Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2538 (17.3.1926)
- Date
- 1926-03-17
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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NHUIEuE Wmk, UJiliiTOö'u) * W. Mrz Mi 7«M m Der R^Mskampf-Ehvenaibenfür Meister Grnö Markus. Morgen um 8 Uhr abends findet im Olympiasaal in der Rotgasse die von der Ha ko ab zu Ehren ihres Trainers, -eL Meisterringers Markus, veranstaltete R i n a a k a d e m i e statt. DaS Programm ist sehr reichhaltig und zerfällt in einen humoristischen Teil und in ernste Kämpfe. Ter humoristische Teil wird von den bekannten Fußballern der ersten Hakoah-Mannschaft bestritten. Folgende Paare treten gegeneinander an: Fabian gegen K a tz, E i s e n h o s e r gegen W e gner 1, Häusler gegen Gold. Tann rmgt der Allroundsportler der Hakoah, L a n d e s m a u n, gegen Farkas von den Wiener Amateuren. Als Clou dieses Teiles werden sich auf der Matte die Mitglieder der Mariahilfer Lektion der Hakoah C o r m u ß und Lettner bekämpfen. Schieds- Achter dieser Begegnung ist Herr S p e i c r von den Mariahilfern. Dann folgt eine große Sensation. Tie beiden Fußballer Bela G u t t m a n n und N e u fe l d werden g emeinkam gegen Meistc r Markus im freien Stil einen Ringkampf aufführen. Als interessanter Versuch gelangt ferner ein Karnpf zwische 11 Boxer tt n d R i nger zur Austragung. Merster Bobby Spnnitct vom W. A. C. wird gegen den Hakoah-Ringer Schlau gcr boxen, wobei Schlanger nur nach den Regeln des griechisch-römischen Ringkam Pfcs arbeiten darf. Der zweite Teil bringt die folgenden Paarungen: 2 ch i d l o f f (Hakoah) gegen R. Schmidt ^Wiener Sportklub), B i r n b a n m (Hakoah) gegen M u s i l (Slovan), Bergmann (Hakoah) gegen Meder sAustria), O ch s e n h o r n (Hakoah) gegen U h l (Heran), Ing. K a d m o n t «Hakoah) gegen Obholzcr (Austria) und Ernst Stern (.Hakoah) gegen Fritsch (Heran). Karten zu dieser Veranstaltung, für die sich großes Interesse kundgibt, sind rm Vorverkauf zum Vreise von'l..)0 bis i S. im Sekretariat der Hakoah, 1. Bez., Wipplinacrstraße 24, cr; haltlich. Hakoah (Sektion Brigittenau). Heute um Uhr abends Zufammenkunft >im Cafe Hägerhof, 20. Bez. Gaußpmtz. Tarnen und Herren, die für die Mitarbeit Interesse haben, werden geberen, zuversichtlich zu erscheinen. Mrarr Mortzrazettmks An alle jüdischen Sportler! Wir dienen alle einem Ziele:- der körperlichen Regenerierung des jüdischen Volkes! Als Juden wissen wir es, daß unser Volk zur vollen Entfaltung der physischen und geistigen Kräfte rrur in seinem alten Hcnnatlande gelangen kann. Aus diesem Grunde ist cs für uns nur natürlich, daß wir an dem Aufbau unseres Landes, das heute nicht mehr nur Land der Väter ist, sondern schon wieder zum Lande der Kinder geworden ist, aktiv Anteil nehmen müssen. Der Keren Kajcmeth, der Bodenfonds unseres Volkes, der seit mehr als 20 Jahren mit dem größten Erfolg an der Errichtung unserer Heimat arbeitet, wendet sich nun an uns, an jeden Juden von uns, mit der Forderung, daß er in seinem Hause die blau-weiße Keren-Kajemeth-Büchsc ausstelle und sie bei jeder Gelegenheit bedenke. Er fordert von uns auch Mithilfe bei seiner weitverzweigten Alltagsarbeit. Es bedarf bei wohldisziplinierten Menschen nicht . vieler Worte: Der Heinratbodcn ruft nach Erlösung.für das Volks ganze! Jeder von uns übernehme daher die ihm übcrbrachte Büchse und Pflege sie getreulich nach Kräften. Aber auch jeder stelle sich in den Dienst des .Mcrcu Kajemeth! Für das Aktionskomitee des Jüdischen Sportverbandcs OestercichS: E. F i s c u s. P. B i b r i n g. EfMoffoftdfet » BeychWung b3 e erste Begegnung ‘ «PrNIS Aus dem jüdischen Vom Jüdischen Fußballverband der Ts ciit Telegramm eingelaufen, in dem die Spieles vom 28. d. bekanntaeaeben wird. Die zwischen diesen beiden Verbanden dürfte daher im AP' B r a t i s l a v a und das Rückspiel a n s a n g SM a i 1 n W \ ttt zur Austragung gelangen. Der Wiener -Futzballve« band hat in seiner letzten Sitzung die Spiele genehmigt. Sämtliche Vereine werden nochmals ersucht, ihre Mitgliederlisten bis spätestens 21. d. einzusenden. Die nächste Delegiertenversammlung findet Montag nml halb 0 Uhr statt. Vorher wird eine Borslandssitzung abgeyalten, 64 Frrttarteit unter 37.383 Besuchern gab e8 km aanzvN bei dem sonntägigen Fußball-Ländcrkampf Qssterreich—Dschecho« slmvÄet. Freien Eiutr-itt hatte nur ein kleiner KrÄs von Funk-« -rionären und Berichtcrsbattcru. , . Das jüdische Amateurteam Wiens dürfte am 28. b., ßoft mürtaas, gegen die Lchrer-Sportvereinignnig spielen. Libanon komb.—Kadimah 3 12:4. Dieses Rvtouvjpiel Tonnt« Libanon aborinals überlegen gewinnen. Schr gut spielten Schrein und Petranika. ' Der Aoung Jcwish Sporting Club ist wieder in das «w reitobicrts Cafe Schlösselhos, Alsev>tvaße 28, übersiMt. LeichtathleM. Hoff überbietet den Weitsprungweltrekord. Der norwegisch- Stabhochspringer Charles Hoff hat beim Training für einen Zchnkamps gegen Osborn -und andere amerckamsche Mehr- .kämpfer den Hallerrrekorid für Weitsprung üib.'vboten. Hoff sprang 7,35 Meter. Ter bisherige Rekord war '7,04 Meter. Der Rekord kann natürlich nicht offiziell anerkannt werden.. Aus den Vereinen. Bar-Koch da. Heute dringende Leitmrgssitzung, gu dk.1: alle Funktivnäre bestimmt zu erscheinen haben. —Damerchaindball', iektiou: Heute Spielcrversamnllung. — Ping-Pong: Dienstag, Mittwoch iina Donnerstag Training. — Fußball: Donnerst^ Spielerversammlung. Erscheinen sämÄicher Spieler Wicht. Trenderl. w Eine Erzählung von Leopold Kompert. Zwei Stunden waren seit dem Besuche des '.Doktors Verflossen und' Trenderl eben im Begriff, eine glühende Effenstange aus der Esse hervorzuholen, als er plötzlich, wie vom Wahnsinn befallen, die Zange weit wegwarf, mit derer das Ersen dem Feuer entreißen wollte, und in e'-n so lautes Gelächter ausbrach, daß die Gösellerr ganz verblüfft in der Arbeit einhieltcn und sich nach dem sonderbaren Tun des Meisters umwandten. Dadurch entstand eine Stille in der Werkstätte, durch die das laute Gelächter Trenderls noch deutlicher als durch das Hämmern hmd'urchschallte. „Meister, was gibt's? fragte der eine der Gesellen. Trenderl lachte noch immer, daß ihm die Tränen ans den Augen Wer die rußigen Wangen Herabliesen. Da die gesellen sahen, . -daß der Meister keine Antwort geben wollte oder konnte, griffen sie wieder zur Arbeit, konnten rher ein verwundertes Kopsschütteln nicht unterdrücken. Trenderl lachte aber noch lange, ja er lachte »och, als das heiße Eisen bereits auf dem Amboß lag, und unter seinen kräftigen Streichen die taugliche Form erhielt. Ihm war nämlich Wer den ersten Sinn der Worte, die der Doktor chm gesprochen, die eigentliche Bedeutung ausgegangen.' Meinte der Doktor nicht etwa, des Schlossers' Sinnen und Trachten ginge nach Scholem Brandeis' Tochiter? nach ihren zehntausend Gulden? Trenderl uttfo Scholem Brandeis! Selbst ein Schalksnarr, und wenn er sich die größte. Mühe gab, konnte keinen Reim finden, der die zwei auseinander reimte!" Darum lachte der Schlosser, und daß der Doktor über eine Sache, „bie nicht geflogen und nicht geflogen" war, so ernst mit Hm habe sprechen fönnen. Als wenn das nur eine Möglichkeit wäre!' Als ob er nicht wüßte, daß Trenderl Schlosser und die Tochter -des reichen Brandeis gar nicht füreinander bestimmt seien. Er mchm sich vor, den 'Herrn Doktor bei nächster Gelegenheit auszuklären; ihm zu sagen, er wisse, was es heiße, auf dem höchsten Turm der Stephans-kirche einen Blitzableiter aussetzen, noch mehr wisse er aber, was es heiße, nach des reichen Braudeis Tochter und ihren zehntausend Gulden seine Augen richten! Dieser Vorsatz war übrigens nicht so ernst gemeint, als es wohl den Anschein hatte. Trenderl!var überhaupt an diesem Tage ein Rätsel für die miiavbeitenden Gesellen; er war heute nicht so emsig als sonst, trat öfters, als er gewöhnlich tat, vor die Türe der Werkstätte aus die Gasse, wobei seine Blicke vielleicht nur in zufälliger Gedankenlosigkeit an den Fenstern des gegenüberliegenden Hauses haften blieben! Ein zweites Merkmal seiner rätselhaften Stimmung gab sich darin kund, daß er heute mehr als gewöhnlich sang und oft in so rascher Auseinandersotze, daß die zwei Gesellen, die sich mit ihren Äimmen dem Meister anschlossen, diesen Wechsel in Mblodie und Text gar nicht ertrugen und ihn oft mitten im Lied allein ließen. ' Aus das siefinnere, traurigschone: ,L) Straßburg. o Straßburg - Du wunderschöne Stadt" -am bas lustig philosophische Handwerkslied: 's ist mir alles >rins, 's ist mir olles ein; Ob ich Geld hob' oder keins. Oder er jsong das herrliche, aus Poller Menschenbrust gesH°pp«: Gibt's denn goar kan Steg, Gibt' denn goar kan Weg, Der mich außi führt aus dieser Welt? «Und Mich darauf folgte das schelmische Spitzbubenl-ied: „Ich und mein altes Weib .Können schön tanzen! Sie nimmt den Bettelsack, Ich nimm den Ranzen." — Hätte der Doktor an diesem Tage mehrmals seinen Fuß in die Werkstätte des Schlossers geisetzt — seine Verwunderung über den -so reich hervorströmenden Gesang des Meisters hätte kein Ziel gehabt. Und doch staunte vochin Emonuel, daß Trenderl überhaupt:mtr sang. Hätte aber des Doktors gesamte Wissenschaft in den Grund dieses singenden Gemütes blicken können, ohne etwas von dem Auge überMblickendcr Allmacht zu besitzen? Hätte sic erraten können, was des Schlossers Seele so stürmisch auf und nieder tuogcn ließ, das; sic bald himmelan jauchzte, bald wieder in Traurigkeit untergmg? . . . In dom gegenüberliegenden Hause, nach deffen Fenstern sich die Angen Trenderls im Lause des Tages nur zu oft richteten, dürfen wir uns gar nicht' u-mschen. Wir müßten erzählen, wie dort jeder gesungene. Ton. der aus der Wevkstätte herausdrang, tausend andere in einem Herzen nachrief, dessen Geschichte eigentlich nur nebenher mit unseres Schloffermersters läuft. - Die sorgsame Mindel hielt übrigens , noch an demselben Tage, an dem sie .jenes bedeutsame Gespräch mit dem Doktor gehabt hatte, ihr Versprechen; sie spannte die ersten Fäden des Netzes aus, das zu nichts Geringerem bestimmt war, als eine ganze Werkstätte mit allem, was sie in sich birgt, voran aber denjenigen, der-sie in Bewegung setzt, einzufangen.. . Die Leute in der Gaffe wußten nicht,'warum Hirsch Blaser ,>das gescheit' Jüdel", wie er allgemein hieß, so eilig zu Mindel Brandeis gerufen ivard. Galt es der Tochter? fragte man sich. Keine lebende Seele "ahnte den rechten Gmnd, so'lbst Emarmell vielleicht nicht, dem' doch die Motive dieser eiligen Berufung klar sein mußten. Hirsch Blaser kam nach einer Stunde tvi-eder aus Sem Himlse, aber auf seinem Antlitze lag ein solch geheimnisvoller Ernst, daß er die Leute auf hundert Schritte äbmahnt-e, sich ihm zu nähern. Manches .bedeutungsvolle Winken wollte zwar den Grund dieser langen.'Unterredung erraten haben, aber nur das „gescheit' Mdel"-selbst wußte von derr geheimen Instruktionen, die ihm' auf die Seele gebunden worden und keine andere wissen. durste, Warum hieß er-auch-sonst „das gescheit' Jüdel"? - (Fortsetzung folgt.) Ü Theater von heute Burgthtiter: Antonius und Cleopatra 7 Hp»<!e«ietbe»trr: Die Fahrt ins Blaus >/,8 suatsoper: Elektra r/,s Qoikioper: Madame Blitterfiy 7,8 Deutsche* vvltlltvealef, Komödie der Worts 7,8 Cheattr i« der üosefstadt: Alles und nichts oder: Der Traum von Schale und Kern 7,8 IUiMuad*t1)tater: £er fröhliche Weinberg 7,8 Stadtlbeater* Der Musikant Gottes 7,8 Reulssaacebfibaet Küsse mich . .. 7,8 Moderner rvearer: Dar Gespensterschtff 8 Nene llließer Bßh»er Liebesmagarin 7,8 Custspleltticater: Der sprechende Affe 7,8 chealer aa der Ulkt: Der Orlow 7,8 Larl-rveatef: Die verbotene Frau 7,8 Qlr. Bürgendealer t Journal der Liebe 7,8 iolMStrafUS'Cbtftter! Paganini 7,8 Boiacber-OpcretteptBeater: Die Teresina 7,8 BPlaiddüBttt: Die Würstelbraut 8 RpoNo-rvealtr .Apollo? Nur Apollo!" 8-7.11 ZüilUscdes MusrlefkaBarett (n.. Praterstr. 60): Das Mutterherz ' 7.0 güdlscde Büvae (Hotel Stephanie, u., Taborstraße 12): WuS a Mojd kenn 8 ßifflis BS-eAbeekk» Tagt. 8. Go. u. Ftg. 3 u. 8 Uhr Is Seidengriff-Strümpfe 8 3.— Strumpf-Kornm ehl II., Glockengasse 16 1 (chuhe ro8enholz, beige, grauuridinmoae* braun ausfranzö- 8i8chem laGhevreau in mo- OQ 51) dernen Formen ..... 8 »ef*ÖW bei _ ,fchuh-Dorn Wien, ll.t Taboralrasse 8, erhältlich. ING. I. OLEXINZER beh.«ai. Giblude««nnUBn| u. ReoUMttenbmeau Wien, VI., Grompendorlersirasie 03 Telephon 69-76 Sprechstunden 2—6 übernimmt die Verwaltung urtd Verwertung von ReaUUten, Beratung in nlehachee, Bauangele« geadelten, Renovierungen usw. 108 fiiv auSläud.Nonsor« tiuni, auch Selb, Silber und Platin. Zatzle höchfte Preis» l Großes Laaer in Juwelen« Perlen. Ut»teu($ tulasttfU Viktor BlümelS Nach;., Wie», t. Bezirk. Seilergasse IS. Telepoon 76*»>bo, 181 "Gesucht werden:^ Monatsschrift „Ost und Weil“, Jahr« »2, 3, 6, ferner 15 bis 23; Zion. Wochen* t „Dis Walt« Jahrgang 1897 bis 1907, 1913, 1914. hantüung 1>. CnK •r, OglaSsltai i'oln. Schl. Ocularium Wien, I. 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