Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2601 (21.5.1926)
- Date
- 1926-05-21
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette S Men, Frettag Wiener M erste nzett« ns S1. Mai Mb Nr. 26Öi Hagibvr (Schüler)—SSdbahn (Jngendmannschaft) 3:1* Ueberlegener ©teg der technisch glühenden Schüler Hagibors über ihren körperlich überlegenen Gegner. Tore fftt Hagibvr Stern 1, Ster« 2, Brandes. AirfftellUW: Buck; Stern 1, Keßler; Müller, Perlmutter, Habner; Salzmann, Stern 2, Brandes, Weifinyer, Turteltanb. Die Neservemannschaft des SpvE»b Zion nimmt am Sonntag und Montag an einem Turnier teil, an welchem sich die ersten Mannschaften vom W. S. B. Rapid 9 und Frem- Jngend beteiligen. Die erste Mannschaft trägt am Montag das Cupspiel gegen I. A. C. aus. Rndols Prinz, der tüchtige Verteidiger der HaSmonea, ist beruflich nach Leoben übersiedelt und 'wird für dre dortige Ha« koch spielen. Er wurde von seinem Stammvevrm bereits freigegebeu. An alle Jugenlckichen! Die Torrrrstik. und WinterfportfeMon des S. C. Hakoah hat eine Jugenvwandergvuppe gegründet. Junge Juden und Jüdinnen im Alter von 13 bis 16 Jahren melden sich im BereinSheim der Hakoah, 1. Bez., Wipplingerstraß« SS. Die Jugendwanderer erhalten eine Dahn- Ermäßigung von Sy Prozent, außerdem divers« Begünstigungen, wie billige Uebernachtungsgelegenheiten in allen größeren Orten, Benützungsrecht einer großen Bibliothek, Karten- und Materialsammlung. Gratisbezug der SeMonSnachrichten. Ausbildung durch bewahrte, geprüfte Führer. HÜttenbegüMigungen usiv. Anmeldung von gangen Gruppen (Schulen, Vereinen, Gesellschaften) sind kefondets evwiinscht. Keine Einschreibgebühr, geringer Jahresbeitrag, in berücksichtiguingSwürdiaen Fällen Ermäßigung oder Stundung. Da die Bildung von Ortsgruppen geplant ist, sollen sich auch nicht in Men wohnende Jugendlnhe melden. Auskünfte bereitwilligst jeden Freitag ab halb 9 Uhr abends bei der SektionSleituwä an den übrigen Tagen im Sekretariat des Vereines. Telephonische Auskünfte unter Nr. 68-109. Copyright 1926 Nachdruck verboten ov Joseph Opatovsky, Netr York (23. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Bon I. Opatofchu. Die Frage brachte Sanwel in einige Verwirrung; doch ohne langes Besinnen erwiderte er: „Der Haupknann der Radgsmower Räuber." Die Blonde riß ihre blauen Augen weit auf und fragte mit dem Ausdruck eines erschreckten Rehs: „Bist du auch ein Räuber?" „Ich bin ihr König." „Wohnet ihr wirklich im Walde?" „Natürlich! In einer großen unterirdischen Höhle!" „Ist es darin nicht sehr kalt?" „Wenn es kalt ist, fällen wir Bäume, zünden ein Feuer an und wärmen uns..." „So!"... Die Blonde sann nach und spielte dabei mit ihrem seidenweichen Zopf; ihr Gesicht bekam einen kindischen Zug. „Möchtest du, daß ich dein Madel bin?" fragte sie dann fachend. ~ ' „O ja!" erwiderte Sanwel rasch und stimmte in ihr Lachen ein. „Warum lachst du?" Sanwel betrachtete während dieses Gesprächs ihre zier- ' siche Hand, die sich weiß von der rosa Seide des Schlafrrckes -abhob; das durchsichtige Woiß dieser Hand und das Netz bläulich schimmernder Adern, das sich auf ihr verästelte, berauschte ihn... Als es Tag wurde, erwachte Sanwel müde. Er sah sich -schlaftrunken um: Auf einem Schaükelstuhl saß die Blondine und schmiegte ihre Wange an das wollige Fell eines Hündchens. „Es ist noch früh! Warum eilen Die so?" fragte sie zärtlich, erhob sich und ging mit dem Hündchen im Arm auf: Sanwel zu. Sanwels feuchte AÜM blickten sie mit tiefem Emst an. „Sind Sie böse?" Di« Blondine lächelt« reizend und warf ihm neckisch das Hündchen zu; es sprang kläffend zu Boden. „Was fällt Ihnen eht?" antwortete Sanwel und faßte die'Blondine bei der Hand; dabei fühlte er sein Bürt zu Köpft ' steigen. Sanwel blieb allein.' Alles in ihm war kühl, erstarrt; ihn fröstelte. An seilten Händen spürte er ihren Körper und rieb sie heftig gegeneinander; er hatte Lust, das Bett zu zertrümmern, die rosaseidenen Vorhänge zu zerreißen. Nach einer Weile trat die Blondine leise ein und verriegelte die Tür. Sanwel sah ihre kleinen weißen Füße und vergaß alles... Sanwel verließ das „Viktoria", nachdem er versprochen hatte, abends wiederzukommen. Hastig durcheilte' er einige kleine Gaffen und kam todmüde in das Zimmer seines Gasthofes. Seine Gefährten schliefen in den Kleidern. Sanwel zog die Decke über den Kopf, wickelte sich fest darin ein, seufzte einigemal schwer auf und schlief. G.'gen Mittag weckten ihn Gradul und Mojsche. „Kriech' endlich ans den Federn!" schrie Gradul und zog khn beim Fuß, „Kischka wartet schon auf uns!" Sanwel blickte ihn stier an. Ein höllisches Feuer brannte in seinem ganzen Körper. Er riß seinen Fuß heftig aus Graduls Händen und brummte: „Ich gehe nicht!" „Was soll das heißen? Du gehst nicht?" fragte Gradul venvundert. Sanwel antwortete nicht. „Nun?" mahnte Gradul. „Meinetwegen brich Hände und Füße!" schrie Sanwel wütend und warf sich auf die andere Seite.- „Nur kein Geschrei!" anttvortete Gradul grimmig und ging'zur Tür, „Bei dir brennt es; leck' die 'Katz'< Sanwel lag wie zerbrochen da; seine Füße waren schwer wie Blei; seine Glieder hingen schlotternd „an .ihH, als wären sie Leichtathletik. Hakoah (Leichtathletiksektion). Trainingeinteilung ans dem Hakoah-Platz: Montag, Mittwoch, Freitag ab halb 5 Uhr nachmittags für Rennniannschaften, Dienstag, Donnerstag ab 6 Uhr abends für alle anderen. Sonntag vormittags gemeinsam. NenanMeldungen dortselbst und am Mittwoch abends iw Klubheim. Aus den Vereinen. Jewish Allround Sporting Club. Heute Schwimmtraining im Beatrixbad von halb 8 bis 9 Uhr. Die Handballsektion trainiert Sonntag und Montag in Krivendorf. Herren und Damen, die sich dafür interesstereti, melden sich mn 10 Uhr vormittags beim G-Obiekt, Kabine 108, Sonntag und Montag. Die Klubabendefinden jeden - Montag «nd Donnerstag ab 8 Uhr abends im Wiener Ringcafe statt. losgeschraubt. Einigemal versuchte er sich zurechtzulegen, doch seine Glieder gehorchten ihm nicht. Er vergrub seinen Kopf ins Kiffen und blieb wie ein Klotz liegen. Im Traum zi^ die ganze letzte Nacht an ihm vorüber. Wieder fühlte er ihre heißen Küsse auf seinem.Mund. ,<£t fuhr einigemal mit den Fingern über seine Lippen, ihm schien, er könne die Küsse direkt greifen.' Und er fühlte» wie sich seine Muskeln Wiede'' strafften und stärker wurden 'als vorher. Ein paarmal schwebte Rachel vorüber. Da zog er eine Grimasse wie ein Junge, der eine bittere Pille verschluckt, und wandte seine Gedanken wieder der Blonden zu. „Die Blonde nehme ich nach Hause mi't. Arm in Arm werde ich wie ein Fürst mit ihr durch die Straße gehen. Alles wird stehen bleiben und uns nachschen: Ein schönes Mädel hat sich Sanwel mitgebracht; und wie prächtig sie gekleidet ist, schöner als eine Gräfin! Rachel geht an uns vorüber; sie wird ganz verwirrt, traut ihren Augen nicht . . . aber ich gehe kühl vorüber, als wäre nichts geschehen, und plaudere mit meiner Dame!" ' , . , Gegen Abend führ Sanwel aus seinem. Halbschlaf empor, blickte sich um und legte sich gerade hin. Er spürte glühende Hitze in den Beinen; ein ziehender Schmerz lag in ihnen, wie wenn Blutegel daran sogen. Ein Ekel vor allem erfaßte Sanwel; er war überzeugt: wäre die Blonde jetzt hier, so würde er sie ersticken; denn sie hatte ihn verfichrt, ihm' das Blut aus den Adern, das Mark aus den Knochen gesogen. Plötzlich fühlte er sich schwach wie ein Kind und eine lähntende Angst befiel ihn: „Am Ende ist sie gar krank?" durchfuhr es Sanwel und ängstlich vergmb er den Kopf in die Kissen. .,/Sie hat mich angesteckt. Ich werde krank heimkommen. O ja, ich weiß, was das für eine Krankheit ist; sie ist schrecklich und es ist fast unmöglich, sie zu -heilen. „Mffchka Japontschik"*) war ein großer Held. (Fortsetzung folgt.) *) Ein bekannter jüdischer Rauberhaaptmann aus dem ' Odessaer Gebiet, dessen Ruhm jedoch ganz Rußland und Polen durchdrang. M 'Theater von heute ff Lurgtdesier: Gabriel Schillings Flucht '/28 rii<ademi«tbealer: Die Welt in der man sich langweilt «/,8 Staatioper: Tiefland 7*8 Üolkioper Der Vogelhändler 7,8 De«t$ebt$ UolkitbttttTi Mensch und Nebermensch 8 rveater w der llorekrtaStr Die Gefangene 7,8 llatwuns-rtzeater Ich hüb' Dich lieb . .; 7,8 KtHaissaitctbäblies Das Sprrmgbett der Liebe 8 ZlittiNbealtl'r Der Mustergatte 8 Moderner Cbeattr: Urwald 8 — „Hände" 7,11 Cuitspicltheater? Rund um die Niese 8 cbeater au üer wie»: Die Ztrkusvrinzeffin 7,8 Ulr. Bürgertbeater r Gräfin Mariza 7,8 3eb.»$trawsf*Cbeater Die spanische Nachtigall 7,8 Jfldiscbts Ktt»*tlerkabareft (Cafe Astorr 11. Vraterstr. 60r Die vergessene Mame lüdiicbe B8b»c, U. 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