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Wiener Morgenzeitung · 1925-05-27 · Heft 2251 (27.5.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2251 (27.5.1925)
Date
1925-05-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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GM 6 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzettung 27. Mail 1985 Nr. 2681 Bühne und Kunst. „Rausch.- (Kammerspiele.) Maria Orska scheint sich beim Studium der Henriette gefragt zu haben, warum eigentlich Strindbevg dieses Stück Mansch" nannte. Die Frage ist sehr berechtigt, de» beiden Strirrdberg-Menschen, die hier aneinander, intzinander geraten, ist kein Augenblick des Rausches gegönnt. Das Schicksal peitscht sie in das 'Liebcsjoch, es ist ein qualvolles Beisammensein, und sie wissen so viel um ihre Qual, daß sie furchtbar nüchtern bleiben. Sehr bemerssenswert, Wie die Orska ihre Aufgabe an- Packt, disponiert und glaubwürdig durchführt. Mit hungrigen, 'aber unendlich traurigen^, mit schrecklich „sachlichen" Blicken sangt sie das Opfer ein und mit beherrschter Ruhe geht sie durch das Inferno, bloß einen Schrei lang bezwungen, tvenn Scham »der Ekel unerträglich werden. Die wahnwitzige Bühnendichtung wird sehr anständig 'gespielt. Herr Tändler und Frau Simson sind sogar dortröffllich. Nur Frau Fl an dl.»Landau haut gründlich daneben. Die Besitzerin der kleinen Wirtsstnbe ist weder eine Dr. Phil. Eugenie Schtvarzwald noch eine .Helene Graniüsch, sondern eine emfache, herzhafte Frau aus dem Volke. O. A. Kne chinesische Lper im Konzerthanfe. Sie heißt „Sang-Po" und zwei junge Oester reicher, der Lexkdichter Burgssun und der Tondichter T l a s c a I haben sie m der sibirischen Gefangenschaft im fernen Osten geschaffen. In der Nähe des Reiches der Mitte mögen fit wohl vom Geiste des Ostens einen Hauch verspürt haben, doch auch nicht viel nrchr! Die Nanren der Oper klingen wohl durchaus chinesisch, man sieht zierliche Lampions, orientalische Jenetbecken und Krnmmschwerter und das Textbuch erzählt vom süßen Duft der Pflianmenblüte und von der Stadt Peking am Abend des Laternenfestes. Doch das Ehedreiieck mutet ganz europäisch an: Die verheiratete Lu gibt zuerst dem Sang-Po einen Korb, dann spielt der Liebhaber den Spröden und, da sie endlich — spät, aber doch — beide wollen, tritt der rächende Gatte hinzu und ersticht die kleine Lu. Sang-Po folgt ihr kn die Gefilde der Seligen und wird dort von Dämonen erwürgt, da er, ein zweiter Orpheus, trotz deren Verbot feine Lu-Eurhdike berührt. Auch durch die Vertonung, welche.sich an das Vorbild der „Madame Butterfly" hält, wird die Oper kaum orientalischer. Ob nun chinesisch oder japanisch, die Musik mit ihren Ganztönen und Qnintenparallelen, ihren Gongs und Glöckchen ist in ihrer Melodik echt Puccinilsch, mit Schrekerschen Elementen durchweht, auch Wagner und Strauß haben ihr Teil zu den Schmetterlingstänzen 'beigesteuert. Also trotz China eine gewissermaßen internationale Angelegenheit, zugleich der erste Növderschlag einer noch jugendlichen Begebung, welche noch nicht die rechte Freiheit in der Beherrschung der musikalischen und dramatischen Ausdrucksmittel errungen hat. Immerhin gab es lebhaften Beifall für die tapferen Sänger, die Herren Rittersheim, Karen und Fvau Kelmay, für Kapellmeister Grube r und den Regisseur Herrn Dö r i ch, welcher ein nicht gerade Mechtes THeaterchina auf die enge Konzertbühm brachte. flb. Aus de« Matern. .Burgtbeater. Morgen. 7-8 Uhr abends, »Der Widerspenstigen Zähmung". Staatsoper Morgen, 7 Uhr abends, „M a n o n L e s c a u t". Deutsches Volkstheater. Heute und morgen, neu einstudiert. Paul Adels heiteres Spiel „Hans Sonnen st ößers Höllenfahrt". Freitag gastiert Alexander Moissi in „Der lebendeLeichnam." Theater in der Joses st ad t. Heute, 728 Uhr abends, zum 50. Male, „Gesellschaft" von John G a l sw o r t h y, deutsch von Leon Sch a l i t. Kammerspiele. Maria Orska spielt heute um 7 Uhr abends zum letzte:: Male die Henriette in Strtndb e r g s „Rausch". Donnerstag tritt die Künstlerin zum ersten Male als Eleonore in dem Passionsspiel „O st e r n" von Strindberg auf. Als Nachtvorstellung, 10 Uhr abends, wird allabendlich der Einakterzyklus „Fünf Minuten Liebe" aufgeführt. Wiener Bürgertheater. Freitag findet die 450. Aufführung von „Gräfin Mariza" unter der Leitung des Komponisten Emerich Kalman statt. Ab 1. Juni gastiert in der Titelrolle Frau Nelly Pirchyoff-Manow a r d a von der Wiener Staatsoper. Jüdisches Theater. Die jüdische Bühne in der Daborstvaße, die sich joden Abend eines starken Besuches erfreut, hat für die kommende Woche ein reichhaltiges Programm zusarmnengsstellt. Freitag: „Das Mutterherz." Samstag: „S u l a m i t" (Gastspiel des Opernsängers D a v i d o w aus Moskau). Sonntag: ,ZypTe Feuer." Mitwivkende: Die Damen Mücksmann, Braclaws'ka, Weinibevg. Waldberg und die Herren Neißmann, Podzanreze, Bell, Waldbevg, Weißmann und Scharr. Beginn 8 Uhr abends. Freier Eintritt. Tischvormerkungen im Hotel Stephanie, 2. Be§., Taborstvaße 12. Gesangsabend. Am 19. d. veroinigte ein Gesangsabend im Jndnstrichanse eine Roiihe von interessanten. Künstlerinnen. Zwei Novwegerinnen, die Damen Gunoor Ev ju und Hjövdis K r i s t o f -e r s e n, brachten mit gutgeschulter Stimme norwegische und deutsche Lieder zum Vortrag. Mit ihrem prachtvollen Organ und künstlerisch gereiftem Bortrog riß Fräulein Rasa Rosen durch die Wiedergabe mchrerer Opernarien das Publikum zu stürmischem Beifall hin. Die Damen Elsa Gradl, Hilde Oeckher und Hilde Sümek teilten sich mit den drei Vorgenannten in die Ehren des Abends. Die Gesangsvorträge wurden in meisterhafter Weise von Kapellmeicher Julius Lohne r t am Klavier begleitet. b. g. Radioprogramm. Mittwoch den 27. Mai. 9 Uhr: Marktbericht. — 1 Uhr 10 Mill.: Uraniazeit. — 1 Uhr 15 Min. r Wetterbericht. — 4 bis b Uhr 20 Mn.: Nachmittagskonzert. «Der Walzer von Ziehrer." — 7,6 bis 6 Uhr: Stunde der Frau. — 6 bis 7„8Uhr: Dante-Feier. Dante-Sonate von Liszt. — 7.8 bis 7^9 Uhr: Englisch. - 7,9Uhr: Mozart-Kammermusikabend.— 10 Uhr: Heitere Abendmusik. Gerichtssaal. „Mutter, ich siech' dich nieder!" Vor dem Jugendgericht stcht oin Siebzehnjähriger. Er hat seine Mutter bedroht. Der Vormund wollte ans ihm unbedingt einen Schlosser machen. Doch dem schwächlichen Jungen bchagte dieses Handwerk nicht. Als alle Versuche fehlschlugen, erwog der Vormund, ihn nach Kornenburg zu gebe»:, damit ihm dort zwangsweise das Arbeiten beigebracht werde. Bei einer solchen Besprechung zwischen Vormrrnd und Mntter machte der Junge zu der Mutter, von der er annahm, daß sie dem Vorschläge zustimme, die Aeußerung: „Mutter.. wenn du mich nach Kornenburg gibst, werd' ich dich hamschicken" (umbringcn) und, als ob er befürchtete, nicht deutlich genug gewesen zu sein, fügte er hinzu: „Ich stech' dich nieder, wenn du mich nach Kornenburg gibst." Wegen dieser Aeußerung stand er unter der Anklage des Verbrechens der gefährlichen Drohung. Durch sein zerrissenes Hemd hindurch sind die Konturen einer Zeichnung ans der Brust ivahrzunehmen. Richter: Was bedeutet dieses Bild? A n -ge k l a g t e r schiebt das Hemd auseinander Mid zeigt es. Richter: Ern ^ralrenbildnis! Die Mutter: Tätowiert! Angeklagter: Ein Mädchenkops. (Er hat, so jung er ist, eine Geliebte, die noch jünger ist. Ihr Bild ist auf seiner Brust tätowiert^ Richte r: Und was bedeutet der Te^t unter dem Bilde? Angeklagter: „Ich liebe dich!" (Darunter sieht man ein Herz, von einenl Pfeil durchbohrt?» Die Mutter: Tätowiert wie ein Verbrecher! Richter: Was soll mit dem Jungen geschehen? Die Mutte r: Ich habe mich der Aussage entschlagen, weil ich ihn nicht weiter hineinreiten will. Aber zurück nckhnre ich ihn nicht, in meine Wohnung darf er nicht mehr. Ich lebe in ständiger Angst, daß er mich niederstechen wird. Der Richter Oberlandesgerichtsrat Dr. Fiala verurteilte den Angeklagten wegen Verbrechens der gefährlichen Drohung zu zwei Monaten strengen Arrests und begründete die Nichtanwendung der bedingten Verurteilung damit, daß der Angeklagte als aggressiver Bursche bezeichnet wird, wenn er auch in kürzer Zeit wieder bereut. Aber einen Menschen, der sich nicht zu beherrschen imftaitbc ist, sei die Ausführua einer Drohung zuzutrauen. * Der Bettler als Lebemann. Vor dem Strafrichter des Bezirksgerichtes Favoriten Landesgerichtsrat Dr. Donau fand kürzlich eine Verhandlung gegen den 61jährigen Anstreichergehilfen Hermann Wonderhaid statt. Der Angeklagte war wegen Uebertretung der Vagabondage, begangen durch Betteln, angeklagt. Zur Verhandlung war er trotz der ausgewiesenen Zustellung der Ladung nicht erschienen. Er hielt es auch nicht für nötig, sein Nichtkommcn zu entschuldigen. So wurde dein: die Verhandlung in seiner Abwesenheit durchgeführt. Wonderhaid ist Kriegsinvalide und bezieht als solcher eine Monatsrate von 440.000 K. Schon im tiefen Frieden hat er gebettelt und mit dem erbettelten Geld seinen Unterhalt bestritten. Er ist wegen Bettelns nicht weniger als 37 Mal bis zu drei Monaten strengen Arrests vorbestraft, Polizeistrafen hat er nicht weniger als 64 erlitten Auch zur Zwangsarbeit wurde er schon verhallen. Bei der letzten Verhandlung kam folgendes über den Bettler zutage: Im April wurde er im 11. Bezirk angehalten, weil er den Ziergärtner Eduard Lang, der ihm 10 Groschen gab, das Geld mit den Worten zurückstellte: „Einem Weaner Bettler gibt man keine 10 Groschen, das mindeste ist ein Schilling, das merkens Ihnen, Sie feiner Herr!" Lang übergab den Bettler einem Wachmann. Bei Wonderhaid wurden 150 Schilling und viel Kleingeld vorgefunden. Er genießt einen sehr schlechten Leumund. Fast allwöchentlich kommt er bei seinem Wohnhaus in Hernals im Auto angefahren. Dabei ist er immer in Damengesellschafr. Er macht für sich und seine Begleitung große Geldausgaben, ist immer sehr elegant und fährt oft zum „Heurigen". Landesgerichtsrat Dr. Donau erkannte den Angeklagten schuldig uno verurteilte ihm zu einem Monat strengen Arrests. „Vormärzliche Zustände." Das Strafbezirksgericht 1 hatte sich gestern zum, zweiten Male mit einer bemerkenswerten, gegen den Uhrenvertreter Salamon Horowitz wegen Beleidigung des Punzierungsamtes als Behörde gerichteten Anklage zu befassen. Ter Beschuldigte hatte im April 1924 von dem Goldarbeiter Edmund I o ch^s eine größere Partie Goldwaren, zum größten Telle goldene Ringe, gekauft und hatte einen Teil der Waren an ferne ständige Kunden weitergegeben. Die von Jochs gelieferten Goldwaren waren, wie das Punzierungsamt bald feststellte, zum größten Teile mit einer gefälschten Punze versehen worden. Seitens des Punzrerungsamtes wurde in Einvernehmung mit denr Münzamte bei Horowitz wie auch bei dessen Kunden die von Jochs hergestellten Goldwaren beschlagnahmt und einer genauen Prüfung bezüglich der Punzierung unterzogen. Die Untersuchung in dieser Richtung dauerte, da jeder einzelne Ring genau auf die Echtheit geprüft wurde, mehrere Monate, wobei von allen Anfang » an festgestellt worden war, daß Horowitz an der falschen Punzierung nicht, sch uldtragend sei. Horowitz, der durch die Beschlagnahme der Waren in seinem Geschäfte und bei seinen Kunden großen materiellen Schaden erlitten hatte und durch die Verzögerung des Verfahrens, um dessen Beschleunigung er wiederholt ersucht hatte, schließlich zur Insolvenz getrieben worden war, hatte am 11. September v. I. eine Eingabe an das Hanptpunzierungsamt gerichtet, in welcher er wegen der langsamen Durchführung des Verfahrens heftige Ausfälle gegen oieses Amt richtete. An einer Stelle der Eingabe wird von vornrärzlichen Zuständen im Amte gesprochen, während am Schlüsse der Eingabe Horowitz erklärt, daß er schließlich die Angelegenheit in den Nationalrat bringen und die eigentümliche Untersuchung in der Oeffentlichkeit erörtern lassen werde. Wegen der erwähnten Stellen in der Eingabe wurde gegen Horowitz die eingangs erwähnte Anklage erhoben. In der ersten bereits im Vorjahre stattgehabten Verhandlung hatte oer Beschuldigte, verteidigt von Dr. Emil Roth, erklärt, daß er mit der inkriminierten Eingabe keineswegs das Amt als solches oder einzelne Beamte des Amtes beledigen, sondern nur das ganze auf veralteten Vorschriften basierendes System im Amte kritisieren wollte. Der als Zeuge vernommene Bergrat Stnkart, welcher in der Punzrerungsangelegenheit die Untersuchung geführt hatte, hatte als Zeuge vernonimen angegeben, daß sich die Untersuchung, die genau nach den Vorschriften durchgeführt worden sei, infolge der Eigentümlichkeit des Falles durch Monate hinausgezogen habe, daß aber das Amt kein Verschulden treffe. Der Beztrisrichter Dr. Jellinek, welcher die erste Verhandlung geleitet hatte, hatte unter Ablehnung aller Beweisanträge den Angeklagten Horowitz im vollen Umfange der Anklage schuldig erkannt und zu einer Geldstrafe von einer Million Kronen verurteilt. Das Landesals Berufungsgericht hatte in Stattgebung der voll Horowitz erhobenen Berufung das Urteil erster Instanz aufgehoben und die Sache zür neuerlichen Verhandlung an das Bezirksgericht behufs Durchführung eventueller Wahrheitsbeweise abgetreten. Nach durch geführtem Beweisverfahren verurteilte der Richter gestern den Beschuldigten wegen der Bezeichnung vormärzliche Zustande und wegen des Borwurfes der Parteilichkeit zu einer Geldstrafe von 60 Schilling, eventuell zu 48 Stunden Arrest. Volkswirt. Polnische Mrtschaftrwoche. (Von unserem polnischen M.-S.-Korrespondenten.) Die Lage der polnischen Börsen verschlimmert sich lonsequent von Woche zu Woche. Die Effektenplätze ersticken unter dem GelamangK und verlieren immer mehr das Vertrauen des Publikums. Die polnischen Bankett verfügen üb« kein ausländisches Kapital und die Einlagen ereichen bei allen Bankett raunt 10 Millionen Zloty. Atlßerdem ist auch das Bertnögen der Barlkell im Vergleich zu der Vorkriegszeit ans em Minimum gesunkeit. Die Hypotyekeltbank hatte int Jahre 1918 eiln Kapital von 28, heilte 6 Millionen Zloty, die Jnbnstricbank hat Aktien im Werte von 37 Millionen Zloty emitt^rt uird verfügt über ein Kapital iu der Höhe von 7 Millionen. Aehnlich sind auch die Ziffern der altderen Banken. Durch eihtc Reihe von Jahren wurden die 'Notierungen hinallsigeschraldbt, cs wurderr unrichtige Bilarrzen ausgestellt, und wenn jetzt atüäßlich der Goldbilanz die Wahrheit ans Tageslicht komurt, ist es kein Wultdcr, wenn das Publikunr den Aklieit den Rückeir kehrt. Heute ist keine Entissivtt tttchr aubrittgbar, nachdem auch die Dividenden für das letzte Jahr lächerliche Beträge darstellen. Die Gesellschaften halten kostspielige Verwaltungen, Direktoren mit -ungeheuren Gehältern, die bis ju 50.000 Dollar pro Jahr betragen, und föitttcn natürlich dies nur auf Kosten des Opferlamms Stktionär tun. Die Erbitterilng aus diesem Grun.de wächst artch von Tag zu Tag und widerspiegelt sich in dem Abb r ö ck l n n g s p r o z e ß, den die Börsen seit Wochen dnrchmachen, wobei die Aktien derzeit ihr tiefstes bis jetzt überhaupt verzeichnetes Kursnivcan erreicht habeit. Die Banken denken iticht einrnal an eine Intervention s t ü t i g k e i t, und sogar die Bank von Polen bemüht sich nicht, ihre Aktien ztt stützen und sicht ruhig zu, wie deren Wert sicher schwindet. Wie soll man eigentlich verlangen, daß das Vertrauen zu Banknoten größer sein soll lote zu Aktien dieser Bank, die die Bcyiknoten emittiert? Es wäre die höchste Zeit, daß die Verwaltung der größten polnischen Bank, statt Kredite zu restriwgverell, sich unt ihre Aktien umschauen soll. Die Erbitterultg diesbezüglich ist in Polett groß. Von den Aktierr haben Petrolernnwerte verhältnilsmäßig die größten Kitrseinbußen zu verzeichnen. So ermäßigten sich 9!obel-Mtien int Laufe der Berichtswoche von 1,85 ans 0,85 Zloty, östliche Gazy aus 7,50, westliche ans 1,90, Polska Nafta ans 0,22. Von den Wiener Arbitragelverten rtotierten: Hypothekenbank 0,46- Malopolskibank 0,28, Warschauer DMontobauk 6/30, Galizische Montan 2,60!, Depege 1,12, Zieleniewskr 10/45, Ehodorow 3,05, Loiniberger Bräu 7,80, Rakszawa 1,35 Zloty. Trotzdem aber die Wirtschaftslage altdauernd ungünstig ist, hat die JnvestitionstätigkeA des Zluslandes in den letzten Wochen nach einer kurzen Panse neuerlich zugenommen. So hat die Stadt Kattow'itz von. einem fraltzösisch-amerikanischen Konsortium eine Anleihe in der Höhe von einer Million Dollar, die Stadt S o s n o w i e c eine solche von 3,6 Millionen Zloty für Jlweftitionszwecke erhalten. Außerdem beabsichtigt die „Societe Jrancaise ponr la Russie et les Pays de l'Europe du Nord", außer in Rußland ihre Tätigkeit auch in Polen aufzunehmen und ünsbesondere den polnischen Export 311 finanzieren. In der Lage der Industrie hat sich wenig geändert. Außer in der Holzüldnstrie, deren Exportaussichten sich letztens ziemlich gebessert halben, und der Petroleumindustrie, die letztens bedeutende Bohrerfolge zn verzeichnen hat, ist das Geschäft in allen Zlveigen weiterhin stagnierend und für die nächste Zukunft sind die Aussichten nicht besser. 1 Man rechnet auch mit einem baldigen 'Abbruch der Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland, trotzdenr sie für Polen von großer Bedeutung sind, da sich die deutsche Delegation an den Verhandlungen äußerst passiv beteiligt und die Vechandlnngetl einen schleppenden Verlauf nehmen. Die gestrige Generalratssitzung der Oesterreichischen Nattonalbank. Der Goneralrat der Oesterveichischell Nationalbank hat sich heute unter dem Vorsitz seines Präsidenten, des Herrn Bnndesministers a. D. Dr. Richard Reisch, zn seiner diesmonatigen Sitzuirg versammelt. Die Tagesordlrurtg unrfaßte lediglich den Geschäftsbericht und einige adminiftratiloe Zlngelegeicheiten, die zu einer Disktlssion keinen Artlaß gaben. Insolvenzen. Vesterrr begann die Ausglcichstagsatz»n.g der Tnchsirma Ignaz Frankl. Die Passiven betragen 'zirka 8 Milliarden. Der größte Gläubiger ist das Mrechltungsarnt, das eine aus Vorkrieasschuldelt Frankls erltstarldene Fordemna von niehr als 3 MÄlarderr hat. Frankl bietet 25 Prozerrt — Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Johmtil Machar, Tischlermeister. 2. Bez., Lassallestraße 49; Hans Steuzl, Elektrotechniker, 2. Bez., Taborstraße 32. urrd Franz Danzinge-r, Hafnermeister, 2. Bez., Obere Dollaltstraße 36. Der Banlendienst am Psingstsamstag. Säuüliche Wiener an dem genannten Tage in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormilttaas in der Wechselstube der Bank einen Schalter für Wechselzaylnngen offen; bei den Zweiganstalten ist für die Atögllchfeti von Wechseleinlösunaen in analoger Weise gesorgt. — Diic Kassenschalter des Postsparkassenanttes werden wie sonst an Werktagetl, jedoch nur bis 12 Uhr nrittags. okfen gehalten. ' ' Die Dividende der Zentraleuropäischen Länderbank. Aus Prag wird telegraphiert: Die Zentraleuropäische Ländepbank zahlt auf die Vorzugs a t t i e n eine Dividende von 7,26 Franken gegenüber 7,53 Franken im Vorjahre und auf die Stammaktien ei>ne Dividende von sechs Franken. Der internationale Außenhandel im Jahre 1924. Die amtlichen „Statistischen Nachrichten" bringerl in ihrer neuestelt Ausgabe eiine intematimdale UebeDW7 über das Wirtschaftsjahr 1924. die die ErgMlisse in den wichtigsten WirtschastSgebieten ans zehn europäischen Staaten und den

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