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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-28 · Heft 2607 (28.5.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2607 (28.5.1926)
Date
1926-05-28
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Helle 8 Wien. Freitag Wiener Morgen.*,rUung SS. Dia! MS Nr. SM wrs Hofrates L a u b e r, und verschiedener Vertreter von Behörden und sonstigen Sportverbanden statt. Das sportliche Programm nmfGt eine Ausfahrt der Paddelboote der neugegründeten Paddelsportsektio« der Poltzeisportvereinigung Wien, ein Futzballwettspiel zwischen oem Sportklub der Beamten der Finanzlandesdirektion und der besten PoNzeiekf, außerdem ein Freundschaftwettsspiel zwischen den HandvaNmannschaften der Oesterreichischen Lebrersportvereimgung und der jungen Handballsektion der Polizeisportvereiniaung. Während der Festlichkeit wird das Musikorchester der Wiener Sichcrheitswache im Strandbad eine Musikprobe abhalten. Hockey. Der Chemnitzer Eislauf- und Tennisverein bestegte gestern die Hockeymannschaft Hakoahs 2:1 (1:1). Das Spiel wurde wegen strömenden Regens 15 Minuten vor Schluß abgebrochen. Auf 24 Wochen disqualifiziert wurde der D. f. B.-Spieler Berger vom Hockeyverband. Berger hat, wie berichtet, bei einem Match den Spieler Rosenfeld Von Hakoah mit dem Hockeystock insultiert. Außerdem tritt eine bedingte Strafe von drei Wochen :n Kraft, so daß Bergers Strafe erst am Io. November d. I. abläuft. __ Eine Skandalaffare SalmS in Berlin. Aus Berlin wird vom 27. d. gemeldet: Der österreichische Tennisspieler Ludwig Salm war heute der Mittelpunkt eines Skandals auf dem Spielplatz. Salm spielte gegen den Pforzheimer Wetzel, den er während des Spieles durch fortwährendes Lachen und höhnische Bemerkungen^ so sehr aufreizte, daß Wetze! schließlich vom Spiel in der Schlußrunde de8 Meisterschaftsturniers zurücktrat mit der Begründung, daß er mit einem solchen Rohling, wie Salm es fei, nicht welterspielen wolle. Das Publikum nahm mit Pfeifen und Zischen gegen Salm Stellung. Die Berliner Blätter verlanßett den Ausschluß SalmS von den deutschen Tennisplätzen. Hakoah (Leichtathketikfektisn). Trainingseinteilung auf dem Hakoah-Platz: Montag, Mittwoch, Freitag ab halb 6 Uhr nachmittags für Rennmannschaften, Dienstag, Donnerstag ab 6 Uhr für alle anderen^ Sonntag vormittags gemeinsame Einschreibung zur selben Zeit und Dienstag abends im Klubheim bei H. Bauer. Die Fechtkonkurrenzen irm die heurigen Mittelschülermeisterschäften finden Samstag den 29. d. im Militärkasino. Schiwarzen« vergplatz 1, um 15 Uhr statt. Die Akademie der Fechkkunst ladet alle Fechtsportfreunde zu diesen Kämpfen ein. Bott der Londoner Hakoah. Aus London wird uns berichtet: Der jüdische Sportklub Hakoah hat kürzlich hier ein Maskenfest veranstaltet, das einen großen gesellschaftlichen Erfolg bedeutete. In der Jury befand sich auch daS Mitglied des Makkabi-WeltverbandeS, Herr Alfred T Y f f e r. „Jewish Chronicle" befaßt sich in feiner letzten Nummer mit dem jüdischen' Verein und bemerkt, daß er nach dem Muster' der Wiener Hakoah gegründet wurde. Das Blatt bringt in Erinnerung, daß die Wiener Hakoah im September 1923 in London die dortige Ligamannschast W e st h a m Un tev 5:0 besiegte. Gegenwärtig befindet sich die Mannschaft in Amerika, wo ste ßtofe Erfolge feiere. Di« Londoner Hakoah verfügt noch über keinen eigenen Sportvlatz, doch nnd bereits Verhandlungen im Zuge, um schon in der allernächsten Zeit eine Anlage zu errichten. Außer Fußball wird Tennis, Schwimmen und Ringen zunächst gepflegt werden. Großes Gewicht wird auf die Gründung einer kulturellen Sektion gelegt, die Theaterstücke jüdischen Inhalts auffnhren wird. Das Ziel des Vereines ist die Stärkung des jüdischnationalen Bewußtseins unter der Jugend, ebenso durch Sport wie durch Kunst und Literatur. Das Sekretariat des Vereines befindet sich gegenwärtig bei Mrs. Rita Morland, 35, Norlano-Square, Holland-Park W. &, London. Aus den Vereinen. Dar-Kochba. Sonntag den 30. d. letztes Meisterschaftsspiel gegen Wien-Ost. 10 Uhr vormittags, auf dem Nordstern 12- Platz. Sonntag um vierte 4 Uhr Trainingsspiel der Reserve S Südmarr auf dem Neptun-Platz, Lime 49, 51, 52 bis Sgasie. I. A. C. Dußballsektion). Sonntag Meisterschaft gegen Neulerchenfelder Amateure. Training jeden Mittwoch am .Helsort- Platz. Trainer Kliegler. — Handball: Damentrainina Frenaa, Jnternational-Platz. Herren: Mitttvoch, Helfort-Platz. Damen 1. —Admira 2., Herren 1.—International 2., Sonntag um halb 3 Uhr, resp. ym halb 4 Uhr am Jnternational-Platz. Beide Spiele Meisterschaft. An der Meisterschaft nehmen zwei Damen- und eine Herrenmannschaft teil. Anmeldungen beim Training oder jeden Tag im Sekretariat, 7. Bez., Burggasse 30. Film und Kino. Vorschau über die Programme der kommenden Hauptsaison. Allem Anscheine nach dürste auch in der H.rnpi'pieizei! 1926-27 wieder der amerikanische Film quantitativ dominieren und mehr als fünfzig Prozent der Gesamterscheinungen sür seine Werke in Anspruch nehmen. In seiner Art ist er gegen die-eben abgeschlossene Saison unverändert, hat zumeist harmlose Sujets als Buch, die in dem nachgerade unvermeidlich gewordenem »Happy end" 'anft im Sande des Alltags verrinnen. Er bring: krine neuen Stars, keine neuen Regisseure, als einzige, aber nicht sonderlich tief einschneidende Neuheit ist nur zu berichten, daß er vielfach die gewöhnliche Photographie durch farbige Bilder unterbricht. Neben Tom Mix und Buck Jones, den bekannten Seusations-. mnd Cowboydarstellern, wiw in der nächsten Saison noch.ein.dritter, Fred Thomson, zu sehen sein, der, bei uns noch ziemlich unbekannt, den beiden erstgenannten Stor2 gegenüber den'unleugbaren Vorteil eines sehr ansprechenden Exterieurs besitzt. -Nicht uninteressant ist es auch, daß dieser Filmakrobat vor ''einer jetzigen Tätigkeit — katholischer Geistlicher war. Der künstlerisch hochwertigste Film, den Amerika uns bringt, dürfte in der nächsten Saison ,/De r Dieb von Bagdad" sein, dessen Hauptrolle von Douglas Fairbanks gespielt wird. Dieses Werk, das bereits Welterfolge vor zwei. Jahrenzu verzeichnen halte, -wird bedauerlicherweise erst nächstes Jahr bei uns zu sehen sein.' Ansonsten verfügen die amerikanischen Werke - wieder über gefällige undharmlose Vorwürfe, sympathische und schone Menschen als .Darsteller, schr routinrerte Regisseure, eine sehr reiche CENTRAL-KINO 11., Ta oor s t ra sse 8 . Tel ephon 42-3-41 Von heute bis 31 Mal: Liebesprobe 6 Akte m t Dlance Sweet und Ronald Kollmann und das übrige Schlägerprogramm Beginn der Vorstellungen */«t5, V.8. %9 Uhr Ausstattung und eine beinahe noch immer superiore Beleuchtnngsuno Aufnahmetechnik. Stärker als bisher in den letzten Jahren wird Frankreich auf dem Wiener Filmmarkt vertreten sein und Werke breten, die einen sehr großen Aufschwung seiner Industrie zeigen. Als sein größtes Werk varf man die Verfilmung des bekannten Romanes „Der Kurier des Zaren" von Jules Verne-ansorechen, in der Ivan Mosjoukine die Rolle des Michel Stroaofs spielt. Der monumentalste Film dieses Landes dürfte „Napoleon" sein. He von Abel Gance inszenierte Lebensgeschichte des großen Korsen. Ein bei uns bis jetzt fast ganz unbekannter, ganz ausgezeichneter Charakterdarsteller, der Russe Nikolai Koli n, wird in drei bis vier großen, reich ausgestatteten Komödien zu sehen sein. Auch bringt die nächste Saison eine Neuinszenierung von „Les miserables" nach dem bekannten Roman von Viktor Hugo und eine Menge moderner, verfilmter.französischer Literaturerzeugnisse, zum Großteil moderner Romane/ von nach Originalität strebenden Regisseuren öußerst geschmackvoll insMierh von sehr guten Schauspielern daraestellt, reich auSgestattet «nd mit einer ravid auffteigenden Technik ausgenommen. Auch das historische Mönumentalwerk „Le miraele des louvs", >der erste um einzige Film, der m der Großen Oper zu Paris zur Aufführung gelangte, wich uns in der neuen Saison, leider erst zwer Jahre nach seiner Fertigstellung, gebracht werden. Die deutsche Filmindustrie wich nach Amerika quantitativ am stärksten bei uns vertreten sein. Die überragendsten Werke aus dieser Industrie sind wohl die Verfilmung des „Faust", die Murnau mit Gvsta Eckmann in der Titelrolle und Emil I a n n i n g s als Mephisto inszenierte, dann „M e t r o p o I i s". Regie Fritz Lang, ein utopistisches Kolossa'.werk, dessen Herstellung bereits vier Millionen Reichsmark verschlungen halben soll. Ueber die weiteren Filme der deutschen Produktion, die ja schließlich für uns die nächststehende ist, werden wir in einem demnächst folgenden Artikel ausführlich berichten. Von nordischen Filmen werden ht der nächster: Saison die Neuinszenierung von „Die Lie.blingsf r a u des Maharadscha", des seinerzeitigen großen Welterfolges, mit Gnnnar Tolnäs und Karina Bell in den Hauptrollen, und dle Verfilmung des Romanes .Jerusalem" von Selma Lage rl ö j' die bedeutendsten sein. Sowjetrußland dürste wahrscheinlich nur ein Werk nach Wien bringen, den von S. M. Eisenstein ipszenierien derzeitigen Berliner Kolossalersolg „Panzerkreuzer Potent- Usber die Produkkronspläne Ärr Wiener Filmindustrie haben wir.bereits vor einer Woche eingehender berichtet. Es ist an'unchnren, daß die Anzahl der hier erzeugten Filme>über ftinfund- Zwanzitz hinausgehen wird.- Franz P o l l a k. 2 'Theater von heute 7. f Lurgibeuter- Fenster Hkademiubtater Ihrer Mutter Mnd 5turnroprr: Der Bajazzo -- Dys höllisch Gold '7 vollrroper: Die Fledermaus 7 veutrebtt UollutbwWt Das Madl aus der Vorstadt oder Ehrlich währt am längsten 8 Theater in der üoseTstadh Die Gefangene Vs8 Ratomtid-Cbeatcr Ich Hab' Dich lieb . . 1 '/z8 JteaaissaiictfcflbRtt Das Sprungbett der Liebe - 8 metferae» ehester: Urwald 8 ZtadttbeaMr Kaiser Josef im Volke 8 llurtrpleltbeater: Rund um die Niese 8 Lbeaier a» der Wie»: Die Zirkusprinzesii» 7,8 lür. Bfirgtrtbeater t Donauweibchen Vs8 3oh.*$trauis*€bester: Die spanische Nachtigall 7*8 lüdlrebei HinstUrkabarttt (Cafe Astor), li., Praterstraße 60: Geschloffen RADIO -PROGRAMM Freitag den 28. Mai r 4.15 Uhr: NachmittagSlonzert. Strauß: Kaiser- Walzer ' — Goldmark: »Heimchen am Herd", Ouvertüpe — Hubqy Vor ihrem Bild, Violtnsolo — Schumann: FrühÜngSnacht —,. Urbach: Aus Mendelssohns Werken — Mokrh: Maienzauber, Gavotte . r* 1 Flury: Menuett viennots — Lindemayn: Hallohl Hier Schlager!, .Potpourri — Ascher: Klingende Wogen, Walzer — Frydan: Weil du mir so sympathisch bist. 6.10 ülhr: Sport und Fremdenverkehr. Oberbaurat Ing. Erwin Deinleiu. 6.25 Uhr: Die Luftfahrt. WeltlufiPolitik und Weltwirtschaft. Dr. Ing. Robert AlotS Böhm. 7.10 Uhr: Französisch. 7.40 Uhr: Englisch. 8.15 Uhr: ThomaS-Mann-Abend. HcmS Marr. 9.20 Uhr: Konzertakademie. Rubinstein r Die Träne, Gs blinkt der Tau, FrühlingSlied — Gounod: Schmnckwaizer aus.Margarete" — Cellosonate von Rübinstein — BrahmS: Zigeunerlieder. V Ocularium Wien, I. 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