Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2580 (29.4.1926)
- Date
- 1926-04-29
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. MV Men.DonEag »nd JnvesttttonSrenten tttn 6000 ft. Die übrigen Rente» waren »m IVO -t- 400 St niedriger. NllrISndische Börsen. (Eigendienst der ,Mener MorgenzeitungE.) Berlin. 88. April. Die Freigabe des Devisenverkchrer und die bevorstehende Ermäßigung -es Diskontsatzes belebten den Verkehr. Die meisten Effekten konnten Kursgewinne erzürn. Auch i^r Anleihemarkt rag fester. Nur mit wenigen Ausnahme» jchiotz die Börse freundlich. ES notiertem Lürlenlose 31.80 Süo. Lombarden neue —. Oesterreichische Staatsbahn 28.38, Darmstädter Bank 126.28. Deutsche Bank 125.? 0 Dresdner Bank 110.—. Oesterreichische Kredit 7.25, Oesterreichische Länderbank —, ReichSbank 140.87, Wiener Bankverein 8.87. Unionbank 6.37, Daimler Motoren 68.—, Dynamit Nobel 83.80, Felten & Guilleaume 11928 Prag, 23. Avril. Auch heute werden Brünne: Ma^chinm kebhafumgesetzt. Die Abbröckelungen waren nicht so bedeutend wie in den letzten Tagen. Bei ,m allgemeinen ruhiger Tendenz waren die Kursänderungen nicht b e d e u r e n d. ES notierten - 6°/„,ge österreichische Staatsanleihe 89.20, ZivnostenSka 864.—, Anqlobmik 60.—, Mereurbank 96.—, Oesterreichische Kredit 68.50, Wiener Unionban? 50.60. Wiener Bankverein 49.50. FerdinandS-Nordbahn 6615.—, Böhmische Znckerindustrie 935.—. Schoeller 3375.—, Nestomitzer Zuckerindustrie —. Vereinigte Elektrizität Wien 15925, Aussig Chemische 666.—, WeltbrLu Pilsen 2820.—. Königs, bofer Zement 1605.—, BrÜnner Maschinen 224.—, Simmering« 97.—, Rot-Kosteletzer Textil 855.—, CoSiyanoS 402.—, Alvine Montan 118.—, Berg und Hütten 2068.—. Poldthütte 482.—, Prager Eisen 768.—. Skoda 718.—. Budapest, 88. APM. Der heutige Berkchr nchm einen ungleichmäßigen Verlauf. Die Gewinne hielten den Verlusten das Gleichgewicht. E8 notierten: Britisch-Ungarische Bank 28.—, Ungarische Kredit 269.—, Oesterreichische Kredit 120.—, Wiener Bankverein 101.—, Kommerzialbank 882.—, Gran-SzaSzvarer —, Oberungarische Berg und Hütten 200.—, Magnesit 790.— Ungarische Allg. Kohlen 3108.—, Salgo Kohle» 425.—, Urikany Kohlen 1152.—, Ungarische Hofherr 121.—, Rimamurany 99.50, Staatsbahn 875.—, Ungarische Zucker 1405.—, Oesterreichische Sie Sedlfettfotfe. Zürich, 28. April. (Devisenkurse von 13 Uhr.) Berlin 123.12 (138.20), Holland 207.95 (207.90), New-York 617.25 (517.35), London 25.18»/, (25.16 V.,, Bari« 17.16 (17.277,). Mailand 20.77 ( 20.75), Brüssel 18.52V, (18.67'/,), Koveuhagen 135.40 (135.87), Stockholm 188.537, (183.55), Oslo 112.15 (11170), Madrid 74.977, (74.60), Buenos Aires 209.- (209.60), Prag 16.887, (15.88), Budavest 0.0072427, (0.007240). Bukarest 2.007* (2.08), Belgrad 9.117* (9.12), Sofia 3.74 (3.75), Warschau —.- Wien 78.— (78.027,) 'iir 100 Schilling. Prag, 28. April. (Devisenkurse.) Berlin 803.26 (608.25), Zürich 65i.75 (652.8760), Paris 111.9250 (112.30), London 164.0760 (164.05), Rew-Aork 88.70 (33.70), Belgrad 59.40 (59.3750). Bukarest 13.— (18.1250), Wien 47697 bis 479.37 (476.1250) für 100 Schilling, Warschau 812.- (817.—), Budapest 4.6912 (4.6912 Jugoslawische 59.05 (59.05), Oesterreichische gestempelte Krone 474.97 (474.8750), Polnische 311- (313.60,. Ungarische 4.68 (4.68) ... Budapest, 28. April. Devisenkurse . — Eigenbericht.) Berlin 16.999, Amsterdam 28.685, Kopenhagen 18.670, Stockholm 19.100, New-Iork 71860, London 847.080, Paris 2366. Brüssel 2552, Prag. 2118.-, Belgrad 1256, Bukarest 273. Warschau 6836. Wien 10.070. Sofia 614.—. Mailand 3863, Zürich 13.799.-. Belgrad, 28. April. (Devisenkurse.) London 276.35, Parts 189.60. Netv-Uorl 56.75, Genf 1096.50, Mailand 227.75/ Prag 168.50, Berlin 1862.—, Wien 802.—. Bukarest 22.—, Sofia —, Budavest 0.0797 Brüssel —, Amsterdam »3.81. Warschau Waefchan» 28. April. (Devisen.) Belgien —bis —, Berlin —bis —.—, Holland 389.93 bis 391.88, London. 47.16 bis 47.89, New-Aorl 968.- bt* 972-, Parts 3I.19 bis 32.86, Schweiz, 187.58 bis 188.47. Budapest bis —Prag 26.74 bis 28.89. Wien 186.81 bis 197.19 fiir 100 Schilling. Italien 89.- bis 89 20. Swckholm —bis —.— Bukarest —.— bis ggftntt MorsrnMans Fußball. Dar Match vor 100.000 zaschanern. Der Verlauf de« Cupfinal«« Bolton Wanderers gegen Manchester City i:y. Ueiber das große Match bringt .^Kicker" folgenden Bericht: Es ist 8 Uhr geworden und der Beginn des Spieles fällig. Zuerst erscheint Manchester City in der imposanten Arena; in weißer Hose und mit dunkelblauem Trikot. Der Empfang gestaltete sich Überaus herzlich, aber als die Bolton Wanderers in schwarzer Hofe und weißem Hemd mit dem Wappen auf der Brust erscheinen, will der Beifall kein Ende nehmen. Also. Bolton ist Favorit. Wieder setzt Betzfall ein. die Dlarine- S:t erklirmt. beide Mannschaften nchmen vor 'ber Ghrenloge tellung. Der bemerkenswert frisch und gut aussehende König von England schüttelt jedem der 22 Spieler die Hand, plaudert vechältnismäßig lange mit Joe Smith, dem alten Kämpen der Bolton Wanderers. Anschließend ein kurzes Training. Inzwischen haben Joe Smith und Mc. Mullan gelost; Smith gewinnt den Toß, Manchester stößt an. Die beiden Mannschaften treten bei prächtigem Fußballwetter in ihrer stärksten Besetzung an: Bolton Wanderers: Pym; Haworth, Greeuhalgh; Nuttal, Seddon, Jennings; Butler, Jack, John Smith, Joe Smich (Kap.), Bizard. Manchester City: Goodchil-d; Cookson, Me. Eloh; Pringle, Cowan, Mc. Mullan (Kap); Tlustin, Browell, Roberts, Johnson, Hicks. Als Schiedsrichter amtierte I. Baker (Choshive), als Linienrichter W. P. Harper und S. T. Rous, die den ausgezeichneten Unparteiischen vorzüglich unterstützten. Endlich begann der Kampf. der zu den fesselndsten gchört, die je im Mntterlande des Fußballs ausgetrcvgen wurden. Zuerst schien es, als sollte Bolton hoch gewinnen, denn Manchester, war fast ausschließlich aus die Verteidigung zuruckgdrängt. Der linke Wanderers-Flügel Dizavd- Joe Smith leitete Angriff auf Angriff ein. In der dritten Minute gelang Smith der erste Schuß, den Manchesters Tochüter famos hielt. Gleicht darauf ergab eine Flanke Bizavds eine Ecke für Bolton, die letzterer gut hereingab, doch ab^ewchrt wurde. Die zweite Viertelstunde begann, ohne daß dev Cithsturm bisher ernstlich in Aktion trat. Nun aber wandte sich das Blatt. Die „Blauen" kamen dank chrer famosen Deckung immer mehr in Schwung. In der 19. Minute stoppte Pym eine sehr gefährlich aussehende Verlage des flinken Hicks im Hochsprung ab. Bolton erwiderte sofort; Vizavd und Joe Smich schreßen ganz knapp über die Latte. Im weiteren Verlaufe klärt Pym durch Fausten — mit einer Hand! — manch kritischen Moment. Ms aber in der 24. Minute der internationale Manchester-Mittelstürmer Roberts aus etwa acht Meter zum Schuß ansetzte, schien der erste Erfolg für City fällig. Doch Pym erwischte den Ball am Boden, hielt ganz hervorragend erntete für diese überragende Leistung stürmischen Beifall. Gleich daraus verschuldete Browell das erste Abseits im Spiel. Der gleiche, Stürmer köpft mit Beginn der letzten Viertelstunde' vor Seitenwechsel eine Flanke von Hicks scharf aufs Tor, Pym klär: jedoch meisterhaft. Bis zur Panse ist die Begegnung vollkommen ausgeglichen. Das Ringen um, die Führung gestaltet sich mitunter sehr hart, so daß der Schiedsrichter sogar Cowan verwarnen muß. BiÄ zu schnell war die erste Hälfte vorüber. Halbzeit 0:9. Der Gesamteindruck war für Bolton en:- schieden günstiger, wenn auch nicht zu verkennen ist, daß Manchester gegen Seitenwechsel zu stark anffam. Im allgemeinen entsprach, das Unentschieden. den beiderseitigen Leistungen; die besseren Torgelegenheiten hatte allerdings Bolton. . Nachdem während der Pause zwei Musikkapellen fiir Unterhaltung, beziehungsweise Ablenkung sorgten, erschienen beide Mannschaften, lebhaft begrüßt, wieder am Rasen. Inzwischen spielten sich auch vor den Toren des Stadions einige allerdings weniger angenehme Momente-ab. Mehrere tausend Interessenten aus Bolton und Manchester wollten sich unter allen Umständen Eintritt verschaffen und erzwangen sich Viesen auch. Nach der Pause dräng: Bolton wieder stark. In der zweiten Minute kommt der Mittelstürmer I. R. Smith aus kürzester Entfernung zum Schuß, aber der Manchester-Torhüter wehrt fadelhaft ab. Nun ist für die Cityleute der Dann gebrochen. Hicks gelingt ein Vorstoß nach dem anderen. Nutall legt ihn hart an der Strafraumgrenze, Johnson setzt 'den Strafstoß mit Wucht über die Latte. Gleicht darauf streift ein Flanke von Hicks um Handbreite neben das Netz. Manchester ist dauernd überlegen. Im Torvaum der Wanderers spulen sich büchst aufregende Momente ab. Man hat unwillkürlich das Gefühl, daß ein Tor das'gigantische Ringen entscheidet. Robert führt den Cityangriff sehr gut. Die 13. Miuuae sah für Bolton sehr gefährlich aus; Haworch rettete mit viel Glück säst aus der Torlinie stehend. Pym faustet zweimal elegant ins Feld zurück. Vorübergehend haben nun wieder die Boltons das Wort. Joe Smich flankt in der 26. Minute zu Jack, tollkühn wirft sich Cowan dazwischen und rettet mit dem 5wpf am Boden liegend. Das war eme feine Leistung, ldie stürmischen Beifall eintrug. Das einzige Tor til dann unmittelbar darauf, in der 39. Minute. Der Boltonechtsaußen flankte, dev Jnnensturm erreichte den Ball nicht mehr, Vizavd flankt im vollen Lauf von der linken Stvafraumgnze und D. Jack schoß direkt unter die Latte. Der Manchester-- ter wurde durch diese Mion überrascht, er erwartete von Joe rith bcrt Schuß. Der Beifall kannte keine Grenzen. Jack wurde von seinen Kameraden umarmt. Man fühlte, daß Bolton diesen knappen Vorsprung halten wird und Manchester trotz der Feldüberlegenheit geschlagen bleibt. Und so war es auch. Die letzten zehn Mimten gehörten fast ganz Manchester. Manchmal ging es im Bolton-Strafraum mehr als mrsreaend zu. Einer behielt die Nerven in allen .Lagen: Pym. dev Misterhüter von Bolton. Die Neberrejchung des Pokals. Als selbst die verzweifeltsten, Angriffe von Manchester ergebnislos blieben, Boltons Verteidiger fast jeden Ball über die SeiterÄienie schlugen, um Zeit zu Mumien, endete das Spiel 1:0 fito Bolton. D'e Anhänger der Wanderers waren überglücklich; sie schwelgten in Jubel. Die Siegerelf, voran Joe Smithschritt zur (chrenloge, wo der König dem Spielführer Smiths ven Pokal und jedem einzelnen Mann die goldene Medaille überreichte. Dann kam Manchester City, dev tapfere Verlierer, mit Silbermedaille auszeichneten. Die Musik spielte die englische Nationalhymne, 100.000 Mnschen sangen sie entblößten Hauptes mit. Der Abmarsch der unübersehbaren Menschenmenge vollzog sich ohne Zwischenfall und in bester Ordnung. Bei bet Ankunft in dev Stadt erhielt man bereits die neuesten^Aeitungen mit der ausführlichen Schilderung des Spieles; dazu Bilder vom Kampf — eine tatsächlich imposante Aufmachung. Jüdisches Ain<rterivie<rm - Wien—JMrfches Team der Ts che «Hoflowakei. Sonntagden 2. Mai in Bratislava. Der jüdische Sportverband hat Sonntast eine schwere Kraftprobe zu bestehen. Sein erster Gegner im mternationalen Verkehr ist die Repräsentationsmannschalft deS Jüdischen Sportverbandes der Tschechoslowakei. Mit deren Vertretung wurde die Mannschaft des erstklassigen S. C. Makkabäa (Bratislava) betraut. Der Pveßburger Verein ist einer der tzpielstärksten jüdischen Klubs seines Landes und nimmt in Bratislava dieselbe Position ein, wie in Men die Hakoah. In den FrMahrMmpfeu wurden fast alle Brcrtrslavaer Vereine von Makkabäa glatt geschlagen, darunter Slavia (Bratislava) und der ungarische Meister der Slowakei Ligeti (Bratislava). Gegen Wiener erstklassige Projfessicmalvereine blieb Makkabäa ebenfalls oft erfolgreich und unterlag gegen die komplette Wacker-Mannschaft nur 0:1 Die Aufstellung der Mannschaft für Sonntag lautet: Gellei; Grün- Copyright 1936 Nachdruck verboten by Joseph Opatovsky, New York (8. Fortsetzung) Roman eines Pferdediebes. Von I. Opatoschu. (Autorisierte ^Übertragung von Siegfried Schmitz.) , ,Mer beult ans Erschostenwevden? So schnell wird nicht geschossen. Und geht es wirklich einmal schief, so schießt man eiben zurück!" „Und an Rachel denkst fru, gar nicht?" Sanwel geriet in Verlegenheit; er wollte etwas erwidern, konnte aber nicht, wurde rot und begann Rachel zu küffen. Glückselig ging Rachel an seiner Seite und streichelte feine Hand. Vor der Stadt gingen'sie auf verschiedenen Wegen von einander, >damit niemand sie zusammen sähe. ' 6. Früher Morgen. Tirza hatte den Bortscht*) abgiekocht, einige Eier hineingeschlagen und einen Topf Kartoffeln gesotten, den sie jetzt zum Abkochen aus den Tisch stellte. Sie setzte sich nieder, um ein wenig cm-Furuhen: ,/Schlajme muß bald vom Beten zurück fein; es ist wohl schon Zeit, Sanwel zu wecken. Nächtelang schleppt sich der Kerl herum.-Wo steckt er immer? Weiß der Teufel!" Tirza betrachtete ihren Sohn, der neben der Tür schlief. Sem Haarschopf fiel wirr in die weiße Stirn. „Unberufen, ist aus dem Jungen ein Kerl geworden! Der könnte doch Dtanern sprengen! Eine ander« Mutter hätte Freude an so einem Sohn! Wer ich? Heute noch (verhüt« Gott, daß die Stunde kommt) kann man ihn fassen ,. .* Tirza seichte schwer: ,/Ls ist kein Spaß, süntzig Werde über die Grenze zu führen! Wer aber ist an all dem WA? Nur sein feiner Vater! Wie oft habe ich geschrien «Mi* W Äitel* aal wtW Meü. und gelärmt: ,-Schlofine, ein PserdehäMer in der Familie reicht aus; last' den Jmgen ein Handwerk lernen!" Da hin ich aber schön angekommen! Er hat mich mit seinen Diebsaugen von oben bis unten angeschen und mir dann den Text gelesen, daß mir das Blut in den Adern gestockt hat!" Tirza schneutzte sich bei der Erinnerung an diese Szenen in-die Schürze und Mnn ihre Godanken weiter: ,)Von meinen Kindern habe ich nienwls Freude gehabt. Von zwölfen sind nur drei leben geblieben. Sanwel war immer ein Gewaltkerl. Die Kinder wollten mit ihm nicht -spielen, penn er hat sie immer blutig geschlagen. Seinem Melamed hat er die Hand gebrochen. Die Nachbarn haben -bald gesagt, ans ihm würde nichts Gutes wevden. Na ja, er ist auch mit einem lichten Schopf und einem lauten Schrei auf die Welt gekommen; hat man so etwas schon gchört? . . . Und mit Sure -habe ich auch genug Plage. Sie strabanzt herum . . . und jeden Tag hängt ein anderes Päsguill in der Schul. Es wäre viel bester gvivesen, sie hätte vor Chane geheiratet, obtvohl sie die Jüllgere ist ... Gott.geb's, daß ich wenigstens an Chane Freude erlebe ... Sie bekommt, so scheint mir, einen ordentlichen Mann ..." Sanwel drehte sich um, schüttelte sich, öffnete weit die blauen Augen, legte die Hände unter den Kopf, reckte sich und gähnte: ,Schon voller Tag!" Hastig sprang er auf, wnsch sich, zog d'e Lackstiefel an und versuchte in seinen Schopf eine Scheitellinie zu kämmen. . Tann stemmte er die Hände in die Küsten^ machte ein paar Tanzschvitte und riaf: „Matto, podawaj!*) ,Mt bist noch viel schlimmer als ein Goj!" erwiderte Tirza. ,Menn ein Chvfft aufstcht, fo kommt bei chm zu allererst das Vaterunser. Und bei dir?" ,IUcht so viel reden, Mutter!" DanwÄ Wf «tf die bloßsußige Tirza zu, faßte sie um die Hüfte und schwang sie im Dattzschritt durch das Zimmer. *) Mutter. M M „Loslasten, du Bengel! Gift sollt' ich dir geben, kein Essen!" Sanwel lachte übermütig, trank ein Glas Bvanntwern und setzte sich -dann Zu seiner Schüssel Bovscht mit Kartoffeln. Schloj-me trat, lden Tallisbemiel unter dem Arm, ein und wollte etwas sagen. Doch Tirza ließ ihn nicht zu Worte kommen, sondern brach gleich los: „Du, Herr Baker, ein nettes Fvüchtel hast du ans demenr Sprößling gemacht! Allen meinen Feinden wünsche ich es! So ein Beugel erwacht, steht aus wie ein Stück Vieh, spricht kein j-Mfches Wort und stopft eine Schüstel Borscht mit Kartoffeln in seinen Schlund! Tu -hast nicht aus mich gehört, Schsvjnte, jetzt hast du es!" Schlojme wurde kreidebleich und biß sich aus die Lippen: ,-Sei endlich still, alter Kochlöffel. Wer hat dich gefragt?" Sanwel kaute lächelnd: „Ein Dieb darf nicht beten!" Schlojme antwortete nicht. Schweigend ging er ha Zimmer auf und ab. Er suhlte, daß Tirza recht hatte, wollte es aber nicht zugeben. Sanwel war Schlofines WÄsteS Kmd und er sah Gm vieles nach. ,/lLenn er älter wird", tröstete sich Gchlchme, ^wird er schon anders werden. Ich war in meiner Jugend auch nicht bester. Dafür hat er zwei gute Eigenschaften, die ein Pferde« dieb haben muH und die Hm bei seinen Genossen RefpÄt verschaffen: er ist stark wie ein Bär und jederzeit bereit, zu riskieren." Schlojme wußte wohl, daß er selber mit anderen Augen angeschen wurde, seit Sanwel tos MWft/^ ringe treten war. habe heute Mojsche, den PferdemaKer, getvoGen", «unterbrach Schlojme 'das Schweigen. *Mn?" ,)Er wird gtzrich hier feto. Aus feinen Rehen hbve ich heraus, daß er ein paar Rubel atOvicken will; er sagt, es boläme es anderwärts billiger." Mrtsetzung folgt.)