Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-04-30 · Heft 2581 (30.4.1926) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2581 (30.4.1926)
Date
1926-04-30
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981668--26363-3014118
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

«r. SM Wien, FrMg Wiener Morsenzektung 80. April 1926 ztm v ^Eche Bank 135.0 Dresdner Bank 110.—. Oesterreichischr Ktt-ü 7M. OOeneichtsche Länderbank —. NeichSbank 140.13. Wiener Bankverein 6 - Utttonßmif 6.- Daimler Motoren 66.12 Dynamit Nabel 83.87. selten A Guilleanme 121.76. Prag, 29. April. Bei geringem Geschäfte verlief der Markt ruhig, da auch Brunner Maschinen sich behaupten konnten. ES notierten 6°,ge österretchiiche Staatsanleihe >3 25 ^ivnostenSka 3o4.- Auglobank 59 — Mercurdank 35.50. Oesteneichifche Kredit 57.75 Wtenei Untonban —. Wiener Bankverein 49—. FerdinaudS-Nordbahn 3620.-. Böhmische Znckerindustrle 985- Schneller 2260.-. Nesiomttze' ^uckertndustrie Bereinigte Elektrtsität Wien 16925. Aussig Chemische 667.— Weltbräu Pilsen 2860- Königs' ^Emeni 1615. Brünner Maschinen 226. -. Simmertngei 97.66 Rot-Kosteletzer Textil 653.-. CoSmanoS 402.-. Alvine Montan 117.-. Berg und Hütten 2100.- Doldihütte 455 - Brage, l-Ner, 776- Skoda 718. — Budapest, 29. April. Die Börse nahm einen rrlh,gen Verlauf. Die Kurse blieben behauptet. (5-8 notierten. Brittsch-Ungariiche Bank 28.- Ungarische Kredit 269.— OeOerreichische Kredit 120.—. Wiener Bankverein 101.- Mmmerztalbanl 832.-. Gran-SzaSzsvarer 226 Oberunga. "Ne Berg und Hütten Magnesit 790.-, Ungarische Mg. Kohlen 9128.— Salgo Kohlen 426— Ur!kany Kohlen ilf0-—. „ Ungarische Hosherr 120.—, Rimamurany 99.60, Staatsbahn 875.-. Ungarische Zucker 1895.-, Oesterreichische Sie Seaifenlutfe. .. „Zürich» 29. April. (Devisenkurse von 12 Uhr.) Berlin 123.15 (128.12-, Holland 208— <207.95). Netv-Aorl W7.60, (617.25), London 25.17 (25.15»/-,. Pari» 17.70*/* (17.16). »Mailand 20.75 (20.77), Brüssel 18.10 '18.52*/A üovenhagen 135.40 (135.40). Stockholm 138.50 l 138.52*/»), Oslo 112- (112.15,. Madrid 76.- (74.97*/,-, Buenos Aires 207.50 (209.-). Prag 15.82 (15.88*/,), Budaveit 0.007240 (0.007242*/*). Bukarest (2.00*/,). Belgrad 9.11V, (9-11*/.-, Sofia 3.74-/, (3.74), Warschau 52.50 (-.-), Wien 7&05 (78.-) tttr 100 Schilling. Prag, 29. April (Devtsenkttrso.) Berlin 803.25 (803.25-. Zürich 662.3750 ,662.75Part- 117.1750 (111.9250-, London 164.0260 ^64.0760-, Sieiv.Porl 99.70 (33.70), Belgrad 59.40 (59.40-, Bnkare,, 12.6250 (13.—), Wien 476 76 dis 479.75 (476.37) für 100 Schilling. Warschau 319.60 ,312.—). Budapest 4.6912 (4,6912,, IugoUalvische 59.10 (59.05,, Oesterreichische gestempelte Krone 474.76 (474.87*, Polnische 321.w (311.-). Ungarische 4.68 (4.68) ' Budapest, 29. April. .Devisenkurse — Eigenbericht.) Berlin 16.989, Amsterdam 28.700, Kopenhagen 18.670, Stockholm 19.100, Aetv-Aork 71.360. London 347.030. Paris 2356 Brüssel >>500. Prag 2113.-, Belgrad 1256. Bukarest 266. Warschau 6950, Wien 10.080 Sofia 514.—, Mailand 2862, Zürich 18.789.—. Belgrad, 29. April. (Devisenkurse.) London 276.80 Baris 187.-. Newport 56.76 Genf 1096.50. Mailand 227.75 Prag 168.40. Berlin 1352.50, Wien 802.—, Bukarest 21.50. Sofia —Budavest Brüssel —, Amsterdam 22.83. Warschau Warschau, 29. April. (Devisen.) Belgien 34.07 bis 94.23, Berlin —.— bis —.— Holland 889.92 bis 391.88, London 47.16 bis 47.39, New-Aorl 968 - bis 972 — Parts 31.98 bis 32.15 Schwei, 187.40 bis 18*35, Budavest bis —, Prag 28.73 bis 28 87, Wien 186.93 bis 137.64 für 100 Schilling, Italien 99.- bis 39.20 Stockholm —bis —.— Bukarest —.— bis — CENTRAL-KINO__ UM Taborstrasse 8 Telephon 42-3-41 Von heute bis 3. Mai: mit REINHOLD SCHUNZEL B eglnn der und das übrige Schlagerprogramm Vorstellungen a/4o, l/4 & 8/,9 U h r Film und Kino. »Sie Revue schöner Frauen." Ein gwßes amerikanisches Revuetheater mit allem Ms vor und was hinter seinem Vorhang geschieh,,' wird hier ausführlich geschildert. Die eigentliche Handlung spiel, sich natürlich hinter den Kulissen ab. Es ist ein richtig gezeichne'es Lebensbild, daS hie: abgerollt wird. Eine hochbegabte Schauw'ielerin, eine Komikerin — man möchte sie beinahe einen weiblichen Clown nennen — ist in ihrem Privatleben einsam und verlassen, trotzdem sie allabendlich Beifallsstürme erntet und die höchste Gage bezieht. Endlich findet sich eine Menschenseele zu der Verlassenen. Der Schlagwerkmann des Orchesters Doch kaum ha: sie an ihm Gefallen gefunden, und die Kolleginnen können dies konstatieren, bewirbt sich jede eifrigst um den „Trommler", der sich im Laufe der Handlung auch als talentierter Komponist entwickelt. Auch dann, nachdem die beiden schon verheiratet, ein vom Theater zurückgezogenes Leben führen, bis schließlich nach einem ernsteren Seitensprung die Reue den jungen Ehemann endgültig in die Arme seiner Gattin zurückführt. Zasu Pitts und Tom Moore verstehen es hier, zwei eigentlich unhübsche Menschen in einer Unmenge von blendenden Frauenschönheiten überaus sympathisch darzustellen und die ganze Sympathie des Publikums ohne sonderliche Anstrengungen auf sich zu konzentrieren. Was' in diesem Theater vor dem Vorhänge spielt, ist in Farbenphotographie ausgenommen und ergibt eine Menge prachtvoller Revuebilder in einer wunderbar zarten Tönung, wie wir sie bis jetzt noch nirgends gesehen haben. „Sie rote Prinzessin/ Ein Drama aus der Garibaldi-Zeit wurde hier unter der geschickien Hand des Regisseurs Carmine Gallone zu einem der höchststehenden Meisterwerke, die Italien bis jetzt hervorgebracht hat. Der Inszeniereiche, der auch für bas Manuskript zeichnet, führte nicht nur ein glänzendes Ensemble zum vollen Erfolg, sondern gab auch mit Hilfe des großen historischen Apparates, der ihm zur Verfügung . stand, der, spannenden Handlung einen imposanten Hintergrund. Der Einzug Garibaldis m Neapel gehört zu dem Gewaltigsten und Besten, was der Film bis jetzt in der Regie großer Massen geleistet hat. Aber auch, die einfachen Spielszenen sind ausgezeichnet durchgeführt und haben. häufig an wundervollen italienischen Landschaften einen prachtvollen Hintergrund. Im Mittelpunkt der Handlung steht S. G a l l o n e, die nicht nur eine der schönsten Frauen Italiens ist, sondern auch eine der begabtesten und formvollendetsten Darstellerinnen der ganzen Welt. Mit Mühe nur kann sich G r a v o n tt e, ein gewiß sehr gn.ter.Schauspieler, in der Rolle eines jungen Freiyeitsdichters ■ neben dieser außerordentlichen Künstlerin durchsetzen. Gleichwertig ist ihr nur Emiliv Ghione, der schon so lange nicht mehr zu sehen war. Die Verkörperung seiner Intrigantenrolle ist das Beste, was dieser ausgezeichnete Darsteller bis jetzt geboten hat. Auch das übrige Ensemble, das über einige prächtige Charakterkövse verfügt, gibt -Bestes. ■' Vollendet ist dieser Film auch "in seinen technischen Belangen und wird sicherlich anläßlich seines Erscheinens in der nächsten Woche 'den Beifall des gesamten Publikums linden. ROTENTURM-K1NO l. Fleischmarkt 1 , Telephon 79-1t59 Prolongiert! Von heute bis 3. Mai: Prolongiert! mit MAC MARSCH und Ivor NOVELL! uh4 das. übrige Schlagerprogramm Begleitmusik einer erstklassigen Künstlerkapelle Beginn der Vorstellungen: 4, 3/*6, */a8, 9 Uhr Fußball. Sport iit Erez Israel. Lamswq, öen 10. April spielte Hael (Haifa) aegeck eine englische Sanilätsmannschaft aus Bir-Lalem und konnte nach beiderseitigem fairen ttNö schönen 3:1 über den starken Gegner siegen. In glänzender Form bemuden l,ch Jakov: und Makäly sowie' Fr l edm a n n. Sonntag, den 11. April spielte Makkabi (Haifa) gegen dieselbe englische Mannschaft und siegte auch 2:1. Der verjüngte Maikaln hat ein schönes Spiel gezeigt und der Dieg Uber die vom Vortage ermüdeten Engländer war verdient. Beim Spiele des Hapoel waren über 2000 Zuschauer anwezend. Am Vortage spielte Makkabi (Haifa) gegen Makkabi (Sichron- Ja'akow) und gewann gegen die schwachen -Dichroner 1:1. Samstag den 17. April hat es in HaK eine Sensation gegeben. Ha Poel (Haifa) besiegte die englyche F Ueg ermann sch a ft aus Sarafcnd (Cupinhaber 1923-26) 4:2. Tue Hapoel-Leute führten ein wunderschönes flaches KomLinalionswiel vor. In guter Verfassung waren Jakobi, Epstein, Momk. Am gleichen Tage spielte Makkabi.gegen eine kombinierte englWe Gendarmeriemannschaft und verlor 2:4 gegen die gut spielenoen Engländer. Anr .daraiiffolgenden Tage spielten die englischen Flieger aus Sarafend gegen die stärkste a ra bch e M an nscha , t Palästinas Carmel und siegten glatt 4:1. Am 1. Ma, veranstaltet der Hapoel aus leinem Platze em großes sporvsest. Schewuoth veranstaltet Makkabi ein Sportfest in Hafla. Zu Pessach veranstaltete der Hapoel (Afule) ein gelungenes Sportfest, an dem zahlreiche Teilnehmer aus dem ganzen Emek mirwivkten und das sehr gute .Leistungen brachte. Die Amateure siegte» am Mittwoch in Subotiea in Jugoslawien 5:1 (2:1), Die Tore schossen Sindelar (2), Klein, Schefzik und Mieser. Saft hielt zwei Elfmeter. 3000 Zuschauer. - Hakoah komb.—Amateure komb. Dieses am Sonntag auf dem Hakoah-Platz ftattfindende Freundschaftsspiel begrünt mn 5 Uhr nachmittags. Wre berichtet, werden dw Amateure eine starke Mannschaft mit den Brüdern Konrad, Vamcek, Hussak , usw. stellen. Hakoahs Elf lautet: Dnldig, Berson, Fried 1, Schwarz 2, Rosenbaum, Fried 2, Tnrnschem, Penkcua. Kestler, Birnbaum, Katz. Ersatz: Klapper, Beer. Um halb 4 Uhr spielt die Schülermannschaft des jüdischen Vereines. Me erste Mannschaft des S. C. Zion trägt diesen Sonntag gegeil Slovan (Amateure) auf deren Platze ein Wettspiel aus.' „Sitzplätze gesucht." Das bedeutungsvollste Länderspiel der Belgier ist immer das gegen Holland gewesen. Auch der letzte Kämpf, der 30. seines Bestehens, machte keine Ausnahme. Das Treffen ging inr Antwerpener Stadion vor sich und hatte eine Beteiligung des Publikums anfzuweisen, die alle Erwartungen übertraz. Schon drei Wochen vor dem Kampfe waren alle Plätze ausverkauft, obwohl das Stadion an 50.000 Personen faßt. Mehrere Tage vor dem Spiel konnte man in den Zeitungen Annoncen lesen: „Sitzplätze gejucht." Es gibt im Stadion nur 6000 Sitzplätze, und für diese interessierten sich ungefähr 20.000 Leute. Selbstverständlich hatte sich auch der Zwischenhandel der Sache bemächtigt und es wurde für eine Karre der zehnfache Preis bezahlt. Eine Stunde vor Spielbeginn standen aber die Spekulanten ganz verzweifelt vor den Eingänge» zum Stadion und offerierten Karten^ ote sie selbst um teures Geld gekauft hatten, um einen wert niedrigeren Preis. Leute, die gern zu dem Wettspiel gekommen wären und keine Eintrittskarte mehr erlangen konnten, blieben eben in der Stadt, und alles, was zum Stadion hinauswanderte, war: bereits im Besitz einer Eintrittskarte. Die Billetthändler hatten, sich also verrechnet. Siegmund Dukesz, der langjährige Verteidiger des Sportvereines Hechawer, feiert diesen Sonntag seine Vermählung mit Fräulein Grete Stern, welche ebenfalls Mitglied von Hechawer ist. Die Trauung findet mn 2 Uhr im Pazmcmitentempel statt. Die Mitglieder lverden ersucht, sich bestimmt einzufinden. Copyright 1926 . Nachdruck verboten oy Joseph Opatovsky, New York (7. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Bon I. Otzatoschu. (Autorisierte Übertragung von Siegfried Schmitz.) ^Billiger? Nur einen Stoß in seinen fetten Wanst! Hör' an, Vater: schlt auch nur ein halber Groschen, so rühre ich mich nicht vom Fleck! So ein Schlaumeier! Ach muß ihm aber einmal seinen fetten Wanist erndrücken!" „Genug, genug! Hör' aus, -u schreien, er kommt!" beschwichtigte Sch'lojme den Sohn und ging zur Tür. Ein großer, dicker Jude in einem Seidenripskastan trat ein. „Guten Morgen!" „Em gutes Jahr, Reh Mchsche!" antwortete Schlojme »luv schob dem Gast einen Stuhl Au. ,Mhmt Platz!" .Mojsche setzte sich mit einem Sicher langsam nieder, hustete, zog dabei e.n Packet Zigarren aus der Tasche und bot sie an. ,>Nuu, San'wel", begann er, nachdem er mit dem Husten fertig geworden «war, ,-bist du bereit, heute nachts zu reitend „Wenn wir einig werden", antwortete Sanwel, „bin ich zu jeder Zeit bereit." ,Mls heißt das? Ich bin doch mit dem Vater schon handelseins geworden!" „Was nützt das lange Gerede, Reb Mojsche? Ehe ich nicht zwethundevt Rubel hier ans dem Tisch sche, rühre ich mich nicht vom Meck! Ihr meint, es andebwärts billiger zu kriegen? Bitte, mit Vergnügen! Ich nehme es Euch nicht übel!" ,JO, Sanwel, Sanwel, du hast schon Miel Pfeffer in der Nase. Dein Geschäft geht wahrscheinlich so gut, daß du mit den Hundertern und Fürchigern so herumischmeißt! . . . Schau, SaMvel, man muß doch alles mit Vernunft angchen! Die ganze Geschichte wird keine ganze Stunde kosten, und für eine Stunde hundertsünszip Rubel, ist — glaube ich — auch nicht schlecht! . . . Not sch: Id solber würde eine« solchen I BerdiaM nackt aMcklasenI ... Gck'. tai N Lei» » Narr! -. . Siehst du — Wäre ich sicher, daß die' Pferde hiuüHerkommen, na — da kann ich mich's noch einen Fünfziger kosten lassen! Aber du Näubersbursch, ivas tue ich, wenn (die. Stunde möge nie kommen) alle Pferde gefaßt werden? He? Willst du dann beim Schaden beteiligt sein? . . . Sichst du, jetzt schweigst du! ... So wie du, denkt kein Kaufmann, Sanwel!" Sanwel saß trotzig da und schmieg. Er wllßte, Mojsche würde ihn überzeugen wollen: „Ein schlauer.Fuchs. Fast alle Pferde sind von mir. Mojsche hat sie halb umsonst erstanden. Und jetzt will er fünfzig Rubel abzwacken? Nein!" Sanwel stand auf: „Neb Mojsche, Eure laugen Reden sind Vergebens; sie' nützen genau so viel wie ein Aderlaß einem Toten; weniger als zweihundert Rubel nehme ich nicht!" Mojsche sah Sanwel lächelnd in die Augen: „Qho, Sanwel, du kommst ja ganz aus dem Gleichgewicht! Nun, Schlojme", wandte er sich an den Vater, „wir «oerdey schon einig werden. Laßt einen Schnaps kolnme'n!" , Tirza brachte Likör und einige Gabelibissen. Mojsche zog -mit -einem Seufzer eine dicke Brieftasche hervor, zählte zweihundert Rubel 'ctit.f und reichte sie SchlojNte. ' Man tranik einander zu, wünschte sich gegenseitig, Gott möge helfen, daß alles gut ablaufe, und nahm Abschied. . 7. Am Abend schleuderte Sanwel gelassen, mit der Reitgerte an den Schaft seiner Lacksticfel trommelnd, znm Hof Mojsches, des Pseroemaklers. DlePserde waren bereits im Wäldchen vor der-Stadt, stnr Sa'nwels Hengst stand gesattelt mitten i-m Hof und schlug mit dem längen Schweif; sein Maul war mit Schaum bedeckt. Immer öfter iiiwf das lebhafte Roß den stolzen Kopf mit der längen Mähne zurück und stampfte ungeduldig mit den Vorderfüßen ans den Boden, daß die weiche Erde nach allen Seiten flog. Sanwell kam mit einem Pfiff ans das Pferd zu und streichelte seinen glänzenden Hals. Das Pferd, .welches den Pfiff kannte, sah mit'dein rechten Augejiach Sanwel hin M wichertze M. Beim offenen Fenster saß ein blondes Mädchen, Moj- 1 sches jüngste Tochter. In einer Hand hielt sie ein Buch, mit der. andern zerrieb sie die kleinen würzigen Blätter einer Mhrthe, die im Fenster stand. Als das Mädchen Sanwel erblickte, klappte sie das Buch zu und blickte den Ankömmling iw Hof aufmerksam an. Saniwel spürte den Blick, nahm seine beste Pose an und sah dem Mädchen nach Schanfpielerart iit die Augen. Schämig ließ sie das Buch liegen und entfloh mit hellem Lachen. „Eine Prinzessin, Mojsches Tochter!" ging es Sanwel durch den Sinn. „Für di« Spitze von Rachels Fingernagel geb' ich sie hersamt ihrem Vater, den Fettwanst!" Es dauerte nicht lange, so kam Mojsche auf den Hof. Er lud ^Sanwel in seine Wohnung ein und setzte ihm ein Glas guten Weines vor. Sanwel spazierte steifbömig über die Plüschteppiche; dann rückte er sich einen dick gepolterten Fauteuil zurecht, schlug die Beine übereinander und rauchte lässig die Zigarre, die ihm Mojsche reichte. Es tat ihm wohl, daß Mojsche Hm dienerte uwb schmeichelte ... Sanwel verabschiedete sich von dem PferdemaAer, bestieg seinen Hengst, dem er mit betu bekannten Pfiff den Hals streichelte, und sprengte durchs Hintertor -des Hofes fort. An die Pferde dachte er jetzt überhaupt nicht. Er hatte Rachel versprochen, an den Gemüsegärten vorbeizukommen, damit sie ihren Sanwel zu Psevde sehen könne. O, er 'würde sie zu sich aufs Pferd heben wie der Prinz ihrer Geschichte, sie fest an sich driicken und mit ihr forttraben! ... Auf der Chaussee gab Sanwel seinem Hengst die Sporen. Das Roß dehnte den Oberkörper, streckte sich ein . wenig und flog leicht wie ein BogÄ über die Chausiee dahin. Rachel stand beim Bahngoleife und wartete auf Sanwel. Da sah sie ein schönes Pferd auf der Chausiee galoppieren; ein hochgewachsener Mann saß darauf, gerü'de wie eine Erle. Rachel erbebte: „Der Reiter ist Sanwel! . , Knapp vor Rachel zügelte Sanwel das Pferd; es drehte sich im Kreis. Rachel faßte es am Zaum. „Schön sitzest du auf dem Pferde, Sanwel! Hätte ich nicht Augst, daß uns ein Bekannter sieht, würde ich zu dir anfsitzeu. Springe hernuter, ich will dir einen Kuß geben!" Rachel jeM die Augen. MorMupg

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.