Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2497 (4.2.1926)
- Date
- 1926-02-04
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Wierk, DörmerZÄg Wierrrr MokKnzeMres l Februar M6 M. AM '' &8k M ■■■ Jüdischer Sportverband. Heltte um $ Uhr wichtige DÄechertendersammlung Än Hotel Müller, 1. Dez., Graben 19. Tagesovdiruny: 1. Bericht. (Kassier, BevbanLskaprtän, Sportwart). 2. Meeting des Jüdischen Sporivcrbandes. 3. Fesweranstaltnny 4. Eventuelles. Hakoah—Simmering. HKoab fräflt Sonniaq auf baut Krieauer Sportplatz ent Freundschaftsspiel .gegen Simmer mg aus. Um 12 Uhr spielt die Jungmannschaft, um halb 2 Uhr tritt die Reserve «ut, um 3 Uhr beginnt!das Spiel der ersten Rlannschaft. Die Aufstellung stcht noch 'nicht fest. Die Mitwirtuna Golüs ist toahrscheinlich. H«üoah--Jungmannschaft. Statt ücs für heute attgcsagten Saaltvainmgs wird auf dem Sportplatz in der Krieau geübt. Oppenheim, der zuletzt als Torhüter der Grazer Hakoah tätig war, ha: sich 'bei der Wiener Hakoah anaemeldct. Schiedsrichterbesetzung. Meisterschaft: Hertha—Amatertre, Andres. Freundschaftsspiele: Hakoah—Simmer-ing, Müller; Slovan—Dienna, Böhm; Rapid—B. A. C.> Kürncr; Sportklub—Nicholson, Graf 1; Ruöolfshügel—Vorwärts 00, Kosranak; Wmira—Fav. A. C., GrünMoig. Jüdischer Lmnverband. Samstag den 6. d. finde! im Mcckkcckr. 9, Bez., Liechtensteinstratze 20, um 7 Uhr abends, eine Turnwartsitzung statt, zu der alle ersten und zweiter! Turnwarte zu erscheinelt haben. Die nächste Turiwerbandssitzung wird Montag den 8. d. um 9 Uhr abgchalten. Da voraussichtlich auch der Kreisoibmann und Dr. Abeles amvesend sein werden, ist es angezoigt, daß außer den ständigen Delegierten auch die Obmänner erscheinen. Mische Sportler! ~ Erscheinet Sonntag den 7. Februar, vorm i t t a g s, in Massen zum Meeting der jüdischen Sportler: im Klubheim der Hakoah, 1. Bez., Wipplingerstmtze 24. Beginn 10 Uhr. Redner: Oberbaurat S t r i ck c r, Dr. F r i e d m a n n, Gemeinderat Dr. P l a s ch k e s. Der Jüdische Sportverband. Aus den Beinen. Bar- K o ch b a. Sonntag Wettspiele der ersten und der i Reservemannschaft gegen Vovwäi'ts. Die Spieler der Ersten und der Reserve haben bis lä'"' .. - halb 1 Wjz auf dem Lyon--Matz zu erscheinen. Der Platz mir oer Linie 6 bis AbSberggasse zu erreichen. Hechawer. Heule Zusammenkunft der Mitglieder Und der Gefelligkeitsleitultg im Eafe Orient, Praterslraße. Sonntag um halb 11 Uhr vormittags findet die Generalversammlung statt. L i d a n o n. Freitag Spiclerversammlung um 8 Uhr. Um 9 Uhr driugenöe Lei-tungsfitzung. Samstag Vereinsamend, Ving« Pong täglich. Die Mitglieder werden ersucht, zu dem am Sonn« tag vormittags vom Jüdischen Sporwevband veranstÄtetch| Meeting bestimmt zu erscheinen. _ ' ' o i o n. Heute um halb 8 Uhr abends in unserem Klubheim, > 2. Bez., FranzcnÄ'rückerrstraße 1, Cafe Neuhauser, Spvelewer-' saminlung. Kapitänswahl. Nachher. Einzahlung und Mannschaftsaufstellung für Die kommenden Wettspiele, Uni halb 9 Uhr Ausschußsitzung. — Ping-Pmig-Sektion: Heute ab halb 7 Uhr abends Piug-Pong-Tra'iuiug. Samstag und Sonntag ab 3 Uhr nachmittags. Die Meisterschaft beginnt am tt d.'Nennungen tvevden noch bis heute abends entgegengenomnten. Oop^ri§dt 1926 J. Ladyschnikow Verlag, Berlin. ein GlaubensmarthriUN. J Roman von Schalom Asch. Das fimge Ehepaar erhielt das schönste Zimmer der schenke. Zwei Betten, die der Bater bei einem Drechsler bestellt hatte, standen an der Wand des niedrigen Gemaches; das Bettzeug reichte halb bis zunl Balken hinauf. Tie Betten standen getrennt voneinander und dazwischen war ein grüner Vorhang angebracht. Eine große Truhe auf kleinen eisernen Rädern, mit eisernen Reifen beschlagen, stand im Winkel, vollgepackt mit Kleidungsstücken, Hemden und Nachtzeug. An der Truhe war ein Lederricmen, damit man sich, lvenn, was Gott bevxchre, ein Unglück passieren sollte,'sofort einspannen und die Truhe mitschleppen konnte. Im Zimmer standen ferner ein Eß- und ein Studiertisch, eine Schlafbank aus Holz und eine kleine Wiege für das Kind, das zur Welt kommen sollte. Auch diese Wiege gehörte zu den „Garniturmöbeln", die der Vater für das junge Ehepaar bestellt hatte. Das wichtigste Möbelstück im Zimmer war aber das Bücherbrett. Die Bücher stellten den wichtigsten Punkt des'Ehekontraktes dar, und der Schwiegervater, der Rabbiner, achtete streng darauf, daß dieser Punkt eingehalten wurde. Die Bücher waren wertvoller als Schmuck, ja, als die ganze Mitgift. Ter Vücherfchatz war auch nicht mit Geld allein, sondern durch langjährige Bemühungen des Rabbiners und durch Mendels liebevolle Sammelarbeit zusammengebracht worden. So stand das Nest für das junge Ehepaar bereit da, allein „sie" war nicht da. Das junge Weib hatte bei der Schwiegermutter sechs Jahre lang in Erwartung ihres Mannes gelebt, der aus der Jeschibah gleich ihrem Vater als ein großer Ge-. lehrter Zurückkommen sollte. Nun war der Mann zurück, das junge Ehepaar aber kam noch nicht zusammen. Die junge Frau verblieb vielmehr im Hause ihrer Mutter bis zum Abend des Passahfestes, da sie von ihrer Mutter und der Schwiegermutter in das ftir bas junge Ehepaar gebaute Nest eingeführt werden sollte. Zum Sabbat vor dem Pessahfest wurde Schloimele zum . Mittagessen bei seinem Schwiegervater. geladen. Am Freitag I abends, als er von der Mikwah in seinem neuen pelzgefütterten Gewände, das er aus Lublin mitgebracht hatte, heimkam, um den Sabbat zu segnen, sah er zum erstenmal seine Frau wieder. Sie stand im Nebenzimmer in Gesellschaft ihrer Mutter, der Rabbinerfrau, und segnete die Sabbatkerzen. War aber das wirklich seine Frau Dwoira? Er hatte sie immer noch als Kind im Gedächtnis. Drinnen aber stand eine junge jüdische Königstochter, eine hohe, schlanke Gestalt in einen silbergewirkten Schleier gchüllt, irnd das mit Schmuck verzierte Häubchen saß aus ihrer hohen weißen Stirn wie eine Krone aus einenl schlanken Mädchenkopf. Ihre weißen seinen Finger verdeckten ihr beim Gebet Augen und Gesicht, und Schloimele sah nur ihre stolze, biegsame Figur, die sich gleich einer jungen Zyprefle überdie brennenden Kerzen neigte. Dann aber spreizten sich die weißen Finger des Mädchens und zwischen diesen durchsichtigen seinen Fingen: kamen zwei große schwarze Augen zum Vorschein und blickten Schloimele gleichzeitig mit tiefer Sehnsucht und mit keuscher Verschämtheit an. Schloimeles Herz schlug stark und Sehnsucht regte sich in ihm. Es schien ihm, als hätte er diese Augen stets in seinem Innern getragen. Er hatte sie während' der langen Winternächte gesehen, da er in der Jeschibah über seinem Talmudsoliaizten saß. Ein leises Beben erfaßte seinen Körper; er sah das Mädchen an, konnte jedoch ihren feuchten bangen Blick nicht ' ertragen und senkte seine Augen. Einen Augenblick später erhob er sie wieder. Mein jetzt waren die Augen des Mädchens gestickt, und er sah nur ihre leuchtenden Elsenbeinsinger und blieb versonnen stehen. Er hörte der scharfsinnigen Auslegung eines Zitats, die sein Schwiegervater zum/besten gab, nicht mehr zu. Er dachte auch nicht mehr an Maimonides, mit dessen Hilfe er zuerst die Festung, die sein Schwiegervater so kunstvoll aufgebaut, zu stürmen beabsichtigt hatte. Er dachte jetzt an ganz andere Dinge. Die Augen, die schwarzen, stützen Kirschaugen, die durch die feinen Finger beim Segnen der Kerzen hmdurchblickten, standen vor seinem Blick, und er erinnerte sich, sie schon oftmals früher, während seiner Studienzeit in der Jeschibah, gesehen zu haben, in den Stunden der Dämmerung, wenn es traulich wurde, und die Wände und die Bücher lange Schatten in den Raum der Jeschibah tvarfen. So blickte Rebelka Isaak an, als er ihr unterwegs / begegnete. So sah Rahel Jakob an, als. er sie mit den Schafen am Brunnen traf. Und so blickt auch die Schechinah zum Herrn der Weilt auf, tvenn sie alljährlich am neunten Ab sich zu den Ruinen des Tempels begibt und dort ihren Freund, den Herm der Welt, traurig sitzend sicht, ivährend zivei große Tränen von seinen Augen Herabrollen und über dein Wasser des Jordans sieden. Und so blickt auch die Königin Sabbat, wenn sie vom Hintmel in jüdische Gemächer niedersteigt, in denen die Mütter die Sabbatkcrzen segnen. Während der junge Manu so vor sich hinträumte, sah er plötzlich aus dem Nebenzimmer eine keusche Gestalt nahen. Er fühlte ihre Schritte, obwohl er sie eigentlich nicht sah. Erhielt ja den Blick zur Erde gesenkt, aber in fernem -Innern wurde es hell, schimmerte-es silbern. In der Zimmertür stand Dwoira. Er hätte ihr noch nicht ins Gesicht geschen, aber er fühlte den silbrigen Glanz, der ihren Augen entströmte. „Schloimele, deine Frau will dich sehend sagte die. Rabbinerfrau. Schloimele öffnete die Augen und sah Dwoira vor sich ] stehen. Sie waren allein im Zimmer. Dwoira tvar zuerst, die zu sprechen begann: „Schloime", sagte sie zu ihrem Manne, „als du nach der Jeschibah fuhrst, weinte ich heftig. Ich wollte nicht, daß du nach der Jeschibah fährst, denn ich war noch ein Kind und verstand nichts, und so hast du mein Weinen auch aufgefaßt und mir etwas versprochen. Nun will ich dich jetzt daran mahnen und fragen, ob du dein Versprechen gehalten hast?" Schloime erwidertz nichts, sondern ging zur Tmhe, öffnete sie und sagte: „Da hast du, was ich dir versprochen habe" ’ Die junge Frau blieb überrascht vor der Truhe stehen. Drinnen glänzte ein Paar Goldstiefelchen. Dtvoira holte sie hervor und besah sich die hohen, nach Warschauer Art gemacht«: Absätze und den seiden«: Kaftan, der mit einer silbernen Krone geziert war. (Fortsetzung folgt.)' Schlafzimmer v. S 470.—aufw. Speisezimmer v. S SSO.—aufw. MÖBEL Herrenzimmern S 350.—aufw. Küchen,komplett v.S 140.—aufw. Reell und billig Bequeme Zahlungserleichterung mm WEHIBERGER&HOFFMAHH 904 Wien, II. 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Preise in Schilling. I Hig. Ularssbai« MteiLPOTOKY, Iffiu, Yl/155, StJegfftg. iS I Der Vorstand des israelitischen Tempelvereines für die Bezirke Wieden und Margareten macht die tiefbetrübende Mitteilung vom Hinscheiden seines überaus verdienstvollen Kantors, des Herrn Philipp Bassel sei. Ang., welcher nach mehr als fünfzigjähriger ununterbrochener Wirksamkeit an unserem Tempel am 3. Februar 1926 sein gottergebenes Leben beschloss. Wir und mit uns die ganze Gemeinde verlieren in derp nunmehi Dahingeschiedenen nicht nur den pflichteifrigen aufopferungsvollen Schuliach zibur, der bis zum letzten Augenblick seinen gottesdienstlichen Beruf voll und ganz ausgefüllt hat, sondern auch den edlen, guten Mitmenschen, dessen Heimgang von allen, die Ihn kannten, tief betrauert wird. Das Leichenbegängnis findet morgen, Freitag, den 5. Februar um Va12 Uhr vormittags vom Zentralfriedhof (III. Tor) aus statt. Die Mitglieder werden gebeten, möglichst zahlreich dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Sealmantel erstklassige Kürschnerarbeit, herrliches Seidenfutler, 8 250. tzvkzmann, Mar.ahilserstrase Nr. 153. 631 ganger Mann luckt Mitrag, und Bbrndtisch >m Abonnement. Zuschrtslen unier -Sirena orthodox« .« die Adm. bleu« ö 91<U es. 8611 KAUFE «aroottitt«, Klavier oder Viani»«, nur erstklassige Marke. 9. «.. 7. Bezirk, vnrgaafse 110/11 Ä1e- Phon-Rr. 82.3.4». WO SpeztaMl >u Lorzimmer» und Nüche mSbetn. Aroß» Aittwahl' n» >)ole' Kodl >s und So - », 7, Btt,, Sredensterrig. IS. 4SI I Biiclier | Buchhandtung uno Antiquariat Hermann Tnckner. Wien, n Tadorftraße 52, Eingang Gr. Stadtgntaassr 7. Tel. 41.4-20, Grobes, bestassortiertes Lager an wissenschaftlicher u. Unterhaltungöl tteratnr. Ingen», schrlsten, Schulbüchern »sw. Sachkundige Bedienung und Besorgung jedes BnchrS Bll. ligste Preise. 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Bez., Brechergasse 9. — Druckerei- und Verlags-A.-G. Jg. Steinmann, 9. Bez., UnivevsttätSstraße Nr. 8. * 1706