Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2669 (29.7.1926)
- Date
- 1926-07-29
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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ÄH* 8 Wen, Somttrttflf, 99tetttt StWotfltltjeHltnfl 89. Fnli 1920 Nr. 2689 Hakoah in Riga. litmtiml .ilnlllnl.MMIIIlHÜIIlülil!,,, UlHlMihin LinnmiiiiiLiimLitnmiimmwinniiiiiiiiiiiinii,iiiiiiinimniiiiiiuiiiiiiiiiii| ... imniiiiiiini|iiiiiliiiiiiiiinimimiiiiiiniiiiiiiiiiiiii)iiiiiiiiiiiiinmmiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiiiinii —lll iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiinimiiiiiiiiinimmtimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiimiimiiiiiiiiiiiiiiiimilliim^ Ein 2:1-Zieg gegen Lettlands Meister R. F. K (Eigendienst der „Wiener Mvrgenzeilnng".) Riga, 2S. Juli. Bor 7000 Zuschauern trat gestern die Wiener Hakocih gegen den hiesigen M c i st e r R. F. K. an. Das Spiel war s ch a r j und unschön. Trotz Klassenunterschiedes konnte Sie indische Mannschaft ihre Ueberlegenbeit nicht ziffernmäßig zum Ausdruck bringen, da die .Heimischen eine äußerst derb e, manchmal geradezu brutale Gangart an den Tag legten, ohne daß der Schiedsrichter entsprechend eingegriffen Ijättc. Dennoch vermochte Hakoah bis zur Pause zwei Tore durch K o v a s c i und W o r t m a n n zu erzielen. In der zweiten Hälfte gelangten die Rigaer durch einen n n b e r e ch t i g t e il Elfmeter zu ihrem' Treffer. Ein Spieler von R. F. K. wurde wegen Roheit ausgeschlossen. Häusler nnd Kovacsi mußten ihm wegen Beleidigung des Schiedsrichters folgen. Ein einlvandfrcics Goal Fischers wurde vom Spielleiter, der Hakoah besonders nach der Panse enipfindlich benachteiligte, nicht gegeben. Das Korncrverhältnis lautete 12:1 für Hakoah, die folgende Mannschaft stellte: Fabian; Gold, Feldman«: Pollak, Gnttmann, Fried; Fischer, Wvrtmann, Kovacsi, Häusler, Razso. _ 3ns Berusssplelerlum in Amerika. lieber dieses Thenia schreibt Hugo Meist im „Kicker" u. a. folgendes: Die Wiener Hakoah hat die Oeffentlichkeit durch ihre nationale Struktur und durch die kostspielige Reklame revolntioniert. Dem Spiele gegen die führende New-Dorker Prosessionalmannschaft Giants haben 45.000 Zuschauer beigewohnt. Die findigen Manager der Professionalvereine in Amerika haben Grund und Ursache des bis dahin nie zutage getretenen Interesses für Fußball erkannt. Die Massenbesuche waren in erster Reche aus das j ü d i s ch n a t i o n a l c Moment der Gästemannschaft zurückzufiihren. Mit den einheimischen Fußballern und mit den unrechtmäßig a n g e w o r b e n e n Schotten und Irländern konnten bestenfalls sportliche, aber keine -finanziellen Erfolge erzielt werden. Daher entschlossen sich vorerst die geschäftstüchtigen Besitzer der New-Porker Profcssionalklubs, ihren Spielerbestand auf eine richtige bukineß line einzustellen. Das amerikanische. Professionalsystem weist eine furchtbare Schwäche auf. Nicht so wie in Großbritannien, wo die Berufsspielervereine aus begeisterten, lediglich an oem sportlichen, nie ssedoch in dem materiellen Erfolg persönlich interessierten Aktionären und Direktoren bestehen, und nicht wie in Oesterreich und in der Tschechoslowakei, wo nur ein Teil der Spieler, die Sekretäre, bezw. Manager und Trainer, fix entlohnt werden, ist der amerikanische Profifußballfport organisiert. Es gibt bei den Berufsspielerklubs weder einen Ausschuß noch einen Vorstand, weder Aktionäre noch Direktoren: Der ganze Verein gehört einer k a p i t a l i st i s ch e n E i n z e l p e r s o n, die mit dem Klub nach Belieben zu-schaffen und zu'walten vermag.. Dieses absurde und entartet^ System tvird auch gar nicht verheimlicht, weil die moralische * Entartung dieses Zustandes als solche scheinbar gar nicht empfunden wird. Auf dem Briefpapier des New-Dorker Giants Clubs steht klar und deutlich gedruckt:; dotier (Besitzer): Mr. Banderweghen. Der Besitzer, zttm Beispiel Herr Banderweghen von den New-Norker Giants, hat zweifellos bis heute mit Fußball kein-Geschäft gemacht, im Gegenteil recht beträchtliche Wnmmen für die Erhaltung des Berufsspielerbetriebes geopfert. Diesem Umstande dürfte auch die bisherige Toleranz dieses Owner-Systems seitens des nord> amerikanischen Fnßballverbandes zuZUschreiben sein. Auf di'- Frage einiger Hakoah-Spieler, wie lange Herr Vanderwegheü sein Geld <zuznsetzen gedenkt, erwiderte der Giants-Desitzer: „Thät's all for the suture busineß!" (Das ist eine Investition auf das Zukunfsaeschäft.) Im gleichen Sinne sollen sich'übrigens auch andere Klubbesitzer und Manager geäußert haben. Weil nun die Hakoah-Spiele von so vielen Tausenden Juden besucht wurden, glauben nun die Banderweghen und Konsorten, durch rücksichtslose Engagements von Juden, Ungarn, Italienern usw. Mannschaften zu bilden, die gut spielen, gleichzeitig aber auch Viel Geld für die Besitzer einbringen werden. Deshalb hat sich Herr VanV.crweghen auf einige der besten Hakoah-Spieler mit den verlockendsten Eugagementsanträgen gestürzt, und deshalb hat er auch seinen Agenten bis nach Italien entsendet, um Cevcnini 3 und den derzeit vielleicht besten ungarischen Spieler H i r c z er zu verpflichten. Der Verein des .Herrn Banderweghen, und zwar die Giants, besitzt in dem alten schottischen Internationalen N e ls o n einen so hervorragenden Mittelstürmer und Fußballer, wie es in gleicher Güte vielleicht nur ganz wenige in Großbritannien gibt. Nelson bezieht als Lohn lediglich 16 «Dollar pro Spiel und überdies eine Siegesprämie von 10 Dollar Der Spieler Grünwald von der Wiener Hakoah, der nicht ein Viertel der Fußballerfähigkeiten Nelsons besitzt — und das kann ja ohne Kränkung für Max Griinwald frei erklärt werden — wurde von dem Giants-Besitzcr Banderweghen mit einem Monatsgehalt von 300 bis 400 Dollar verpflichtet. Grünwald ist eben um so wertvoller für das voraussichtliche Geschäft. Wegen Grünwald und seiner Kollegen sollen die New-Aorker Juden, und wegen Cevenini, Hirczer und wegen des M. T. K.-Mannes Braun die Italiener und Magyaren kommen. So will Herr Banderweghen und die anderen Klubbesitzern von Brooklyn, Providcnce und Chikago zu ihrem Geld und darüber hinaus zu Profit gelangen. Fraglich ist es nur, ob die Herren Unternehmer im Fußballsport nicht die Rechnung ohne das amerikanische Publikum machen, nnd zweifellos ist es oberste Pflicht der Fifa, die im Interesse der Erhaltung eines reinen Amateur- und Prvfessionalfußballcs dem Betriebe beider Gruppen . die gleiche Aufmerksamkeit widmen muß, Entgleisungen der amerikanischen Art mit aller Energie e n t g e g e n z u t r e t e n. Ebenso wie alle B erb ände. ha t es \j ch au ch die Flsa zur Hau ptaüfgabe gemacht', den Amateursport zu pflegen und den Profession alismus zu kontrollieren. Das Berufsspielertum ist eitw Notwendigkeit, nichtsdestoweniger darf eine umsichtige Behörde diese Notinstitution nicht zu einem W i l d w e st oder' zu einem Z i r k üs' degradieren lassen. Auch nicht in Amerika. . ....> ■ .- Ein Sieg des W. Ä. C. in Temesvar. Die Pratermannschaft spielte am Dienstag gegen den Temesvarer S. C. und siegte 6:1 (3:1). Die schwedische Auswahlmannschaft gewann in Reval gegen Estlands Team 7:0. Die Mattersburger Meise des Jüdischen Gpovtveevnndes. Fiir die Propogan da reise des Iüdiischen Sportverbandes anläßlich des Auswahl,spieles gegen B n r g e n l a n d in Mattersburg zeigt sich großes Interesse. Bisher haben sich Zahlreiche Teilnchmer angemeldet. Weitere Anmeldungen (10 Schilling für Fahrt, Mittagessen, Ianse nnd Sitzplatz beim Match) werden bis heute abends bei Herrn Paul Földes, 2. Bez., Obere Donanstraße 07, angenommen. Treffpunkt zur gemeinsamen Reise ist die Abfahrtshalle der Südbahn (Sonntag um viertel 9 Uhr, Schnellzug). Die Rückkehr erfolgt Sonntag abends um 11 Uhr in Wien-Südbahnhof. Die Reiseleitung haben die Herren Földes und Bajda inne. Die nominierten Spieler (auch Erfätzleutc) werden ersucht, schwarze Hosen, Schuhe uüd Stutzen mitzübiüngen. Die Schttlermannschaft des Sportklub Zion sucht Gegner für Sonntag auf eigenem Platze. Zuschriften an I. Melzer, 2. Bez., Nostroygafse 8/7 oder mündlich Von 8 bis 10 Uhr vormittags. _ Mubeirigkamps Hakoah—St. Pöltener S. E. Hakoah siegt 13:11. Die Ringennannschaft des Sportklubs Hakoah absolvierte Sonntag in St. Pölten gegen den St. Pöltener Sportklub ein Klubmatch, das hübsche Kämpfe brachte und der Hakoah, die im Leichtgewicht mit Ersatz antrat, mit 13:11 den.Sieg eintrug. Der Bantamgewichtler Bauer - kämpfte mit seinem St. Pöltncr Gegner beide Gänge unentschieden. Im Federgewicht blieb Schlanger (H.) gegen seinen viel schwereren Gegner Fischer (St. P.) zweimal siegreich; Sch öl m (St. P.) siegte zweimal über Birnholz (H.), während im Mittelgewicht A ein Gang unentschiedett blieb, der andere aber von Bergmann (H.) gewonnen wurde. Im Mittelgewicht B kämpften Münz (H.) und Schneider (St. P.) und un Schwergewicht K a dür an (H.)— ,K r.a t o chw i l l (St. P.) zeimal unentschieden. Die Wiener sind voll des Lobes über die herzliche Aufnahme, die ihnen zuteil wurde. Makkabi (Berlin) besiegt Stettin 11:3. Berlin, 27. Juli. (I. T. A.) Die Kämpfe zwischen dem Berliner M a k t a b t und der vor en Stettiner Kampsaruvve. denen seit einiger Zeit mit gtoßem Interesse entgegengefehen wurde, endete mit einem gioßen Erfolge für Mak abl. Das fchöuiie Treffen lieferten F u ch 8 fMattabil und S a l o m o n (Nordwestdeutichei Meister). Dieter K'invf endete unentschieden. Im Fliegergewicht fielen die Pu->rte kampflos an. Mak k a b i. In einem E t n l a d u n g s k a m v' t loirnte F r i e d l ä n d e r die FühiUngb's zum Schinsse beholten.mnd überlegen siegen. Im Federgewicht Unter ag G u t t nt.ii;tt n (Rlakfabt) gegen R ü p v e t Stettin.. Im L,.e t ch t g e 'wich t . siegte Lew i n« ' o ti N (Makkabi) über R o s'a m «Stettin) nach ivannungrv.ollem Äamvt. Ein ebenfalls icltr tchöner Kamvf wurde im W'e l t e rgewicht gelie'ert. er wurde piaunsten von B e y n e r (Makkabi) enüch'eden. Im Mit t e l g e w i ch t siegte.W.e t ß U Nd'(Maklabt) über SU e n o io -Steitin) überlegen. Iasver e' koüute nur in der ersten Stürbe den.wuchtigen Angriffen Buchs baums (Makkabi) wlderstedeu und niußre bereits Mitte der zweiten Runde die Waffen vor dem 16 Pt'und leichteren Brandenburgschen Meister strecken. -- Der Schluß war 11:9 für Makkabi. Aus den Bereinen. Kadi mah. Heute -um 8 Uhr Änsschußsitzung. im Klubheim. Die Spieler Häuser, Fürst, Schallt wollen" sich heute die Requisiten für'das Answahlspicl abholen. - --- - Zion. Heute um-8 Uhr abends Spiclerpevsammlung .und Mannschgftsaufstellüng für die kammendctt Spiele. Die Schülcrmannschaft spielt Sonntag um halb 11 Uhr vormittags gegen Kadimahjnngmanns-chaft auf dem Tattbstummetrplatz. W {Theater von heute D Bnrflflarteit-Bilftne: Bunter Abend 8 Tdester in der 3osef$taflt; Der Igel 7.8 Ralmund-Oieater! Die Abenteuer des Herrn Meieynax 8 Moderner Chcater: Haben Sie nichts zu verzollen? V<9 Cuitipleltbeater i Mit Sophie muß etwas geschehen 8 Cbeater an der Wien: Die Zirkusvrinzessin 7,8 Wiener Bürgertveater r Das Radiomädel 7-8 3-hann-5iraurr-riteaier: Adieu Mimt! 8 RADIO - PROGRAMM D.omr?rstag den 29. Julk 1926. 11.00 Uhr: Vormittagsmusik. 16.15 Uhr: Nachmitlagskonzert. 17.30 Uhr: Märchen der Dichtung (XV.) Aus Pml Kellers Märchen Erzählt von Dora Miklosich. 18.30 Uhr: „Quer durch. Oesterreich." Eine Donaufahrt von Passau bis Hainburg. Oberinspektor Egon Noll. > - 19.10 Uhr: Krankheiten der Kleintiere. Professor Dr. D. Wirlh. 20.00 Uhr: Uebertragung aus dem Burgaarten. Orchesterkonzert des Wiener Symphonieorchesters unter Leitung von Direktor Martin Spörr. L. v. Beethoven: Symphonie Nr. 6 (Pastotale). Gesanqsetnlage: Prof. Heinrich Siemerling. Aus der Over „Tannhäuser" von Richard Wagner; Lied an den Abendstern; 'Ansprache des Landgrafen — E. Mndelsfohn: Violinkonzert (Violtnlolo: Anita Ast — M. Svörr: Vorsviel zum 2. Akt. Gesang Ortwins, Monolog des Abt und Schlußduett aitS der Oper „Der Abt von Ficht" — R. Wagner: Boripiel zur Oper: „Die Meisterfinoer von Nürnberg". 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