Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2509 (16.2.1926)
- Date
- 1926-02-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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feette b Dien. DkenSkag Wiener Nr. SM D ORO THE UM/K UN STAB TEILUNG 22. und 23. Februar 1926 166. Kuuftailttion Gemälde alter und moderner Meister, unter anderen von Fforis, Lely, Paggy. Amerling E. und J v. Blaas, E. Chailemont, R. v. Haanen, Lampl, Marko, Moll, Romako Ranfti, Russ A. Schindler, Schm! son, E. Swoboda, Waldmüller, Wlslnger-Floilan Ausländische Meister wie Benl iure, Escosura, Farrler, Franglamore, Fichel, Gallegos, Good, Hooper, Hernande , Klwischenko, Lonsdale Noter, O’Neil, Normann, Pop el Stilleben von Hartlnger, Lach, Lauer, Nigg, F. X. Pelter, J. Schuster, Seitz Miniaturen von Agricola, Anreiter, Daffinger, Decker, Desvernais, Drouals, Hall, Hummel Kriehuber, Lieder, E. Peter, Saar, R. Theer Antiquitäten, Uhren, Prunksilber aus dem Besitz der Herzoge von Cumberland, Porzellan, Tapisserien reiches Kunstmobiliar, Luster, Waffen, Kolossalstatue der Medea von Lemoyne und anderes Schamielluiitf vom 17. bis 20. Febr ar von 10 bis 6 Uhr, Sonntag den 21. Februar von 10 bis 1 Uhr Versteigerung Montag den 22. u d Dienstag den 23. Februar von 3 Uhr nachmittags an im Kielmansegg-Saale (Seitenstiege) Relchillustrie ter Katalog mit 64 Tafeln 5 Schilling britische Dramaliga hat sich energisch des P ojcktes angenommen mrd sei: der großen Verianmlung im 5t, James Theatre, bei der Gemier selbst sprach und das Mort von der Theaterliga der Nationen zmn ersten Male den Engländern geläufig wurde, betr.'ibt die Liga innerhalb ihrer großen Anhang schaff in ihrer und der allgemeinen Presse stete Propaganda für den Plan. In einem Artifel im „Daily Telegraph' besprach gest'rn G e o f f r e'y M h i t w o. t h dos Merk der 33n ich Drama Ligue unid ver^id'gr gleichfalls begeistert die Idee der Gründung eines internationalen Komite.s. — Es dürste demnächst von hier aus ein!onkre:er Plan für dich Thealerliga de: Nationen nach dem Kontinent gehen. Aus den Theatern. Burgtbeaier Morgen, */,8 Uhr abends, «U n« »erhofft* . Tb-, ateigemeinde Serie 8 blau). Overntbeater. Morgen, 7 Uhr, „Die K ö n i* gin v o n S a b a" V o 1 k 3 o v e r. Morgen «Der armeJonatban" mit ken Kä'ten Lows Treumann und Tr. Jo'ef Bergauer Am 20. d. tritt die internaiiona e Ko'orat riängetin Lvvia L i vk o w S k a in «T r a v i a t a" und am 24. d. »«Barbier v o n S e v i l l a* auf. Deut'ches Boitstdeater. Samstag Erst» auffüdrung des Lust'vielS .Krieg im ^rlefieii* von Gustav v. Mo er und Frour v. Schönthan, twzeniert von A.nvld Korff. der auch dte Hauptrolle >vtelt. Ratmund-Theater. Sonntag den 21. d. vormittags 7212 Uhr, we'den im Rahmen einer literarischen Matinee Klaus Mann, d r Sohn des Ttckuers Thomas U/ra n, und Pamela W e d e k i n o. die' Tock'er Frank Wedekinds. W lfe von Klaus Mann uno lyrische Gedichte von Frnk Wedel-nd -tum Vortrag bringen. Johann - Strauß-Theater «Diefavanische Nachtigall", eine der letzten großen r peretten Leo . alls. w-rd nach Abschluß der Auffuhrun sier e von Lehars «P a g a n t n t" mit R ta Georg in der Tttel.olle und Louts Illing in cer Tenorpartie in Szene gehen. Ronacher-Operetteutheater Sonntag den 21. d oeht die Opetetie «Dos Spie« um d i e L i e b e" jtttn letz enm> l in Szene Sonn ag nochm'ttrgs, Uhr. gastiert ein Eniemble de- De Uchen BolkStteaters in Pirandellos «Sechs P e r i o n e n tuchen einen Autor" Ab Montag den 22. d gelangt allabendl ch d>e L-o Fall'che Operette ,M adomePomvadour" zur Ta stelluna c.opxnr:k >926 i. Ladyschnikow Verlag. Berlin ein Glaubensmartyrium. 36 Roman von Schalom Asch. Sie verließen den Friedhof, der im Tale lag, und bestiegen einen Hügel. Vom Hügel aus sahen sie die Kcsaken am Flusse lagern. Tie Lager waren von den Flammen beleuchtet, die unter Len Kesseln brannten. Hie und da sah man Fackeln. Im Lager schlief man noch nicht. Hie und da ertönte Spiel, Ge'ang oder das Ge'chrei eines Betrunkenen. Um die tanzenden Pärchen bildeten sich Reigen. Häufig erscholl Geschrei des ganzen Lagers. Ties alles konnte man vom Hügel aus schm. Maruscha warf sich abermals zu Mendels Füßen und sichte chn an: „Lieber Herr, geh' nicht hin! Tu sichst doch, was da geschieht — es ist der Tod! Die Brüderchen sehen uns sonst, sie werden die junge Frau wittern!" „Wir müssen uns. trennen. Der Tod stcht sowieso vor unseren Augen. Wenn es hell wird, sehen sie uns doch. Vielleicht können wir uns aber noch mit Gottes Hilfe retten, so wie er uns bis jetzt geholfen har. Tann werden wir uns alle in Tultfchin Wiedersehen. Ist es uns aber — was Gott bewahre — beschieden, zu sterben, so wollen wir für seinen lieben Namen sterben", sagte Mendel zu den Seinigen. Mit diesen Worten umarmte Mendel die Seinigen, erhob die Augen zum Himmel und sagte: „Herr der Welt, hilf uns!" Niemand Minie. Alle umarmten einander schweigend zum letztenmal. „Nehmt Abschied voneinander, du, Schloimele, und deine Frau! Vielleicht wird Gott uns Helsen, wenn wir uns trennen." Der junge Mann und seine Frau blieben einen Augenblick allein. Schloimele streichelte Twoira den Kopf und sagte: „Twoira, glaube an Gott! Ter Herr der Welt kann alles tun. Selbst wenn einem schon das Messer am Hals« sitzt." Else Wohlgemut und Georg Reimers werden Mittwoch den 17. d. von halb 5 bis halb 6 Uhr nachmittags IN der im Wäret haus Gerngroß staltfinLenden Theaterartsstellung die Gäste empfangen und Autogramme aussertigen. Ein Thealerslandal in Berlin. Im brutschen Theater in Berlin kam es Sonntag wägend einer literarischen Mr iuee z:i stü.ntl'chen Szenen. Die von. Tirctwr Seeler geleitete „I u n ge Bühne", welche es sich zur Ausgabe macht, junge Dramatiker zu fördern, führte ein Drama von Bert Brecht auf, das den Titel aa l, dramatische Biographie in vierzehn Szenen" ha: Die Hauptfigur des Stückes ist ein gewissenloser Frr.iettverführ.'r, der feine Opfer zu Fall bringt und sie dann rücksichtslos verstößt Das Milieu, in dem das Stück spiel:, ist sehr zjweifelha'ter Natur. Das Publikum teilte sich schon zu Beginn der Vorstellung in zwe> Parteien, die einander durch Lärmen und Pse.fen za üoertönen suchten. Nur mi: großer Mühe gelang es den Haup:- darstcllern Oskar Homolka und Sybille Binder, sich verständlich zu machen Nach zahlreichen Unterbrechungen konnte d s Stück unter dem schärfsten Widerspruch des Pubukums zu Ende gespielt werden. Eine Lilien-AuSstellung in Budapest. Int N e m z e t i S; alon tot Budapest findet gegenwärtig e.ne Ausstellung von Werken des jüngst verstorbenen Malers. E. M Lilien statt. $rt fünf Sälen sind Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers ausgestellt, die dem regsten Interesse bcgeanen und den lebhaftesten Bei,all finden. _ Gerichtssaal. Sie Wirtschaft in der arischen Bodenbank. Der Präsident Gustav Groß. Der Kaufmann Johann F. Wilhelm begehrt im Klageweg von den Mitgliedern des Exekutivkomitees der verkrachten arischen Deutschen Boden bank einen Betrag von 12.271 Schilling, den er durch die genannte Bank nach Salzburg überweisen ließ, der aber nicht mehr zur Auszahlung kam, da die Bank mittlerweile ins Ausgleichsverfahren gegangen war. In der Bank herrschte damals eine heillose Wirtschaft. Die fünf Beklagten, der bekannte großdeutsche Abgeordnete Dr. Gustav Groß als Präsident des Exekutivkomitees, die Herren Jmef Rain, Wilhelm F l e m i s ch, Dr. Anton M r a z e k und Vinzenz Münn i ch als Verwaltungsräte, wurden schon im Sommer 1923 von Hosrat Stern von der Bankenkommission auf das Gebaren des Direktors Hede nigg, der bekanntlich in der Untersuchungshaft Selbstmord vrübt hat, aufmerksam gemachr, doch haben die Genannten die Uebelstände.nicht abgcstellt. Obwohl die Bank bereits anfangs Mm 1924 stark überschu.det war, wurde weiter Geld an den Schaltern angenommen und das Puvlikum zu w iteren Einlagen animiert. Daraus leitete der Kläger die Haftpflicht der Beklagten a>b. Gestern fand vor dcm Iivillandesger'cht unt'r dem Vorsitz des Ho'rates Dr. E n g e l b o g e n die Verhandlung über diese Klage statt. In der Klageb antwmiung wird die Haftpflicht der Vevwaltunasrate bestritt.'n. Nach Einvernahme einigtr Zeugen wurde die Verhandlung vtrtagt. Vierzehn Tag» neben der Leiche der krmorseten. Tie Lebensgefährtin niedergeschlagen. Wie berichtet, begann gestern vor den Geschwornen der Prozeß gegen den 58,ähr'.gen Marktfahrer Karl Hübscher wegen gemeinen Mordes und Diebstahls. Hübscher hat am 14. Juli des vorigen Jahres sein? LO.ährige Lebensgefährtin Karoline Horvath in ihrer Wohnung, Crdbr.rgstraße 46, c rschlagen und dann 14 Nächte n " 6 c tt ) e r Leiche am Divan geschlafen. Tagsüber verkauire er die Hab" der Ermordeten, den Erlös brachte er durch. Hübscher ist auch verschiedener Diebstähle in der Wohnung sein r früheren Geliel..en, Rosa Popovsky, mit der er 23 Jahre lang in gemeinsamem Haushalt lebte, angeklagt Hübscher erzählte den Gerichtsärzten, daß d.e Horvath ihn in Tie junge Frau schwieg und blickte Schloime nur in die Augen. „Und wir werden uns noch Wiedersehen, Twoira, du bist es vor Gott wert. Du bist noch rechtschaffen." „Du bist es wert. Schloime. Sollten wir uns aber, Go!t bewahre, nicht Wiedersehen, so werde ich vor dem Herrn der Welt in Heiligkeit und Reinheit ersche'nen, wie du mich gelehrt hast." „Hüte dein Leben, Twoira, und hoffe auf Gott!" „Ich hoffe auf die Gnade Gottes, der uns Kinder schenken w.flb", sagte die junge Frau leise. Das waten ihre letzten Worte, d.e sie an ihren Mann richtete. Hierauf trennten sich d'e Ehegatten . . . „Gott soll dich für die Güte belohnen, die du uns antust, Maruscha", sagte Jochewed zu der Kosakin. „In deine Hand gebe ich alles, was mir teuer ist, mein Leien und meines Sohnes Leben. Und Gott soll dir entgelten, ivas du uns tust! Ich weiß nicht, ob ich imstande sein werde, dich zu belohnen." „Bete zu Gott für uns und wir werden zu ihm für euch beten!" erwiderte die alte Kosakin und verschwand mit Twoira im Steppengrase. Einen Augenblick wartete Mendel noch. JochÄved sch'uckle die Tränen hinunter, in denen ihr Leid sich erst jetzt Luft machte. Einen Augenblick lauschte auch Schloime dem Rascheln der Zweige und des trockenen Grases, in dem die Freude seines Lebens jetzt verschwunden «var. Hierauf sagte Mendel: „Nun, in Gottes Namen!" Mendel begann auf allen Bieren zwischen den Büschen im Grase den Hügel hinab zum Fluß zu kriechen. Seine Frau und sein Sohn krochen ihm nach. - Lange krochen sie so. Indessen näherten sich die Stimmen der Kosaken immer mehr. Sie hörten schon ihr Lachen und Sprechen. Mehr als einmal glaubten sie sich schon verloren. Allein Gott half ihnen. Im Schutze des hohen Grases erreichten sie das User. _16. FeSrnar 1926 der kritischen Nacht verhöhnt und für seine Demütigung nur Spott übrig gehabt hatte. Da sei sein Blick ans den Bierschlegel gefallen, instruktiv griff er danach und schlug der Horvath den Schädel ein. Die Psychiater erklären den Angeklagten als zurechnungsfähig. Der Umstand, daß die Horvath oft von Wien abwesend war, kam ihm zustatten und verhinderte lange Zeit die Entdeckung der Tat. Am Abend des 15. Juli suchte Hübscher wieder die Wohnung auf, in oer die Leiche lag. Vier Tage schlief er dann in einem Hotel, nachher kam er täglich auf kurze Zeit in die Wohnung der Horvath. Er kaufte eine Flasche Lysol und übergoß die Leiche damit, um die Würmer zu vertreiben, die den Leichnam überdeckten. Am 1. August stellte er sich selbst der Polizei. Nach Verlesung der Anklageschrift beginnt der Vorsitzende, Hofrat R a m s a u e r, das Verhör mit dein Angeklagten. .Hübscher gibt den Mord und Diebstahl zu, bekennt sich aber nicht im Sinne der Anklage schuldig. Mit 22 Jahren heiratete er eine FabriksarbeHertn, doch ging die Ehe bald in Brüche Dte Marie Horvath hatte er auf einem Markt in Linz kennen gelernt. Anfangs lebten sie gut miteinander, später gab es Konflikte. „S t e hat immer ge sagt", meint der Angeklagte, „daß sie der Herr im Hause ist und die Hosen anhat." Sie war mit jedem per du, ihr zweiter Fchler war das Emladen von großen Gesellschaften zum Nachtmahl. Das hat viel Geld gekostet. Eittmal habe ich ihr gesagt: „Du, Frau Horvath, schau, sei nicht beleidigt, aber du bist die erste Jüdin, die ich kennen gelernt habe, die blöd ist. Sie hat sich aber nichts drarts geinacht." Ihr Hauptb streben habe auf eine Heirat abgezielt. Aber seine frühere Frau habe sich ihre Zustimmung mit 6000 tschechischen Kronen abkaufen lassen wollen. Zur Eifersucht hatte d:r Angeklagte nach seinen Angaben triftige Gründe und berichtet dann unter Ausschluß der Oeffentlichkeit über Intimitäten ihres Liobeslebens. Der Ang klagte erzählt nun unter heftigem Schluchzen, daß er noch am Abend vor der Tat mit der Frau Horvath im Theater war und sich sehr gut unterhalten hat. In der Nacht wurde er jedoch wiederholt sehr unsanft durch Rippenstöße gew.'ckt. Dann erklärte sie, daß sie miteinander nicht harmonieren, daß er sie am nächsten Tage verlassen muss.'. Er habe sie kniefällig um Barmherzigkeit^ gebeten, doch sie habe ihn mit dem Worte „H u n d" von sich gestoßen. Der Angeklagte schildert sodann den Hergang der Tat. bei der er seiner Sinne nicht mächtig geweien sein will. Bor der Tat sei er gestürzt und habe in'olgedessen an heftigen Kopfschmerzen gelitten Nach der Tat verließ er die Wohnung und ging in ein Hotel sch'afen. A.s er nach einigen Tagen wieder in die Wohnung kam. war die Leiche von Würmern zerfressen. Deshalb habe er sie mir Lyio! übergossen. Den Nachbarn, die sragren, wo Frau Horvadh sei. sagte er, sie sei aus Provinzmärkte gefahren. Nachmittags wurde mit dem Zeugenverhör begonnen. Als erste Zeugm wurde Olga Danhauser vernommen, die eineinhalb Jahre mit Frau Horvach zusammen gewohnt hat. Sie stellt d.r Toten kein gutes Zeugnis aus Sie habe den Angeklagten immer be^^^^.m^^t Einmal habe sie gesagt, daß er sie mit einem Messer bedroht habe. Im sekbett Sinne sagt auch Al.ns Danhauser aus. Sein Vat.r, Karl D o n h a u i e r. der mit der Horvath zwölf Jahre hindurch gelebt hatte, gab als Zeuge an, daß er mit ihr gebrochen habe, weil sie zanksüchtig gewesen sei. Als er eingerückt war, habe sie ihm seine Sachen verkauft. Die Verhandlung wurde nach Vem.hmung einiger weiterer Zeugen in den späten Abendstunden abgebrochen und wird heute zu Ende geführt. Im Lager der Kcsaken war es jetzt ruhiger geworden. Die Flammen unter den Kesseln verloschen und das Stimmengewirr cerstummte nach und nach. Nur die Fackeln an den Wegen brannten noch. Hie und da führte ein Ko^ak sein Pferd zunr Wasser. Mendel mit seiner Frau und seinem Sohne lagen abseits im Grase und warteten, bis es im Kosakenlager völlig ruhig wäre, so daß niemand ihr Plätschern im Wasser vernehmen würde. Sie fürchteten sich, laut zu sprechen, und lagen mit augehaltenem Atem im. „Ter Herr der Welt wird uns helfen!" sagte Mendel end'ich. „Ich werde die Mutter auf den Rücken nehmen, und du, Schloime. folge mir!" Und solltest du, Gott bewähre, matt werden, so halte d ch nur an mir fest!" Im Wasser pläkscherie es ein paarmal; dann schwammen zwei schwarze Flecken an seiner Oberfläche, die leise gekräuselten Wellen teilend. Sie hinterließen im Wasser eine Spur, und leise Wellen begannen eine nach der attdern an das samtne Ufer zu schlagen. Am User aber lag ein Kosak auf feinem Sattel, betrachtete versonnen die großen Sterne ant Himmel und sang ein langgedehntes, melancholisches Lied dazu. Tas Anschlägen der Wellen am User weckte ihn aus seiner Träumerei. Er blickte rasch um sich und sein scharfes Steppertauge bemerkte gleich die beiden Spuren, die sich auf der leise gekräuselten Oberfläche des Wassers hinzogen. Seine Neugierde mußte erst einen Augenblick lang gegen seine Faulheit ankämpfen, siegte dann aber, und der Kosak nahm seine Pike und trat barfuß, wie er lvar, ins Wasser. Die Tamusnacht war warm. Das Wasser plätscherte auf . . . Wie er hastig, seine Frau auf dem Rücken, vorausschwamm, glaubte Mendel den Ruf „Schmäh Jisrael!" . zu hören, und trotz seiner Todesangst antwortete er gewchnheitsgemäß: „Schmäh Jisrael, unser Gott ist der einzige Gott!" Als er aber am anderen Ufer Herausstieg, war er nrt seiner Frau allein da: auf der Oberfläche des Wassers, im Lichte der Sterne bemerkte er aber eilten Strom der sich nach dem entg.'gengesetzten User zog . . . (Fortsetzung folgt.)