synagoge vorbereitet. Kaum war er aber über die Schwelle seines Hanfes getreten, als er sich wie vom Gersterhauch angeweht fühlte. Die erhabne Gestalt des Propheten, ganz wie er sie im Traume gesehen, stand unter dem Morgeichmnnel wieder vor ihn: und fragte nach seinem Entschluß. „Möge Gott nach seinem Willen mit wir tun", sprach Süßkinld mit bebender Stimme, „möge er von neuem alles Leid der Armut auf mich «häufen, aber erfreuen soA sich mein Herz «an der Liebe und Pflege eines Kindes. Ich will nicht rmbeweiVt vereinst in das finstere Grab zu den Vätern hinaMigm." Also sprach SÜMnd. Segnend und ein herberes Lächißn aus dem verklärtelt Autlitz, verschtvaud die Gvscheimmg. (FochctzMg folgt.) 235353532353485348232353 ^^.://+:.4C 235353234823532353235353

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