Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2657 (17.7.1926)
- Date
- 1926-07-17
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Men, Gckmßtdy 17. Full xgM Nr. 2M7 Rund um die Millionen. „Wir gehen nach Amerika, weil wir dort dreimal soviel bekommen wie in Men" sagt 8rnö Schwarz. Der Millwncnrausch feiert wieder Orgien. Rekordziffcrn springen um nnd int Zeitalter des Gcigeilcibbaiies der „Prominenten" ans der Bühne stcüst der Kurs für die Stars am Fnßballhinimek. Hervorragende Schauspieler finden kein Engagement und junge Leute erhalten schwindelnde Beträge für das/ was sie ebenso gerne ausübcn würden, auch wenn cs keinen Profesfionalismus geben würde. "Die Amerikareisc der Ha k o a h hat eine neue große Hausse geschaffen. Der Dollartaumel hält den Bcnlfsfußball in Atem. Die amerikanischen Zahlen sind ja so ziemlich bekannt. Freilich, Mr. T u v i n, einer der Organisatoren der Hakoah- Tournee in Amerika, hat sich, als er kürzlich in Wien weilte, sehr skeptisch über die dauernde Einhaltung der den ehemaligen Hakoah-Lpielern von den amerikanischen Unternehmern gemachten Zusagen ausgesprochen. Dieser Tage hat sich wieder einmal ein bisheriger Spieler Hakoahs „geäußert". Ernö Schwarz, der sich im letzten Moment nach Amerika verpflichtete, weilte daheim in Budapest. Er teilte dort u. a. folgendes mit: „Wir sieben Hakoah-Spieler gehen darum nach Amerika, weil wir dort dreimal soviel Bezahlung bekommen wie in Wien. Die in Amerika erfolgten Kündigungen der Spieler durch die Hakoah-Leitung waren nicht e r n st gemeint. Hakoah wollte zum Pramiensyste m übergehen, "wovon sich der Verein mehr Siege versprach. Nun fahren Nemes, Eisenhofer, Schönfeld und Drucker (der in den nächsten Tagen heiratet) a m LS. d. hinunter, da ihr Vertrag Mitte August beginnt. Gnttmann, Grünwald und ich schissen uns erst am 10. August ein. Bei Hakoah hat man bis zuletzt geglaubt, daß ich in Wien bleiben werde. Man hat mir sogar schon acht Millionen angeboten, aber der amerikanische Antrag war zu verlockend. 21 M i l l i o n e n monatlich, 500 Dollar auf die Hand, die K o st e n -er.Hin- und Rückfahrt, sowie eine Stellung drüben, ich glaube, das zahlt sich schon aus. Wir gedenken ein bis zwei Jahre drüben zu bleiben. Man macht uns aus allen möglichen Gegenden Amerikas Anträge. Aber wir haben uns bereits verpflichtet. Auch die Anzahlung ist schon da. Hakoah befindet sich jetzt freilich in einer unangenehmen Lage. Sie hat sogar bei der amerikanischen Gesandtschaft in Wien Vorstellungen erhoben, aber dort hat man kurz geantwortet: „Die amerikanischen Gesetze kann man in Wien nicht ändern." Hakoah ist jetzt gezwungen, für die anderthalb Milliarden, die sie in Amerika verdient hat, sich elf neue Spieler einzukaufen. Wir Spieler haben uns auf der amerikanischen Tournee durchschnittlich 4 0 bis 50 Millionen erspart. Schwarz teilte dann noch mit, daß ihn auch ein Budapester Verein für 7 Millionen monatlich verpflichten wollte. * Alle Achtung vor Herrn Schwarz. Er ,hat sich gemacht. Lange Zeit sah es so aus, als ob er aus der Hakoah-Manufchaft hinausgestellt werden müsse, bis ihn der Sektionsleiter Baar als Flügelstürmer entdeckte, wo er sich schließlich zu einem wirklich erstklassigen Spieler entwickeln konnte. Außer seiner Bezahlung bei dem jüdischen Verein, die das Monatseinkommen eines den ganzen Tag tätigen geistigen Arbeiters höheren Ranges ziemlich überschritt, hatte ihm die Hakoah auch in einem großen Hause eine sehr bequeme Stellung verschafft. Doch der Fußvallsport" und insbesondere der Professionalismus kennt keinen Dank. Das beruht zwischen Spielern und Leitung auf Gegenseitigkeit. Darum kann man Herrn Schwarz auch nach seiner obigen, ziemlich kaltblütigen Darstellung nichts anderes nachsagen, als daß er ein echter Profi ist und sein Geschäft v e r st c h t. Das soll weder für Schwarz noch für die anderen irgend eine Spitze sein, aber wir glauben nicht, daß man in diesem Geiste die „körperliche Erziehung der jüdischen Jugend und die Hebung des nationalen Bewußtseins" ausführen kann. * Guttma n u, der die Grazer und die Rigaer Reise der Hakoah noch mitttlacht, erklärte kürzlich eineiu unserer Mitarbeiter, daß er von der Hakoah nicht wcggcgangen wäre, wenn man ihm nicht in Amerika gekündigt hätte. Er sagte, er gehe nach Amerika, nicht um zu leben, sondern nur zu -darben, da er sich in einem Jahre 3000 Dollar ersparen will. Vielleicht koncmt dann noch ein zweites Jahr dazu. * In den letzten Tagen schwirren wieder Gerüchte über Engagements fre m d er Spieler für Hakoah herum. Es wird davon gesprochen, daß Fischer von der Vienna, ein alter Kandidat des jüdischen Vereins, der Hakoah beitreten soll. Auch der D. F. C.-Mann Mährer wird als Mittelläufer Hakoahs genaunt. Augeblich hat sich auch der Budapester K ovacsi von den 33ern, der auch einmal in eittcm ungarischen Team tätig war, der Hakoah angetragen. Wie uns von der Hakoah mitgeteilt wird, entbehren alle diese Mitteilungen jegliche^Grundlage. Am Spielerstand des Vereins hat sich "bis jetzt nichts geändert. Was die gemeldete Anrerikafahrt des M. T. K.-Spielers Braun anlangt, so verlautet, daß der Manager Heller, der Braum 20 Dollar a conto gab, den M.!£. K.-Mann vom Vertrag befreit hat, so daß Braun in Budapest bleibt. Die 20 Dollar soll Heller auf Verlustkonto gebucht haben. Einer, der cs nicht notwendig hat, nach'Amerika zu gehen, ist der M. T. K.-Star Orth, der im Herbst bei seinem. Verein als Spieler und Trainer zusammen 16 Millionen monatlich erhalten soll. — Wie gesagt, der Millionenraufch tobt sich jetzt aus. Wer weiß, ob die Hausse noch lange andaucrt. Ein reifes chlvi e rngkerte n fiir die Hnkonh-Spieler? Strenge Bestimmungen der amerikanischen Behörden. Aus New-Dork wird uns berichtet: Wie die „Times" tnelden, macht sich in Amerika ein > großer Stimmungsumschwung gegen die engagierten Hakoah-Spieler geltend, der sich auch darin äußert, daß die Behörden der Einreise der ehemaligen Hakoahner gewisse Schwierigkeiten entgegensetzen. Es wird zunächst ein Depot von 500 Dollar pro Kopf als Sicherstellung für die Rückreise verlangt. Ferner wird die Aufenthaltsioewilliung nur auf sechs Monate gegeben. Die Vertreter der Giants und Brooklyn Wanderers versuchten deshalb in Washington zu intervenieren, doch räumt man ihnen in eingeweihten Kreisen keine Chancen ein, die Auffassung der Behörden ändern zu können. t Werbet Abonnenten für die - I „Wiener Morgenzeitung" I An der Amerikareise der Prager Sparta dürften 19 Spieler und zwei Begleiter teilnehmen. Die Abfahrt aus Prag wird am S. August erfolgen. Am 16. und 16. August werden zwei Spiele in Barcelona ausgetragen, in Cherbourg schifft sich die Mannschaft ein. Das erste Match in Amerika wird am 6. September in New-Aork gegen die Giants stattfinden. Am 10. und 17. September spielt Sparta in Chikago, daun noch neun weitere Kämpfe folgen, einer davon am 28. Oktober anläßlich des tschechoslowakischen Tages auf der Weltausstellung in Philadelphia. Die heutigen Hakoah-Spiele. Außer dem Match in Graz trägt eine Hakoah-Mannschaft heute auch hier einen Kampf aus. Die Reserven spielen um 6 Uhr nachmittags auf dem Helfort- Platz, 16. Bez., Kendlerstraße (I, 46er- und 10er-Wagen) gegen Helfort iu folgender Aufstellung: Nußbaum; Vogelfänger, Derson; Kraus, Wegner 2, Wortmann 3; Fischer, Birnbaum, Tabak, Klieglcr, Rosenbamn. Ersatz: Amftcr, Kohn, Lebensbanm. — Morgen um 8 Uhr früh tritt die Jungmannschaft auf dem Helfort- Platz mit folgenden Spielern an: Kormnehl; Leinwander, Groß« mann; Rosenfeld, Amster, Gronich; Turnschein, Hirsch 1, Kohn, Lebensbanm, Weißmann. Ersah: Hirsch 2 und Josefsberg. Pollak macht die Grazer Reise her Hakoah, die heute früh angetreten wird, wegen seiner Verletzung nicht mit. Alfred Stern wurde zum Scktionsleiter des S. C. Hagibor gewählt. Morgen spielt Hagibor mit zwei Mannschaften in Moosbrunu. __ Das Schwimmseft im Amalienbad. Ein österreichischer Rekord Hakoahs. Der erste Tag des großen Meetings brachte guten Spork. Hakoah gelang es, in der Aufstellung Nassau-Goldberger- G n t h - L i e ch t e n st e i n über die Staffel 4 mal 200 Meter mit 11:13,2 den bisherigen Rekord beträchtlich zu unterbieten. Als erste Mannschaft gelängte vor Hakoah der A. P. K. aus Prag in 10:16,8 ans Ziel. Dritter wurde der W. Ä. S. Die 60 Meter Freistil wurden eine sichere Sache B ä r -a n h i s in 20,6 vor dem Prager Bicak (29,2). Die Damenlagen st affel 3 mal 100 Meter gewann Hakoah in 4:42 (Bie'nenfeld- B r a t nra n n-L öw y) vor Danubia (4:49). Im Herrenspringen wurde Farkas einstimmig Erster. Das Wasserballmatch Hakoah gegen A. T. K. gewann die jüdische Mannschaft 9 : 4 (5 :1). Aus den Vereinen. Bar-Kochba. Fußball: Sonntag, 12 Uhr, Jungmannschaft gegen Germama-Res.; 2 Uhr, Bar-Kochba 1 gegen Germania 1 auf dein Neptun-Platz. (Linie 49, 61 oder 52 vis Ameisgasse zu erreichen.) — Touristik: Sonntag Zusammenkunft in Klosterneuburg beim Strandfest. — Handball: Montag Training der Dameli auf dem Westbahner Hackinger-Platz. Aufnahme für Anfängerinnen auf dem Platz. (49, 62 bis Hütteldorfer Spitz.) Hcchawer. Fußball: Heute Zusammenkunft im Cafe Orient, 2. Bez., Pratevstraße 66. Mannschaftsaufstellung für Sonntag gegen Cechie um 10 Uhr auf dem Cechie-Platz. — Ping- Pong: Säglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag, Training av 5 Uhr in Weiß' Milchtrinkhalle, Hauptallee. Gäste willkommen. I. A. C. Schwimmsektion: Sonntag gemeinsame Fahrt zum Strandfest der Hakoah in der Kuchelau. Abfahrt 9 Uhr früh vom Franz-Josefs-Bahilhof.' Tr-aining jeden Dienstag von halb ö Uhr bis 9 Uhr, Bcatrixbad, 3. Bez., Linke Bahngässe; Donnerstag von 7 bas halb 9 Uhr Brünnlbad, 9. Bez., Borfchkegasse. Anfängcrkurse, Wasserball. Trainer - Schwarz. — Handball: Sonntag Meisterschaft Damen—Freiheit 21. Training jeden Mittwoch/Helfort-Platz. Freitag Jnternational-Platz. Anmeldungen von Damen und Herren werden jederzeit entgegengenommen, Klubhcim, 7. Bez., Burggasse 30. =g ‘Theater von heute - Btrggarfen-Bübne: Schubert-Strauß-Abend 8 Deutsches Uolkttbeafcr: Die Brüder von St. Bernhard 8 Ehester i» cker I-reM-ilt: Der Jg'el %$ Ralnrnnd-Cbcat<r: Die Abenteuer des Herrn Meiermax 8 RmaiuancebübHC: Die Glatze trab der Bvbikovf 8 Mdckeklter Chtattf: Haben Sie nichts zu verzollen? V«9 Ctuttpieltbeater? Mit Sophie muß etwas geschehen 8 rßeater an der Wies: Die Zirkusprinzessin V-8 Ulr. Bürgertveatrr » Der Orlow V»8 I-ß.-rttairrr-rdraier: Adieu Mtmi l 8 Jüdische Bühne. n.. Tadorstraße 13 (Hotel Stefanie): Moritz als Schneider ‘/a9 RADIO - PROGRAMM Samstag den 17. Juli 1926 16.15 Uhr: Nachmittag skonzert. Mitwirkend: Sängerin Edith van Aust. Strauß r Künstlerleben, Walzer — Offenbach: „Die schöne Helena", Ouvertüre — Wieniawsky: Romanze für Bioline — Buchbinder: Harlekmade — Bizet: „Carmen", große Phantasie — Nevin: Noseray, für Cello — Arnold: Das Lied der Pummerin — Lubbe: Hallo, Amerika!, Tanzpotvourrt — Lehar: Durch die weiten Felder. Walzer — Lyman: Montmartre-Rose, Tanzlied. 18.30 Uhr: Abraham a Santa Clara (aus des Dichters Lebenswerk). Gesprochen von Otmar Biegler. 20.00 Uhr: „Der Orlow." Operette in drei Akten von Bruno Gramchstaedten. — Leichte Abendmusik. Mitwirken!): Josef-Heller (Laule), Erika Heller (Sängerin). Private FrauenGeverbescliule für WelssnShen und Kl«idermuchen 111«3 mit Oeffentlichkeitarecht des Elisabeth-Helmes,Wien, II., Malzgasse 7 (Tel.43-5-40) Die Einschreibung für das ko/nmende Schuljahr hat bereits begonnen. Am 25, und 26. d. M. von H— 6 l)hr freie K-siclitigung der im Heime ausgestellten S:hülerarbelten XIII., Penzingerstrasse 97 Haltestelle der Strassenbahn: 57, 58, 59 und Stadtbahn „Hietzinger Brücke“ Konzessioniertes Fachgemässe, individuelle Leitung« Aussicht, Erziehung, rituelle Verptlegung, Familienanschluss. Aufnahme sehr beschränkt. Alle staatlichen Mittelschultypen in nächster Nähe. 8741 Herrenanzüge Aaston fomt vrima ZugebSr 60 Schill., auch Umänderungen und Reparaturen übernimmt Wormser, L. Bez., Rembrandt» siratze lg. L. io. Karre genügt. | Unterricht | Auto- und Motorradfahrachulo RUMPLER » ount danoeSIchuIrat genehmigt XII., Marxergasse 80-32 IeU 90-5.67 unD 95-S-38 Filiale: Vl.Mariabillerstr. 40. Telephon 41-21 Verlangen Sie Prospekte! Bei Bestellungen berufen Sie sich nuf die .Wiener 3J!otflen*eitunfl‘ RÄumun«s Tausende Paare > zu nachweisbar * tief herabdesetz* len Preisen! HUMANIC Die akademische Verbindung „Kadimah" gibt allen B.B. und Freunden hiermit Nachricht von dem plötzlichen Tode ihres A. H. Ing. Erwin Reichmann welcher am 12. Juli 1. J. in Berlin in der Blüte seiner Jahre verschieden Ist. Das Leichenbegängnis hat am 15. Juli in Berlin stattgefunden. Wir werden unserem treuen und lieben Bundesbiuder stets ein ehrenvolles Angedenken bewahren. Wien 17. Juli 1926. Das Präsidium des A.-H.-Verbandes der akademischen Verbindung „Kadimah* GUMMI..?! oua::;ü ilustehtndeunUber* IpoHone Weltmarke, nachweisbar vollste Garaale tiu jedes Stück. Preislisten gratis OtLB - fiummizentrale Wien.ll/„Piatersir.57 Sommersprossen! i,«rln werden bei einmaliger Bebandluug »itti garantiertem Lrlolg beseitigt. no> Gefichishaare! Spezia! ist in für Schönheitspflege IX., Liechtenstelustratze ü«, Mezzanin. Behandlung von 8 dir 7 Uhr, Sonntag von 8 bis 4 Uhr. m 1v r I-ROTGA55E-1 Herausgeber u. Eigentümer: Jüd. Zeitungsu. Berlagsges. m. b. H.. Wim. 2. Bez.. Taborstraße 1—3. Berantwortl. Redakteur: Jakob Krausz, Wien, 19. Bez.. Brecheraasie Li. — Druckerei- und Berlags-A.-G. Jg. Steinmann. 9. Ke»v UmvevfttätSst«che Nr. 8.