Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2692 (21.8.1926)
- Date
- 1926-08-21
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wen, HainKiäg mtntt Msesenzerkuas A. AWft IM Nr. SSSS Vor dem Krieg stab es in Berlin 10.000 A«s den Gereinen. HmHttbor. Mr-fstellimst für Sonntag: Bnc, Gebb, Schorr, Kertestz, RoniV, Foldmar, Weiger, SchnM, Bondy, .Heller, Znckerber». EHatz: Stern 1. Die Genannten wollen mit hasib 2 Uhr nachmittags bestimmt auf dem Hersihaplatz erscheinen. Hokadnr. Heute um haW 0 Uhr abeiids Spiölerversamntlung im Cafe Elisabethpromenade, 9. Bez., Elisabebhpromenckde 27, Ecke Seeqasse. Aufstellung von zwei Mannslhaften. — S-Pong: Jeden Samstag ab 8 llhr. Montag um halb 8 Uhr chnfysitznna im Saale, 9. Bez., Liechtensteinstratze 11/13. Es <Len folgende AuSschutzmitglieder bestimmt zu erscheinen: Fränrin Andacht und die Herren Dr. Seiler, Eisler, Heller, Stolper, Stark, Klein, Kleiner und John. Makkabi. Heute Wettspiel einer Jugendmannschaft gegen Slavoj. Um dreivicrtel 5 Uhr haben sich folgende Spieler auf dem Czechieplatz (F-Wagen) einzufinden: Arrgapfel H.» Weich, Mttmcmn Meyer in, Mvenkopf, Garfunkel, Breiver, FrLM, Augapfel M., Fnrsetzer, Helfer. Erste JngendntaMtschaft Sonntag um halb 10 Nihr gegen ElektrajrtnglmonnfchctfL MMtaMtz). Aus- Itellnng: Zwirn, Zunz, Luft, Platze-, Brbevstein, Strttm, Torczyner 2, Neatmann, Llttz L^, GrniMveg. Sämtliche Spieler habeit sich heute tun 8 Uhr im .Mnibheim einzu finden. Jewi sh Allronnd Sporting Club. Der Betrieb wird erst am 1. September anfgenommen. Vorläufig jeden Dienstag im Wiener Ringeafe ab 8 Uhr Zusammenkunft. Alle, die bei der Handballisektion tätig sein wollen^ werden ersucht, sich Dienstag tun halb 9 Uhr int Kltiibheim samt Photographie zwecks Besprechung eiit-zttfinden. Jeden Sonntag Fahrt stach Kritzendorf. Morgen Treffpunkt um 8 Uhr 30 Min. vor der Franz-Jofefs-Bahn. I. A. C. Heute um 8 Uhr abends außerordentliche Generalversammlung Int Klnbbeim, 7. Bez., Buvggasse 30. Das Erscheinen aller Mitglieder ift unbedingte Pflicht. — Handball: Morgen spielen die Damen um halb 10 Uhr vormittags auf dem Cricketerpiatz gegen Cricket ttnd troffen sich inn dreiviertol 9 Uhr Eitdstation L-Wagen. Die Aufstellung lautet: Kämmerling, Bobriker, Schlohberg 1, Grünhut, Stock, Beigl, Adler, Reiner, Trost 1, BrM, Beraer. Eysatz: Bachn«. Die Herren sipieLen nach den Damen um HM 11 IHr gegen Cricket 1 in folgender Aufstellung: Gollevstchper, Las-w, Mech 1. Wahrhaftig 1, Siermann, Wahrhaftig 2, Grimhut, Brovheim, Weininger, Roth, Blatt. Ersatz: Meiih 2, Gold, Breitnet. Die Spieler treffen sich entwoder zugleich mit den Damen oder eine halbe Stunde vor Wettspiclairfang auf dem Cricketevplatz. Nächsten Donnerstag Neuwahl der Sektionslettnng. Zion. Hetvte um halb 4 Uhr nachmittags Wettspiel gegen die Firmemimntrschaft Weiß u. Großner auf dem Tatrbsinmnten- Platz. Anfsiellmtg: Ehrenpreis, Merbach, Axelrad, SchiMer, Ginsberg 1 und 2, GersMr, Schwadron 1, Neumann 1 und 2, Aschkena'zy. Ersah: Menczer, Scheer. Morgen um 8 Uhr spielt die Raserve gegen W. S. B. auf dem Helfortplatz (zu erreichen mit Linie 40). Treffpunkt um 8 Uhr Bellaria. Anfstellnng: Fonter, Glück, Scheer, Jellinek, Gottfried, Blatt, AltschMer, Prager, Schtviadron 2, Menczer, Armer. Um 10 Uhr spielt die Schülermannschaft gegen I. S. B. an-f domsollbett Platze. Aufstellung: Justiz, Mörsol, Uttgar, Schneider, Klein, Neustzkd, -Hollzer, Gawmann, Lauser, Wasuer, Süßkind. Ersatz: Grvßnrann. (4 Fortsetzung ) Das gelobte Laad. Don Israel ZangwM. (Autorisierte N e b e r s e tz u n g.) Der Schrsfsarzt sprach ein Wort zu seinen eigenen.Gunsten. Er war es gewesen, der den Frauen in Hamburg Gcsundheitszertiflkate ausgestellt hatte und er würde von der Schlssahrtsgesellschaft getadelt werden, denn im Falle der Zurückweisung mußte diese für die freie Rückfahrt der Schwester sorgen und die Kosten einer eventuellen Quarantäne tragen. Er verlachte die Idee, daß die Mädchen an einer rnsteckenden Augenkrankheit litten. Aber der eingeborene Arzt zuckte 'bloß die Achseln und blieb unerbittlich. Mirjam wurde ganz hysterisch. Zum ersten Male in ihrem Loben verlor sie ihre Kaltblütigkeit und ihre klare Vernunft. „Ihre eigenen Augen sind angegriffen," rief sie »em amerikanischen Doktür kreischend zu und ihr pockenfarbiges, dunkelfarbiges Gesicht wurde ganz weiß vor Verzweiflung und Aerger, „wenn Sie nicht sehen, daß meine Schwester geweint Hat und bloß von der Seereise krank ist. Aber sie trägt keine Ansteckung mit sich. Sie ist ganz gesund vre ein Ochse und' ihr Auge gleicht dem einers Adlers." Sie wurde ermahnt, ruhig zu fein, aber sie schrie voller Angst und Wut: „Der deutsche Doktor versteht seine Sache, wer die amerikanischen haben keine Bildung." „Ach, Mirjam, höre auf," flehte Beile, ihre Arme um t-ie keuchende Brust ihrer Schwester schlingend. „Was hilft ws?" .. Aber Mirjam war nicht zu 'beruhigen und der Aus- »ruch begann aufs neue, als sie einen Zettel mit den Buchstaben S. I.*) evhiÄt, welcher die beiden Mädchen vor dem ' *) Spezial Jnquiry — besondere Untersuchung, ftrnmmfldi 'boschied. „Lassen Sie sie ein, guter Herr, und senden Sie eine von den anderen zurück. Zirole wird mit mir zurückkehren. Der Kleinen schadet es nicht." Der gute Herr war in der Tat gut, allein Amerika mußte geschützt werden. „Sie können die Junge und die Alte mit sich nchmen," übersetzte ihr der Dolmetsch, „aber nur sie beide können eingelassen, werden-" Mirjam und Beile wurden ohne Erbarmen zurückgewiesen. Die beiden'Begünstigten standen inzwischen hilflos da. Besonders Zirole, das Kätzchen, war betäubt. Da kam endlich der herausgeputzte Srul, - um den erwarteten Jubel durch trauriges Elend ersetzt zu finden. Es gelang chm, nach vieler Mühe, bis in das Gobiet der Zurückgewiesenen vorzudringen. Es ist in Polen nicht Sitte, die verlobte Braut zu küssen. Aber Sru-l sah Beile ganz stumpf an, ohne selbst ihre Hand zu berühren, wie wenn der Ozean noch immer zwischen ihnen läge. Das war eine nette Steigerung des Traumes von Jahren! „Mein armer Srul, wir muffen nach Hamburg zurück, trm Hochzeit zu machen," stammelte Beile. „Mein Geschäft ausgeben? rief Srul lebhaft. „Hier rollt der Dollar. Wir haben jetzt hier das, was man einen „boom"**) nennt. Es gibt kein Land auf Erder, das diesem hier gleicht." Die Verlorenheit der anderen brachte Mirjam wieder zur Besinnung. „Höre, Srul," ries sie ungestüm, „es ist nur meine Schuld, weil ich das Glück toilett wollte. Ich hätte nicht kommen sollen. Wenn ich nicht Mitgefahren wäre, hätten sie Beiles Augen niemals verdächtigt. Wer lhätte die kleine Röte, welche das meiste ist, das sie je an den Augen gehabt hat, bemerkt? Sie soll auf; einem anderen Schiffe wiedevkommen, aber allein. Jetzt Weiß sie ja schon, wie man die Aeberfahrt macht. Nicht wahr, Beile, mein Lamm? Ich werde dich an Bord bringen und Snil wird dich hier er- **) Aufschwung. n I warten, aber nicht früher, als bis du den. Doktor-passiert Haft, damit mionland dich wredercvkenne. Es wird einen Haufen kosten, aber ich kann in Hamburg viel Arbeit 'bekommen. Die dortigen Juden haben goldene Hrzen. Nicht Wahr, Beile, mein Lastnn?" ,^a)vohl, Mirjam, du findest imnrer Rat." Und Beile legte ihr nasses Gesicht an das ihrer Schwester und küßte die pockennarbigen Wangen. Srul stimmte lebhaft zu. Keiner dachte in drsssm Augenblicke idaran, daß Mirjam allein in der alten Welt gelaffen werden sollte. Das Problem, den Eintritt der Braut durchzuführen, erfüllte ihren ganzen Gesichtskreis. „Ja, ja," sagte Srul, „die Mutter wird sich um Zirele kümmern und in wenigen als drei Wochen wird Beile sich oinschleichen." „Nein, drei Wochen sind zu kurz," sagte Mirjam. „Wir muffen etwas länger warten, bis der Doktor uns vergessen hat." „Ach, ich habe schon so /lange gewartet," jammerte Srul. Mirjams Augen füllten sich mit sympachischen Tränen. ,^Fch hätte nicht so viel Wesens daraus machen sollen. Nun tverden wir in des Doktors Gedächtnis gebliebensein. Vergib mir, teurer Srul, ich will nrein Bestes tun, um es zu verbessern," Mirjam und. Beile wurden ins Spital weggeführt, wo sie, von aller Welt abgeschieden, verblieben, bis der Dampfer nach Hamburg zurückkehrte. Da drinnen, wo sie sehr begUE untergebracht waren, hatten sie reichlich Muße, die Situation auszudenken. Beite entdeckte endlich, daß nach' dem neuen Plane Mirjam ganz allein Zurückbleiben würde. Mirjam erinnerte sich, daß sie Klein-Zirele verlassen würde. So kamen denn beide überein, daß Zirele mit ihnen zurückkommen müsse. Aber da fiel ihnen ein, daß ihre Ueberfahrt bezahlt werden müßte, da. sie nicht zürnckgetviesen worden war. Und jetzt war jede Kopeke kostbar. „Laß das Kind hier, bis ich zurückgekormnen bin," sagte Beile, dann werde ich es dir zurücksenden." ' (For-isetzuugfolgt.) » Theater von heute Burggartcn-BübBe: Sommeroper: Rusalka 8. Deatichei Volkitfteattrs Heuchler 8 Cbttter in der üostfitadt! Monsieur Helene 8 BslmUkst-LbeÄtef/Liebe und Trompetenblasen 8 UlttUntet tb'wftt : Dte Art sich hinzugeben... 8 titRa1$$ancebi)i>fte: Das Grabmal des u»betannten Soldaten 8 EtetspUltbtttari SDie Glatze und der Bubikopf 8 Cbtafer an der Ullea: Die Zirkusprinzesfin '/»8 Wiener Lürgettveater: Das Radiomädel 7,8 3olvann-StraM$$-t»Kat<r: Adieu Mimi! 8 -kpoUs-Ldr-terp'Internationales Variete 8 Mül;cber Käflrtlerirabarett (Cafe Astor), 11.. Praterstr. 60r Rachys fyn Kinder 7*9 RADIO - PROGRAMM Samstag den 21. August 1926 re.is Uhr: Nachmitlagskvuzert. iLS.80 Uhr: Ans JmmermannS „Der Oberhof" (Karl Zmmermann. gest. 28. August 1840). Gesprochen von Käthe Ehrm. TV.00 Uhr: Volkstümliches Orchesterkonzert deSKurorchesters BöSlau. Mttwirkendr Bittor Flemmtng. Richard Waldemar. Begleitung: Ernst Bednarik — Millöcker: Ouvertüre zur Operette „Der Bettelstudent" — Fucik: Donaasaaen-Walzer — Kalman: Potpourri aus der Operette „Die Czatdasfürstin" — Bach: Frühlingserwachen — Schubert: Am Meer — Komzakr Alte Wener. Volksmusik (großes Wiener Potpourri). ©2,00 U'vr? Jazzband-Uebertragung ans dem Hotel Bristol. Wien. Hervorragend sShige weibliche Kraft, intelligentes Mädchen, große Mndersteundin, in Kinderpflege versiert,weiche auch sehr gut nahen Md selbständig zuschneiden kann, sucht Stelle Qis «luverfeöulel» Gesellschafterin oder Rllharveit. Gefällige Zuschriften unter „Mäßige Ansprüche" an die Adm. d Bl. Besitzer L. 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