Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2491 (29.1.1926)
- Date
- 1926-01-29
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981578--25388-3013027- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite W ~ ' ' «kn, ffreikg 99. IHmisr 1926 ~ 9K. AM Das Jnlandsarbeiterfchutzgesetz. ^-le Be ro or:', nz ecs vstewichischen FußballspvrleZ -iiucht weitere Fortschcitte. Ein neues Schlagwort ist aufgeflattert und hat fei den „Machern" sofort Eingang gefunden. Man .äßt j-.ch ja gerne oen Fußballsport als wirtschaftlichen Faktor austrompeten und wenüer bereitwillig Begriffe wie Jnbustriali ierung, Äüverkschaft usw. auf etwas an^ was immechn eher Spiel und Sport denn ein Geschäft sein sollte. Das neue Sch'ag- .vort heißt In »andsarbeilerschutzgesetz. Diese von der Regierung beschlossene angebliche Schutzmaßnahme für „bcdenständige" Arbeitnchmer be,chränkt die nach dem 1. Jänner 1923 r.nS Land Gekommenen in tet Möglichkeit, eine Stelle zu ändern oder überhaupt eine an zu treten. Daß diese Maßnahme überall im Auslande zu Retorsionen sichren wiw, durch die Oesterreicher mehr geschädigt werden, »eil 'ür jeden Fremden, der hier Arbeit sucht. mindestens zehn Oest'erricher dank unserer Sanierung im Auslande e'n Unterkommen iuchen, sei nur nebenbei bemerkt. Uno diese Schabwne wurde, wie viele andere, glatt auf das Fußballspiel angewendet, chne daß sich vie in Betracht kommenden Faktoren überhaupt bemüht haben, für diesen Sport rren-igstens jene Ausnahmen durchzusetzen, wie sie für gewisse Künstlerkategorien geschaffen wurden. Wir wollen das Fußballspiel beileibe nicht mit Artisten tum vergleichen, sind aber auch absolut aeaen eine Ouatifizierung als Erwerbszweig und würden nackchrück.icbst jeden jungen Mann davor warnen, das Eintagsdasein eines bezahlten Fußballers als ausschließliche Existenzen betrachten. Eben deshalb ist das Verlangen nach freier Dahl der besten Kräfte, was ja durch geeignete Karenzhestinrmungen geregelt werden kann, berechtigt. Man vergißt, daß der Fußballsport im heuigen Sinne seine Lebensfähigkeit nur dem Publikum verdankt, dessen Eintrittsgelder den Sport erha.ten. Unsere Zuschauer haben sich in der 'allereinsachsten Weise mit dem Gedanken des Professionalismus abgesunden, in dem Wunsche, Spitzenleistungen und höchstes Spie'niveau zu sehen. Dem Publlkum ist es gleichgültig. wie ein Spieler heißt, woher er kommt, er muß nur etwas können. Niemand wird in Abrede stellen, daß die „Auslände r", oie in den letzten Fahren in Wiener Mannschaften tätig waren, die Wiener Klasse verbessert und ihr Niveau gehoben haben. Das Schlagwort von der österreichischen Meisterschaft hat schon die von uns gleichfalls bekämpften Aus- .änderversügungen gebracht. Jetzt kommt dos Jnlandsarbeiterschutzcesetz dazu. Wir haben immer den Standpunkt vertreten daß auch im Fußballsport „Angebot" und „Nachfrage" den „Markt" regeln werden. Wenn genug heimische Spieler in entsprechender Klasse vorhanden sein werden, wird man nicht nach. Fremden greifen müssen. In der Nachkriegszeit haben nun fast alle Wiener Vereine in bezug aus Ausbildung oder Erziehung eines Nachwuchses verfügt. Ohne daß genügend entsprechende heimische Spieler zur Verfügung sichen, will man also die A u s f r i s ch u n g aus dem Auslände, das sicherlich sehr viel zum Weltrang Oesterreichs im Fußballsport beigettagen hat, unterbinden. Tie Fußballinochcr tun n'chk das Geringste, um für diesen Sport, lvo dem Pub.ikum, auf dessen Rücke,, ja schließlich alles ausgewogen wird, das Beste gerade gut genug ist. die Ausnahmsbestlmmungen zu erlangen. Was braucht man Leute von Klasse, wenn man Größen beispie'sireisc aus Stixncusiedl haben kann. Das Publikum wird oie hohen Eintrittspreise auch weiter Phlen. Tie H a n p t s a ch e ist nicht K l a s s e, sondern „B o d e n st ä n d i g k e i t". — Uebrigens, irarvm soll die Bcrdorfung Oesterreichs gerade beim Fußballsport .Halt machen? Auch in England können sich die „Macher" irren. Bor zwei Jahren wurde die Leitung von Liverpool auf den Stürmer K e l I y aufmerksam gemacht, für den man jetzt 7000 Pfuno Ablösegeld bezahlte. Zwei Leitungsmitglieder und ein alter Spieler des Bere n:s reisten an den damaligen Tätigkeitsort Kellys, nur seine Fäh gkeiten zu begutachten. Der alte Spieler beobachtete den Mann und cmp'cchl seirr Engagement. Seine beiden Begleiter aber bezeichneren Kelly als Patzer. Ter Stürmer kam dann Zu einem unteren Klub. Nach einem haben Jahr befürwortete oer alte Liverpool-Mann abermals Kellys Aufnahme. Die Bonzen waren aber wieder dagegen und bezeichnet?« de,, Spieler als talentlos. Diese Beurteilung Hot nun Kelly im Laufe der Zeit damit beantworte:, daß er sich zu einem der besten nne r f o l a r e i ch st e :i Stürmer Englands entwickelt hat. Jüdischer Sportverdand. Die Tisch-Cennis'Seklions'eiter sämtlicher jüdischen Vereine sind zu einer wichtigen Bcsprechuim für heute uni 7 l'hr abends im Klubhoim des Aoung Jeioiiy Sporting Club, Hotk. Müller. 1. Bez., Grafen 19, eingeladen. Die Leiter d^r Schwimmsektionen sämtlicher jüdi'chen Sportvereine für halb 8 Nhr. Ebenfalls Hotel Müller. Erscheinen Pflicht. Schaffer hat seinen Vertrag mit der Prager 2 v a r l a gelöst. Er soll 2 5.000 tschechische Kronen als Abte r t i g u n g erhalten haben. Wer Arbeitslohnentschädigttnq bekommt, darf n'chk an der Olympiade tcilnchm«'n. Der belgische Fußballverband hat in seiner vorgestrigen Sitzung beschlossen, daß alle jene Fußballer, die Beträge als Verdienstentgang erha'ten, aus der Liste der für die O.hmpiade *in Betracht kommenden Spieler gestrichen werden. Samitier verletzt. Ter auch hier durch das Spiel der spanische« Auswahlmannschaft bekannte Spieler des Sportklubs Barcelona wurde im Spiele gegen die Prager Sparta vor kurzem verletzt und wird längere Zeit pausieren müssen. Julius Klein, Zenterhalf des Sportk.ubs Hazcnr, ist, dem Sportklub I. S. V. 1925 beigetreten. Mische Sportler! Erscheinet Sonntag de« 7. Februar, vormittags, in Mafien zum Meeting her jüdischen Sportler im Klubheim der Hakoah, 1. Bez., Wipplingerstratze 24. Beginn 10 Uhr. Redner: Oberbaurat Stricker, Dr. Friedman»- Gemeinderat Dr. P l a s ch k e s. Der Jüdische Sportvrrband. Drakonisch« Straft» für RuhestSrrr in Spanien. In Spanien gel)t es bekanntlich bei FußbaNwettspielen schon meA als lebhaft zu. Nun hat sich der Gouverneur von San Sebastian bemüßlgt gesehen, drakonische Strafen an rrdrchen, um den turbulenten Vorgängen bei Wettspielen ein Ende zu bereiten. In Hinkunft soll bei Vorkommen von tätlichen Jnsulkierungen,• bei Füßballspie'en der veranstaltende Klub mit einer Geldstrafe bis 1000 Pesetas beiegt werden, der Schiedsrichter hot eineGeldstrase von 500 Pesetas und jeder Spieler eine solche von 250 Pesetas « zu zahlen. Für das Werfen von Steinen (!) wird diese'Geldstrafe in eine Gefängnisstrafe umgewandelt. Maulvnd Klauenseuche und Fußballsport. Wie man von einem Fußballeeaner schikaniert werden kann, erfuhren die Spieler eines kleinen Klubs im holländischen Provmzstüdtchen G i e t h o o r n. Ter Bürgermeister fand keinen Grund mchr, um de,, Fußballsport zu verbieten. Aber dcch schien ihn: eine Ursache noch gut genug, trm seine Schikanen fortsetzen zu können. Vor Monaten hatten auf dem Spielplatz des Keubs einige Kühe geweidet, die dann »veaen der Maul- und Klauenseuche abgetan werden mußten. Ter Magistrat begab sich unverzüglich aufs Spielfeld, ließ dm Kampf afbrechen. und schon am, nächsten Tage sianden Berbottaseln aus dem Terrain. Da den Spielern das Maß voll schien, holten sie die Tafeln herunter und befestigten sie an der Tür des Gemeindehauses. Sportplatz ln Submiele gesucht. Bon der jüdischen Sportvereinigung 1925. Zuschriften an Wilhelm Groß, Wien. 2. Bez., Groß' Schlffgosse 10—12, oder persönlich im KIuLheim, 2. Bez.. Henmnengasse 10, jeden Sonntag von 6 bis. 9 Uhr abends. Aus den Vereinen. I. A. C. Morgen um 8 Uhr Spielerversammlnng der Fuß» ballsektion. Herr Klarfeld möge bestimmt erscheinen.. Libanon. Heute um halb 9 Uhr Spielervevsammlurrg und Mannschaftsaufstellung für Sonntag. Samstag oberes Cbamischa-Assac-Feier mit Tanz. Beginn halb 9. Uhr. Gäste willkommen. Noung Jewish Sporting Club,-Heute um 8 Uhr abends wich ige Leitunassitzung. Samstag Klubabend (Tisch-Tennis und Schach). Sonntag Bieruhrtee. Dienstag kein Schwrmmtraüning. Nachmittags Bieruhrtee der Schwimmsektlon. > ü Theater von heute LtN-ttzoNf Einen Jux will er sich machen jUtadeNictheaurt Indigo Staatsoper: Der fliegende Holländer Uolkstptt: Der arme Jonathan veulrehes voNlSttzerter, Der Armendoktor Theater «a o«r nosvistad« Natalie v.| 7 V*8 V«8 y.§ V*8 Ral»M«d-Chcat<r Ein romantisches Abenteuer »/,8 Staameater» Der Mufikant Gottes lleaaitsa»ced8bUer Erzellenz Zlonka moderies ClKater: Sensation nese lüfeatr LAhse: Der Bräutigam aus der Wolke »/,8 Custspteltheater: Aschermittwoch '/,8 tBeater aa der Oliet: Der Orlow V,8 Carl-Cluatcr: Donna Gloria */98 mr.BQrflcrtheatert Journal der Liebe >/,8 3oh.-Straa*s-theat«r: Paganiui »/,8 llosaetzer operetteRtdranr: Das Spiel mn die Liebe v,8 Hpollo-rveater! „Apollo? Nur Apollo!" 8—»/.II ll-laackdüdae: Hulda Petz! in Venedig 8 Irisches Kflastlerkabarttt («..Praierstr. 60): Die rumänische Chasyne */,9 zilsiseve Bftliae <Hore> Ctevhanie. IL, Tabor» straße 12). Unser Tojra e 8 Lircas öageadetikr Täol. 8. So. u. Ftg.3 » 8 Uhr Kinoprogramme von heute: Rotenturm Kino (1. Bez., Fleifchmarkt 1): CharleyS Tante 4, '/,6, '/,8. 9 Centrai-Kino (2. Bez., Taborstraße 8): CharleyS Tante »/.6, »/.8, '/.9 Restaurant,WIENEA* 1V2 Wien 11. Obere üonaustr. 91 *^3 Vorzügliche Küche «so Palästina-Weine ABENDS MILCHIDE KÜCHE Das lustige Buch fürs jüdische Kind So» Siegfried Ahtlti illustriert von Willy 9rs«« erschien soeben in bester Ausstattung Mit luftiger «ehrinrtzlger Nlndanyllrde Vom selben Antor re«, Reise. <a» bekannte preisgekrönte Märchenbuch Durch nte Buchhandlung zu dezieben Verlag Fftlftd B. SlSQ^Cil Sortiment Dicete«, Karl.trabe W nacs IJCärntnepstr 11-15 Beginn: Montag, den 1. Februar 1926. HltMIIMillfflltlHnNNIItHtttttlilllimilUlliaiHiiMItnHIItöliMiWMNItltMMMMIIBBtilMlilMIIMMMIMMi Vorverkauf: Samstag, den 30. Jänner 1926. r—fimnmmiinr TTTTimiiiniiiiiiniiiiiiiiiiiiTiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiniiiiiwiiiwiwiiiin«MiiiwniiiiBBiii«iii Die „Weisse Woche** ist eine jedes Jahr einmal stattfindende Veranstaltung mit ganz besonders günstiger Kaufgelegenheit. Wir bringen Wäsche für Damen. Herren und Kinder, Stoffe für Leib- und Bettwäsche, fertige Bettwäsche,-Spitzen. Taschentücher, handgeaibeitete Decken. Hauswäsche. Badewäsche und viele andere Artikel in unseren bekannt guten Qualitäten zu enorm billigen Preisen zum Verkauf. Bitte, kommen Sie zu uns, denn Sie selbst werden für uns die beste Propaganda, machen, wenn Sie die Preise und Qualitäten unserer ausgestellten Artikel besichtigt haben. Leipziger Frühjahrsmesse 1926 Größter mternatlonaler Weltmarkt ✓ Beste Einla fsquelle Allgeme.ne Mustermesse und Baumefle vom 2*. Februar bis 6. März Technische Mrffe vom 28. Februar bis 10. März / Die Termine der Sondermesien sind in unserem Bureau zu erfrageu / AuSlüufte: Ebreuawtl. Gen.-Vertr. Krirtzrich Kutter ck Gy , Wie». 4. Bez-rk, Argentini rst aße 29 vom 1. dt» 28. Februar DsnoetH a« «rr Wien «« MSber&&'3!i «•Im W«alMI»ii«r XV. «KaiUrijUfftilt. i»ifWon «i.80^09 m&m tzchl«k,imm«. ttch» ebnrkiwM, 9 Mflrn, r> «eNk», t ««Air;, I Ti'ch, 4 2 «tnf«»k f<ml Äkatichb»» S <9ronr UntiMll in Gp»ik- U«me«n. nüche», Diwane». Ottoman ». <Stnf''»ri>, Ma M* j*n A«y ttm»lR ah|>a<M» Bei «nufuna au> bM BUM P»«ze»lsatz. 4 RADIO Bestandteile, Apparate, Kopfhörer sehr billig bei FtUKHNER IMrtwjrägM Saamanket « stNalstif «üi schaff «beit, brrrlldK« Setffnfuiter, 8 2SV. öoIV’ onn, Mar ayiiserstla « Nr. MB. *81 DieLefatengitShfgkeii meines beMeht darin, dass ich_ MrU^c War« zn den blllizsten RaaMaralsaa verkaufe SW erhalten gegen MtwMMt» rtitsaMmif. Herren-, Damen- und Kinde< KLEIDE 1$ Herren-, Damen- und 8«> W K $CHE Heiren-, Damen- und Kindf»- SCH U H E Leipziger Pe zwaren Uhren, Juwelen Speziatabteilung tdi Kom- £letteWoha»u«gn«lm ch- . i bachkundtge Bedienung in <edei Abteilung, kein Zwiachenhandel, Beslcn* tignng überzeugt Oonotii, XV. MarUdiilferstrasse 137 Robtrt-Hamerling- Qasse 4 w> tsCbpnon oar-o-sa OLLÄ uno 9318 Vackiürirn s Hrrrrn- Tamrn° K nt*nr dmeiber mir auch kür hon> fern-negeschä e und Mu vtisalanL Lues ng Ur,e..g F i.P» eis Irste gratis und franko!„« löff er Xiv/;t3 Srchöhauserstrahr 39 gm >tge,.en Häuft) T L 80.8- 4 ■■■■■■■■■■■■■■! m RIND-uno I § KALBFLEISCH i ■; zu den > biUigv)et) Tagespreisen > streng "V2 z S.SCHÄBES S tdeivchuauct S XX. jaeerstrafie 20 B . feieolton 4t*t-M g JII..;K^URtmbaumg 6ji folgen uns alte und neue Vertreter» die «e gut ehuuscnStzen wissen, daO pet uas gleich in der ersten Baulosziehung 91-Jahre 1926 der Milliardetihaupt' icffer gtwqnaen wurde. Neue Vertretungen werden nur veri.St chen Interessenten persön ich odyr scprikt irh (Dok mente)' überlassen. - > BankhausAlbcrt Bauer Wien, IV., FavoritensjtraÜe 4 Losratcnabteiiung, Tel -Adr.: .0 Bcksbauer* OegrQndet 1872 31« Setvier-Handschuhe S; 1.20 für Mädchen und Männer Iak«b Gel l eS, I., R»tgaffe-1 tAulechof) HerguSgeher n Eigentümer: Jüd ZeltungS-n. Berlagsgej m b H.. Wien. S Bez.. Taborstrotze 1—3 Berantworll Redakteur: Jakob »raus-, Wien. 19 Bez.. Btechergaste 9 — Druckerei, und Verlaas-A .G Ja «stetnmat«, 9.Vez.."Uuch«riität-str»tzeAT.8. j > ' j ■* I 7