Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2573 (22.4.1926)
- Date
- 1926-04-22
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Eertt ffl Wien, Donnerstag Me«er M-raenzeltimo SLAPriklSSS . M. MS Prag schlägt Wien 4:3 <2:0). Jto Match der Splelernnlone». — Verdienter Sieg der höhere» Sdieltnnst. - die Mite -Me bei Vlih «nd Lanner. Hohe Warte« 14.000 Zuschauer. Schiedsrichter Professor Schmieyer. Prag: Staplik; Kuchynka, Pernec; Mährer, Kada, Cerveny; Bobor, Palet, Karl Kannhäuser, Krystall (Mcduna), Jellinek. Wien: Edi Kannhäuser; Tandler, Blum; Schneider, Resch, Nietsch; Cutti, Gschweidl (Hauch, Höß, Mieser, Frfcher. Wien hat sich gestern nicht ausgezeichnet. Der Erfolg vom 14. März über Prag konnte nicht w überholt werden. Im Gegenteil. Das Resultat drückt bei weitem nicht die Ueberlegenheit der Prager aus, die den größten Teil der Spielzeit hindurch die Initiative in der Hand hatten. Ern so kraftloses, mattes Spiel einer österreichischen Auswahlmannschaft hat man schon lange nicht gesehen. Vor der Pause war der Eindruck der Wiener Elf geradezu ein inferiorer. Die Prager, die durch die Einstellung der Deutschen Patek und Kannhäuser, des Juden Mährer und deS Ungarn Bobor merklich an Schlagkraft gewonnen hatten, arbeiteten vor der Pause mindestens um eine Klasse besser als Wiens Elf, die vom heimischen Publikum zeitweise sogar ausgepfiffen wurde. Die Hilflosigkeit der Wiener Mannschaft, die in allen Teilen schwach arbeitete, ging von der Stürmerreihe aus. Hier fiel insbesondere das schwache Spiel G s ch w e i d l s auf, der infolge seiner Langsamkeit, zu der noch eine ziemliche Portion Aengstlichkeit trat, direkt als Bremser wirkte. Eine dazugekommen; Verletzung machte ihn ganz fertig. In der zweiten Hälfte, die ohne Pause begonnen wurde, wurde er durch Hanel ersetzt, der auch tatsächlich einen frischen Zug in den Angriff brachte. Von Mieser sah man außer einigen hübschen Vorlegern zu Fischer auch fast gar nichts. Höß ist kein richtiger Angrrffssührer. Er tänzelt zu viel herum und verhaspelt sich vor dem Tore. Er vergab zwei sichere Chancen. Fischer kam nicht viel ins Gefecht und hatte großen Respekt vor dem hünenhaften Verteidiger Kuchynka. So blieb nur noch Cutti, der wenig ins Gefecht kam, aber immer seinen Mann stellte. Der ganze Wiener Angriff konnte sich fast nie zu einer einheitlichen Gesamtaktion aufraffen und lebte eigentlich nur von den Vorstößen der Flügelstürmer. Außerdem klafften durch die Schuld der Stürmer bedenkliche Lücken zwischen ihnen und der Hintermannschaft, di; auch nicht gerade einen großen Tag hatte. In der Halvesreihe konnte sich noch Nietsch am besten aus der Affäre ziehen. Blum und Tandler hat man auch schon besser spielen gesehen und Edi im Tor ließ eigentlich alle schweren Bälle durch. Im Gegensatz dazu spielte das Prager Stürmerquintett vorbildlichen Fußball. Es war immer in Bewegung, wodurch überhaupt die Prager Mannschaft einen viel rascheren Eindruck machte. Karl Kannhäuser erwies sich als glänzender Angrifssdirigent. Die elegante Ballführung Pateks ist wirklich sehenswert und Krystall ist ein sehr guter Innenstürmer. Jellinek und Bobor -fügten sich sehr gut in den Rahmen ein. Die Prager Halvesreihe war den Wiener Läufern an Können und Placierungsvermögen bedeutend überlegen. Das Bakpaar arbeitete fehlerlos. Staplik im Tore ließ einen Ball fallen, wodurch Men zu einem billigen Treffer kam. Dafür hielt er einen schweren Drehschuß von Höß in großartiger Weise. Das Spiel verlief recht fair. Einige Zusammenstöße sahen gefährlicher aus als sie waren. Schiedsrichter Pros. Schmieger hatte kein schweres Amt. Schon in der fünften Minute gelaugt Prat durch Patek in die Führung. Die Wiener spielen weich und langsam. Die Prager zeigen sich frischer. Gschweidl verdirbt sehr viel. Einen Freistoß verschießt Wioser hoch. In der 28. Minute gelingt Perner einer seiner gefürchteten Strafstöße. Der gefälschte Ball dreht sich ins Netz. Wien kann sich keine ernste Goalchanee ausarberten. Das Publikum wird ungehalten. Cutti erhält einmal von Höß den Ball und geht durch. Im Gedränge sicht Höß plötzlich mit dem Ball in unmittelbarer Goalnähe und verschießt. Die zweite HAfte beginnt mit einem flotten Durchbruch Cuttis, der jetzt Hanel statt Geschweidl zum Partner hat. In der zweiten Minute gibt es einen Elfer gegen Prag, da Hanel von Staplik am Fuße gehalten wird. Die Einleitung hatten Wieser und Fischer besorgt. Schneider verwandelt den Penalty. Prag kommt schön vor. Patek glänzt. Auch Wien spielt jetzt flotter und bessert seinen Gesamteindruck. Wieser schickt Fischer, der Ball gelangt zu Cutti, dessen Schuß nach Passiernng des Tormannes von einem Verteidiger noch hinausbesördert wird. Nach schönem Angriff verschießt Kannhäuser über das Tor. Wieser erhält den Ball zum rechten Fuß. Bis er sich ihn für links zurecht richtet, ist es zu spät. In der zehnten Minute gelingt Höß der Ausgleich durch einen Fehler Stapliks. Vom Abstoß weg dringt Prag vor, Krystall paßt zu Kann- Häuser, der einschießt. 3:2 für Prag. Wien ist weiter bedrängt und macht sich nur durch Vorstöße der Flügelstürmer gelegentlich Luft. Die Prager kommen in schönem Stil vor und in der 16. Minute landet ein herrlicher Schuß Krystalls im Netz. Edi hatte nicht einmal eine Abwchrbewegung gemacht. Drei Minuten später ist Hanel für Wien erfolgreich. Der in der zweiten Hälffe begonnene Regen setzt jetzt stärker ein. Es blitzt. und donnert und zahlreiche Zuschauer flüchten. Fischer schießt einen Strafstoß ab, der Ball gelangt zu Höß, der dir Chance durch Zögern vergibt. Patek und Kannhäuser kommen immer wieder mühelos vor. Einmal verschießt Kannhäuser ganz knapp. Einmal rettet Nietsch im letzten Augenblick. Bei einem Angriff Wiens kann Höß einen überraschenden Weitschuß anbringen, den Staplik noch erwischt. Die letzten Minuten sehen zumeist Wien in Front. An dem Resultate wird aber nichts mehr geändert. Kadimah—Pfeil. Dieses Meisterschaftsspiel findet Sonntag um 4 Uhr auf dem Straßenbahner-Platz (früherer Donau« stadt-Platz) statt. Zu erreichen mit der Lrnie Bk, 5 und C bis Reichsbrücke. fakoah (Leichtathletiksektion). Trainmgseinteilung auf dem -Platz: Montag, Mittwoch, Freitag ab halb 5 Uhr , für Rennmannschaften; Dienstag und Donnerstag ab 6 Uhr für Damen und Anfänger; Sonntag vormittags allgemeines Training. Neuanmeldungen irr derselben Zeit auf dem Platze und Mittwoch abends im Klubheim. — Für das Rapidmeetma am 24. d. haben nur genannt: Dukes (400 Meter) und Ost^r- . setze r (100 Meter). - Hakoah» erster Jratatagfokl in »«er»«. 3:1 gegen Brooklyn Wanderers. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Rew-York, 20. April. Das erste Trainingspiel der Wiener Hakoah fand heute hier auf dem Hawthom-Platz statt. Die jüdische Mannschaft trat gegen die Brooklyn Wanderers an, bei der auch einige Hakoahner mitwirkten. Obwohl auf dem Platze ein großer Sturm herrschte, spielten die Wiener mit großem Eifer und zeigten blendendes Können. Sie siegten leicht 3:1. Für das am Sonntag stattfindende erste Wettspiel auf. dem Pologronnd gibt sich sehr großes Interesse kund. Sie strstllasflgr« verlaffen den Seid«». Gründung eines unpolitischen Verbandes. — Kündigung aller Berufsspieler am 15. Mai. Die Entscheidung in dem Gegensatz Mischen dem Vas und dem Kartell der erstklassigen Vereine scheint gefallen zu sein. Das Kartell wird den Verband verlassen. Die vom Bas forcierte Politik im Sport wollen die Erstklassigen nicht mchr länger mitmachen. Im Heim des Wiener Sportklubs wurden einstimmig folgende Beschlüsse gefaßt: „Die Vertreter der erstklassigen Nichtamateurvereine sind zur Ansicht gelangt, daß eine Trennung vom Verband unbegingt notwendig ist. Die Exekutive t>eS Kartells wird beauftragt, den Austritt vorzubereiten. Sämtliche Klubs schließen ein bis End; Juni 1927 dauerndes Abkommen, trotz aller möglichen Folgen durch dick und dürkn zu gehen. Der Wiener Fußballverband ist durch ein Schreiben von den Msichten des Kartells in Kenntnis zu setzen." Die Erstklassigen verpflichten sich noch, einander absoluten Spielerschutz angedeihen zu lassen, das heißt, sich gegenseitig keine Spieler wegzunehmen. Weiters wurde beschlossen, s ä m tl ich e Berufs fußballer am 15. Ma i z t kündigen, um für die Vereine günstigere Verträge, durchzusetzen. Noch schwerwiegender sind folgende Beschlüsse: „Das Kartell wird sofort mit den VeiUvden der Tschechoslowakei und Ungarns in Fühlung treten, um, sich deren Gefolgschaft zu sichern. Weiters wenden zum Fisakongreß nach Rom Bundeskapitän M e i s l, Urban (Sportklub) und M a u t n er gesendet. Diese Herren haben den: Kongreß, eine in drei Sprachen, und Mar deutsch, englisch und französisch abgefaßte Denkschrift, in der die Verhältnisse im österreichischen Fußballsport geschildert werden, vorzulegen und di; Anerkennung des sogenannten unpolitischen Verbandes zu verlanget Aus den Vereinen. Hasmouea. Heute Spielevverfammlung -der Fußball« ssktion. — Ping-Pong: Di; Reserve trägt heute rhrMeifterschaftsspiel gegen Aoung Jewish Sporting Club im Cafe Universal, 7.' Bez.. Buragasse 28, in folgender Ausstellung aus: Karliner, Ellenberg, Schauer, Wechs, Bäumer. I. A. C. Die Geschwister Peczenek haben durch das Ableben ihrer Mutter einen schmerzlichen Verlust erlitten. Das Begräbnis findet heute um halb 10 Uhr vormittags am Zentralfriedhof, 3. Tor, statt. Kadimah. Heute Training aller Mannschaften, ab 3 Uhr auf dem Neptun-Platz (Linie 49 oder 50). Nachher Trainingsspiel gegen Neptun. Aufstellung im, Klubheim ersichtlich. Um 8 Uhr wichtige Vollversammlung. I. S. B. Makkaüi. Heute um 8 Uhr abends Vollversammlung. — Ping-Pong: Training täglich. — Akademische Sektion: Erscheinen aller Mitglieder unserer Sektion zur Vollversammlung notwendig. — Ping-Pong: Heute ab 6 Uhr Training. — Fußball: Sonntag Wettspiele aller drei Jugendmannschaften. .... Zion. Heute mn halb 8 Uhr Spielerversammlung-unö .Mannsthaftsaufstellung für die sonntägigen Wettspiele.mitMet Mannschaften gegen Hakoah im Cafe Silhäm, 2; Be>z.,.Kompdlengasse 3. Die Schulermannschaft spielt Samstag nachmittags gegen ein Team der Bürgerschule 2. Die Aufstellung wird Herr Julius Jäger am Samstag - bekanntgsben. - . H *Theater von heute mm — Burgtbeatcri An der Wiege desBurg« theaterS — Minna von Barnhelm 7 Bbadenletbe»ter: Die Fahrt ins Blaue */,8 Staatsoper: Die Rose vom LiebeSgarten 7 Uolksoper: Der Maskenball 7,8 Deutsch** Qolbstbeateri Was ihr wollt 8 Lbe»ter l» der I5sett1»dtr Natalie 7,8 Ral«U*H-Cbeater Ich Hab' Dich lieb .. I 7,8 $t»dttb*ater: Der Musikant Gottes 7,8 Reftaissaneebfibtiet Heimliche Brautfahrt 7,8 modern* Cbeatet: Fräulein Josette — meine Frau 8 Cttslspleltbeater: Rund um die Niese 7,8 Cbeater ai der wie»: Die Zirkusprinzrfsin 7,8 ßatl-tbeater: Die verbotene Frau 7,8 Ulk. Bfitgertbeatevt Journal der Liebe 7,8 3ob.-SttaütKbeateri Die spanische Nachtigall 7,8 Äposio-rbtattt, Haller-Nevue 7,8 3iMI$cbei KQaitietkabarett (CafS Astor). II., Praterstraße 60: Mensch soll man sein Vfi üRdisebt Blbae* U., Taborstraße 12: DuS Khypekletd 8 Kinoprogramme von heute: Rotenturm-Kino (L Bez., Fleischmarkt 1): Wenn Frauen lügen 4, 7.8, v Centrat-Kino (S. Bez., Taborstraße 8): Der Wildere« Hj, >/»$, */»» momomomomomomo^omom Kaufe Juwelen und Platin. Zahle höchste Prelle l Großes Lager in Juwelen, Perlen« Umtausch kulantest. Viktor BlumelS Nachs., Wien, 1. Bezirk, Seilergasse 10. 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