Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2558 (7.4.1926)
- Date
- 1926-04-07
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Wie« , Mttwoch Wiener Morgenzettuns 7. April 1926 Rr. 2688 A«M|«BWMWWW Hakoah auf der Fahrt nach Amerika. -er Mschiev im Westbahnhof. Der gestrige Abschied am Wesibahahos war eine imposaute Kundgebung der jüdischkn Bevölkerung Wiens für Hakoah. Sie hat geyergt. wie sthr der Verein mit der jüdischen Bevölkerung verwachsen ist, aus der jene moralische Grundlage kommt, die den jüdischen Fußballern Kraft gibt, und das Erreichen großer Ziele ermöglicht. Es war ein richtiger Rummel, von fast 3000 Personen, die den Hakoahnern das Geleite gaben. Ein ungewohntes Bild für die erstaunten Mitreisenden. Bevor die Hakoahncr den Zug bestiegen, wurden solenne Reden gehalten. Der Bijcpresident des kubischen Vereines, Deszö Herbst, nahm im Namen der Klubleitung Abschied von der Mannschaft, deren Reise er. als die bedeutendste seit dem Bestand der Hakoah bezeichnen. Er stellte fest, daß die Fußballer die Ausgabe haben, Oester, reich und die Hakoah in Amerika würdig zu vertreten und zu zeigen, was der jüdisch« Verein ist und will. Mit dem Wunsche auf glückliches. Wiedersehen schloß' Vizepräsident Herbst. Gemeinderat Dr. PIasch!es,.von herzlichem Beifall begrüßt, sprach folgende Worte: „Es wurde Ihnen hier schon gesagt, welche Pflicht Ae in Amerika zu erfüllen hecken. Sie haben sich als gute Oesterreicher unb ^treffliche Wiener pr betätigen und die internationale Sportidee zu vertreten. Ich muß fogen, daß ein Wiener Sportklub und noch dazu ein jüdischer diese Aufgabe erfüllen soll, erscheint mir etwas kühn. Wie soll Ihnen gelingen, was zahlreichen anderen nicht gelungen ist. Was Sie aber meiner Meinung nach erreichen können, ist der Beweis für die Zusammengehörigkeit der Juden der ganzen Welt. Ms Abgesarckte der volksbewußten Jicken Wiens und Oesterreichs haben Sie den Juden Amerikas zu zeigen, daß wir unentwegt daran sind, auf allen Gebieten dem jüdischen Volke Ehre zu machen. Bei Ihrer siegreichen Rückkehr aus England habe ich Ae in meiner Art als jüdischer Mandatar dieser Skckt begrüßt und habe Ihnen gesagt: Als Sie nach England reisten, war es eine jüdische Chuzpe, heule, da Sie zurückkehren, ist es eine österreichische Tat. Heute sage ich Ihnen: Wenn Sie sich jetzt nach Amerika begeben, scheint es eine österreichische Kühnheit zu sein. Wenn Sie zurückkchren, hoffe ich konstatieren zu können, daß es eine jüdische Tat war." Ein Beifall sstu rm begleitet? die Absprache Doktor Plaschkes'. Direktor SPiegler, vor als Präsident des Makkabi-Weltveribanides das Wort ergriff, führte aus, daß Hakoah, die schon in drei Erdteilen die Wurzeln für den jüdischen Sport erfolgreich gelegt hat, auch im großen Amerika, einem fußlballsportlichon Neuland, wertvolle Pionierarbeit leisten und die Grundlage des jüdischen Sporchgedankens fchaffen werde. Im Namen der Fußballsektion sprach der zurückgebliebene Sektionsleiter Artur Baar. Er gab seiner Fremde Ausdruck, daß es den Fußballern vergönnt sei, in Amerika Wiens Fußballsport zu repräf-entieren. „Ich bin überzeugt," sagte Baar, ,-daß die Mannschaft, deren Führung so bewährten Kräften wie Dr. Körner, Dr. Fellix und Grünfeld anvertrant ist, das beste leisten wird. Der Grundstock an alte«, erprobten Kielern bürgt dafür, daß der bewahrte Hakoah-Geist auch die Reuhinzugekommenen erfassen und mit sich fortreißen wird." Er bittet die Spieler, überall in Amerika sich als Wiener zu fühlen und dieser Stadt und ihrer Institutionen ehrend zu gedenken sowie über die anderen Sportvereine Wiens chrenvoll zu berichten, die ja alle würdig wären, Oesterreichs Sport zu vertreten. Baar sprach dann den Wunfch aus, auch das Wiener Publikum stets lobend zu erwähnen, das schon oft in bewundemngswürdlgcr Weife der Hakoah zufubeckte, wenn sie Wien gegen einen auswärtigen Gegner siegreich vertrat. Mit einem Gruß an Dr. Körner, der das große Werk der Reise geschaffen, und mit dem Wunsche einer glücklichen Wiederkehr schloß Baar seine äußerst beifällig ansgenommene Rede. Den Abschiedsgrnß aller anderen Sektionen drückte das Leitungsmitglied Paul F öl des, der Präsiden: des jüdischen Durnvevbändcs, aus. Im Namen der Abreifonden dankte Vizepräsident Dr. Felix. Er erinnerte an das klingende Spiel, bei dom seinerzeit die Marschkompagnien zu blutigem Handwerk gingen und sagte: „Hakoah ist eine jüdische Marschkompagni« des friedlichen Kampfes um die großen Ziele des jüdischen Sportes." Großen Eindruck erweckte einji vom Sportklub Slovan erschienene Deputation, deren Redner im Sinne der alten freundschastlichen Beziehungen zwischen beiden Vereinen der Hakoah vollen Erfolg und glückliche Heimkehr wünschte. Seine Wort, wurden stürmisch aKlamiert. Im Namen des Amateursportvereines und der ersten Liga, war Präsident Grazer erschienen. Als Kapitän der Mannschaft dankte Häusler für die Ehrungen. Dann bestiegen die Hakoah-Spieler und die Reiseführer Dr. Felix, Dr. Valentin Rosen selb unfo Josef Grünfeld, mit ihnen Bundeskapitän Hugo Meist, der auf der Reise nach London begriffen ist, den für sie bereitgehaltenen Waggon. Nun wurden die von der Sektion Mariahilf und von den Ehepaaren Baar und Fleischer beigestellten Liebesgaben verteilt. Bis zur Abfahrt des Zuges blieben die Angehörigen und die große Menschenmenge in der Halle des Westbahnhofes. Als sich der Zug in Bewegung setzte, .intonierte die Kapelle die Tikwah, indes ein dreifaches HiPP- Hipp-Hedad durch den Raum brauste. Gerührt winkten die Hakoahner Abschicdsgrüße, bis sie der hinausrollende Zug dem weiten Ziel entgegensührte: Ein Bankett. fBr St. Körner. Bon der Leitung der zionistischen Organisation in Amerika. Aus New-York wird uns berichtet: Seit 'der Ankunft des Präsidenten der Wiener Hakoah, Dr. Körner,, ist in den jüdischen Kreisen von Niew-Aork iwib auch iu der allgemeinen amerikanischen Presse das Interesse für di« bevovstchende Ankunft der Hakoah-Mannfchaft und ihre "Spiele mit den basten Fußballmannschaften der Vereinigten Staaten auf das Höchste gestiegen. Die jüdischen Korporationen und Landsmannschaften wetteifern in dem Bemühen, dem Repräsentanten des jüdischen Sportes in. Oesterreich ihre Anerkennung für die großen Verdienste der Hakoah um die Hebung, und Förderung des Sport- und Turnwesens unter den europäischen Juden zu bekunden. Die Leitung der zionistischen Organisation in Amerika veranstaltete Äs erste ein . glanzendes Bagrüßungsbankett zu Ehren Dr. Körners. Es erschienen die meisten ziomstischen führenden Persönlichkeiten von New-Aork, die -in ihren Trinksprüchen die hervorragende^ Ergebnisse der Wiener Hakoah in ihrer Arbeit zur körperlichen Ertüchtigung der Juden würdigten. Außer Dr. Körner loaren auch die zwei Delegierten Dr. Kraus und Dr. Mazua Gäste der Veranstalter. Ms Toaftmaster fungierte der bekannte zionfftitsche Führer Joses Barondes, der erst vor kurzem, anläßlich seines vierzigjährigen Jubiläums als Führer der meisten jüdischen Mtionen in den letzten vier Jahrzehnten, Gegenstand außerordentlicher Ehrungen in ganz Amerika war. Es sprachen der.Präsident der zionistischen Organisation tu Australien, Zkolonel Morris Simon, der in New-Aork weilende Rabbiner.aus Erez Israel Nathan Milikowsky. Frau Richard Gofkhe.il, Dr. S. M. Melamed, der Präsident des Galizkutcrverba«des in Amerika Philipp W ä t t e n b e r g, der Herausgeber der Jta Jakob Landau, Dr. Henry M o s k o w i tz und Albe G o l dberg. Dr. Körner dankte zum Schlüsse in einer längeren Röde für die ihm und durch ihn feinem Klub erwiesenen'Ehren und schloß mit den: Hinweis darauf, daß die Entstehung der Hakoah nur der unwiderstehlichen werbenden Kraft des Zionismus zu. danken sei. Die Hakoah werde nach wie vor dieser Idee treu bleiben. Jüdisches Amerteurteenn—Oesterveichische Lehrer-Sportvereinigung 1:0 (0:0)* Klaffe! Ein antisemitischer Schiedsrichter. Lehrer-Platz. 000 Zuschauer. Schiedsrichter Reißer. Jüdisches Amateurteam: Steiner (I. A. Gü)? eto <J. A. C.), Bäsch (Kadimah); Haas (I. A. C.), Ronts >, Hus (Hagibor); Blumeuzweig (Achduch), Drucker (Kadimah), Mrst (Kadvmah), Lutz 2 (MoMabi), Sternbach (I. A. C.). Lehrer-Sportvereinigung: DoleW; Dalzer, Komiuek; MaM, Pannagl, Wagner; Blahetek, Dvoffchak, Siebeneichler, Kunaschek. Feldkirchner. . Das jüdische Amateurtaem war'den spielstarken Lchrcrn in allen Manüfchaftsteilen glatt überlegen und feierte einen verdienten Erfolg. Der Sieg hätte noch^ viel höher Ausfallen können, da die jüdische Mannschaft fast ständig im Angriff war. Ein großes Harrdikap für das Team bedeutete der Schiedsrichter Reißer. Was sich der Leiter dieses Matchs leistete^ vavon mach: sich nur der eine Vorstellung, der das zweifelhafte Vergnügen hatte, Zeuge dieser schiedsrichterlichen Willkür zu sein. Der gute Herr machte auch aus seiner antisemitischen Gesinnung gar kein Hehl. Es :st der jüdischen Mannschaft hoch anzurechnen, daß sie unter diesen Umständen Disziplin bewahrte, auch dann, als der Schiedsrichter kraß bewies, daß er weder das moralische noch sportliche Recht, besitzt, sich als Schiedsrichter bezeichnen zu lassen. Drei nicht gegebene Elfmeter gegen die Lehrer, ein ungerechter Elfmeter gegen das Team, ein wogen angeblichen Kritisierens ausgeschlossener Spieler und fortwährende Benachteiligungen könnten auch die ruhigste Mannschaft ans der Fassung bringen. Der Jüdische Sportverband wird sicherlich eine Anzeige an den Wiener Fußballver>ba.nd machen und diesen Herrn für alle Spiele, wo jüdische Vereine beteiligt sind, ablehnen. Nun zum Kampf selbst. Die jüdische Mannschaft betrieb ein schönes Kombinationsspiel und kämpfte gegen den körpevlich weitmrs überlegenen Gegner sehr aufopferungsvoll. Der Tormann Steiner (ehemals Donaustadt) bekam wenvg Arbeit. Die wenigen scharfen Schüsse hielt er in sicherer Manier. Die beiden wuchtigen Verteidiger Klarfeld und Basch waren unüberwindlich. Klarfeld war einer der besten Leute auf dem Spielfeld. Die Deckung Haas- R o n i s - H u s machte keine Fehler und unterstützte sehr^ wirksam den Angriff. Alle drei Spieler verrieten großes Können. Der Angriff hatte in Fürst einen guten Lenker. Der Flügel Lutz 2-Sternbach verstand nch sehr gut. Drucker^ der als Stürmer verficht wurde, bowälhrte sich auch auf diesem Posten. Blumen zweig gefiel ebenfalls. Landau (Hechawer). der nach Seitenwechsel für Bäsch eiufpranlg, befriedigte. ■ > Die Zweitklassigen hatten in ihrem Verteidignngstrio ihren besten Mannschaftsteil. Im Angriff war Srebeneichlor der gefährlichste Mann. Gleich nach Abstoß übernimmt die jüdische Mannischaift das Kommando und erzielt zwei Ecken. Ein scharfer Schuß Blumenzweigs geht an die Stange. Zwei krasse Fouls im Strafraum der Lehrer werden vonr Schiedsrichter nicht geahndet. Nach Dertenlvechsel wird Haas ausgeschlossen und da Landau verletzt Wird ultd auf kurze Zeit ausischeiden muß, spielen die Sieger nur mit nemr Mann. Trotzdem gelingt es Sternbach, eine schöne Aktion mit einem Prachtvollen Tor abzujschsießen. _ Hakoah-Sektion Brigittenau. Honte um 8 Ulhr abonds im Cafe Jägerhos, 20. Bez., Gaußplatz, Zusammenkunft und Ausschußsitzrurg. Die Mitglioder werden gebeten, zuverlässig zu erscheinen. Jüdischer Sportverbarrd. Heerte um haW 8 Uhr Borstandssitzung. Um 9 Uhr DelegiertonverfaMwlung a*rrib Eupauslofung. Für die Cupspiele werden vom Bevbaüd teikveise die Sportplätze zur Verfügung gestellt. Achduth hat für den Cnp des Jüdischen Sportverba-ndes gonamrt. Z Theater von heute BUffltbeater: Lady Windermeres Fächer lLB TIHaderaUlbeater.: Marie oder Auf sanfte Art */,8 Sttatioper: Tosca »/,8 Uolbioper J Der Evangelimann v,8 Vevtrcyer UolkstDcatert Was ihr wollt 8 ehester ln der lotcfttadt: Natalie */*8 RatMUHd*Cbeat(r Der fröhliche Weinberg 8 $tadttheattr: Der Musikant Gottes 8 ReRdlfSüKcebilbne t Sie geht zum Film */*8 moderne* Theater Die blaue Perle 8 Neue Wiener Bühne: Liebesmagaztn */„8 Cuitnrieltbenter! Rund um die Niese '/,« €be*ter an der Wien: Die Zirkusprinzessin 7,8 carl-tbeater: Tie verbotene Frau 7,8 Wr. Bürgertheater r Journal der Liebe 7,8 3ob.*StrattsS'tfteater: Die spanische Nachtigall 7.8 Boiaeher-OBerettentheater: Die Teresina 7,8 Rpollo-rheater, Haller-Revue 7,8 floianddiihne: Hallo — die Traumrevue! 8 Schicke Schuhe nur bei SCHUH DORN Wien, //. luborsträße Nr, Sa Auserlesene Neuheiten in FrUhjaltrsmodellon AUeinvcrkaat von BALLY’ Schaken im 2. 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Tabvr-' raße 1—3. Verantwort!. Redakteur: «pfob iteinmann. ft