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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-13 · Heft 2296 (13.7.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2296 (13.7.1925)
Date
1925-07-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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am» r_a»;™, Monkg_ -« de» Problemen des 14.3ionisten> kongresses. Bon Schale Horowitz (Wien). Nach der Leidcnsclmftliwkeit, mit welcher eine Reihe von ftvr redegewandten Zionisten sich letztens in-den Kampf gegen die Erweiterung der Zewisl, Agencu gestürzt haben, ist die Gefahr nohegerückt, daß die Debatte über diese einzige Frage den Boden der Kongreßverkrandlitugen überwuchere und die anderen sehr wichtigen Fragen, von denen manche an Beden tung jener nicht nachstehen, überhaupt iricht, oder zumindest nicht mit der ihnen gebührenden Aufmerksamkeit nnd Grund' lichkcit werden behandelt werden können. Es ist daher die erste Pflicht, in der Diskussion über die Kongreßprobleme ans diesen Umstand nachdrücklichst aufmerksanl;n machen, daß die Frage der Erweiterung der Jewish Agencv — deren Wichtigkeit nicht im mindesten bestritten und vor allem deren Aktualität anerkannt werden soll — dennoch lediglich als eine der wichtigsten Kongreßfragen. jedoch nicht die einzige, vielleicht nicht einmal als die zentrale Frage des Kongresses angesehen werden darf, nach deren Beantwortung die Delegierten sich in „Ja"- oder „Ncin"-Cager scheiden. 1. In der Argumentation gegen die geplante Erweiterung acr Jewish Agenev werden sowohl Erfolge wie Schlappen des Zionismus, sowohl dessen Kraft als dessen Schwäche durcheinander verwendet: Haben die Mittel der zionistischen Fonds eine erfreuliche Vermehrung, die Betätigung des privaten Kapitals in Palästina eine Vervielfachung erfahren, so heißt es: alsdann, es ging auch ohne erweiterte Jewish Agency!" Da aber Anfbantempo und Kapitalszuflutz noch nicht das gewünschte Maß erreicht haben, heißt es wieder: „Wo sind die Früchte eurer Verhandlungen wegen Erweiterung der Jewish Agency?" und so fort ... Es muß gleich gesagt werden, daß die Position des Nein-Sagers immer die leichtere, vonl Gesichtspunkte des eventuellen Rcchtbehaltens unvergleichlich aussichtsreichere ist, als die desjenigen, der das Wagnis und die schwere Verantwortung für einen folgenschweren Schritt auf seine Schultern zu laden sich anschickt. Ja, man kann es schon heute den verehrten Neinsagern Vorhersagen, daß sie für alle Fälle Recht behalten werden, ob die Jewish Agency zustandekommt oder nicht: Kommt sie nicht zustande, dann haben sie es ja gesagt; kommt sie aber ja zustande, dann ist es doch gewiß, daß es innerhalb derselben wird welche Schwierigkeiten zeitweilig geben muffen und dann haben sie es doch erst recht gesagt! Wem es also darauf ankommt, recht gehabt zu haben, der beeile sich so laut als nur möglich in den Chorus der Neinrufer einzustimmen. Wem aber das Gedeihen des Werkes, dessen Fortschreiten und Wachsen allein zur Richtschnur dient, der kann und darf nicht davor zurückschrecken auch Risken auf sich zu nehmen. Man wendet ein, es liege für die Zionistische Ovgani- (eüion fern Zwang vor, sich eines Teiles der vom ihr bezogenen Rechts- und Machtposition freiwillig zugunsten der Nichtzionisten zu begeben. Ich möchte nun die Nein-Sager fragen, ob sie sich dafür Vevbüvgen wollen, baß ein solcher Zwang me eintraten wird. Wird er aber als noch jemals möglich zugegeben, dann (lägt es sich, 06 ihnen die Erweiterung dar Jewish Agency in einem derartigen Moment lieber wäre. Man perhorresziert die ,-Preisgabe" eines Teiles der Machtstellung als Einbekenntnis der eigenen Schwäche. Wem aber Machtprotzerei und Kvaftmeiertum nicht die höchsten Güter sind, der wird hierin vielmehr weise Selbstbeschränkung erblicken, geeignet, der Sache, zu deren Wohse sie geübt wird, nur Sympathien und Freundschaften zu erwerben. Die Erweiterung der Jewish Agency bedeutet das Ende des Zionisten-kongvesses, dieser großen Errungenschaft der Zionistischen Organisation, wird ferner behauptet, weil die Jewish Agency dem Kongreß das Budgetrecht nimmt, das bekanntlich zu den unerläßlichen Prärogativen eines jeden Parlaments gehört, der Kongreß — ohne Budgetrecht — wird demnach an seiner Bedeutungslosigkeit zugrunde gehen. Die Geschichte der dreizehn Zionistenkongreffe lehrt uns aber, daß noch keiner derselben von der Budgetdebatte irgendwie beherrscht wurde. Die leidenschaftlichen und stürmischen Kampfeswogen haben immer um ander« als Budgetsragen getobt. So lange noch der Zionismus der Träger einer großen Idee ist und wir Zionisten von dieser Idee erfüllt sind, wird es uns noch mächtig zu unserem Kongreß und feiner Tribüne hinstehen, unbeckümmert um die größer« oder geringere Reichweite seines Budget rechtes. Dies nnr nebenbei. Im Grunde ist es aber unsinnig, zu behaupten, daß der Kongreß dann keine Budgetfragen zu erledigen haben wird. Unleugbar wird ja die Zionistische Organisation nach wie vor die Hauptlast des Aulfbauwevkes zu tragen haben, und dies wird doch seinen vxsentlichsten Ausdruck finden durch das Budget, das die Zionistische Organisation bereitstellen Wied. Es ist sogar vorauszusehen, daß die Frage der JnverhaktniSsetzung un'eres Anteiles am Gesamtbudgvt zu der Leistung der Nichtstonisten, das Budget zu einem uni so interessanteren Kapitol der Verhandlnngsgegenstände der künftigen Kongreffe gestalten wird. Die Gestalt des Bttdgets allein dürfte eine Veränderung erfahren, nicht aber deffen Wesen. „Die Erweiterung der Jewish Agency bedeutet die Liquidation der Zionistischen Organisation." Nicht im geringsten! Unsere Organisation war immer eine Kampforganisation und ihre Kraftentfaltung war dann am stärksten, wenn die Widersiände und Hindernisse am größten waren. Kämpfe in der Jewish Agency können die zionistischen Energien nur noch mehr anfachen, zu größerer Regsamkeit bringen, die Widerstandskraft zäher gestalten. Je heftiger die Kämpfe, desto blinkender unsere Waffen. Rosten kann uns schädlicher sein denn abwetzen! Ich habe mich bemüht, anseinanderzusetzen, daß die prinzipiellen Bedenken gegen die Erweiterung der Jewish Agency nicht stichhältig sind. Damit soll jedoch nicht gejagt sei», daß die Bedingungen uitd Formen, unter denen diese zu vollziehen sei, nicht noch eingehend erörtert werden sollen. Mit Rücksicht darauf, daß die Zusammensetzung der nichtzionistischen Wiener Moeaenzettir»s._ Hälfte der Jewish Agency, wie sie heute geplant ist. nur ein Produkt der Not darstellt, weil es heute keine andere praktikable Form gibt, da doch das nichtzionistische Judentum kein organisatorisches Gebilde darstellt, soll die gegenwärtig zn bildende Jewish Agency keine definitive sein. Am richtigsten war« ja, daß die jüdischen Genreinden (Knltusgemeinden nstv.), die es doch in allen jüdischen Zentren gibt, die andere Hälfte der Jewish Agencv zusammensetzen sollten und nachdem die erweiterte Jewish Agencv einmal ins Leben gerufen sein wird, dürfte es daun nicht schwer fallen, die jüdschen Gemeinden über kurz oder lang dazu zn bringen, daß sie die Jewish Agency beschicken. Eine solche von der Zion ist sichen Organisation und den jüdischen Gcrneinden beschickte Jelvish Agency würde dann die unbestrittene Vertretung des Gesamtjrrdentnms darstcllcn, könnte aber auch vielleicht der Vorläufer eines jüdischen W e l t g e m e i n 0 c b n n ft c § werden. Die jetzt zu bildende erweiterte Jewish Agency sollte daher nrrr einen Ucbergang bederrten 2. Ich habe einleitend erwähnt, daß die Gefahr naheliegend ist, baß die Frage der Jewi'h Agency die Anfmerkamkeft von anderen ganz und gar nicht mmbevwichtigen Fragen aWeute« soll. Eine solche ist zunächst die Frage des Aufbaues selbst. ES wird daran vergessen, daß bisher noch kein einheitlicher Plan für den Gesamtausbau unseres Erez Israel existiert. Der Mangel eines solchen muß mit dem Zunehmen der Alr-fbautätigkert iinnrer empfindlicher fühlbar Warden und kann zu sehr mißlichen Zustünden führen. Ein Gesamtplan für die Errichtung von Stadt- und L a n d siedln n gen muß von fach! undigerHand für das ganzeLand geschaffen werden, in welchem dann die einzelnen Siedlnngskörper sich einzufügen haben wenden. Die Schaffung eines solchen Kolonisationsplancs muß der Kongreß von der Leitung fordern, ihr aber auch hierfür die nötigen Mittel zur Verfügung stellen. Es darf nicht dein Zufall überlassen werden, ob an einem gewissen Punkte eine Stadt oder ein Dorf entstehen soll. Wie dies bis jetzt geschah, will ich an einem Beispiel illustrieren: „Meshek mtfr Zion Commonwealth haben As ul eh erworben und den glücklichen Gedanken gehabt dort eine Stadt als Zcn'.ralpunk: für den Gnrek Israel zu schaffen. Wie wäre es, wenn der Afulehboden an andere weniger einsichtige Besitzer gelangt wäre? Die Frage der Regelung des Verhältnisses von Stadt und Land muß von Technikern und Nationalökonomcn vom Gesichtspunkte des Gesamtaufbaues des Landes gelöst werden und darf nicht dem Gutdünken von irgendwem oder überhaupt dem Zufall überlasten werden. 3. Um nicht den Rahmen dieses Artikels zu überschreiten, will ich noch eine Angelegenheit hervorheben, und zwar hauptsächlich deshalb, weil sie allseits gründlich vernachlässigt wird. Hoffentlich werden die Zionisten sich noch z« erinnern wissen, daß unsere Organisation ein Institut besitzt, das Jewish Colonial Trust heißt. Diese Bank ist seinerzeit mit vielen Hoffnungen in die Wett gesetzt worden. Herzll hat sie ,Has finanzielle Instrument" dar Bewegung genormt. Nu« führt dieses Institut ein ganz merkwürdiges Dasein. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert seines Bestandes besitzt es noch nicht den fünften Teil seines registrierten Aktienkapitals. Trotz Balfour- Deklaration, Mandat und praktischen Palästinaaufbaues ist das Aktienkapital der Bank auf einen toten Punkt ruhen geblieben und h« keim« neninenStvsrte Bernrchrung erfahren. Ist es nicht komisch und empörend zugleich, daß das ganze Aktienkapital der Bank nicht soviel beträgt wie di« Eingänge deS Keren Hajestod im letzte« Jahre? Der Kongreß soll mit der Leitung der Bank, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen zn sein scheint, geziemend ins Gericht gchen und die Bank Händen überantworten, die das Institut auf dir;, ihm angemessene und für das Aufbauwerk so notwendige Höhe zu heben berufen sein werden. ReHachfcharafrage vordem Kongreß. Bon Dr. L. Stromwaffer, Tel-Motto. Dar Gebiet der Kongveßproblen« wettet sich «rd wächst. Immer neue Fragen tauchen auf, Fragen, welche der rasche Gang der Entwicklung in Palästina in ein alrrteS Stadium der Realisierung gerückt hat. Trotz Hrer großen Zahl, Komplitziercheit und Folgenschwere sollen sie durch den Kongreß, das einzige jüdische Parlament, in der knappen Zeit von zwei bis drei Wochen durchbevaien und beschlußfähig gemacht werden. Alle Parlamente der Welt brauchen dazu viel« Monate und einen großen Apparat von parlamentarischen Körperschaften. Am 1s. Kongreß in Wien wird die Jewish-Ayency- Frage di« ganze Tagesordnung sichtbar und unsichtbar überdecken oder gar verdrängen. Ist es ja von allen Kongressen und Jahreskonserenzen her bekannt, daß sehr häufig eine Frage, die im Mittelpunkte des Interesses steht, di« Beratungen über andere Fragen, die nicht unmittelbar mit dem „Schlager" zllsanrmenhcingen, auf einen ga-ttz weiten Platz zurückschieibt. Solche Erwartungen sind nicht gerade ermutigend, ein Problem zu behandeln, das bis jetzt imr wenig Beachtung gesunden hat und merkwürdigerweise ganz jungen Freunden übergeben wurde, die siir die praktische Auswertung dieses Problems gar kein oder nur geringes Verständnis haben; ich meine die — Chainzzentrale. Und doch müssen wir uns ganz eingehend mit dieser Frage beschäftigen, wenn wir nicht die bereits ans Unmögliche grenzeilde Chavlataneri«, die mit einer Gefälhödung unseres ganzen Aufbauwerkes in Erez Israel verbunden ist, ihre« Weg gehen lassen sollen. Trätt«ttfeuchte Begeisterung über die landwirtschaftlichen Kolonisationsersolge, rauschende Beifallskundgebungen über die Hunderte von „Prachtbauten" in Tel-Awiw können kein Kriterium bildeil für eine ruhige und sachliche Betrachtung der Verhältnisse und Bedürfnisse in Palästina. Unter der glanzvolle« Decke impo- 18. ffuK 1996_Re. 98m nietender landwirtschaftlicher Siedlungen deckt sich häufig eine Unmenge technischer und wirtschaftlicher Fehler, unter der Prunkvollen Fassade Tcl-Awiwcr Baukunst liegt ruhig verborgen di« Charlataneri« vieler ungelernter Maurer, Tischler, Ziegel- und Betonarbeiter, bis nach wenigen Jcchren schon das Geheimnis ihrer Unfähigkeit durch Risse und Sprünge^ hindurchlugt und die Entrüstung sich gegen diejenigen kehrt, sic am wenigsten dafür können. Solche Zustände verbreiten viel Mißtrauen und Geringschätzung siir die Leistungsfähigkeilt unserer sonst weit über -dem Durchschnittsnivcau stehenden Arbeiter. Das Bestreben-der Histadruth-Owdim, allen eingewauderteil Arbeitern, gelernten und ungelernten, Arbeit zn verschaffen, wie arich des Tolclbcmeh, billig zu bauen, um konkurrenzfähig sein zu können, veranlaßt diese Körperschaften, nicht zu streng« ans den Befähigungsnachweis des einzelnen zu achten, wie eS sonst in der Welt zu geschehen pflegt. Solchen Zuständen kann man nur durch eine gründliche und systematische Vorbereitung unserer Emigranten, insbesondere der Jugend, entgegenarbeiten. Die Hachschara ist für den GoluS das zentral« Problem. Wir fassen unter dieser Bezeichnung den ganzen Fragenkomplex zusammen, der im GoluS die Bedingungen für eine sachliche Ausbildung unserer Emigranten nach Vvez Israel schaffen soll. Ich habe vor etwa zwei Jahren in der „Wiener Morgenzeitung" zu dieser Frage Stellung genommen und mir erlaubt, praktische Winke für eine systematische Hachschavaarbeit zu geben. Was ich inzwischen in Palästina <m8 eigener Beobachtung lernen konnte, hat mich'in der Ansicht über di« Notwendigkeit eines auSgebanten Hachscharasystems bestärkt, wann ich auch manche Einzelheiten einer Revision unterziehen mußte. 1. Landwirtschaftliche Formen. Welche Siedlungssorm auch immer wir gutheißen mögen — .Avuzah, Moschaw oder privatkapitälistische Kolonie, System Oppcil>heimer oder Soskin —, an einem müssen wir festhalten: Ohne Borschulung und ohne fachliche Eigmmg deS Siedlers ist jede Wirtschaftsform schlecht und teuer. Es scheint unsinnig, solche Selbstverständlichkeften jtt wiederholen, und doch wiederholen sich iinnrer dieselben Fehler, und doch bringt jedes Schiff eine Menge junger Burschen und Mädchen, denen es ganz vgäl ist, was sirr eine Beschäftigung sie finden, ob Landarbeiter in der Kolonie, ob Schwarzarbeiter in der Stadt, ob Kommis in einem Laden — da sie weder für die eine noch für die andere Beschäftigung irgend welche Eignung besitzen. Dadurch allein, daß man „neue Gesellschaftsformen" bilden oder „sich frei ausleben" will, kan« man ei« Land noch nicht auifbauen. Viele von diesem jungen Beuten kehren sehr bald von den Siedlungen, wo sie schwer (bis 12 umd 14 Stunden täglich) arbeiten und schr viel entsagen müssen, in das behaglichere Tcl- Awiwer Leben zurück »nd vergrößern die Schar der Nichtskönner im Baufach. Würden diese Leute etinige Jahre vorher in der Lanidiwirtschaft gearbeitet haben und hättm sie eine a,sirichtige Arbe für ihr Fach nMgrbracht, ft« hätten aus keinen Fall den Bode« verlassen, der der Jnhätt ihres Lebens werden müßt«. W«n« wir nicht in der Sage sind, m Palästia ifefPftft Landwivtschäftsschulen nach Art von Mikiweh-Jsrael oder Nahaläl in größerer Zahl anzulege» —- waS natürlich die beste Lösung der Frage wäre —, so müsse» wir im Golus größere und klemere Gruppen von Chalngim ans dem Lande bei Gutsherren — «gäl ob jüdische oder nichtjüdische — unterbringen und sie mehrere Jahre — Nicht Monate! — cmsbilden lassen. Die Umstellung ans die palästmensischen Dechältmisse evfolgt dann leicht, etwa in einem Jahr. Trotz der besseren VevwendungsmSgslichVM deS für die Gründung vom Farmen im Gol«8 aufgeiwendaten Kapitals i« Palästina ftlbst, nnlß auch Mit der Psychologie deS Spenders gerechnet werden, der sein Geld lieber für eine Institution cmLgibt, die er persönlich kontrollieren und beeßnfliussen kann, und sich zumeist darauf beruft, daß für Jnftittttiomen in Erez Israel d«r Keren Hajeffod und K. K. B. z» sorgen hat. Es sind wohl in einigen Ländern Keine Farmen, die mrr eine geringe Anzahl von Bursechn und Mädchen ansvildem, aber für ein großzügiges Werk sind sie von untevgeordrvoter Bedeutung. Wir besitzen sehr viele jüdische Gvirndbrsitzer und Landwirte, die gerne di« AuGabe übernehmen würden, ans ihren Besitzungen Gruppen von EhaLuzim auszubWden; nnr müßten diese Landwirte in ein« spezielle Organisation zusammisngeschlossen und von einer LandeSzentralstelle aus miit Arbeitern, die für die Auswanderung nach Palästina in Betracht kommen, versorgt werden. Die Chaluzovganisation Hot sich in dieser Hinsicht als unzulänglich erwiesen. In Vielen Fallen kam eß zwischen den Landwirten und den Chaluzim zu KonsMen, die durch die lokalen Chaluzovganisationen nicht ausgetragen werden konnten, was mittlnter zur Entlassung der Arbeiter führte. Ferner Vi>ldet die Partieizuige- HSrigkeit der Chaluzim und di« Bseinftussung durch die FvajkttonSgenossen ein großes Hindernis in der Verständiglmg mttt den Landwirten. Das kann nur dadurch vcchindert werden, daß bei den Landesorganisationen spezielle Ressorts siir Hachschara geschaffen werden. 2. Ausbildung im Handwerk. Zunächst kommt der Straßenbau und Häuserbau in Betracht. Und da tritt wieder, besonders in Tel-«Awiw, di« nmngeHaifte Ausbildung der Arbeiter deartlich Mttag«. Die Straßen sind schon nach wenigen Jahren total unbrauchbar nnd trotz immerwährender Reparatttren für den stets wachsenden Autoverkehr unzulänglich. Diesellbe Beobachturrg kann man bei den Häuser'bauten, beim Anifertigen der Zomcntzicgel, beim Gießen des Betons .und InSbesorrdere bei den Maurerarbeiten beobachten. Es gibt nur wenige Maurer in Tel-Awiiw, die daS Fach vom HauS aus gründlich können. Auch die Schlosfevwerkstätten lassen an Genauigkeit der Ausführung viel z»l wünschen übrig; man ist oft gezwungen, sich an die deutschen Schmiede und Schlosser in Jaffa und Sarona zu wenden. fl

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