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Wiener Morgenzeitung · 1926-06-26 · Heft 2636 (26.6.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2636 (26.6.1926)
Date
1926-06-26
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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TetzrS Wien, SamStag Wiener Morgenzeituns 26. Juni 1926 Nr. 2686 Fußball. Die Frage der Abwanderung von Hakoahspielern nach Amerika. Mn Schreiben des jüdischen Vereines an den Futzballbund. Der gestrigen Sitzung des Oesterreichischen Fußballbundes lag ein Schreiben der Hakoah vor, in dein um Intervention in der Frage der Abwanderung von Spielern nach Amerika augesucht wird. Es wurde beschlossen, eine Einmengung abzulehnen und sich erst dann mit der Angelegenheit zu befassen, wenn der konkrete Fall eines Kontraktbruches vorliegen sollte. Dann würde der Futzballbund bei der Fifa und beim amerikanischen Fußballverband Schritte unternehmen. In dem Schreiben der Hakoah wird dar- -ans hingewiesen, daß Spieler durch Versprechungen, die een tatsächlichen Verhältnissen nicht entsprechen, nach Amerika gelockt werden sollen, wo sie den größten Gefahren preisgegeben sein könnten. Wie wir erfahren, wird spätestens am M o n t a g die E n tscheidung in dem Verhältnis der Hakoahspieler zu Ihrem Verein fallen. Das Enve -es Vas im Wiener FuMallfPort. Die letzte Generalversammlung des Wiener Fußballverbandes hat die angekimdiigte Tremrung der beiden Gruppen Bas und Kartell nicht gebracht. Wäre es zu einer Kampfabstimm-ung gskömmen, dann hätte der Bas voraussichtlich eine Schlappe erlitten. Man bemüht sich, den Vorgängen das Gepräge einer Trenmnifl qu geben, m Wirklichkeit kann jedoch von einer solchen Zwischen Vas und Kartell noch nicht die Rede sein. Der Vas hatte «geplant, noch vor dem Arb eiter-Turn- und iSportffest die Scheidung herbeizuführen und als neuer Archeitersportverband der Luzerner Sportinternuti anale beizutreten. Me Mitglioder der Vas-Vereine leiden .stark unter der Arbeitslosigkeit und sind, um ihren sportlichen Belieb aufrecht zu erhalten, auf die finanzielle Hilfe der Professionalpereine, angewiesen. Aus diesem Grunde waren die Wenig- Pen Vas-Vereine diesem Plane zugänglich. Der Bas mußte also sparten und auf eine Beteiligung der Arbeitersutzb-aller Wiens bei dem Sportfest verzichten. Der Bas hat also mit seiner Politik das Gegenteil von dem erreicht, -novmrf er hinavbeitete. Angesichts der Tatsache, daß sich bisher 18 8 Vereine, darunter die zweite und dritte Proftssionalklosse. der unpolitischen- Gruppe an-gefchlossen haben und weiterer Zuzug aus allen 8änateuEassen zu gewärtigen ist. kann der Einfluß des Bas im Wiener Fußballspori als vollständig erledigt betrachtet werden. Der Vas macht sein Ausscheiden von einer entsprechenden finanziellen Abfertigung abhängig. Der Vas hat bis jetzt im Wiener Verband das ihm anvertraute Vermögen vor allem nach Parteiprinzip verwaltet/ Wir haben oft darauf hin-gewissen, daß beispielsweise die jüdischen Amateurvereine trotz der nicht unerheblichen Leistungen der Hakocch für den Verband -nie die geringste Unterstützung erhielten. Nicht besser hat es der Oesterreichische Fußballbund -gemacht, in dem der Vas ebenfalls die Majorität besitzt. »Für Ä r b e i t e r aus w a hls p i >e le zahlt« der Oesterreichische Futzballbund Defizite bis zu 3000 Schilling. Dagegen wollte der Oesterreichische Futzballbund dem Jüdischen Dporiverband Oesterreichs für ein Auswahlspiel gegen die Mische Repräsentationsmannschaft der Tschechoslowakei als Vorspiel vor dem Länderkampf Oesterreich—Frankreich überhaupt keine Entschädigung geben. Selbstverständlich mutzte dieses Match entfallen. Der Jüdische Sportverband darf sich von dem neuen Verbal, der im ferbst gebildet werden wird, auch nicht viel versprechen. Die Haoah, die eine maßgebende Stellung m Wiener Fußbalffpors besitzt. müßte den kleinen jüdischen Vereinen zu ihren Rechten verhelfen. _ Ema-nuel FiSeuS. Hakoah—M. T. K. Morgen anf der Hohen Warte. — vorher Vienna gegen Slovan. Der morgige Tag dürfte sich auf der Hohen Warte abwechslungsreich gestalten. Zwei interessante Spiele werden daS Hauptinteresse der Fußballanhänger für sich in Anspruch nehmen. Hakoah uittib M. T. K. sind sehr selten« Gegner. Beide Mannschaften haben in der letzten Woche ein etwas zu forciertes' Tempo eingefchlageu und schreiren von Spiel zu Spiel. Erst vorgestern haben die Ungarn in Ostrau gespielt und Hakoah mutzte ihren vorletzten Meisterschaftskampf erledigen. Der M. T. K. hat noch seit feiner 0:4-N-iederlage in Warschau an Hakoah keine Revanche nehmen können. Beide Mannschaften, die morgen gegen einander das erst« Spiel auf Wiener Boden austragen, kultivieren das gleiche Spielsystem, was gewiß schönen Fußball verspricht. Das Vorspiel Vienna—Slovan gewinnt durch den Kampf um die Meisterfchaftsplacierung erhöht^ Vederttnug. Der M. T. K. wird folgende Mannschaft stellen: Remete, Koosis oder Dr. Kovacs. Senket), Rebro. Kleber, Nadler, Braun, Molnar, Opata, Bits, Jeny. Hakoah. die durch die Verletzung Pollaks im Nachteil ist, dürfte folgend er matzen antreten: Fabian. Scheuer, Gold, Fried, Drucker, Heß. Schwarz, Häusler. Schönfeld. Gisenhofer, Wortmann. Guttmcmn wird am Dienstaa gegen Admira antreten, möglicherweise auch schon Neuseld. - _ Die heutigen Spiele. H e r t h a—S i m m e r \ Jt g. A dmira—F. A. C. Slabia schlug Sparta vor 18.000 Zuschauern 1:3. M. T. K. konnte gegen die Ostrauer Moravska Slavka nur ein 2:2-Resultat erzielen. Mährer vom D. F. C. ausgeschlossen. Der bekannte internationale Half des D. F. C. in Prag Mährer wurde wegen disziplinwidrigen Verhaltens aus dem Verein ausgeschlossen. Jüdischer Sportverband. Morgen um 9 Uhr früh Gang zum Grabe Herzls Sämtliche Sportvereine werden aufgefordert, um halb 9 Uhr auf dem Karl-Ludwig-Platz (bei der Felix-Mottl- Straße) zu erscheinen. Für die Fußballvereine besteht bis 1 Uhr Spielverbot. Die Ordner haben bereits eine halbe Stunde früher Du erscheinen. Hagibor—Helios 20 2:2 (0:1). Dieses Wettspiel tvar für beide Vereine das letzte Spiel der diesjährigen Meisterschaft? Hagibor zeigte in der ersten-Hälfte ein ambitionsloses Spiel, obwohl die Brigittenaner Anstrengungen machten, die Führung zu crlaitgen. Erst nach Seitenwechsel zeigt sich die Ueberlegeuheit Hagibors, die in Bandy ihren besten Mann hatten. Weigert und Ronis erzielten die Treffer. Hagibor errang im vorigen Herbst einen Sieg, zwei Unentschieden und erlitt acht Niederlagen. In der Frühjahrssaison konnte Hagibor mit acht Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage (gegen Auto) abschneiden. Max Groß, eine Stütze der Hasmonea, ist beruflich nach Klagenfurt übersiedelt. Totschlag wegen eines verlorenen Spieles. Aus Halberstadt wird uns geschrieben: Als ein hiesiger Fußballklub vor einiger Zeit bei einem Fußballspiel in Halle die Punkte an den Gegner abgeben mußte, gerieten bei der Rückfahrt die Ha-lberstädter Kameraden in Streit. Man suchte die Schuld auf den 1891 geborenen Elektrotechniker Otto Lenz zu schieben, weil er einen unwürdigen Ersatzmann vorgeschlaaen haben sollte. Durch die Hänseleien geriet Lenz derart in Wut, daß er dem Haupthetzer eins auswischen wollte. Als die anderen sahen, daß Lenz Ernst machte, suchten sie ihn zu beschwichtigen. Dabei wurde der Fußballspieler Borsdors von Lenz nut einem langen Messer tu die Brust gestochen. An den Folgen des Stiches ist dann Borsdors mittelbar gestorben. Nun stand LeiH, der jetzt in Berlitt arbeitet, wegen Körperverletzung mit tödlichem Attsgang vor den Geschlvvrnen. Wie schon sofort nach der Tat. legte er auch jetzt Reue an den Tag. Das Gericht nahm mildernde Ilmstände an und erkannte ans sechs Monate Gefängnis. Bo« einem Sperre z« Tod« getroffen. In Budapest Hai sich auf dem Sportplatz.am Stzenater -ein tätlicher Unglücksfall zugetragen. Der ILjährrge Ladislaus Pauer, das einzige Kind einer Witwe, der Balle den dort Tennis Spielenden zu trug, wurde durch einen Speer des daneben übenden Franz NtzsalovSky getroffen. Mt durchbohrtem Herzen siel der Kuabe nieder und starb. Die SeichtathletUmeksteÄkchoften. Honte und morgen werden auf dem W. A. C.-Platze die Moistevschaften von Oesterreich ausaetrayen. Don Hakoah treten an: Bürger, Duikes, Hübsch, Ostersetzer. Insgesamt 'wurden 322 Nennungen, darunter 58 von Damen abyegckben. „Quer durch Wien." Für die morgen auf der Strecke Nußdorf—Sosienbrücke statffindcnde Konkurrenz ,^üuer durch Wien" dürfte Hakoah 2 0 0 Teilnehmer ausbrinHen. von denen jeder eme Plakette erhalten wird. Me Hakoahschwtmmer haben sich um halb 3 Uhr bei der Augartenibrücke mit Rucksack oder kleinem Koffer, der mit Namen versehen sein muß, «inzuftnden. Hakoah (Hockeysektion). Wir fordern uitfer-c Mitglieder auf, sich an dem nwvgen Vormi-tta>g8 stattfindenden Gang zum Grabe Herzls möglichst zahlreich zu beteiligen. Näheres in der „Wiener Morgenzeitung" vom 26. d. — Heute spielt die dritte Mannschaft auf dem Hakoah-Platz um drei viertel 6 Uhr; PasterttaC; Blau, Lowenstein; Bels. Lichtschein. Jttg. Lampl; Reitzes, Dr. Schnek, Zuckermann. Ketkner, Heller. Suzanne Lenglen im Doppelspiel geschlagen. Me französische -Welt meiste rin Lenglen wurde im Doppelspiel mit ihrer Landsmännin Wlasto als Partnerin durch /die Amerikanerinnen Rya n—B'r o.w n 'besiegt. Aus den Vereinen. Bar-Kochba. Damen-Handball. Montag und Mittwoch Training auf dem Westbahner-Hacking-Platz. Aufnahmen für Anfänger aus dem Platz sowie int Hotel Palast. H a k a d u r. Heute abends Spielerversammlung und Mannschaftsaufstellung. Me Mitglieder werden ersucht, an dem morgen um 9 Uhr stattfindenden Herzl-Grabgang bestimmt teilzunehmen. Treffpunkt: 9 Uhr, Karl-Luowig-Straß.e, beim Denkmal. — Ping-Pong-Sektton. Training jeden Dienstag und Samstag im Cafe Zentrum, 9. Bez., Rotenlöwengasse 9. Hasmonea. Das Meisterschaftsspiel gegen Zentralverein wurde auf Dienstag den 29. d. verlegt. Sonntag Gang zum Herzl-Grab. Gemetnsame Abfahrt 8 Uhr ab Praterstern. K a d i m a h. Heute um halb 6 Uhr Wettspiel gegen Lehrersportvereinigung kombiniert auf deren Platz. Folgende Spieler haben um halb 5 Uhr im Conttnental zu erscheinen: Simoncic; Äolisch, Basch; Kurz, Hauser, Adlerblum; Schalit, Drucker, Finko, Maxl, Zitier; Tobi, Slutzker. Dienstag Cupspiel gegen Makkabi. Makkabi. Heute um halb 7 Uhr abends Vollversammlung der akademischen: Sektion. Morgen gemeinsamer Gang zum Grabe Herzls. Zusammenkunft um 8 Uhr morgens in -unserem Klnbheim. , Z i o n. Honte Wettspiel einer kombinierten Mannschaft auf dem Taubstummenplatz. Die Schülermannschaft spielt um halb 3 Uhr gegen die Pfadfinder auf dem gleichen Platz. Sonntag um 8 Uhr treffen sich alle Mitglieder im Klubheim zu gemeinsamer Abfahrt zum Herzl-Grab. Z 'Theater von heute =1 V*8 Va8 8 V-L 8 Burgtheater» Der Bauer als Millionär HKadcmiethcatcr^ Mädel von heute Bmggarten-Bühne: Symphoniekonzett Staatsoptf' Der Corregidor Deutsches Uolkstheater: Dr. Juci Szabo Theater ln der zorekrtackt: Dte Gefangene kjalmunü-Theater: Die Abenteuer des Herm Meiermax *^8 KeuaiSsancehühae: Das Sprungbett der Liebe 8 modernes Theater: Kitty und die Weltgeschichte V.9 Custspieltheater: Das Zimmer der Traume 8 Theater an der lltten- Dir Zirkusprinzessm */«8 Ulr. Bürgertheater: Der Orlow Va8 2oh.-5trauss-Theaterr Adieu Mimi! 8 Indisches HfinsUerkabarett (Cafe Aftor), ll.', Praterftr. 60: Nachys fym Kinder Jüdische Bühne, u.. Daborsttaße 12: Meuschm ohne Herzen 8 RADIO-PROGRAMM Samstag den 26. Juni. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. Kremser: Alt-Wien, Walzer — Ljncke: «Gri-Grt", Ouvertüre — Stefanides: Romanze für Violoncello — Kreisler: Liebesfteud — Delvesr Sylvia, Ballett-Suite — Telessttr: Vergehe mich!, rumänische Romanze — Stolz: Ein Gatterl mit blühendem Weine — Ltndemann: Hallo! Hier Schlager — Strauß: Rosen aus dem Süden, Walzer — Byron Gay: Just a Uttle (trink, Tanzlied. 18.30 Uhr: Heinttch-Seidl-Abend. AuS deS Dichters Lebenswett. Gesprochen von Käthe Ehren. 19.30 Uhr: Stunde der Landwittschaftl. Getreidekrankheiteu. Dr. G. Köck. 20 Uhr: Operetteu-Aufführung: „Die Rose von Stambul^. Operette in drei Akten. Leichte Abeudmufik.' OUA ist die i einzig dastehendeundbor- Inoffene Welt« roatke, nachwels« bar vollste Qaran* tie für jedes Stück. Preislisten gratis - OUflr GiffflnUzsilUBtB Wien)U/aPraterslr.57 Ili BRODY’S NACHFLG. 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