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Wiener Morgenzeitung · 1926-04-24 · Heft 2575 (24.4.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2575 (24.4.1926)
Date
1926-04-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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l polcn; 35 grossyl Wien: Zum Abholen ln der Expedition, Ü. Taborstf. 1-3, oder in einer Versehleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Straasemrerkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dachmied, 1, Wollxeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakel: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Dm.60, Polen:Mon. 5Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4» Frankreich, Belgien: Mon. Fr«. 18 Medisehlngee hei Prei»- erhOhansen farbdudin Rr. 2579 Wiener orgemeitmia Sie», Samriag. 24. AprU 1926 ifrran ad~51 England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien? Mon.lOOLewt. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. Redaktion, Administration: Wien, II. Taborsir. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postspaikassen- Konto Nr. 150.698 8. Sattgong Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesehtes E gekennzeichnet. Sin Appell des Pröfidente« Weizmann. An die Zionisten der ganzen Welt! Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Lr. Chaim Weizmann, richtet durch die Palastinenfische Telegraphen-Agentur im Zusammenhang mit der Arbeit im Rahmen des „Monats der Zionistischen Organisation" einen Appell an die Zionisten in der ganzen Welt: „AnsdemHerzenZionS stnde ich an die verstreuten zionistischen Gemeinschas- 1« der Welt meine tiefen und andachtsvollen Wünsche für den Erfolg der Jjar-Kampagne, die znm Ziele hat, zionistischen Glauben, zionistischen M n t und z i o n i st i s ch c E n t s ch 1 o s s e n h e i t in den Herzen unserer schon mobilisierten Massen fester zu verankern und gleichzeitig unsere nichtzionistischen Brüder für die Arbeit an der Zukunft unseres Volkes und der Zukunft des Landes unseres Volkes neu zu rekrutieren. Mein gegenwärtiger Aufenthalt in Palästina befestigt in mir die schon früher gehegte Ueberzeugnng, daß es einer starken Zionistischen Organisation bedarf, die unserem wachsenden Jischuw in Palästina Richtung, Führung und Unterhalt geben, sowie eine moralische Aufsicht über alle jüdische Arbeit haben solle, von wem immer diese Arbeit auch getan werde» mag. Eine gestärktere zionistische Organisation bedeutet ein starkes jüdisches P a 18 st i n a. Eine größere Loyalität gegenüber der Zionistischen Organisation bedeutet Loyalität g e g e n- Lber dem jüdischen Volk, das die Kollektivverantwortung für das ganze Werk trägt. Unsere Organisation hat nicht den Wunsch, alle jüdischen Bemühungen im Lande zu kontrollieren, noch weniger, sie zu monopolisieren. Aber solche Bemühungen ohne unsere Organisation, die den Weg nach Palästina erhellt, können zu einem ernsten Mißerfolg führen, dies zu einer Zeit, da jedes jüdische Hirn erkennen und jeder jüdische Nerv fühlen mutz, daß wir eine Epoche äußerster Not in der Geschichte unseres gequälten Volkes durchleben, für dessen Mehrheit keine andere Hoffnung übrig bleibt als die, unsere alte Heimat aufzuvauen, wo unseren jetzt ruhelosen Massen Ruhe wird und wo wir die potenzierte Zusammenarbeit mit allen Nachbarn wollen, die unser friedliches Streben für die Wiederbelebung des früher stark verwahrlosten Landes, eine Wiederbelebung, die wir ihm zn bringe» berufen sind, nicht zurückweisen." Rordaus letzter Weg. Paris, 23. April. (Havas). Die sterblichen lieber* xt st c des zionistischen Schriftstellers Max N o r d a u wurden heute nach dem Lyoner Bahnhof gebracht, um n a ch Palästina überführt zu werden. Im Bahnhof hatten sich die Witwe nnd zahlreiche Freunde des Verstorbenen singe f u n d e n. Set deutsch-russische Vertrug vor dem Abschluß. Unlevzeichnung nächste Woche. Berlin» 23. April. Von zuständiger Seite verlautet, baß die Verhandlungen mit Rußland vor dem Abschluß stchen. Die Unterzeichnung erfolgt vielleicht schon zu Anfang nächster Woche. Dem.Wortlaut des Vertrages sollen eine Anzahl Noten beigefügt werden. Die Veröffentlichung des Vertrages wird gleichzeitig in Berlin, Moskau und anderen Hauptstädten erfolgen. Der Vertrag selbst werde beim Völkerbund hinterlegt werden. tznglaud im «aheu Srient. Verhandlungen in Angora. (Eigendienft der „Wiener Morgenzeitnng/^) Konsiantinopel, 23. April. Der hiesige britische Botschafter Sir Renald L i n d s a y ist nach Erhalt von Spezialweisungen aus London in Begleitung des Obersten Chardin nach Angora gereist, um mit der türkischen Regierung über die Möglichkeit eines Neutralitätsvertrages zu konferieren. Oberst Chardin nimmt an den Verhandlungen als offizieller Vertreter des Irak teil, doch ist man in türkischen politischen Kreisen davon überzeugt, daß er zugleich die Rolle eines militärischen Beraters Lindsays spielt. Deshalb hat man auch dem türkischen Außenminister Tewfik Rüschdi Bei ebenfalls einen Offizier, der der beste Kenner der Jrakfrage ist, den General D j e v a d Pascha, an die Seite gestellt. Die Verhandlungen in Angora sollen sich um folgende Fragen drehen: 1. Beratung überdieMoss ul frage. Diesbezüglich schlägt England eine der Türkei entgegenkommende Revision der vom Völkerbund festgesetztenMossulgrenze vor. 2. Abschluß eines gegenseitigen Neut r a l i t ä t s v e r t r a g e s, der inhaltlich dem t ü r k i s chsranzösifchen AbkomnfLn gleichen soll. 3. Gewährung einer ÄnleiW an die Türkei und Abschluß eines langfristigen Wirtschaftsvertrages. Wie verlautet, laufen die englischn Bestrebungen auch darauf hinaus, die Türkei für den Eintritt in den Völkerbund zu bestimmen und von Sowjetrußl a n d l o s z u l ö s e n. Reue llmuhen in Kalkutta. Kalkutta, 23. April. Heute ist es neuerlich zu sanieren Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedanern gekommen. Von den 49 Personen, die infolge der fei dm Zusammenstößen erlittenen Wunden ins Krankenhaus gebracht werden mußten, sind zwei gestorben. Nachmittags drang eine Bande M u se l m a n n e tu die Zentralmarttihalle ein und griff die buddhistisch en Meb- und Wollwarenhändler an, von feuert vier schiwer verletzt wurden. Die Obsthändler, die zwar Muselmannen sind, liefen den Hindus zu Hilfe und vertrieben die Angreifer. Ungefähr 100 Muselmannen haben ein G e t r e i d e g e s ch ä f t verwüstet und den Händler, einen Hindu, verletzt. Große Abteilungen Polizei sind im Unruheviertel stationiert worden. Ser franzöfische Vormarsch auf Sueida.. Beirut, 23. April. (Havas.) Die Bewegung der französischen Kolonnen gegen Suerda hat begonnen. Ile zrledeurverhaudlüngeu im Mf. Udschda, 23. April. (Havas.) Die Rifdelegierten sind in einem FluMrg. -in-Mn-Amar Mgekomnten, üm mit Abv el Krim zu verhandeln: -.Sie kehrten im Automobil nach Taurirt zurück. Ser englische Grubenlonslilt. Ein Ausschuß verhandelt. London, 23. April. In feu Verhandlungen der Kohlenkonferenz ist noch kein Fortschritt erzielt worden. Auf Anregung des Premierministers Baldwin halben beide Parteien einen Ausschuß eingesetzt, der unter dem Vorsitz Baldwins heute abends seine erste Sitzung abhielt. Ueber das Ergebnis der Beratungen wird offiziell nur mitgeteilt, daß beide Parteien gebeten wurden, sich jeden Augenblick für weitere Verhandlungen bereitzuhalten. Die Grubenbesitzer haben neue Lohnsätze an den Eingängen zu den Fördevschächten anschlagen lassen, die am 1. Mai in Kruft treten sollen und durchschnittlich eine wesentliche Herabsetzung für alle Distrikte darstellen. Me der „Star" erfährt, will sich die englische Regierungbereit erklären, dem Kohlenbergbau eine Anleihe mit niedriger Verzinsung zu gewähren unter der Bedingung, daß die Grubenbesitzer fett Betrieb der Gruben reorganisieren und die mit.Verlust arbeitenden Gruben schließen. Außenpolitische ßrklarungen Briands. ttvbev Ungarn, Italien und den Mlkervund. Paris, 23. April. Zu Beginn der heutigen Beratung in der Kammer über das Budget der auswärtigen Angelegenheiten sprach Ministerpräsident B r i a n d die Hoffnung aus, daß die Angelegenheit der ungarischen Banknotenfälschungen von den ungarischen Behörden in befriedigender Weise werde geahndet werden müssen; anderenfalls würde Frankreich die Angelegenheit einem internationalen Schiedsgericht unterbreiten. Auf die französische Politik gegenüber I t a l i e n eingehend, betonte Briand, daß Frankreich die besten Beziehungen mit Italien unterhalte und nicht den Fehler begehen werde, anderen Völkern über die Art, wie sie sich regieren müssen, Vorschriften zu machen. Sodann' interpellierte der sozialistische Abgeordnete Spinasse über den Verlauf der letzten Völkerbundtagung, die allgemeine Enttäuschung und zum Teil sogar Befürchtungen hervorgerufen habe. Briand erwiderte: „Ich bin sicher, daß die Völkerbundversammlung im September zu der gewünschten Lösung führen wird. Der Geist der G l e i ch h e i t i m Völkerbund macht täglich Fortschritte. Von seiten Frankreichs wird er auf kröne Schwierigk e i t e n stoßen. Zur Marokkofrage übergehend, erklärte der Ministerpräsident, Frankreichs Ziel sei der Friede, und zwar ohne irgend einen Wunsch nach Erobern n g e n. 6itt mysteriöser Mendiebftahl. Budapest, 23. April. Im Gebäude der königlichen Kurie ist heute früh ein Einbruch entdeckt worden. Unbekannte Täter sind in da's im Erdgeschoß befindliche Hilfsamt eingedmngen, haben dort eine Menge Akten auf den Fußboden geworfen und in Brand gesteckt. Der Einbruch wurde erst in den Morgenstunden entdeckt. Welcher Beschasien'heit die verbrannten Wien tvaren, ist bisher noch nicht festgestellt worden. Die Akten einiger Sensations- Prozesse der letzten Jahre, wie des Mariffy- und des Lederer- Prozesses, würfen von den Dieben nicht angerührt. Katastrophe de« Paris—Barcelona-Schnellzage». Fünf Tote und 30 Verletzte. Aus Paris wird uns gemeldet: Auf der Station L l a n s a auf der Linie von B a r e e l o n a nach C e r d ob a ist der von P a r i s kommende Expreß auf einen stehenden Güterzug aufgefahren. Mehrere Wagen wurden bei dem Z u s a m m e n st o ß zertrümmert. Fünf P e r s o n e n sind getötet worden, 30 P e r s o n e n find v e r l e tz t, darunter sechs schwer. In dem Schnellzug befand sich, wie bekannt wird, auch der belgischeAußenministerBandervelde. Der Minister bliebunver letzt. m Btioiiin b I i l I fl r *»■ ||| StOffSII. SClÖß, FrOhlingsDkkasionsVerkauraf II., Taborstrasse 48 Telephon 47-1-79 En gm En detail

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