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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-20 · Heft 2513 (20.2.1926) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2513 (20.2.1926)
Date
1926-02-20
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 8818_ Dien, Samstag fefc tt sich mit Kommerzmlräi ö o ch m w t, dom Präsidenten der Diener Messe, in Verbindung gesetzt häbe, um anläßlich der Tornee m Amerika für die ö st e r r e i ch i s ch e Volkswirtich»ft eine großMige Propaganda zu entfalten. Dann sprach Bunbeskapitän Hugo M e i s l. Er fragte zunächst Dr. Körner, gegen welche Vereine Hakoah spielen werde rnd ob sie alle dem dortigen Verband angchören. Meist führte ins, daß er es begrüßt, wenn die Hakockh-Reise zustande kommt, schon bas Londoner Spiel der Hakoah sowie die Palast i n a—A egypten-Reise haben dem österreichischen Futzballsport großen Nutzen gebracht. Dr. Körner sei ihm Gevahr dafür, daß die große Tournee glatt und korrekt verlaufen verde. Er sei stolz darauf, daß es der Hakoah gelungen ist, eine lnlche Reise zustandezu'bringen. $8 ist das erstemal, daß eine europäische Fußballmannschaft nach Nordamerika geht. Wiener Mo*zenzettun<'_• Dies sei ein großer Erfolg der Hakoah und von | nicht abzuschätzender Bedeutung für Wien und Oesterreich. Dr. Ebersthal er, der Vizepräsident des Fußballbunlacs, sprach sich f ü r d a s P r o j e k t aus und gab dem Wunsche Ausdruck, daß Hakoch immer mit seiner besten Mannschaft antreten möge. Dr. Körner antwortete, daß Hakoah selbstverständlich mit seinen besten Kräften die Reise unternehme. Der Präsident des amerikanischen Fußballverbandes sei im Beranstaltungskomitee der Tournee und alle in Aussicht genommenen Vereine sind Mitglieder der Fifa. Hakoah will — sagte Dr. Körner — in erster Linie a l s ö st e r r e i ch i s che r Verein nach Amerika ziehen und die österreichischen Farben auf das beste vertreten. Lauter Beifall folgte den Ausführungen Doktor Körners, worauf einstimmig beschlossen wurde, die Reise zu bewilligen. Wegen der Termiuverschiebungen muß sich Hakoah mit der ersten Klasse in Verbindung setzen. Fußball. Der Auftakt zum Fifa-Konttretz. . Die Mitte März stattfindende Antwerpener Konferenz der kontinentalen Fußballverbände steht trotz der englischen Absage im Mittelpunkt des Interesses der interuatioralen Fußl-al,'Politik. Deutschland wird auf seiner nächsten llorstaudssitzung die Teilnahme oder Nichiteilnahme an dieser von dolland und Belgien einbcrufenen Konferenz beschließen. Es ist mit Sicherheit damit zu rechnen, daß Deutschland teilnchmcn wird. D e st e r r e i ch, Ungarn und die Tschechoslowakei Hallen nn 28. d. eine gemeinsame Sitzung in Budapest ab, um eine mögichst übereinstimmende Stellrugnähme zu den brennenden Tagesragen im Fnßballsport festznlegen. Die Heutigerl Meisterschastsspiele. A m a t e n r e—F. A. C. Ainaienre-PIatz, 3 Uhr). 2 p o r t k l n b—V i e n n a (Dörnbach, j Uhr). Hakoah-Akademiker. Heute urn viertel 3 Uhr Meisterschaft in >er Krieau gegen Arminen. Es haben zu erscheinen: Prl'.kant, rzuczka, Fisch, Boß, Ros-eubaum, Meisl, Bernstein, Heizner, schrvarz, Gmnfeld, Mandl, Rechter. Herzog. — Fußballpicler, die der akademischen Sektion der Hakoah beitreten vollen, melden sich heute nachmittags auf dem Haköah-Platz. Hakoah-Jungmannsachst. Junge, talentierte Spieler im Alter aon 14 bis 17 Jahren, mögen sich heute Samstag Von 6 bis 7 Uhr abends im Klubheim der'Hakoah, 1. Bez., Wippliugersttaße 24, neiden. Jüdischer Sportverband. Montag um halb 9 Uhr abends vichtige Delegiertenversammlung im'Cafe Habsburg, 1. Bez., Rotenturmstraße. I. S. B. Makkabi. (Akademische Sektion.) Heute Spiel einer Mannschaft um 3 Uhr auf dem Taubstummen-Platz. Aufstellung: Stein, Zorro, Helfer, Brenner, Garsunkel, Bannet, Berg. Rosner, Gelband. Weißenstein, Stern. Morgen Spiel der ersten Mannschaft. Um S Uhr haben folgende Spieler auf dem Donau-Platz zu sein: Scherzer, Zorro, Mathias, Biberstein. Garfunke'l, Helfer, Littwin, Weißenstein, Augapfel M., Torczyner, Stern. Ersatz: Rosner. Bas und Kartell. Gestern haben im Namen des Arüeitskomitees der ersten Nichtamateurliga die Herren Direktoren G r a tz e r und Kommerzialrat Reumann den Vorsitzenden des österreichischen Fußballbundes. Bezirksvorsteher $ o n i u c e I, in einer Aussprache ersucht, in dem bestehenden Konflikt zwischen dem Vas und dem Kartell zu vermitteln. Bezirksvorsteher Pantucek hat seine Bereitwilligkeit hiezu zugesagt unter der Voraussetzung, daß der Vas ihn seiner Funktion als Delegierter entbindet und ihm als Vermittler das Vertrauen bekundet. Die Aussprache hat ergeben, daß die Verhandlungen wieder ausgenommen 'werden und daß eine schließliche Beilegung der Differenzen zu erwarten ist. fiatott'tennis. Das Revanchespiel zwischen Suzanne Lengkn nnd Helene WillS findet anfangs März in Nizza statt. Leichtathlet». Englische Leichtathleten in Deutschland. Englischen Zeirunasmeldnngen zufolge wird im Frühjahr eine aus Studenten der Universitäten Oxford und Cambridge bestehende Leichtathlet ikmannschaft, gebildet unter dem Namen Achillesklub, eine Reise nach dem Korttincnt unternehmen. Nach Schluß des Wintersemesters soll diese Mannschaft eine Osterreise nach Griechenland antreten und dort am 4. und 11. April Wettkämpfe in A th en bestreiten. Tie Rückreise will die Mannschaft über Deutschland machen, wobei ein Start in Berlin gegen Studenten beabsichtigt ist. Allerdings kommen für den Start'in der Reichshauptstadt nur die Cambridgcstudcnten in Betracht, da die Oxfordleute von Achen,uns sich wahrscheinlich gleich nach den Bereinigten Staaten einschiffen werden, wo sic einen Wettkampf mit den Studenten der Pennsylvania-Universität austragen sollen. Ein Sieg der polnischen Eishockeymannschaft. Die polnisch,: Nationalmannschaft trug in Stockholm Mittwoch das zweite Spiel in Schweden gegen den S. C. S ö d e r t e l j e, welcher zu den stärksten Vereinen zählt, aus.und feierte einen 1:0-(0:0-)Sieg. Das Spül-wurde zwar scharf, jedoch fair geführt. rurneu. Das Schauturnen des Makkabi 15 fhvbet Sonntag den 21. d. in den Sofimsälen statt. Beginn '8 Uhr abends. Kartenverkauf: 15. Bez., Herklotzgasse 21, Samstag von 8 bis 9 Uhr abends und' Sonntag von 9 bis 10 Uhr vormittags. Aus den Vereinen. A r i. Heute um 8 Uhr Akademie im Wiener Ringcase, 1. Bez.. Dtubenrinig 18. Morgen um halb 10 Uhr Wettspiel gegen Donau 1 b auf dem Kais-ermühlen-Platz. Bar-Kochba. Morgen um 10 Uhr vormittags Meisterschaftsspiel gegen Simmeringer Amatem auf dem Schwechater Phönix-Platz. Reserven um 1 Uhr auf dem Simmeringer Amateur-Platz. Die Spieler der ersten Mannschaft und die Ordner haben längstens um halb 10 Uhr auf dem Platze zu sein. Beide Plätze sind mit den Linien 71 und 72 zu erreichen. 86. Februar 1936 Mit Rapid'Platz / Hütteltforf 13. Bezirk, Hfltteldor? — Linien 49, 50, 61 u. 52 — Vorottelinl« dar StadtbaHn — Westbahnztlge — Sämtliche Linien der elektr. Stadtbahn Morgen Sonntag den 21« Februar, halb 3 Uhr nachm. Meisterschaftswettspiel Vorher fftHMI Die Reserven Vorvarkaufsatallem Caf6 Holub, XV., Hü tteldorf er Straße 68; Konditorei Götti, XVI., Ottakringerstraße 32; Baltaxe, VL, Maria* hilferstraße; Sterne & Blyth. I., Kärntnerstraße 41; Sekretariat des Sp.-Cl. Hakaoh. L, Wlpplingerstraße 24; Theaterkartenbureau Lugeck; Sporthaus Lazar, IX., Koiingasse; Sporthaus Stadion, II., Franzens* brückenstraße 16; Sporthaus Alpina, X, Laxenburgerstraß«, gegen* Uber dem Arbeiterhelm; Max Häusler, 11., Praterstraße SO. — Bei diesen Stellen sind auch, worauf besonders aufmerksam gemacht wird, Stehplätze erhältlich. 11233 Hakadur. Heute um halb 9 Uhr Spielerversammluiia und Aufftellnng fiir das morgige MeisterschastSspicl gegen Flordsdorfer Rasenspieler (halb 3 Uhr, Donausrlücr-Platz, neben F. A. C.-Platz). Bocher spielt die Reserve. — Ping-Pong-Sektion. Training jeden Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag auf drei Brettern. lFortschüng d-er Klubmeisterschaft. Die Regiebeiträge wurden von nun an mit 20 Groschen für Mitglieder und 50 Groschen für Gäste pro Abend festgesetzt. Jüdische Sportvereinigung Wien 1925. Fuß ball. Morgen Sonntag vormittags, um 10 Uhr, Spiel auf dem Feuerwehr-Platz gegen Wiener Sportverein in sagender Ausstellung: Mer, Brodh 2, Weiner 1, Groß, Dickstein 1, Tauber, Weiner 2, Rabinowics, Diamant, Brcdy 1, Deutsch 1. Ersatz: Rubinstein, Deutsch 2, Dickstein 2. Sammelpunkt: Salztorbrücke, halb 9 Uhr. Makkabi. Heute um 8 Uhr Vollversammlung der Fuß ballsektion. Aufstellung für die morgigen Spiele. — Ping-Pong. Dienstag um 8 Uhr findet das EntscheidunGspül um die Ping- Pong-Meisterschaft von Oesterreich zwischen W. A. C. und Mak . kabi statt. Das Spiel wird im W. A. C.-Heim, 1. Bez., Hegelgasse Nr. 3 ausgetragen. ' Aoung Jewish Dporting Club. Heute Klubabend - 'm Hotel Müller, 1. Bez., Graben 19. Tischtennis und Schach. Beginn halb 8 Uhr abends. Gäste willkommen. — Die Schwimmlektion trainiert nach wie vor im Beatrixbad, 3. Bez., Linke Bahngasse 9, jeden Dienstag von halb 8 bis 9 Uhr. Alle jüdischen Vereine, die keine eigene Schwinunsektion haben, wollen die Namen ihrer Schwimmer und Schwimmerinnen unserem Sekretariat bekanntgeben; ebendaselbst Auskunft; und MitgliederanmeDung. Besonders dringende Angelegenheiten beim Schriftführer Herrn Fritz Neuwelt 3. Bez., Lilienbrunngasss 21. — Toureneinteilung der Touristiffektion jeden Mittwoch beim Klubabend. Zron. Morgen Wettspiele zweier Mannschaften auf der tchen Warte um 8 und um 9. Uhr stütz. Es haben sich um viertel Uhr bei der 36er-Linie auf dem Börseplatz folgende Spieler zu versammeln: Keller, Schindler, Jellinek Gottlieb, Minzberg 2, Neufeld. Sperber, Schächter, Pohorilles, Hausner, Friedmann und Koß. Um dreiviertel 8 Uhr haben sich aus dem Praterstern zu treffen: Bergstein 2, Bergstein 1, Runz, AichkeSasy, Günzberg 1, Neumann 2 Lüttwin. Hauben, Neumann 1, Gerstt, Pollak. — Ping-Pong-Sektion. Heute, ab halb 7 Uhr abends, und morgen, ab 3 Uhr nachmittags, Training- . . - . . Copyright 1926 by J. Ladyschnikow Verlag, Berlin. 6in Glaubensmartyrium.<40> Roman von Schalom Asch. ,Meine Seele, Gott wird uns helfen! Du wirst sehen! Gott wird Feuer Wer sie senden. Oh, die Kosaken sind wild und gottlos geworden, sie haben die eigenen Ettern vergessen! Sie haben keine Angst vor dem König und achten auf kein Gesetz. Oh, Gottes Zorn wird euch mit Donner und Blitz treffen! Er wird die Brücken unter euch zerbrechen, die Erde spalten; in die Hölle werdet ihr versenkt werden, ihr Hundesöhne!" ,-Schweig', alte Hexe, schweig'! Du hast dich wchl dem Teufel verkauft?" „Die Zunge müßte man ihr auSschneiden!" „Nein, lieber den Kopf abhauen, dann ersparst du dir das mit der Zunge . . ." Die junge Frau, die unter dem Weißen Mantel lag, erhob den Blick ihrer funkelnden schlvarzen Augen gen Himmel, zu den Sternen, im Glauben, daß dort oben der wohnt, der alles sieht und weiß. Eins wußte sie selbst — daß sie nicht sterben wollte. Nein, sie würde so lange leben und um ihr Leben kämpfen, wie sie dazu imstande sein würde — so wie sie es Schloime versprochen hatte. Nicht um ihretwillen, sondern um ihres ManneS willen, damit sie würdig sei, die Mutter seiner Kinder zu werden. Die Kosaken würflelten zum letztenmal. „Zum letztenmal!" ,Z)rei» sechs, fünf!" Dwoira erinnerte sich jetzt plötzlich an jenen Morgen des Schowuothfestes vor dem Unglück, als die grünen Bäume nnd die grünen Wiesen durch die kleinen Fenster in ihr Zimmerchen blickten. Sie sah wieder ihren Mann über dem Talmud sitzen, sich schaukeln und mit lauter Stimme studieren. Sie hörte seine Stimme und di eise Stimme klang ihr wie Gesang in den Ohren. Sich selbst aber sah sie an der Truhe stehen und sich für ihn — nein, für Gott und für die Synagoge — mit dem festlichen Schmuck putzen, den ihr Mann ihr aus Lublin mitgebracht hatte. Sie sah, wie sie mit dem Stirntuch auf ihn zuging, wie er ihr die Hände ans den Kopf legte und ihr in die Augen 'blickte,». Am Feuer ertönte jetzt Händeklatschen und tierisches Lachen. Dwoira verstand nicht, was es bedeutete, allein sie wußte, daß jetzt der richtige Augenblick nahte, da Gott ihr Helsen würde. Jemand stand neben dem Feuer auf. Der schweigsame nackie Kosak ging schleppenden Schrittes auf den weißen Fleck zu, zog den weißen Kosakenmantel herab, und beim Lichte der Sterne enthüllte sich ein Mädchenkörper, der halb in Lumpen gehüllt tvar und sich zusammenkauerte wie ein Wurm. „Du sollst sie nicht anrührcn! Du sollst meinem Kinde nichts Böses mn! Tie Augen kratze ich dir ans!" Die alte Maruscha ■ sprang wie eine wild gewordene Katze Kölschen den Kosaken und die junge Frau und streckte jenem beide Hände mit den krallenartigcn Fingern entgegen. Sie wollte noch etwas hinzusügen, was sich wie Gebet und Weinen anhörte. Allein in diesem Augenblicke knackte etwas. Die Alte fiel wie ein Bündel zerbrochener Knochen auf die Erde und seufzte nur: „Erbarme dich, Vater!" Der Kosak streckte schon die Hand nach Dwoira aus. Allein diese sprang wild wie eine Katze zur Seite und suchte nach Hilfe. Sie glaubte diese in der lveichen Figur des jungen Kosaken zu finden, der jetzt vom Feuer beleuchte! dastand. Sein weicher, trauriger Blick liebkoste sie und ein Hoffnungsstrahl erleuchtete ihre Gedanken. „Rette mich vor ihm, ich will ihm nicht angehören!" Dwoira klammerte sich au den jungen Kosaken und-suchte bei ihm Schutz wie ein Kind inner einem Baum im Regen. Der junge Kosak schüttelte sich. Die Mädchenstimme, die er jetzt zum erstenmal hörte, seildem er Dwoira gefangen genommen hatte, machte sein Herz erbeben. Sie schaute ihm ins Gesicht — er vermochte ihren Blick nichl zu ertragen und wich ihm aus. Er blieb angewurzelt wie ein Baum stehen, wich nicht von seinem Platze, sein Gesicht erblaßte und sein Herz begann in einer ihm unverständlichen Weise zu schlagen. Einen Augenblick stand der zweite Kosak in Erwartung dessen, ivas der Bursche tun würde. Dann aber trat er mit seinen schweren Schritten auf das junge Weib zu und streckte die Hand nach ihm aus. „Er hat falsch gespielt, ich will nicht zu ihm!" schrie Dwoira beim Herannahen des Kosaken. Ter junge Kosak stand immer noch wie erstarrt da. Allein in seinen Augen blitzte ein Flämmchen auf. ,-Schweig, du Verfluchte, komm zu deinem Gebieter!" Der alte Kosak wollte Dwoira am Arm packen und sie au sich reißen. » In diesem Moment aber riß sie der junge Kosak zur Dite und trat dicht vor den anderen. Zwei Mesierklingen blitzten im Scheine der Flammen auf. ,^osakm. was tut ihr? Wollt ihr euch wegen einer Jüdin erstechen? Gibt es denn so wenig Jüdinnen in der Ukraine? Kosaken, überlegt euch, was ihr tuK" schrie der dritte Kosak. Allein er hatte doch Angst, sich den beiden anderen zu nähern. Diese aber standen dicht voreinander, blickten sich in die Augen und. die runden türkischen Msser funkelten im Lich'. Plötzlich stürzte sich der junge" Kosak wie ein wildes Tier auf den Alten. Einen Augenblick darauf lag dieser schon auf der Erde und röchelte schwer. „Verflucht sollst du sein,. du sündige Seele, um einer Jüdin willen hast du einen Kosaken umgebracht! Die Sünde soll schwer auf dir lasten, wo du auch hingehen magst!" flucht« der dritte Kosak, spuckte aus, ging fort und verschwand in der Finsternis der Nach^. Eine Minute blieb der junge Kosak stehen und dachte nach. Dann aber schien er sich an etwas zu erinnern und rief dem sich entfernenden Kosaken nach: „He, Alter, wo gehst du hin?" „Ich will mit dir nichts zu mn haben. Du hast deine Seele dem Teufel verkauft!" antwortete eine Stimme aus der Dunkelheit. Einen Augenblick blieb der junge Kosak noch stehen, unschlüssig, was er tun sollte; dann wandte er sich und fuchie mir den Augen die Jüdin. Er fand sie auf dem Grase i» Ohnmacht liegen. Der Kosak beugte sich zu ihr herab, hob sie auf und trug sie ans Feuer. Dann nahm er seinen Mantel, deckte sie zu nnd setzte sich neben sie. Ter Feuerschein beleuchtete das Gesicht der jungen Frau. Der Kosak sah die Blässe ihres Gesichtes» ihre wie bei einer Taube unschuldigen Augenlider, und Mitleid mit dem schwachen Geschöpf, das neben ihm lag, erfaßte ihn. Fortsetzung folgt.)

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