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Wiener Morgenzeitung · 1926-05-01 · Heft 2582 (1.5.1926) · p. Seite 16

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2582 (1.5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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Seite 18 fpicucr jwwumuiiwg Me«, SamStag JMMUi JMI . Min MB M UW arljuregen, damit bas finanzielle Risiko, welches leichtathletische Tteranstältungen erfahrungsgemäß mit sich bringen, mit den erwähnten Vereinen ' geteilt werde. Es genügten wohl Sie Del Namen Ho üben und Schüller, um das Meeting populär zu machen, aber da es wirklich international sein soll, wurde die Teilnahme der besten ungarischen und tschechischen Athleten gesichert, so daß am 8. und 9. Mai auf dem Hukoah-Platz die Spitzen der mitteleuropäischen Leichtathletik gogenernander antreten werden. Der stärkste ungarische Verein, der M. A. C., entsendet intereiie wendet sich jedoch Jomzai.zn, welcher als der beste ungarische Allroundarhlek ailt. Ter Sportklub „Zidenice" in Brünn läßt sich durch Strniste, den 800-Meter-Meister, und Vohralik. den tschechischen Rekordmann und Meister, vertreten. Angesichts einer solchen Konkurrenz werden die bervoruagendsten Wiener Athleten ihr Aenßerstes aufbteten muffen, um nicht von den Gästen in den" Schatten gestellt zu werden. So wird die Hakoah-Beranstaltuna ein PvopägaNdameeting im besten Zinne des Wortes sein und dem aufstrebenden Loichtachlemsport Oesterreichs sicherlich neue Impulse geben. * Die Wiener Vereine werden nochmals aufmerksam gemacht, daß der N ennungssch l uß am L Mai d. I. ist, und daher ersucht, ihre Nennungen rechtzeitig an das Sekretariat der Hakocch, Wien, 1. Bcz., Wipplingerstraße 21-26, gelangen zu lassen. Schwerathletik. Von den Stemmern der Kadimah. Am 18. v. M. wurde vmn ^esterreichischen Kraftsport-Berband, Kreis 1, die Gaumeisterschaft in den Giselasälen abgehalten. An dieser Konkurrenz nahmen die Kadimahner Jakob und Otto Ranzenhofer teil. Ersterer konnte sich auf dem dritten Platz behaupten. Seine Leistungen waren folgende: einarmig Reißen 62,5 Kilogramm, beidarmig Reißen 75 Kilogramm, Drücken 75 Kilogramm, beidarmig frei umgesetzt Stoßen 105 Kilogramm. Otto Ranzenbofer war nicht in voller Form, hat aber wegen seines technischen Könnens den Beifall des Publikums errunge - Aus den Vereinen« Ha ko ah (Hockeysektion). Aufstellung für Samstag, halb 5 Uhr, Hatoah-Platz: Engel 1; Landesmann, Steiner; Nä- Reserve spielt Sonntag um Halo 5 Uhr nachmittags auf dom Hakoah-Platz gegen W. A. C. komb.: 'Äoewenstoin; Koch, Bels, Ing. Lampel, Llchtschein, Nenfeld; Wercheimer. Engel 2, Zuckermann, Kettner, Ball; Ers. Leitner. e chawer". Heute jpelen Zwei Mannschaften am Hakoch- Platze. . Kadimah. Morgen Wettspiel mit drei Mannschaften gegen MÄrling. Treffpunkt der Jungmannschaft und Reserve halb 8 Uhr. Erste und sämtliche Schlachtenbummler 9 Uhr früh rm Klubheim zwecks gemeinsamer Abfahrt, nachher gemeinsamer Ausflug aller Teilnehmer. Folgende Spieler halben bestimmt zu erscheinen: Inn gm.: Schwarwart, Morsel, Koß. Willi, Klein, Tumiln. Horowitz, Wercheimer, Debert. Plachte und Käufer. Res.: Muschl, Zitier 2, Mulden, Stocknops, Bolby, Freund, Wolf, Graupen, Drucker 3, Tischlers Herzer, schmorak. 1. Mann sch.: Simoncic, Basch 2. Reinkraut, Kurz, Hauser. AdleMum. Zitier, Sbutzker, Drucker. Maxl, Linneberg, Schalit. Zion. Morgen um 10 Uhr Wetypiel der ersten Mannschaft gegen Slovan-Amateure' aus deren Platze in Meidling. Folgende Spieler treffen sich um halb 9 Uhr im Klubheim: Ehrenpreis, Grüner, Achmann, Schindler, Gunsber 2 und 1., Lutwin, Neumann 2. Pollack, Neumann 1, Schneider. Ersatz Neufeld. Die Reserve spielt um 11 Uhr aus dom Mademie-Platz. Fotzende Spieler haben sich um Harb 10 Uhr im Klubhettn zu versammeln: Bergstein, Fleischmann, Lmdenibaum, Schwarz, Grimbergs.Karpfen, Sperber. Prager, Gerstl, Reicher, Lewin. Ersatz Ungar. 8 Keckskiion u. Administration: Wien« t» lUfiüfleniniii iS Nr. 10 Wien, 1 Ae Bedeutung der Keren Kalrmech. a) Allgemein menschliche Bedöütüng. Der Keren Kajemech ist ein Bolksfonds, der in Palästina Boden ankauft, welcher niemals Eigentum Pckvater werden kann. Juden, die ihn mit ihren eigenen Händen bearbeiten wollen, erhalten an diesem Boden Erbpachtrechte Sv lange sie selbst oder ihre Nachkommen auf und an ihm arbeiten, bleibt er ihnen wie jedes Eigentum erhalten. Nur verkaufen und Verpfänden dürfen sie ihn nicht — denn er ist Eigentum des ganzen Volkes. Warum ist es so? Weil der Boden — nach Ansicht der Bibel und der modernen sozialen Anschauung — nicht wie die beweglichen Sachen das Produkt der menschliichen Arbeit ist. Er kann nicht beliebig verlNohrt werden, er kann auch nicht von einem Ort des UeberfluffeS zu einem Ort gebracht werden, wo Mangel an Boden besteht. Der Boden ist für die tvesentlichsten Bedürfnisse des Menschen unentbehrlich: 1. Für die Wohnung; 2. für die Nahrung, denn wir Menschen nähren uns direkt von den Pflanzen der Erde, oder von den Tieren, die von den Pflanzen leben; 3. für die Kleidung (ebenso wie bei der Nahrung). Bei beweglichen Sachen führt.die vergrößerte Nachfrage zu technischen Verbesserungen und daher zur Verbilligung des Produktes, bei Boden hingegen verursacht die große Nachfrage — stets steigende Verteuerung. Infolge dessen steigt die Miete ständig. der Mittelstand und die Arbeiter müssen in normalen Zeiten 30 Prozent und oft mehr von ihrem Einkommen für die Wohnungsmiet« ausgeben. Vom steigenden Bodenwert — er steigt nur, weil viele Menschen dort wohnen und produzieren müssen, weil die Allgemeircheit auf ihre Kosten große Gebäude (Krankenhäuser. Schulen uftv.), Straßen- und Eisenbahnen schafft — genießen dann bloß die wenigen zufälligen Beidenbesitzer. Die teuren Mieten ziehen die großen Zinshäuser nach sich, da ja die Häuserbesiher den größten Bortöil aus ihrem Besitz ziehen wollen. Die Folge der Zinshäuser: Ungesunde, enge, kleine Wohnungen, daher Tuberkulose; die Bewohner meiden die unfreundlichen Wohnungen und suchen die Gasthäuser auf — daher Mkoholismus und seine Folgen. Diesen Schäden wird begegnet, wenn der Boden kein Spekulationsobjekt bildet, also der Gesamtheit gehört, die ihn für das allgemeine Wohl verwendet. b) Speziell jüdische Bedeutung. Der Keren Kajemeth ist der Fonds. . welcher vor zivka 20 Jahren die radikale Umschichtung unseres Volkes in die Wege leitete, indem er jungen Juden und Jüdinnen, den Pionieren dieser moralisch und wirtschaftlich so hochbedeutsamen Bewegung, die Gelegenheit verschaffte, die Landwirtschaft in Palästina zu erlernen. Während nämlich der jüdische Kolonist, der Lohnarbeiter beschäftigte, aus privat-ökonomischen Gründen fast nur arabische Arbeiter anstellt«, weil sie billiger waren, und daher die jungen Einwanderer sich keine landwirtschaftlichen Kenntniff« aneignen konnten schuf der Keren Kajemeth auf seinen' Ländereien Farmen, auf denen die jüdische Jugend dieses von ihr so heiß ersehnt« Ziel erreichen konnte. Diese Tat des Keren Kajemeth hat herrliche Früchte getragen: Döe jüdischen Arbeiter bewiesen dann, daß die Juden zu schöpferischer Tat fähig und daher auch geeignet sind, Palästina wieder zu einem Kulturland zu machen. Dieser Beweis schuf oie Grundlage für die Balfour-Deklaration und die Anerkenfttxa Rschteß a«f PnlLftt«« de- DötkerbundeS. Ä Der Keren KHemech Hai als ME.dtz ech» «ch« Bodenkäufe im EmÄ (JefrK-Löene) dlltWB« «MM, nvfacht, daß diese historifch und wegen ihrer Fruchtbarkeit hochbedeu tsame Eben« gtt« größten Teil in jüdrfche Hönde gelangt ist. Her hat auch der Keren Kajemeth zum ersten Male in fN&ptoi mustergültig« Enffumpfun-gSarbeiten und OMffe««gM durchgefühn und bewiesen, daß di« Versumpfung n«tz mir ihr die wichtigste LandeSkranryeit, dich Malaria, behebbarstnd. Der KereN Kajemeth hat es ferner bewivkt, daß auch die ersten religiSS.chaffidi>schen Momente (Familienvater ttflfe ihre Familien) ihre bisherigen VermMlerbekttfe aiHaben und nach ver Einwanderung in Palästina sich.den prodMive» Derufen der Landwirtschaft und des Handwerks (und Avar in solchen Zweigen, die uns bis nun im Golus verschlossen waren, wie Straßen- und Häuserbau) Mvanvten. Auch den Städtebau hat der Keren-Käjemech teto weise erst ermöglicht, teilweise gefördert. - So hat er durch sein Darlehen vor. Jahren die Entstehung von Tel-Awiw, dieser erstenund bisher einzigen jüdischen Stadt der 'Welt, möMch fleitMd&t. , . . . Die Devtvaltung dieser Stadt ist vom Wachmann bis zum Bürgermeister rein jüdisch und mustergültig. Der Keren Kajemeth hat in Jerusalem und Haifa, der künftigen großen Hafenstadt Palästinas, auf seinen. Boden neue jüdische Viertel geschaffen. In der AuSdchnungSgone dicker Stadt, in der Akko-Ebene, ist der Keren Kajemeth im Begriffe, eine Arbeitervorstadt zu schaffen. Der Keren Kazemeih ist die Verwirklichung der Bodenges«tze der Bibel, di.e wieder den Anstoß zur modernen Bodenreformbewegüna gegeben haben. Diese Bewegung knüpft sich an die Namen des großen Amerikaner- Henry George und des großen Deutschen Adoff Damaschke. Im Geiste dieser Bewegung handeln heute die modernen Stadtverwaltungen,, indem sie alle Kräfte darauf konzentrieren, den frei verfügbaren Boden der Städte ins Eigentum der Gemeinde zu überführen. Wie hilft man dem Keren Kajenreth? 1. Durch Aufstellung und tägliche Pflege der blaüweißen Kerett-Kajemrih-Büchst. Eine Million diese?'Büchsen sind heute in der ganzen Welt ausgestellt — davon in Wien 10.000. Zehn Groschen täglich in die Büchs« führen dem Keren Kajemeth in Wien jährlich 10.0,00 Pfund zu. Hiefür können 2000 Dunam Boden neu evwörben und amelioriert werden. . 2. Durch Eintragung von zu ehrenden Personen in das Goldene B n ch des Keren Kajemeth. In dasselbe Wurden zuletzt zum Beispiel Präsident M ä s a r y k Lor-d B a lfour eingetragen. Zwei Bände sind bereits voll und bilden ein Ziel der Wanderung vieler, die ins Land kommen. Preis der Eintragung 20 Pfund. Der Eingetragene erhält von Jerusalem «in künstlerisches Diplom zugestellt. 3. Stiftungen, von Bäumen zur Aufforstung des Landes; Preis eines Baumes-9.österr. Schilling. Ein.Garten umfaßt 100 Bäume, ein Harn 1000 Bäume. Originaldiplom ans ' Jerusalem. 4. Durch Spenden bei feierlichen Fannlierranläffen, wie Hochzeiten, Bar-Mizwoth ur dgl. Wer bei solchen. Anlassen spendet..und sammett, erfüllt das Psalmenwort: „Es klebe meine Zunge -an meinem Gaumen — wenn ich nicht Jerusalem-bei Beginn meines Freudenfestes gedenke." ‘ . : Jude!.. . •. . .• Gedenke täglrch des Keren Ka-jte'meth. — du a f f st n n d s i ch e'r'st 'so d i c G r u n b t; a'ge ’ u n s e r e r ölksheiimstätte. - ... * . . : : . Kajemeth. 77-4-86. Spenden nimmt entgegen und Auskünfte erteilt: Kepen/ meth, Wien. 1: Beg., ' Kärnitnerftraße 28. 'Tel.' 77-4-85/ Lov>rixkt 1926 o> ^osepd Opatovsky, New York Nachdruck verboten (8. Fortsetzung) Roma« eines Pferdediebes. Von I. Opatofchu. Sanwel errötete, faß ab und umarmte Rachel. Das Pferd stand still mit gespitzten Ohren da und blickte; die klugen Augen weit geöffnet, das Lielbespaar freundlich an. ,Mst du sicher, daß man dich nicht fassen wird, Danwel? Und lvenn es doch geschieht? Was werde .'.ch dann anfangm? Ich soll dich nie mchr Wiedersehen? Nie mehr?" „Ich lasse mich von niemandem fangen! Nur keine Angst, Rachelkind! Morgen sehen wir uns wieder!" „So umarme mich noch einmal! So! Fester!" . . Sanwel satz wieder auf seinem Hengst, sah mit seinen guten Kinderaugen auf Rachel nieder, hielt ihre Hand in der seinen und lächelte. . Rachel streichelte das Pferd und bat es, schnell zu laufen, sehr schnell. Sanwel beugtesich ein wenig vor und gab seinem Hengst die Sporen. Ein plötzlicher Ruck ging durch das Rotz, sein Körper wurde länger und auf der Ghauffee erhob sich eine Staubwolke. L^lnge blickte Rachel nachdenklich der Wolke nach . . . 8. Als Sanwel sichdem Wäldchen näherte, sch er schon von weitem seinen Vater und zwei Burschen. Rasch sprang er ab und begann die.Pferde aneinanderzubinden. Er koppelte den Kopf des einen Pferdes an den Schweif des vorderen; so ging .es-fott in langer Reihe. Dann nahm er vom Vater AbHiäl und ritt langsam auf Seitenpsaden aus dem Wäldchen.. Die zwei Burschen folgten ihm in kurzem Mstand. Auf dem ganzen Wege versuchte es Sanwel, seine Gedaniken auf die Arbeit zu konzentrieren, die chm an der Grenze bevorstand; es gelang ihm nicht — immer wieder!ehrte er zu Rachel zurück. „Mas wird wirklich geschehen, wenn ich heute nachts erschossen mrde?" blitzte es Plötzlich in Sanwrls Hirn auf. Er lächelte ungläubig, zog aus dem Stickelschaft eine flache Flasche hervor und vertrieb Mit einigen langen Zügen tat urifeflticfltf tt Der Zug war am Ufer der Zoldjewka angelangt. ,Halt!" kommandierte Sanwel leise und wiederholte den Bckehl durch Heben der Hand'. Der Zug blieb stehen. ,Hier warten wir, bis es ordentlich, finster wird! Ihr, Jungons, nehmt jetzt die „Blase" mit Branntwein und reibt den Pferden damit die Köpfe ein, damit sie nicht wiehern. Daß mir aber alles ganz, ganz leise geht; keinen überflüssigen Muckser, verstanden?" Die Pferde wurden gleich ruhig, als verstünden sie die Gefahr, die ihnen drohte; mit gesenkten Köpfen rückten sie aneinander und blieben so stehen wie an den Boden geschmiedet. Sanwel betrachtete die zusammengedrängte Kappel mit den gesenkten schlaftrunkenen Köpfen; ein Gchuhl tiefen Mitleids durchzog ihn. Ringsum war alles still. Ab und zu strich ein leichter Wind durch, der den feuchten, scharfen Duft von Wachholder und reifen Himbeeren mitführte. Die Zoldiewka floß ruhig, langsam dahin. Kleine dunkelviolette Wellen erhoben sich und verschlangen einander. Sanwel lag auf dem Bauch und blickte ins Wasser; dort sah er dunkelblaue Berge hewovwachsen, die in den Himmel emporstvebten. Aber ein rötlicher Streifen schnitt mitten durch und die Berge blieben zwischen Himmel und Wasser schweben. Sanwel fühlte einen erregenden Strom durch alle Glieder rinnen; er wurde lebhaft, ja toll; die dunkelbioletten Wellen lockten; eine unbändige Lust faßte ihn, die Kleider weMwerfen und ein Bad zu nehmen. /jungen, wir wollen baden!" wandte er sich an seine zwei Begleiter. Die Burschen hoben die schläfrig-gckenkten Köpft, sahen einander an und zuckten mit den Achseln; das bedeutete: „Wen der Hafer sticht, der klettert auf den Kirchturm." Sanwel spuckte in weitem Bogvn ins Wasser, murmelte „Dreckkerle-^ und entledigte sich rasch seiner Kleider. ' Bald stöhnte das stille Wasser auf, von Santvels Annen durchschnitten. Er schwamm einige Kreise und kam ans Land. „Narren, Ihr wißt nicht, was gut ist!" wandte er stch an . die Burschen, während ex sich an dem dicken Ast eines alten Baumes ans Ufer zog. Nr Dunkelheit «ch» tag»* mchr $, Die Partie Pferde stand ruhig-wie.iwStein gemeißelt... Die'Burschen begossen siemit kaltem Wasser uird die'Tiere wurden lebhafter. ' Leise brach der Zug auf. •; V: Stille. Nur das rhythmische Hufegeklapper war zu hören, Ab und zu Gewieher eines Pferds. In der Ferne tauchte-eiw rotes Licht auf. -Das war die ,^kette": eine hohe, .weißgestrichene Stange , .mit schwarzen Streifen, von der eine lange Kette niederhing.' Sanwel bog in einen Seitenpfad ab.' Er ritt. ga>nz langsam vorwärts, streichelte unaushörlich seinen. 'Hmgst mid reichte ihm von Zeit zu -Zeit, ein Stück Zucker.. Schritte... - .; '; Der Zug hielt an - und blieb eine .Weile -sichen. Es wurde M wie zuvor. 'Der Zug setzte sich wieder in Bewegung. '.Sanwel sah. sich , um noch fündig iSchtitte und die Werde sind' in; Preußen, - Wieder bog der Zug> auf einem sandigen Settenpfad ab; die Pferde wurden 'durch domiges Brombeergckträuch getrieben. Zwei Soldaten tauchten mch die auf -bte Gru-ppe zuschritten. . . . \ ... . Sawvel durchfuhr em elektrischer Schlag; ohne lang zu überlegen, ließ er die Pferde mit aller Kraft-vorwärts jagen. Die Koppel sttebte nach allen Seilen auseinander. Die Soldaten legten ihre Gewchre an. Die beiden Büvschen sprangen ab und liefen den Weg zurück. : f Sanwel geriet in starte Erregung: ,-Hasenfüße! Der ^Dufel soll euch holen!"' Er vitt den Soldaten entgegen. Sie hielten ihn an sind hegamten '.die/^Wche, deren sie hqbhaft-geworden waren, loSzubinden. Sasiwel'begann mit den Grenzern zu verhandeln, wollte fte' bestechen — verge'bens! Kalter Schweiß bedeckte seinen?ganzen Körper. Er knirschte mit den Zähnen und mit einem Fluch stieß er aus voller Kraft seinem Hengst die Sporen in die Weicho«. Das Tier stieß vor,'rannte einen Soldaten'um und jagte pfeilschnelle vorwärts. Die Koppel ihm nach:' . Als der zweite Grenzer, sich von der Erstarrung riß, in die .ihn der unerwartete Vorfall versetzt v hatte, - und dem fliehenden Zug nachfchoß, war eS schon zu . spät. Die Schüsse trafen wohl ein paar Pftwe, doch Sanwel.' stand mit oer Koppel schon jenseits der Grwze und drchte hem Grenzer eine Mu|L| . \

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