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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-30 · Heft 2670 (30.7.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2670 (30.7.1926)
Date
1926-07-30
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Mevrr MorMNzettims M«n. -WjlW!!!?!!'WMM.WW.W li>il!I',II!!1Is"Ms>tsI!s!I!'!'M!MMs'NsMW Fußball. MWrsAmatenrteam Wien gegen Bursenland. Sonntag den 1. August in Mattersburg. Wie bereits berichtet. w:rd an: Sonntag in Mattersburg das Retourspiel des Wiener jüdischen Ainateürleams gegen die Rcpräsenlationsmannschaft des Burgenlands ansgettagen. Die erste Vraegnilng zwischen diesen beiden Verbändeir fand am 13. Mai in "Wien statt und endete mit einem überlegenen 6:0-Lieg der jüdischen Mannschaft. Der Erfolg in diesem 'Ausmaße war unverdient und ein knapper Tieg hätte dem Lpielverlauf damals lufj'cv entsprochen. Nun sind die Bnrgenländer bemüht, sich für diesen Mißerfolg z,l rehabilitieren und werden die stärkste Mannschaft, bestehend ans Spielern der Vereine Garnison N e u s i e d l am Lee, Mattersburg und P a r n d o r f ftelleit. Der Verbandskapitän FiscuS hat nicht die stärkste Mannschaft nominiert, die ihm zur Verfügung stehen könnte. Es sollen auch einmal Spieler versucht werden, die bisher noch nicht repräsentativ tätig waren. Von den Spielern, die im erstell Match gegen Burgenland mitgewirkt haben, sind nur die beiden I. A. C.- Lerrte K l a r f e l d und Haas sowie K a tz (Hakoah) wieder eingestellt worden. Das Tor hütet diesmal der Hakoahrescrvespieler Beer. Beer wirkte schon oft erfolgreich in dev ersten Kampfmannschaft der Hakoah mit und befindet sich derzeit in guter Form. In der Verteidigung spielt wie immer der ausgezeichnete LLlarfeld (I. A. C.), der bisher in Teamspielen nie versagt Hot. Der zweite Back ist Vogelfänger, der sich gleichfalls schon in der ersten Hakoahmannschaft sehr gut gehalten'hat. Er spwlt zum erstenmal für die Farben des jüdischen Sportverbandes. In dLr Deckung sind zwei neue Leute zu finden. Rosenbanm (Hakoah) und H a u s e r (Kadimah). Rosenbanm war fast in allen Äuswcihlspielen des akademischen Sportverbandcs tätig, ist ausdauernd, kräftig l'.nd dürfte sich bestimmt erfolgreich' einführen. Hauser war früher in der Reservemannschaft des Amateursport- Vereines der beste Spieler und entschied schon für seinen neuen Verein durch fern großes taktisches Verständnis mehrere Kämpfe. Haas (I. A. C.) konnte durch sein gediegenes Spiel immer gefallen, und gilt, wenn er seine Form behält, als ständiger Spieler veS Teams. Der Angriff lautet: Schallt. Fürst sKadimah). Kav (Hakoah), Schnob e I (Hagibor), Sternbach (I. A. (£.). Katz und Sternbach sind zwei bekannte und verläßliche Spieler der Auswahlmannschaft. Der rechte Flügel, der aus zwei Spielern der Kadimah besteht, dürfte sich bewähren, da beide Leute in Bereinskämpfen gute Leistungen geboten haben. Ein großes Talent verspricht Schnabel (Hagibor) zu werden. Schnabel war früher bei dem drittklassigen S. C. W. K. F. tätig und der Goalketter seiner Klasse. Als Ersatzleute kommen in Betracht Singer 2 (Kadimah), Pillii.ger (Makkabi), Blnmenzweig (Acyduth) und Lichtenstein (Hechawer). Mit Ausnahme des letztgeirannten Spielers waren alle anderen bereits repräsentativ tätig. Das Wettspiel wird vom Präsidenten des nioderöstcrreichischen Schiedsrichterkollegiums, Herrn Kafka, geleitet. * Statt des plötzlich erkrankten Rosenbanm wird Koffler (Hakoah) spielen. Er war scbon einigemale mit Erfolg m der ersten Mannschaft Hakoahs tätig. Die Abfahrt erfolgt Sonntag "m halb 9 Uhr vormittags mit der Südbahn. Zionistisches Meeting in MirlterSburg. Anläßlich des Auswahlspieles des Jüdischen Sportver- ^andes gegen Burgenlands ' repräsentative Mannschaft veranstaltet das Zionistische Landeskomitee Oesterreichs ein Meeting in Mattersburg, das der Präsident des Sportverbandes Paul Földes leiten wird. Auch der Sportklub Hakoah aus Eisen sta dt wird daran teilnehmen. Jnr Anschluß an die Veranstaltung ist hie Gründung eines jüdischen Sportvereines in Mattersburg in Aussicht genommen. Eine Niederlage erlitten die Simmeringer in ihrem letzten Spiele in Kopenhagen vom verstärkten Boldklnb'ben 1893. Die Wiener unterlagen 1:4 (1:3). Große Mlreg««a. Große Auftegnng herrscht in Wien wegen des Verschwindens Kalman Kourads, der nun doch die Fahrt übers große Wasser mit dem ersten Transport ehemaliger Hakoahspieler angetreten hat. Ein wahrer Katzenjammer tönt einem ans einem Teile der Blätter entgegen. Bestürzung und Verzweiflung ist der Tenor der Auslassungen über Kalmans letzten „Trick". Gleichzeitig wird mit ihm zum Teil groß« „Abrechnung" gemacht. Jetzt „kommt es heraus", daß er mit seinem Bruder jahrelang ganz Wien znmNarren gehalten hat. Das ist dort zu lesen, wo man »hm die größte Reverenz erwiesen hat. Der Kultus, den man mit .Konrad 2 trieb, überstieg wirklich schon alle sportlichen Grenzen. Er wurde verhimmelt, wie es vor ihm in Wien noch nicht der Fall war. Wir waren für diese Art „Gentleman-Fußballer" nie eingenommen. Unserer Meinung nach wurde er auch als Spieler maßlos überschätzt. Er ist zweifellos ein glänzender Schrittmacher in einem güten Stürmerqu-intett, aber nie der tragende Mann. In der klassischen M. T. K. Stürmerreihe mit Schlosser, Schaffer und Braun spielte er immer nur eine Vermittlerrolle. Konrad 2 ist sicherlich unter die Wiener Fischern, Bauer, Knthan zu stellen. Und jetzt ist diese feinste Blüte des nacktesten Prosessionalismns sang- und klanglos abgcdampft. Darum wird ihm jetzt dort, tvo man ihm himmelhoch zujanchzte, die Gloriole vom Haupt gerissen und man ruft nach der Fifa, die in Amerika das Spielverbot für Konrad durchsetzen soll. Der Thron des Fußballgottes in einem Teile der Wiener Sportrubriken ist verwaist, denn Kalman ist nicht mehr in ihrem Besitz. * Auch in Budapest ist man aufgebracht. Dort geht es aber nicht um Konrad 2, der es zwar sehr gut verstanden hat, die längste Zeit den Magyaren einznreden, daß er nichts sehnlicher wünsche, als nach Hause zurückzukehren. Irr Budapest regt mau sich wegen Raszo und Kovacsi auf, die von Hakoah mit auf die Sommertournee genommen wurden. Ter Umstand, daß sich Razso mit einem Erlaubnisschein seines Stammvereins, des Klubs der Juweliere, in Wien ausgewiesen hat. wird als nicht genügend bezeichnet. Er hätte, sagt man, die Freigabe des ungarischen Fußballverbandes haben müssen. Hakoah habe damit die Grundsätze des S P i e l e r k a r t e l l s verletzt. Man verlangt in Budapest auf dem Wege des österreichischen Fnßballverbandes das telegraphische Verbot der weiteren Mitwirkung dieser zwei Spieler an der Hakoahtournee. Karoly gestorben. Der ehemalige vielfache Auswahlspieler Ungarns und Trainer des italienkichen Sportklubs Juventus, Eugen Karoly, ein Jude, ist Mittwoch nachmittags in Turin Plötzlich gestorben. Mit Karoly ist einer der hervorragendsten Namen des ungarischen Fußballsportes und einer der größten Könner des^ grünen Rasens dahingegangen. Seinerzeit war er zuerst als Stürmer beim M, T. K. tätig und spielte später als Mittelläufer auch beim B. A. K. Seine Figur war in zahlreichen Länderspielen Ungarns gegen Oesterreich auch in Wien wohl bekannt. Der „Fnßballprofessor mit der Glatze", übrigens der beste Kopfspieler, den Ungarn je hervorgebracht hat, war eine markante Figur ans den Spielfeldern. Auf dem Höhepunkt seines Könnens stand er, als er bei der Stockholmer Olympiade im Jahre 1912 in der ungarischen Mannschaft mitwirkte. Nach dem Umsturz zog er, nachdem er auch mit der Hakoah verhandelt hatte, nach Italien, stio er an dem. Aufschwung des italienischen Fußballsportes bedeutenden Anteil hätte. Der Türmer Juventus, den Karoly durch seine Landsleute Viola und Hirzer verstärkte, verdankt ihm seine Position. Erst Sonntag stand seine Mannschaft im Kampfe um den Meisterschaftstitel gegen Bologna. Das Spiel endete zum zweiten Male unentschieoen. An den Folgen der Aufregungen dieses Tages ist nun Karoly, etwas über 40 Jahre alt, gestorden. 80. Juli 1926 Nr. 2670 Hakoah (Fntzballsektion). Die samstägige Spielerversammlang der Jnngmannschaft entfällt. Dienstag den 3. August Training für Reserve- und Jnngmannschaft auf dem Hakoahplatz. Kinizsi (Temesvar) und JnventnS (Bukarest) werden am t. August in Temesvar um die rumänische Nationalmeisterschaft kämpfen. In der Vorschlußrunde konnte Juventus nach einem unentschiedenen Spiel gegen F u l g a n l ans Kischinew diesen Verein im Wiederholnngsmatch 4:1 besiege». Leichtathletik. MubkaiiUis Hakoah <Ju«end> gegen Badener «. r Die von Jenö Präger angeregten Sonntagstourneen der Jugeirdmannschaft werden mit einem Klubkampf eröffnet, welchen der Badener A. K. Sonntag den 1. August um.halb 10 Uhr vörmittags auf seinem eigene,i Platze veranstaltet. Zur Austragung gelangen folgende Konkurrenzen: Lausen über 100, 400 und 800 Meter, Hochsprmig, Wcitsprnng, Kugelstoßen, Speerwerfen, 4 mal 100 Meter und Olympische Staffel? Bon beiden Vereinen treten jedesmal je zwei bis drei Athleten bezw. Staffel,: gegeneinander an. Da sich zur Teilnahme am Meeting gegen 20 Jnngathlcten gemeldet haben und außerdem mit e,üer Anzahl Schlachtenbummler gerechnet wird, verspricht der Ausflug sowohl vom sportlichen als auch vom gesellschaftlichen Standpunkt einen interessanten und anregenden Verlauf, wobei au den propagandistischen Wert der Veranstaltung in dem von jüdischen Kurgästen stark besuchten Baden nicht zu vergessen ist. Die Abreise erfolgt gemeinsam am Sonntag früh; genaue Zeit und der Ort werden hier rechtzeitig bekanntqegoben werden. Ille Athleten, die nach Baden mitfahren, habe« sich heute auf dein Hakoahplatz einzufinden. Hakoah (Leichtathleftkfektion). Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß das Training bereits wieder auf dem Hakoahplatz stattfindet. _ Touristik- und Wintersportsektion des S. C. Hakoah. Heute und jeden Freitag ab 8 Uhr Svltionsabend, Tonrenauskünfte, Nenanmeldnngen, Bücherverleihungen usw. im Kl-ubheiin, 1. Bez., Wipplingevstraße 24. Tonrenprogramm für den Sonntag den 1. August: a) Tour Lainzer Tiergarten. TresfPmM um halb 9 Uhr Sträßenbahnendstation Ober-St. Veit (188er-Wagen). Führer Elias; b) Tour Gippel—'Göller. Abfahrt am .Vortage'um 3 Uhr Wien-West bcchn'hof nach Kernihof. Führer Austerlitz. Ping-Pong im Freien. Jnr So,n,„ersitze des Sportvereins Hechawer in Weiß' Milchgartl (Miag), .Hauptallee, zwischen dem zweiten und dritten Kaffeehause, wird dieser Sport im Freien ausgeübt. Da meistens ein ziemlich starker Besuch herrscht, wird bereits diese Woche ein drittes 'Brett der Benützung übergeben. Der Verband der österreichischen Schwimmvereine beruft für den 10. August, 7 Uhr abends, im Verbaudsheim, 1. Bezirk, Wollzeile 32, einen außerordentlichen Verbandstag mit der Tagesordnung: 1. Neutvahl des Ordnungsausschusses, 2. Erhöhungdes Reugeldes auf das Fünffache, ein. Die Boxsektion des I. A. C. hat endlich ein Heim gefunden. In einem ehemaligen Varictesaal wurden alle notwendigen Adaptlerungen vorgenommen. Das Interesse für die Sektion ist außerordentlich groß. Sie verfügt bereits über einen Grundstock tüchtiger Boxer. Das Training leitet Herr Abeles. der auch als aktiver Boxer in der Kampfmannschaft zu finden sein wird. Der Soktionsleiter, Herr Vasda, gedenkt in Bälde die ersten Propagandakämpfe zu bestreiten. ' Aus &ett Vereinen. I. A. C. Handball: Heute kein Training. Der nächste Trcriningstermin wird den Mitgliedern bekanntgegeben. Dienstag den 3. August Vollversammlung aller Sektionen mit wichtiger Tagesordnung. — Schwimmen: Das Sommcrtraining wird derzeit Dienstag ab 0 Uhr im Hietzinger Strandbad (Stadtbahn- Haltestelle Braunschweiggasse) und Donnerstag von 7 bis halb 9 Uhr im Brünnlbad abgehälten. Der Dicnstagschwimmabend im Be-atrix-bad wipd nicht mehr abgehalten. Gegen Vorweisung unserer Legitimation kostet das Entree im Hietzinger Strandbad nur 60, Groschen. — Boxen: Training jeden Montag und Freitag ab 8 Uhr' in der neuen Sporthalle, 16. Bez., Hellgasse 7 (zwilchen Ottalringerstraße 71 und 73, zu erreichen mit den Linien 46, 48, I, J2 bis Cafe Baldiahof. . 'Theater von heute s L«rggsfte>-Slld>er Symphoniekonzert 8 XDenter i« der 30ief$fadi: Der Igel ya8 RaiM«ß(!*theater: Liebe und Trompetenbkasen 8 moderne tfteatef! Haben Sie nichts zu verzollend V*9 Ciiiiipieltfteafer, Mit Sophie «mß etwas geschehen 8 Cfteater an der (Olea: Die ZkkuSvrinzeKn Y,8 Wiener Birgerttieater: Das Radiomadel y,8 SoftaitB'Sfraufs-Cbeater: Adieu Mimi! 8 RADIO -PROGRAMM Freitag den 30. Juli 1926. 16.15 Uhr:. Nachmittagskonzert. i9 60 Uhr: Krankheiten der Kleintiere. Profeffor Dr. D. Wirth. 2. Kaninchen. 19.30 Uhr: Gehörlesekurs (Ätorseturs). Ingenieur Halberstadt. 20.00 Uhr: Wiener Abend. Miltvirkender Willy Bauer, Josef Haulchulz, Mener Konzertorchester I W. Ganglberger. Am.Flügel: Ernst Betnarik — I. Strauß: Ouvertüre zur Operette „Waldmeister" — Waldteufel: ,Goldregen*, Walzer — Trauner: .Aus der Stadt der Lieber", Potpouni — E. Arnold; ^Du. nur Du!", Boston — B. Granichstaedten: „Für dich'. ", Lied und Blues aus der Operette „Der Orlow" — Schubert-Berte: Potpourri aus. der Operette „Das DreimäderlhauS" — R. Erwin: ^Im Ural", Foxtrdft' — M. Hst: „Palmyra", Tango — Lannerr „Romanttker". Walzer — Buchbinder: „Kommt mit'mir in die Kompagnie", Shimmy. m LedevMKMnmrk-SerMM „phbüix” Wien, I. Riem^rgasse 2 Telephon Nr. 79-3-63" Bel Bei 15jähriger, Verslcherungsdatier: Im Eülßl&HSfflliß nach Ablauf der Dauer . . . . Im TOdeSfOlte jederzeit mindestens ....... Tod durch Unfall jederzeit mindestens . , . . . auberdem LntschSdi- 31000 32000 b" inuoliditftt durch sssn.,'^. 3 iooo. 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Universitatsstratze S. 6

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