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Wiener Morgenzeitung · 1926-01-19 · Heft 2481 (19.1.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2481 (19.1.1926)
Date
1926-01-19
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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»«*(*;: WM. Timsrag Sportnachrichten. Die fttife im SfterreichNchr» Futzballsport. vor der Sprengung de- Wiener FutzballverbandeS? Politik im Sport kann auf die Dauer nicht Mt tun. So ist jetzt auch der -Vas im Fußballvrrband an einem toten Punkt rngÄangt. Es scheint nur mehr eine Frage von sehr kurzer Zeit Zl feint, daß es zu einem offiziellen Bruch -zwischen den Bas-Ber-- «inen und der sogenannten bürgerlichen Gruppe Lammen ‘uhrv, :or Lei ^bürgerlich" in diesem Falle unpolitisch heißt. Der Vas hatte im Verbände eine v o r g es ch r i e b e n e M a r s ct'- eoute. Sie ist ihm von der sozialdemokratischen Partei diktiert lvorden und hatte den Zweck, die sogenannten Mvbeiter-Fußballvereine zu organisieren, um bei entspreckender Keleyenheilt einen Arbütervorbaud zu schaffen. Das für dieses Jahr projektierte Arbeiter-Turn- und -Sportfest Hai die'-?. Frage noch aktueller gestaltet. Nach den Bestimmungen der Luzerner -Dp'ortinternmio- :wle können Arbeitervereine, die einem bürgerlichen Verband angehören wer auch m:r mit bürgerlichen Vereinen Wetrkäuipse auskragen, an einer solchen Veranstaltung nicht tcilnchmen. Somit scheint hier auch ein willkommener A n l a ß z u m Rückzug ans dem Fußballverband vorzuliegen. Die neulich aufgesicrtterten Kassageba r u n gsa n ge! ege nhe i t en einzelner Vas- Funktionäre, so lästig sie auch den gut „Kontrolle der Geschäftsführung im bürgerlichen Verbände" entsendeten Vas-Leuten sein mögen, sind viel zu unbedeutend und in keiner Weise mitbestimmend. Vielmehr ist zu sagen, daß es der sozialdemokratischen Partei schon die längste Zeit nicht mehr in das Programm paßt, baß lausende junger Arbeiter sich dem Fußballs Port widmen. Dieser Sportzweig m seiner ganz besonderen individuellen Eigenart erzeugt oben nur „Sportler" und ist geradezu darnach geartet, soziale Gegensätze zu ü b e r b r ü ck e n, und das - paßt natürlich den Sozialdemckraten nicht, die mit Recht in den 1 Turnerorganisationen ein besseres Material ihrer Zwecke und eine zu Parteigchorsam gedrillte Masse erblicken. Der Umstand, daß sich die hervorragenden Vertrauensmänner der Sozialdemokraten, früher Nationalrat V oll e r t und jetzt, wie es heißt, Pezirksvorstchrr Pan tu e zek, dom Sport zurückzichen, bestätigt di'ew Ansicht. . Es >ist noch kein Jahr her, daß der Bas für dm Austritt aus dem gemeinsamen Verbände die Propaganda entfaltete. Die Aktion ist damals gescheitert, denn die eigenen Vas-Mitglieder wollten davon nichts wissen. (Damals hat sich eben Nationalrat Vülkert dom Präsidium des Fußballbundes .zurückgezogen.) Die anderen blichen und verzichteten nicht auf so manche schöne Auslandsreise'Ujw. und arbeiteten kräftig daran, P.rot ekt ionsverein e n Subventionen angedeihen zu lassen. Als Einnahmsqurllr kamen iwmer nur die erstklassigen Wiener SNorOei»zeU««a 19. 3teet ISA fe. r«k N ichta m a teurverc i n e und die durch sie bestrittenen Aus« wachspiele in Betracht. Der Bas, der im österreichischen Fußballbund und mr Wiener Verband dis Majorität besaß, verwaltete das ihm ander-traute Vermögen vor allem n a ch P a r t a i!- prinzip. Wir haben oft daraus .hmgewissen, daß beispielsweise die ilemen jüdischen Vereine trotz der nicht mierhevlicheii Leistungen der Hakoah für den Verband nie die-geringftc Unterstütz u n g crhü.'ten. Der Vas a'.s Exponent oe» Arbeitersports hat aber auch seine ideellen Verpflichtungen oeruachlässig: .md der: Amateurspor t, rtaN ihn yt ^ordern, geradezu ge r t r üm nl-e rt. Im vergangenen Jahre Haber: sich n: e h r a l s ü 0 A m a t e u rve re i u e a u fgelösl. Der Bas hat untätig zugeschaut. Seine LoÄösmrg aus dem gerne: nfamen Verband wird natürlich auch seine Brmnachtstrllung im Fußballsport aufhcben. Dib Nichtamateur, v e r e i u a stehen g e r ü st e t da und würden auch vor der Gründung eines neuen, selbständigen Verbandes nicht zurückschrecken. Zumiinroest werden sic als finanzielle Träger des Gebäudes — cs rst nun -einmal so — eine starke Autonomie fordern, aber sie werden auch mit Ausschaltung jeder Politik trachten, auch den 'Amateursport >zu unterstützen, sagen wir aus eigenem Interesse, um sich einen Nachwuchs hevanzuzichen. Es klingt brutal, aber die Entwicklung des Fußballsports hat eben diese Wendung gruominen, daher kann die Forcierung des Fußball cs, wie schon angcdrutet, nicht cbr i n d e r L-r u -i c d e r 2 o;i a l d c m o-- ' r 31 i e liegen. Die Mitglieder der Bas-Bevrüie leiben stark uuwc ver Arbeitslosigkeit, sie sind auf finanzielle Hilfe angewiesen. Was nun die Gefolgschaft des Vas /betrifft, erklärte in einer Unterredung der Präsident des Wiener Verbandes, Herr Tomaskile-' wicz, selbst, das; der Vas bei seinem Austritt höchstens aus GO Vereine rechnet. Dem Wiener Verband gehören aber ungefähr 300 Vereine an, darunter sind 323 Bas-Mitglicder. Auch die 60 Vereine webden nur gezwungen mitgchen. Der Vas verfügt über eigene Plätze, und das ist dt: ausreichrrwes Mittel, um hilflose Vereine in sein Lager zu bringen. Der Klassenunterschied im sozialen Sinne wird in dem Falle, daun vom Vas offiziell fcstgelegt werden. Nach einem Austritt aus dem Verbände wäre es jedem Vas-Verem untersagt, gegen einen dieser Gruppe nicht angchörigen Verein zu spielen, noch auch ihm eiven Platz zu vermieten. Auch für die jüdischen Amateurvereinc ergib! sich dann eine neue Situation. Im Zeichen' der Förderung durch die Hakoah müßten die Vereine sich noch fester an den Jüdischen Sportvcrband anschließen, der nach - dem Austritte - des Bas in einer neuen Organisation' seiin ihm gebührendes Mandat be« kommen müßte. ' Die.gwtze' Operation, die jetzt im Fußballsport öevorstcht, kann für'alle Beteiligten nur heilsam feiin. Wenn bfe Politik im Sport ansgrschaliet wird, kann es rurr besser werden. Emanuel Fiscus. Gründung einer Lektion Brinittenn» de« Hakoah. Wir cchalteu folgend Zuschrift: An di« .Hakoah-Anhangn der 20 ^Bezirkes! Donnerstag den 21. d. um 8 Uhr abenbS findet km Cafe „Jägechof", 20. Bez., .Jägerstraße 1 Me Gaußplatz) die Grüitdungsversannnlung der Seiktion 20 statt. An alle Interessenten ergeht die Aufforderung, zuversichtlich zu erscheinen. Das Proponen.tcnkomitoc. _ Ostritzek wieder bei Hertha? Gestern abends verlautete, daß Ostriczek von der B'enna src:g:geben worden sei und> obwchl ihm die Döblinger mehr bieten wollen, wieder bei seinem Stammverein Hertha spielen wird. Soren. Boxer und Länger. In En^and schlug der holländische SclpverMivichiler L i -c t h Billy Prcitage m der ^veilen Runde knockout und sang dann vom Rilnq ans einige Arien aus ,^-ajazzo". ' "_• Hocketz. Di« Wnrnpnmeisterschnft im Gishockey. Roch kein endgültiger Sieger. Aus D a v o s, 18 Jänner, - wird berichtet': Tschechoslo« wakei schlägt Oesterreich 3:1 (0.0). Verdienter Sieg der gut spielenden Tschechen. Oesterreichs Tresfer erzielte. Lederer. Im zweiten Spiel des Tages besiegten die Schweizer die ermüdeten Tschechen .3:1 fpM. -Heute spielt Oesterreich g gen Schweiz. "__ Internationale Hockehtermiue. Im Hockehspvrt steyen für die nächste Zeit eine ganze Anzahl wichtiger Ländertreifen bevor, wie naMtehende Terminliste zeigt: An einem noch festzus.'tzenden Tage, wahrscheinlich noch im Jänner: Frcnkreich—Lpanirn in Madrid; 23. Jänner: Holland—Belgien in Antwerpen; 13. Februar: Males—Schottland in Ruch:«; 20. Februar: Irland gegen Wales in Dublin; 27. Februar: Frankreich—Belgien, in Paris; 13. 'März: England—Wales irr Ab.'rgavenny; 20. März: Schottintth ff«nr,ir.S n7 'TTJrtrj —^Vrfnrth in Rst« Deutschland' in Berlin. _ Aus den Vereinen. H agibo r. Morgen Mittlvoch im Cafe Walloch, Favoriten'' straße 126, Klubabend 'mit Tanz. ' ' ' H e ch a w e r. Donners.ag - den 21. O. finden die Zusamrnen« künste'und Versammlungen im Souierra'.nlokal des'Cafe „Venedig/ 2. Be;.,..2lllwerstraße.1, statt. ... . - d. finden Täg- -'-umrn Zweckphotographischer A-sinahmc werden sämtliche' Mitali.drr der Ping- Pong-Tektion ersucht Lvnntäg den 21. um 8 Uhr-abenls in unserem Klubheinl'zu erscheinen.' ' ' - ' - ' Theater von heute § Burstheatet Ma ar Barbara Tlltadtttictbtatcr: Die Welt in der man sich langweilt Ztaatroper : Lucia von Lauimermoor KedöMtCHSaal X Balleitkl-mödien üolfttoper: Tie roten, Augen vraircüer Uolksibeaicri Reiner Tisch! Türanr »» k«r lloremsüt Satuntalo BaimHRfl'CHeattr Komödie der Woitr -Äackttveatefr Trr Musikant Gottes kle>strri>»c?düdne, Erzellenr Jlonka msckenirsXlieater: Das „Enf?nt terrible1 steae Wiener Bttiine: Revue ..Rätsel und Wunder" CtUttpleltheater: Die legitime Freundin . Cfteater an der Ullen: Ter Orlow Lnri Ldeam: Tor na Gloria Ulr. SÜrgettderNkr -Gräfin Mariza M.-rtraur5.Tdesker: Paaamni llol reck diliine: Hulda Peß! in Venedig Roftacber-Opercutnlbaater: Das Spiel %m die Lübe Jlpollo-tbealer: „Apollo s Rur Apollo!" IStUrcder Hfinstletkftbairett, n.,Sßiateaftr. 60); . Die . rumänische Chashne IndUCbe Büdne tHmel Sievbanie. U. Taborstrotze 12» Welche is mein.Frau? 5<L-1atLÜnrner v. 3 470.— auiw. Speisezimmer v. S650,— auiw. 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