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Wiener Morgenzeitung · 1926-02-18 · Heft 2511 (18.2.1926) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2511 (18.2.1926)
Date
1926-02-18
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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ggffig D» Me«, DönnerMg_ Groß 2 vlei-bl beim Budapester Vivo. Der Budzpester Vivo hat zwar letzten Sonntag sein Freundschaftsspiel gegen Kispesti verloren, jedoch insofern gut cwgeschnrt-- ten, als seine Vertreter im ungarischen Team, -er Tormann Fischer und -er Verteidiger Groß 2, einen wesentlichen Anteil an -cm Erfolg der ungarischen Repräsentativen ^egen Belgien Hatten. Der jüdische Verein hat es sich nun angelegen sein lassen. Groß 2, der auf der Suche nach einer Stellung abzuwandern drohte, dem Klub zn erhalten. Dieser hervorragende 'Spieler, um den sich seinerzeit auch die Wiener Hakoah bewarb,, hatte schon einen Anstal l u n g s b r i e s n a ch S u L o t i c a in Jugoslawien mit einem Monatsgehalt von 5 0 00 Dinar i n d e r T a s ch e, als es dein Vizepräsidenten des Vivo, Arpad Klei n, gelang, ihn in Budapest zu placieren. Dagegen verläßt Boros 2, der auch in Wien bei der Hakoah seinerzeit tätig war, Budapest, um ein Engagement in Porto in Portugal anzutreten. Wie es heißt, wird er dort 8-8 Millionen Kronen monatlich und die ganze Ber- Mvgung bekommen. Ter Vivo Hat die Angelsgeriheit seiner Fußballspieler derart geordnet, daß sie die vom ungarischen Verband erlaubten Beträae als Spesenevsatz erhalten werden. Das Training der Mannschaft leitet jetzt der gewesene Auswahlspieler vom Bak, j Arpad Deutsch. Ter Verein hofft, sich in der Frühjahrssaison 1 _Wiener Mor-enzeit«ns endgültig von der Gefahrenzone des Abstieges entfernen zu können. Kommenden Sonntag trägt der Vivo sein erstes Meisterschaftsspiel gegen Beac aus. Hakoah.Jungmannschaft. Junge, talentierte Spieler rm Alter von 14 bis 17 Jahren mögen sich Samstag den 19. d. von 6 bis 7 Uhr abends im Klubheim der Hakoah, i. Bez., Wipplingerstraße 24. melden. Schach. Lchachwettkampf Hakoah—Deutscher Schachverem. Sonntag den 21. d. 'indet im Cafe Hamerling ei,n Lchachwettkampf der Hakoah gegen den Deutschen Schachverein statt, der bekanntlich im Vorjahre die österreichische Amatenvschachmeisterschaft gewann. Die Vollversammlung der Hakoah-Schachsettion findet Samstag den . 20. d. um 7 Uhr abends im Cafe Rabe! statt. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Boren. Zur Verhinderung von Brutalitäten beim Boxen hat der | Minister des Innern in Ungarn die Berfügnna getroffen, daß solche Veranstaltungen irr der Zukunft rru-r mit vorausgchender Ge- 19. Fevmar 1988 Nr. ML neihMiWng des Ungarischen BowerbanbeS vor sich gchen dürfen, Ern Delegierter des Verbandes hat bei jeder solchen Stooftfteftuitg «ir Kontrolle der Sportmäßiakeit zugegen zu sei». Dreier kann vovkommenbenfalls auch die Intervention der Polizerbehörde in Anspruch nchmen. Aus den Vereinen. B a r - K o ch b a. Heute um 8 Uhr abends <tm Hotel Pakast, 6. Be,., Mariahnferstraße 99, Spielervermmmlrmg der ersten Mannschaft und Reserve. Sonntag Meisterschaft gegen Simmevinger Amateure auf dem Schwechater Phönix-Platz. M RHerve spielt gegen Amateur-Reserve auf . dem Amateur-Platz — Pina--Pona: Täglich ob 8 lchr abends Training. Makkabi. Mademische Sektion: Heute ab 4 Uhr nachmittags Ping-Pong und Schach. Aufstellung für die dieswöchigen Fußballspiele. Nur Anwesende werden berücksichtigt. Anschließend Leitunassitzung, zu der folgende Herren unbedingt zu erscheinen haben: Silbermann, Hefter, Fränkft Torozyner und Rosmr. Zion. Heute um Wb 7 Uhr abends in unserem Klubheim Cafe Venedig, 2. Bez., Stuwerstraße 1. Wng-Pong-Traming. Fortaber Meisterschaft. — Um halb 8 Uhr abendsSpielevvetung. Aufstellung von zwei Mannschaften gegen Vienna aas der Hohen Warte für Sonntag. — Unr halb 7 Uhr aibends Ausschußsitzung. — Anmeldungen für Fußball und Ping-Pong täglich bei Heri:n B. Jäger im Klubheim. LopyriZht 1926 by J. Ladyschnikow Verlag, Berlin. tritt Glaubensmartyrium. (38) Roman von Schalom Asch. ,Perkauf chn doch an Murat-Chan! Der kaust alle Juden auf. Für einen alten Juden bezahlt er ein Sikberstück, jttr einen jungen aber ein Goldstück. Vielleicht erhandelst du noch einen Topf' tatarisches Bier dazu, um die Kosaken zu >bewirten. Ein schlauer Junge, der Murat-Chan. Eine Menge persischer Teppiche und türkischer Waffen bekommt er für die Jüdchen dort in der Türkei. Unsere Brüderchen, die Kosaken, wissen aber ihre eigene Ware nicht zu schätzen. Sie schlagen die Juden tot, in Konstantinopel aber gibt man Geld für sie." „Recht sprichst du, Alter. Unsere lieben Kosaken verstehen nicht, mit ihrer, eigenen Mare umzugehen", pflichtete dem Allen ein Kvsak bei. ,He, Alter, iführe uns zu Murat-Chan! Wo ist er denn?" fragte der erste Kosak, indem er Schloime am Rücken packte und hinter sich Herzog. ,Laß von'ihm ab, Lieber, schone ihn! Für einen toten Juden gibt Murat-Chan nichts", sagte der Greis. „Laß ihn ein wenig springen wie ein Pferdchen. Gib ihm Branntwein, damit er munterer aussieht!" Einer der Kosaken nahm ein kupfernes Gesäß mit Branntwein, hielt es an Schloimes Lippen und Zwang den halbtoten jungen Mann zu trinken. „Schmäh Jiftael, unser Gott ist der einzige Gott!" hörte Schloime in sein Ohr rufen. Halb träumend, «halb wachend unter der Wirkung des Branntweins blickte er um sich her und sah den Alten, der chn am Arm packte und ihm zurief: ,Holla, du Jud', du schläfst wohl? Wach' aus, um Gottes willen!" Die. Stimme kam Schloime sehr bekannt vor, aber er konnte sich nicht erinnern, wo er sie gehört ihatte. Bald kamen sie vor einen großen' umzäunten Hof, aus dessen Innerem jüdisches Siimmengewirr an ihr Ohr drang, als würde dort gebetet. Vor dem'Hoftor saß Murat-Chan auf einem Teppich und neben ihm brannte Harz in einem kleinen Gefäß. Auf einem Teppich vor ihm lagen Häuflein kupferner und silberner Münzen, verschiedene türkische Geräte und andere Tauschgegenstände. Muva't-Chan 'hatte einen langen, herabhängenden Schnurrbart und einen erloschenen Blick. Er saß schweigend, leidend da; neben ihm aber standen zwei Tataren mit bedeckten Köpfen und riesen auf ukraiuisch: „Brüderchen, Kosaken! Bringt eure Gefangenen zu Murat- Chan. Murat-Chan, der große Kaufmann, kauft Sklaven auf. „Kosaken, Kosaken, Murat-Chan bezahlt mit gutem türkischem Geld für die Sklaven!" Ein kleiner Tatar trat aus die Gruppe der Kosaken zu, betrachtete Schloime, betastete ihn, dann zeigte er mit der Hand auf zwei Münzen. >. „Ein kleines Gesäß tatarischen Bieres dazu!", feilschte, der Kosak. Allein der Tatare schüttelte den Kops zum Zeichen der Ablehnung. „Dann schlage ich ihn lieber tot, so wahr Gott lebt! Gibst du ein Gesäß tatarisches Bier für die Kosaken, so ist es gut — wenn nicht, so röte ich ihn!" Der Tatare trat jetzt an Murat-Chan heran, der mit gekreuzten Beinen, traurig und stmnm wie ein leidender Mensch dasaß. Sein Gesicht war gleichgültig und seine länglichen, trüben Augen ausdruckslos. Murat-Chan schüttelte den Kops. „So schlagen wir ihn eben tot und verkaufen ihn nicht den Tataren." ,Hal1, halt, Kosaken, halt!" sagte der alte Lautenspieler, trat auf den Tataren zu und flüsterte ihm etwas ins Ohr, das er dabei halb mit der Hand verdeckte: „Der Gefangene ist ein vornehmer Jude!" deutete er auf Schloime. „Ich kenne ihn, er ist ein Rabbiner. Die Juden in Smyrna werden für ihn eine Menge Lösegeld geben, er ist ja ein Rabbiner!" Der Tatare trat wieder aus Murat-Chan zu und teilte ihm mit, ivas er eben von dem Greise gehört Wie. Hieraus , gab Murat-Chan ein Zeichen mit seinem Kopfe. Der Tatar nahm ein Gefäß mit tatarischem Bier, das neben Murat-Chan stand, und brachte es den Kosaken. Dann führte er Schloime fort nach dem Hose, wo die anderen Gefangenen sich bereits befanden. Von der anderen Seite des Zaunes ertönte jetzt gerade der Psalmengesang: . - „Davids Gebet: Gott ist mein Licht und meine Hilfe, vorwem soll ich mich fürchten? . . „Kommt, Brüderchen, trinken!" riefen die Kosaken und setzten sich auf die Wiese nieder, um das Bier zu trinken. „Und duspielst uns etwas Lustiges", fatteit einige der Kosaken den Lautenspieler. „Etwas Trauriges!" Laten andere. Die Kosaken setzten sich um den Alten hemm. Gr aber ergriff seine Laute, klimperte auf den Saiten und sang dazu: ,Mr wollen nach unserem Lande, Wir wollen nach unserem Land:... Nur sei nicht traurig, Reg' dein Herz nicht auf. Unsere Mutter tvird ausgelöst werden, Unser Heim wird aufgebaut werden, Sei also weise und harr' auf das Ende., Awromunju. Awromunju, Awromunju — Du :mser Wltester, tizchoknju, Jizchoknju. Jizchoknju, u,. unser Großvater, Jakewnju, Jakewnju, Jakewnju, Du, unser Vater, Warum betest du nicht, Warum betest du nicht, Warum betest du nicht Zum Herrn Gott für uns? Wir haben schon unsre Häuschen auMbauk, Wir haben schon unser Land ausgelost, . Man soll uns doch nach unsrrm Lande führen, . Nach unserem Lande... Nach unserem Lande." Hierauf fielen alle Kosaken im Chor ein: ... „Nach unserem Lande, Nach unserem Lande." Von-der anderen Seite des Zaunes aber ertönte gleichfalls der Gesang: „Nach unserem Lande, Nach unserem Lande!" 9. Das Schkksck. In der Steppe brannte ein Feuer, drei Kchv^n säße» dabei und stritten: „Ich habe sie zuerst gesehen, sie gehört mir!" sagte m alter Kosak, dessen ausgemergeltes Gesicht die in den Scheiten knisternden Flammen 'beschienen; seine beiden kleinen Augen' in dem breiten, großen Gesicht sahen in der Dunkelheit aus wie zwei Rosinen inmitten eines großen Stückes Teig. Er ^beugte sich zu dem Mädchen nieder, das etwas weiter ans der bloßen Erde lag und mit einem weiten Kosakenmantel, zugedeckt war. Er versuchte das Mädchen mit seiner alten, ^behaarten Hand zu streicheln, wurde aber von der Hand einer Greisin beiseite gestoßen, die neben dem Mädchen kniete und ganz zusammengekauert über ihm wachte. (Fortsetzung folgt.) Ü Theater von heute BL—— ———JS Burgtbeater: Per Gynt Bkaür«ieibeatelr Die Wett, in der man sich langweilt Staatsoytr: Der Troubadour KetfOHteasaah Ballett-Soiree Uolktoper: Arlecchino — Die Geschichte vom Soldaten ve»ttede§ Uolkstheater: Veronika Cbtater ia der üosefsiadt: Natalie RalHHld'Cbeater: £er dreizehnte Stuhl Stadttheatcrt Der Musikant Gottes fleaalssancebfibnet Der wahre Jakob modtratl tbeater: Sensation Mac Ulletter Büdner Spiele des Grauens uno der Liebe CtMtspitltbeater: Der sprechende Affe tbeater an der Ulle«: Ter Orlow ßarl-tbeater: Frühltngslust ■ Ulr. Bürflertheaten Siuntal der Liebe 3db^$nraits$-tbeater: Paganini Roiamr-Operettentbeater: Das Spiel um die Liebe Jfyolle-tbtater. /Apollo? Nur Apollo!" 8-r/<i1 ftolaadbilbae: Paula Pelikans Pleite 8 SBtiscbcs Kittitlerkabarett (li..Praterstr. GO); Die rumänische Chasyne JfldlfCbt Bibie (Höret Stevhanie, 11.,Tabor-- straße 12): Meichügae auf tojt 8 L«rc»r ffageabeckt Taql. 8. So. u. Ftg. 3 u. 8 Uhr '/-8 V-8 V.» '/-8 V-8 '/-8 V-8 '/,8 V-8 8 V-8 V-8 V-8 '/,8 l/*8 7*8 7.8 ING. I. OLEXINZER beb. nt, OdtladcTcmltoiig a. Re «litätenbai c«a WUm» VI., CrampendoiientrMie 03 Tel«pboa 89*76 Sprechstunden 2—8 Atwrainat die Verwnltimn und Vcrwcrtuad von B—lttiten« Bcratnal ln Mietsachen, Banengelc* deohellcn, Renovierungen usw, 108 M 3 w HAGENBECK Morden Freitag V.8 Uhr abends grosse Wohltatlgkeitsvorstcünng Heute Donnerstag 8 Uhr abends Neueste Sport-Sensation! MOTORRAD-FAHRT auf rotlarerder 8oh»lbe Einzig dastehender Heohsellakt „4 BIRKENEDERS“ u. die neuen Februar-Attraktlanen VolkitUmllohe Preise Karten an der Zirkuakawc, IL, Zirknsj'.aae 44, Tel, 46*4*77 and in den befcanntenTheaterkartenbureaus —!!!Möbelkäuferü! 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