Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2411 (8.11.1925)
- Date
- 1925-11-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Die. bereits, gemeldete Ernennung des Senators de Aöüvenel znm Oöerkommissär von Syrien ist bereits amtlich Verlautbart worden., Die englischen Blätter melden, daß die neuesten Nachrichten , aus D a in a s k u s Grund zu, B e s o r g n i s s e n geben; die französischen Truppen in der Umgebung von Damaskus stehen in schweren Kämpfen mit vordringenden Drusen.. Die -Aufständischen haben ,D eraa angegriffen und er0 b e r t; sie belagern Homes. Ihr Führer S ch ela sch hat sich selbst zum Milftärgouverneur, P a ssib ei B a k r i. zum- Zivrlgouverneur der proviisorischen Regierung ernannt. : ' ’. In Beirut wurden 2000. Mann T tu pp enverst ä r k u n g e n ans- Land gesetzt, über WO' sollen Nachfolgen. Es würden dann 32.000 Mann zur Pazifizierung des Landes zur Verfügung stehen. Erweiterung der syrischen Autonomie? Paris, 7. November. .(Hahas.) Am heutigen Ministerrat legte Außenminister'Briand'dhe Grundzüge der Organisation des Mandats über Sh r i e n dar, dessen Grundlage die w c*i t cstg eh ende An ton 0 mie der' Bevölkerung fein wird, sobald die Ruhe in. Syrien wieder hergestellt ist ' Wer gewinnt das Meiiterschaflsiviel Hakaah—Ravid? Der Coupon unseres Preisausschreibens für den'18. November befindet sich im SPortt e i l unserer h e u t i g e n Nummer (S. 13j. Me Untersuchunssprotokolle im Sicher. Prozeß. Rr weiteren Aussagen des sshefs der Lemberg« Polizei. - Me Men Wer Slschnnsti treffen Montag in Lemberg ein. (Bon unserem H.-Korrespondenten.) . Leinverg, 7. November. Der Gerichtshof hat beschlossen, für die weitere Zeugeneinvernahme des Chefs der Lemberger politischen Polizei Johann S a w i c k i die Oeffentlichkeit nicht auszuschließcn; dieser Beschluß wurde vom Vorsitzenden, Oberlandesgerichtsrat Franke, zu Beginn der heutigen Verhandlung verkündet mtb das Zeugenverhör des Polizeiinspektors Sawicki fortgesetzt. Wieder hielten die Aussagen Sawickis den ganzen Gerichtssaal in atemloser Spannung. Der Zeuge erklärte auf eingehende Fragen des Vorsitzenden und einiger Geschwornen mit Bestimmtheit, daß bei dem knapp nach dem Attentat mit ihr vorgenommenen Verhör in Steiger . die Balleteuse Pasternak den Attentäter nicht mit Be- . .stimmtheit erkannt hat; - erst - nach dem Verhör durch Polizeiinspektor Lukomski habe sie später Steiger.mit Bestimmtheit als Attentäter bezeichnet. - . Der Lkrainer Theophil Olschanski, der in Beuthen--gestanden hat, das' Lemberger Attentat verübt zu haben,' dessen Stanislaufl Steiger bes^'Vdigt . - - wird. - v; Lieber die Protokolle, welche' während der Untersuchung mit.ihm ausgenommen wurden, erklärte Sawicki, daß die Protokolle dreimal vernichtet wurden, weil er, Sawicki, nicht unters ch r eiben wollte,, was Untersuchungsrichter R u d k a und der Schriftführer Piötrowski protokolliert hatten; Sawicki erklärte nochmals unter E i d, daß Untersuchungsrichter Rudka die Protokolle, welche er mit ihm ausgenommen hatte gefälscht habe; Sawicki fügte hinzu, er übernehme keine Verantwortung für das, was in - den Protokollen als seine Aussage angeführt sei, sondern nur für das, was er gestern und heute aus- - gesagt habe. i Die Verteidiger Dr. G r e k und Dr. L a n d a n stellten dem Zeugen eine Reihe von Fragen über den Gang, der polizeilichen Untersuchung; die Antworten Sawickis besagten, daß er von Anfang an überzeugt war, die Untersuchung sei vom ersten Augenblick an auf einem falschen Standpunkt gestanden; er, Sawicki, habe mit Inspektor Lukomski bezüglich der Resultate seiner politischen Hervorhebungen nicht übereingestimmt, und davon noch, bevor die Verhandlung vor dem Standgericht stattfand, dem L e mbergerWojwoden Mitteilung gemacht. Der Lemberger Wojwode und Polizeidirektor Rheinländer verfügten jedoch, daß Inspektor Lnkomski die ganze Angelegenheit, die p 0 l i t i s ch e r Natur war, weiterführc, obwohl er Chef der Kriminalpolizei war. Die gleichen Mitteilungen wie an den Lemberger Wojwoden habe Zeuge ,auch in seinem Rapport an daS Innenministeriumgemacht. . Sodann wurden zwei Kollegen' Steigers, Simon Acht und Alfred.Kahane, als Zeugen einvernommen; sie Hatten über die Person Steigers und sein Verhältnis zur Politik öuszusagen. Beide schilderten Steiger als einen jungen Mann bön ruhigem Wesen, der ziemlich zurückgezogen lebt/Um Politik habe er sich nie bekümmert. Die Frage des Vorsitzenden, ob Steiger sich für den Kommunismus interessiert oder, Beziehungen zu Kommunisten gehabt hätte, verneinten die Zeugen. Der eine! von ihnen charakterisierte Steiger in Bezug auf seine äußeren Interessen: ' : . „Er war stets nur Zionist!" Als letzter Zeuge am. heutigen Verhandlungstag wurde der 16jährige Student Ostrowski vernommen, der auf der Plattform eines Tramwaywagens stand, als der Wagen des Staatspräsidenten an der Legionengasse und Kopemikusgasse vorüberfuhr und das Attentat erfolgte. Dieser Zeuge gab an, daß er die Bombe in der Luft fliegen sah; den Attentäter s a h e r jedoch nicht. Ans die Frage, ob er den Eindruck. hatte, daß die Bombe von einem höher gelegenen Punkte aus, etwa in Stockwerks- oder Zweistockw e r.k s h ö h e, . geschleudert wurde,; erklärte der Zeuge, nach seiner Wahrnehmung sei dies' a u s g e s ch l 0 s s e n. Der Vorsitzende gab sodann bekannt, daß für M 0 ntag die Ankunft der Akten über den Ukrainer Olschanski aus Berlin erwartet werde und das Gericht sofort mit dem Studium dieser Men beginnen wolle; die nächste Verhandlung werde daher erst Di e n s t a g stattfinden. Diese Mitteilung des Vorsitzenden hat großes Aufsehen erregt, da in den letzten Tagen offiziös gemeldet worden war, die Akten über "den Ukrainer Olschanski, die laut offizieller Mitteilung der deutschen Regierung vom deutschen Anßenamt dem Warschauer Außenamt direkt zugesendet wurden, seien unterwegs in Verlust geraten. Die Enunziation des Vorsitzenden, Oberlandesgerichtsrat Franke, in der heutigen Verhandlung läßt jedoch den Schluß zu, daß die Akten über Olschanski ihren Bestimmungsort erreicht haben. Da in Berlin festgestellt wurde, daß Photograp h i e n des Theofil Olschanski existieren, hat der bekannte Berliner Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee im Aufträge der Verteidigung Steigers eine Photographie Olschanskis sichergestellt; sie befindet sich bereits im Besitz der Verteidigung. (Wir bringen oben eine Reproduktion dieser Photographie. — Die Red.) ' Diese Photographie des Olschanski kann von großer Bedeutung werden, da nach Mitteilungen von Personen, welche Olschanski und andere Ukrainer aus dem Kreise Sonniger. ..Hcphstaufenthalt reinste Küche / Sonniger HerDstaufenthalt reinste Küche (Jeneraldlretdlcm: Hans Hübner