Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2553 (1.4.1926)
- Date
- 1926-04-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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HHo egende Uu/iig -4' flläff «AAfi X* JuBw M- MM 2TO» SOud SUUfftCQ« Dek Msche Lmrderein Makfrbi 2 M hismtt bÄamtt, daß tztzS DsaeMMm am 1. Wril und das Herremsvne« am 3. April Tischtennis. & Die Dvllüe^ammlrmg der zn ihrem Leiter Herrn I. : u C. Kohn gewählt. '.9^3b*a 4M»» e Ma lapcitntBftnmt oes hlesinqer und zum Z. S. C. rWhrer Die Genewifreriammlimg des AmiH gewiH OßoWng Ellnb. Die vierte ordentliche Gemrolversammlugn deS Doung Jtzwffh Dportina-Club nahm einen sehr würdigen Verlauf. Der ausWhrliche Rechenschaftsbericht, der von Herrn Bajda Kr bas Prolswinm, Herr« Wfrcd Kaufmann für die Kaffa. sfrau Ella me Wt^sktivn, Herrn Alfred . . Frau Ella Nsmmmn für r ott ©ujtuuiuiqcm ton, Herrn lMPeikt In der Generalversammlung', di« an wurde, konnten alle vorhandenen Di neue Präsidium des Klubs Geschäftsführender Di-zepräfts Herr vollste mehreren Tagen aügchalten nzen beseitigt werben. Das "t aus folgenden Herren: ns Bajda, Kassier Herr «anfmann. ^MsMrer Herr Fritz Neuwelc. Bei. FMo Deutsch, Wbvr Lnszilo, Prml sitzer die Herren: Dr. Zmgo Rosenberger, Otto Blaustein. SeftionsderfaimlÄiMN . esinger, Eugen GerS und n der SokkivnÄelrter ^finden ii» <M Aus dien Beveiuvu. Hagibor. Heute Training auf dem F. A. C.-Platz (67er Lime bis Waldgaffe). Talentierte Spieler werden zur Komplettierung der Mannschaften gesucht. Ausnahme jeden Donnerstag auf dem Platze oder täglich im Klubyeim Cafe Walloch, 10. Bez., Favoritcnstratze 124. Winter. m Novelle von I. Z. UnojW. (Aus dem Jüdischen von P. Haller.) Ich gehe weg. Ich gehe im Städtchen ganz allein umher. Auf der Gaffe ist es still. Man sicht niemand. Im Städt- .chen schläft man noch nicht. Licht scheim aus den Fenstern, beleuchtet stellenweise die winterliche nachtweiße Gaffe, die grau-schwarzen Bäume bei den Fenstern und die stillen, eingefrorenen Schatten der Bäume. Alknähljch wild es in den .Fenstern dunkel. Ich spätere schon Mischen finsteren Häusern mit weißen Dächern. Still ist es, ruhig. Unter meinen Füßen .knirscht der Schnee. Um das Städtchen blinken weiße Felder. Der Himmel ist voller Wintersterne. Es sicht aus, als wäre es schon lange Winter. Schon lange ist er da, dieser stille, harte, weiße Winter. Zu Hause wieder Chana angetroffen. ,Sie hat aus mich gewartet. Sie stcht aus und verabschiedet sich. ,Mlte Nacht." Und sie ist fortgegangen. 2. Biele Tage sind vergangen. Ich stehe aus, wenn die Sonne schon scheint. Tagsüber arbeite ich. Abends gehe ich für eine Weile zu G?a. Eva sicht mich mit ihren guten, mütterlichguten Augen an. Ich gehe von Eva fort. Spaziere allein im Städtchen. Ich komme nach Hause. Chana verabschiedet sich: Gute Nacht. Biele Tage sind fo vergangen. Im Herzen ist es M. Ich sehe mich oft im Spiegel. Wie ruhig mein Angesicht ist. Ja, ich weiß nicht mehr die Zeit, da ich mich so ruhig fühlte wie jetzt. Ruhig wie das Lächeln Burstins, wie das Mädchen, wie die weißen, verschneiten Felder rings um das Städtchen. Was ist das? Nach einem so unruhigen Leben, das ich hinter mir haibe? Zehn Jahve lang so atemraubend rasch gelebt, ohne Rast. Gelebt und den Glauben an das Leben verloren. Ich Mst gesucht und nicht gefunden. Bon einer Stadt in die andere gefahren. Bon einem Land m das andere gewandert. In jeder Stadt, in jedem Land mit dem Gefühl des Fremdseins. Und voll Sehnsucht, voll Schnsucht. Wie lange doch war mein Zimmer die einzige Stätte meiner Gewahvsanckeit. Darin gelegen und strich gekrümmt vor Schmerz in der Seele, geweint und gefragt: Wer bin ich? Und jetzt umgibt mich solche Ruhe. So wie ich ist der Ausyang der Nacht vor dem hereinbrechenden Tag ruhig. Wie? Warte ich denn noch auf etwas? Auf das Glück? Nein... Für mich ist schon dieses Wort langst ansgemerzt. Was ist das? Nach einem so unruhigen Leben, das ich hinter mir häbe? Aber alles eins, dein Haupt ist unter einer schweren Last gebeugt, dem Herz von einem schweren Stein gerückt und deine Seele wund vom Zweifel über das Leben und Gott. Doch die Ruhe der stummen, Men Ewigkeit, die Rache des Lebens von der anderen Seite, erzählt dir von einem stillen, stummen Wesen, das dich an nichts gemahnt und nichts von dir verlangt. Oh, du guter Mensch, wie schön, wie schön und unvergänglich ist Gottes stumme, ruhige Ewigkeit. Und wie grünes Gras, das aus Steinen heworschießt, wie frische grüne Blätter, die auf uralten Bäumen geboren werden, so sprießt aus meinem He^en eine stille, weiße Ruhe. Ruhig wie das ganze Städtchen. Wie die weißen,, verschneiten Felder, die das Städtchen umgeben... Frühmorgens war es. Jerachmiel gab mir einen Brief von seinen Kindern zu lesen. Er kam ins Haus still, stumm. Ihm nach sein Weib. Zluch so still wie er. Ich hörte, wie sie hinter der Türe zu ihm sagte: Jerachmiel, reinige gut die Schuhe vom Schnee." „Es geht nicht besser." Ich bat sie,. Platz zu nchmen. Sie wollten nicht. Sie standen und hörten den Brief. Sie waren so zufrieden von diesem Brief. Beide still, ernst, mit leuchtenden Augen. Ich fragte sie: „Was hört man bei Ihnen?" Sie antwortete: „Gott sei gelobt. Ganz gut." Er sagte: ,Mir leben beide ganz gut." Ich blickte ihnen durchs Fenster nach. Sehe, wie sie fo über die Gasse nach Hause gchen. Beide haben ruhige, ein wenig gekrümmte Rücken. Beide gehen in gleichem Schritt. Wahrscheinlich haben beide dieselben Gedanken, denselben Gott, dasselbe Schicksal. Und ich sah. auf >die ruhigen, ein wenig gekrümmten Rücken Der beiden. * Mit Eva ein Gespräch gMhrt. Ich kam zu ihr, wie immer, am Abend. Diesmal txäf ich sie allein an. Eine Weile .saßen wir still. Sie fragte mich: den ganzen Winter bei uns im Städtchen?" „Allem Anschein nach. Und Sie?" »Ich weiß nicht." Wir schwiegen wieder eine Weile. Sie sch mich fo ernst! an. Sie fragte: . „Wissen Sie, was da« bedeutet, wmn ein Mensch plötz--, Ich vom Wege ablkommt?" Ich sah sie an: Ihre guten Augen glaubten mir so fchr. „Verstehen Sie? Man geht seines Weges, geradeaus, und plötzlich gibt es leinen Boden unter den Füßen mehr.. Ich schwieg. »Jetzt kommt mir der Gedanke: Der Weg tvar nicht der meine. Nicht ich selbst halbe ihn für mich gewählt. Man hat mich studieren ^schickt, da habe ich studiert. Vater und Mutter sind da. Geld wird geschickt. Bekannte sind um dir, Freunde auch. An und für sich ist alles in Ordnung. Ein großer, geräumiger Weg. Me gehen ihn. Da ist der Vater gestorben und ein schwarzer Vorhang hat sich über -bo§ Loben gebreitet. Und' was jetzt? Ich iveiß nicht. Ich weiß nicht." Sie erhob sich. Trat ans Fenster. Sah angestrengt in das Dunkel der Nacht. Menasche trat ein. Bejle folgte ihm. Bejle blickt oft auf Menasche. Sie beginnt über ihr Fortfalhren zu sprechen. „Ich will studieren, studieren." Und ein krankes Lächeln zuckt um ihre Lippen. Ich verlasse Eva 'bald. Bis spät in die Nacht spaziere ich allein im Städtchen. Bon fern sehe ich Menasche und Bejle das Haus Evas verlassen. Jetzt ist es schon ziemlich lange her, seit sie sortgegangen waren; im Zimmer Evas tarnt noch Licht. Ich gehe noch lange umher. Es ist schon sehr spät. Ich blicke auf Evas Zimmer. Im Zimmer ist es noch hell. Ich komme nach Hause. Spreche eine Weile mit Chana. Dieses Mal geleitete ich sie nach Hause. Ich komme zurück. Und Eva schläft noch, 'immer nicht. Bei ihr im Zimmer brennt immer noch LM, 3. Vorabends. Ich stehe auf dem Ballon. Gerade das Mk-»> beitszimmer verlassen. Burstin gcht vorüber. Er fragt: »Herr Krön, warum lassen Sie sich nicht sehen?."- * Äbeiids. gehe ich zu Burstin. Im Vorzimmer lege ich -Ke, Galoschen ab, den leichten Pelz, und trete ins. SKeffezirnrnerein. Mira ist allein da. „Herr Krön!" (Fortsetzung folgt.) ‘Theater von heute Z Bttrgftcater: Lady Winbermeres Fächer Tütadenietbeater! Der Liebhaber Staatioper: Parfifal Oolktoptr: Parfifal Deaiscbes UolbJtbtaler: Gespenster Cbtafer la der SOMfitadt: Spleen Ralavad-tbeatcr Der fröhliche Weinberg StadttbeatCf: Der Musikant Gottes Rtaaissaaceblbae s Küsse mich ... Moderner rdenter: Sensation De«* Ulimr Bfibaet LiebeZmagaziu CHffspkltbtafer: Geschloffen Cbeater a« der Oliea: Die Ztrkusprinzesftn ßarl-CbeaUr: Die verbotene Frau mr. Bfiratrtbeater: Journal der Liebe 3ob.*$traDS$-Cbeafer: Die spanische Nachtigall Roiacftcr-Opmmiitbeater: Die Terefina Rolaadbfibae: Hallo — die Traumrrtme ISdlrever Kftasflerkabarett (Caf6 Astoria). II.'Praterstraße60r Schojle! ben Tobres Chasak 3ftdl$cbt BBbie, IL. Taborstraße 12, Wahrheit und Lüge V,8 7,8 7.6 7.6 8 H 7,8 ’k 7,* 7,8 7,8 7,8 7,8 *5 v.« 8 ING. I. OLEXINZER beh. tot, GeblBderenralimif a. ReAlliilenbtuean Wien, VL, Cmmpendorler, traue 63 Telephon 59*76 Sprechstunden 2—5 übernimmt die VcrwnlbuMt und Verwertung von Renliilicn, Beratung in Mtet»achcn# Bauangelegeuheiten. 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