Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2345 (1.9.1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Wien, Dienstag Wiener Morgenzeitung 1. September 1925 Nr. 2345? ganze Breitseite des Platzes (von Schwas bis Neufeld) schaffen blitzartig gute Situationen und Chancen. Man sah denn auch Sonntag von den Hakoahnern eine Reihe von Emzelleisrungen und Kombinationsdetails, die von der Mannschaft das Beste erwarten lasten. Auch Wacker zeigte sich in guter Verfasiung Die Mcidlinaer stellten eine schneidige, flinke Mannschaft, die wahrend großer Spielabschnitte der Hakoah einen ebenbürtigen Gegner abgeben konnte. Der Angriff verfügt über einige hervorragende Spieler. Vor allem zeigte die linke Serie Buresch- S iklosy großes Können. Hast! war vorgestern kein Dirigent. Die rechte Seite entsprach. Dre Halvesreihe rackerte sich redlich, ohne die ausschlaggebende Höhe der Hakoah-Läufer zu erreichen. Die Verteidiger arbeiteten brav und im Tore der Meidlinger stand eine allererste Kraft. Maresch hatte nur das Mißgeschick, daß ihm, während er fast unhaltbare Schüsse in ganz unglaublicher Manier meisterte, verhältnismäßig leichte Bälle ins Tor glitten. Hakoahs Spieler zeigten eine bereits sehr vorgeschrittene Form. Ausdauer, Schnelligkeit und die &U' sammenarbeit mit der Hintermannschaft waren bemerkenswert. Neufeld brach den Bann durch das von ihm erzielte erste Tor. Ein von ihm völlig übernommener, in dre Ecke dirigierter und von Maresch im Fluge abgewchrter Ball, bildete einer der schönsten Episoden des Kampfes. Häusler zeigte einige Kabinettstücke seines Könnens, Energie und großen Arbeitseifer. Heß ist in der Führung des Angriffes noch zu zaghaft und unsicher. Seine beiden Treffer entsprangen wertvoller Initiative. Eisenhoff er hat sich bedeutend verbessert. Er schoß viel und gut, nur etwas zu hastig und darum oft zu hoch. Schwarz, dessen Anteil am Erfolge be< deutend ist, spielte zeitweise vorbildlich. Sein Kopfspiel ist ein Genuß und seine Schüsse gefährdeten stets das gegnerische Tor. Eine unheimliche Bombe, die er abfeuerte, wurde dre Beute von Maresch. Der Angelpunkt der Mannschaft war G u t t m a n n. Er war überall und zeigte sich wieder als der große Zenterhalf. $n der ersten Hälfte war feine Aufgabe schwerer, weil Fried und Pollak erst nach der Panse zu ihrer Form aufliefen. Namentlich Pollak bot dann aber auch eine seltene Leistung. Hinten arbeiteten Scheuer und W e g n e r 1. Der „alte" Scheuer ist noch immer taktisch sehr gut. Er mußte der neuen off-side-Regel zufolge weit mehr laufen, zoa sich aber sehr gut aus der Affäre. Wegner 1 überraschte wieder einmal sehr angenehm. Er ist ein kerniger Verteidiger, aus dem noch viel zu holen ist, während der vorher in der Reserve tätige Wegner 2 wenigstens am Sonntag alles schuldig blieb. Und wenn die Situation kritisch wurde, dann gab es noch immer die letzte Instanz, die Unglück verhütete: Fabian, dessen sonntägige Leistung sich würdig seinen bisherigen Großtaten anreiht. Er klärte zahllose Situationen und hielt viele schwere Bälle der teilweise auch vom Pech verfolgten Wacker-Stürmer. Bon Reis ch u r h s vorbildlicher Wettspielleitung strömte eine beruhigende Sicherheit aus. Alles in allem: es war ern schönes Match, Kampf und Spiel zugleich, das dem Fußballsport sicherlich neue Freunde brachte. Annahme der Auslanderbesteuerung. Die Besteuerung der ausländischen Spieler wurde gestern im Vorstand des Fußballverbandes beschlossen. Im Spielausschuß der ersten Klasse hatte sich neulich die Mehrzahl der Vereine dagegen ausgewrochen. Die Beschränkung der Ausländer auf drer in einem Spiele tätige Personen bleibt aufrecht. Dies gilt für die neu Eintretenden; die bisher in einem Vereine Mnwirkenden sind nach wie vor spielberechtigt. Die Steuer beträgt in der ersten Klasse für einen ausländischen Spieler 60 Schilling, bei sechs Spielern sind 300 Schilling zu entrichten. Hakeah«8poplplatt Krieau -neben der Meie« ei Ktiean ——- Strassenbahnlmion A, Ak, 11. 5. C bi« rum Sportplatz Sonntag den 6. September I92S */,4 Uhr nachmittags Meisterschaft Vienna-Hakoah Vorher die Reserven VorverkMtMtMl>ea: Haknab, 11., SeniffamtegaRse 16: TheaterKartenbUro LiUgeek I., Lng.ek 7: Indien, II., F anzensb üeke •etraeae a*j L«a , tX.. Kol in fasse 13; GrOnfeid. VI., Wall, mb« 2i; Baitaxe, V(., Maria hilferstraeae 126; Warenhaus Klea, Vii.. Mariahil erat,esse 86; Vienna, Hotel Ui on. IX., Nnaadorierstra» e 23. 642 (Diener Amateur-Sportverein, St. Veit XIII., Auhofstrasse Nr. 73 Verbindungsbahn: Station St. Veit ad. W. OUrtellinte: Unter S-. Veit. Vorortelinie: Station Baumgarten Straasenbahn: 7,58.157 59,60/1 52 Dienstag (F.iertag), 8. September */,3 Uhr. M.T.K.-Amateure (Budapest) Vaö Uhr: Slavia—Hakoah (Prag) 11093 Kartenvorverkauf Wi ner Amateur-Sportverein I, Lilienpasse 1 (71-1-56): Kartenbureau Lugeck 7; Stadion, II., Franzen brückenstrasse 24; Hakoah, I!., Schif »mt«gasse 15; Pohl, VI. Manahi'ferftrasse 5; Baitaxe, VI , Mariahilfer Strasse 128; OrQnfeld, VI., Wailgasse 21; Lazar, iX, Kohngasse 13 Hakoah—Vienna. Zu diesem am Sonntag den 6. d. auf dem Hakoah-Platz in der Krieau stat'.findenden Meisterschaftsspiel gibt das Ha-kvah-Sekretariat folgenden Orientiermitzs-- plan zum Eintritt in den Platz aus: Eingang für Freikarten (Sitzplätze) Tor Gruippe 4, Stehplätze Tor. reservierter Raum, Tvibüinenseite beim Klubhaus. Sämtliche Journalisten: Tor, Gruppe 4 (gültig nur grüne Körpersportshndikal-Äegitimationen). Für Sekretäre, Spieler, Trainer, Masseure und sonstige Beschäftigte Tor Gruppe 4 (Spieler Legitimationen mitbringen). Karten ohne Kontrollcoupon sind ungültig. Ein Verlassen des Sportplatzes mit bereits markierter Karte macht das Wiederbetreten unmöglich, außer nach Lösung eines neuen Eintrittsnachweiises. KörperschaftSsteuer? Rapid und einige andere Vereine haben die Vorfchreibnng einer Körperschast 6 steuer erhalten. Der Verband wird eine Deputation an die^ zuständigen staatlichen Stellen entsenden, die gegen die Steuer Einspruch erheben wird, weil die Vereine keine Erwerbsgenossenschaften sind. 81« «euer kkfolg der Haloah-Schwlmmer. Fritz! Löwhs Rekord. — Guths Sieg über 1500 Meter. — Von acht bisher ausgetragenen Meisterschaften gewann Hakoah sieben. Sonntag war wieder ein großer Tag der jüdischen Schwimmer. Es gelang Alfred Guth und Fritzi L ö w y zwei neue Meisterschastssiege zu erzwingen. Wenn man berücksichtigt, wie schwierig die Strecken waren und das Alter der neueir Meister beachtet, mutz man ihre Erfolge überaus hoch werten. Es gereicht der Hakoah zur besonderen Ehre und es beweist die glänzende Erziehungsarbeit ihrer Schwimmsektion, daß sie khre Siege durch die Jugend erzielt. Erstaunlich ist die Leistung der noch nicht l^ähriaen Fritzi Löwy, der es gelang, ihren Meistertitel mit einer neuen Rekordzeit zu erringen und Seltenhammer (Danubia), die zweite der Strommeisterschaft, sowie Breitegger (W. A. E.), welche übrigens glänzend schwamm, zu schlagen. Fritzi Löwy übernahm gleich nach dem Start die Führung und schwamm die ganze Strecke im flüssigen Crawl durch. Die erzielten Zeiten über 100, 200 und 300 Meter waren: 1:30, 3:20,8 und 5:20. Die n e u e R e k o r d z e i t beträgt 7:10 und ist um 2 Sekunden besser als die frühere. fuut 16 0 0 - Meter - Frcistilschwimmeu traten (Donau), Pick und Seitz (1. W. A. S. K) sowie die vier Hakoahner G u t h, Nä ssau, Weigler und Liechtenstein an. Das ganze Nennen mittete wie eine Wiederholung der Strommeisterschaft mit schwächerer Besetzung an. Guth gelang es abermals, Weiß (Donau) zu schlagen, und zwar mit cinenl selchen Vorsprung, daß wohl kein Zweifel mehr fein kann, wer von beiden der bessere ist. Es erhöht nur noch das Verdienst des nun zweifachen sechzehnjährigen Meisters, wenn man feststellt, daß Weiß sehr gut und in einem schöne, gleichmäßigem Stile schwamm. Guth zeigte wieder seine gewohnte ruhige Arbeit und hätte er sich nicht ununterbrochen verschwommen, so hätte er sicher um eine mindestens 30 Sekunden bessere Zeit he'rausgefchlagen. Nachdem anfänglich Seitz geführt hatte, Liechtenstein war schon nach kurzer Zeit auSgeschieoen, gab er nach 50 Meter auf, und von dieser Zeit ab führte Guth, dicht gefolgt von Weiß, dem in weiteren Abständen Nassau, Weigler und Pick folgten. Obwohl Guth immer ungefähr fünf Meter vor Weiß lag, erschien sein Sieg noch nicht sicher. Man rechnete noch mü der kolossalen Kraft des Donaumannes, dessen Endspurt fast ansgereicht hätte, um den Sieg des Hakoahners zu gefährden In der letzten geraden jedoch gab Guth sein Letztes her und erreichte das Ziel mit einem Vorsprung von 10 Meter. Die Teilzeiten waren: 1:23, 3:08, 5:01, 6:40, 8:35, 10:18, 12:05, 13:56, 15:44, 17:37, 19:24, 21:14, 22:59, 24:48 und schließlich 26:26. Von Nassau hat man mehr erwartet. Es scheint ihm am nötigen Ehrgeiz zu fehlen. Weigler scheint cm Abonnement auf den vierten Platz zu haben. Die Hakoah hat also von den bisher ausgetragenen a ch t Meisterschaften sieben gewonnen, eine beispiellose Erfvlgserie, dre der Leistungsfähigkeit der jüdischen Schwimmer das beste Zeugnis ausstellt. H. T. 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