Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2247 (23.5.1925)
- Date
- 1925-05-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2247 Wien. Samstag Wkeneie MoraemeUnif«». SZ. Mai IM Seiw 5 Der Hold der Tragigroteske, vom?lutor im Stich g»> lajfcn (wie er feÜ&ft verzweifelt feststes), fragt das P.iölikum, db er Weiterleven soll. Ja oder Nein? Das Preniierenpublikum antwortete — merkwürdig prompt — „ja". Es ist aber dafür gesorgt, daß das Stück zu Ende gespielt toerden kamt, auch weim das PMrkmil „nein" ruft. Daß die dritte Eventualität — ein stummes Publikum, das keine Lust zeigt, mitMdichten — nicht eintrit-t, ist Sache der Regie. Dmrwoch kein verlorener Abeird. Die erkleckliche Zahl dar Suchenden fand Wohl keine,: Autor, aber ausgezeichnete Bühnenkünstler. Selten sah man eine solche Fülle prächtiger Gestalten. Me Herren F o r e st (der Hauptdarsteller), Klei n, Domo nt und Böhm spielten außerordentlich, alle übrigen voll Verdienst. O. A. Aus de« Theatern. Burgtbeater. Heute, 7 Uhr abends, gelangt Artur Schnitzler« fünfaktiges Schauspiel „D 11 Schleier de« Beatrice" zur e r st e n Aufführung. Akademiotbeater. Heute, V-8 Uhr abend-, ..Weg im N e b e l". — Morgen, zum ersten Male. „Soll manessagen?" von Eugen Labiche, in der freien ttebertragung von Andreas Latzko. StaatSover. Morgen. V,6 Uhr abends, „D i e Meistersinger von Nürnberg". Schönbrunner S ch l o s; t h e a t e r. Am 30. d. wird die Kammeroper ihre Tätigkeit mit Händel» „X c r * t 3" beginnen. Dieselbe Vorstellung wird Sonntag und Montag wiederholt. K a m m e r s p i e l e. Montag den 2b. d. beginnt Maria O r S k a ein kurzes Gastspiel in StrindberaS „O st e r n". das die Künstlerin Dienstag den 26. d. in dem Schauspiel „Raus ch" fortsetzt. Ab Montag wird das Lustspiel „Wie w e r d e ich m e i n e F r a u los?" als Nachtvorstellung gegeben. R e n a i s s a n c e b ü h n e. Das Lustspiel „E i n nacktes Mädel gefunden" (On & trouve une femme nac) von Andres Birabeäu und Jean Guitten, deutsch von Benno Frank, wurde zur Aufführung angenommen. Theater an der Wien. Die für heute nachmittags 3 Ilhr anläßlich des 45jährigen Bühnenjubiläums Leopold N a tz l e r s angesetzte Vorstellung der „Fledermaus" wird auf unbestimmte Zeit verschoben. DaS Geld für gelöste Karten wird zurückerstattet. Jüdisches Künstler-Kabarett (Aetorla)_II., Praterstraße 60_(Arkadia) Heute um 7|9 Uhr abends Luttiger Abend mit Opernsänger Ignaz Körner, Max Streng und Direktor J. Deutsch Zur Aufführung gelangt: „A Wae ©f Ubzuh Ing1* Eintritt frei Eintritt frei 8206 Opernpremiere in Baden. Sonntag den 24. d., viertel 4 Uhr, findet im Badener Stadttheater die tkauiffüll)ruufl der cvnMigen dramatischen Oper „Aschermittwoch" von Ludwig G r n b e r unter dessen Persönlliche-r Leitung stcnt. Der jüdische Pavillon der Internationalen Buchausstellung. In Florenz wurde dieser Tage in Anwesenheit des Königs, der Mitglieder: der Rogicrnng icnlb zahlreicher Vertreter der Gelchrtenwelt die zweite Internationale Buchansstclüung feierlich eröffnet. Diese Altsstellrmg entlhällt einen besonderen Pavillon für jüdische Literatur und Wissenschaft in allen Sprachen. Vertreten sind die bekannteften jüdischen Berlage, wie „Israel" (Florenz), Verlag für jüdische Kunst und Literatur „Rmion" (Berlin). „I-ewii'h Publica tion Society" (Philadelphia), Bulla (Nürnberg), ,/Dtibel" (Warschau) u. v. a. Der König ließ sich in den jüdischen Pavilloit führen und vcnweilte dort längere Zeit. Er ließ sich von dam Orgonffator des jüdischen Pavillons Dr. G l a.ß eingehend inisovmieren. Seine besondere Anfinerksainkeii widmete der König den Büchern und Kunstblättern des Berliner Berlages „Rimon". Der König blätterte tw den Ntemoireu Theodor Herzls und sprach mit seiner Umgebung darüber, daß er vor zwanzig .Jahren mit dein Begründer des modernen Zionismus ein längeres Gespräch hatte, an dessen Einzelheiten er sich noch genau erinnere. Serichtsfaal. Ile verkrachte Halenkreuzbaul. Der vierte Tag des Waldegg-Prozesses. Gestern wuvre der . Prozeß der N o r d i s ch -Oe ft c rreichischen Bank wieder ausgenommen. In Fortsetzung des Zeugenverhöres wurde der Bamneister Rons einvernommen. dessen Firma seinerzeit die Durchführung der Adaptier u n g s a r b e i t e n der Bank erhalten hatte. Im Herbst 1923 gäben ihm Waldegg und van Rohen den Auftrag, den Bau weiter in Regie zu führen. Nach einiger Zeit merkte er, daß die Geldmittel der Bank schr knapp seien. Waldegg beruhigte ihn damals: »Sie brauchen reine Angst zu haben, die Bank hat genügend Geldmittel." Der Zeuge erhielt dann statt Bargeld Wechsel, von denen; w e i zu se 180 Millionen nicht mehr e i n g e g a n g e n sind. Aussteller dieser Wechsel war Waldegg. Die Forderungen oer Firma betragen insgesamt zirka 770 Millionen. Ingenieur Anton Schleptizka trat anfangs 1923 mit der Baick in Verbindung. Er zeichnete und bezahlte Mien iu der Höhe von 50 Millionen Kronen. Ende 1923 wurde er in den Verwaltungsrat, im Mai 1924 iu den Direktionsrat gewählt. Waldegg hat weder dem B erwaltu ngsrat noch der Direktion eine Einsicht in die Gebarung der Bank gewährt, höchstens hie und da aus Höflichkeit. Karl Nowak, Redakteur des „Kapitalisten", sägt aus, ihm wurde ein größeres Inserat, das für zwölf Millionen bestellt wurde, nicht bezahlt. Er hatte deshalb den Eindruck, daß die Nordisch-Oesterreichische Bank an Geldknappheit leide, und machte den Generaldirektor Waldegg aus die englische Gruppe R e a d m a n aufmerksam. Im Laufe der Besprechungen mit dieser Gruppe wollte diese zuerst den Status der Bank kennen. Waldegg machte jedoch Schwierigkeiten; es war chm nur um die Beibehaltung seiner Stelle als Generaldirektor zu tun. Deshalb tvandte sich der Zeuge an van Rohen und führte die Verhandlungen mit diesem lveiter. — Franz Karl Wagner, Vorstand der Wechselstube der Nochisch-Ovsterreichischen Bank, sagte aus: Im Som- Mitteilunsen aus dem Publikum. Wiedersti Hebent |<im ßtiret u: Orig, franz. Zlgarellenpaplsr EixJ mm.m.m DU jchonslin OPANKEN (Fliohlichuhi) in allen Farben und Kombinationen L 27 Soliilllfig nur im Schuhhaus Ul Wien, I., Tuohlauben Nr. 16 Erstklassige Fussbekleidung zu besonderen Preisen. RUDOLF GOLDSTEIN ist nicht nur anerkannter Talar-Schneider, sondern auch erstklassiger Hcrrcn-Schneider für feine Massbcklefdung Wien, II., Taborsirasse Nr. 54 _Telephon Nr. 45-6-29_ HEUTE, 7 Uhr abends (Bei ungünstiger Witterung tuergen Sonntag) i°m«r Riesenfeuerwerk der Sirius A.a0.f Wien, am Sport platz Hohe Warta untar dar Lallung dar Brlldor Plnlo aus Neapel mit gänzlich neuem Programm, 200 grosse Raketen, über 200 m Fronten Vorher Militarkapelien-Monsterkonzert I. R. 8 Restliche Karten und Stehplätze nur an den Kassen: Hotel Union, Lieben* bergdenkmal, Schottentor, Börse, Nussdorferstrassenkreuzung (vor dem Viadukt) und ab halb 7 Uhr Hohe Warte. WARNUNG , Das P. T. Publikum wird aufmerksam gemacht. Programme nur bei den Platzanweisern am Sportplatz aalbat zu kauten, da alles andere Schwindel ist. Zufahrt nur Holllgonatfldterstraaaa und Hohe Warta, Wegen* aufato llung i Sllbergaase und Nolllgonstädtarstrassa. mer 1923 war die Konftmktur sehr schlecht. Es fanden größere Angstabhcbungen statt, hingegen keine neuen Einlagen. Trotzdem wurde mit den kostspieligen Adaptierungsarbeiten »esahren. Diese Ausgaben wurden mit dem Erlös der tenverpfändungen bestritten. Schließlich mußten , er und der Effsktenkassier den wahren Stand der Effektenkassa vor Waldegg verheimlichen, damit er nicht alles weg-, schaffe. Der Staatsanwalt verliest aus den Akten ein Zirkular, durch das die Kommittenten der Bank durch die 'Wechselstube ausgofordert tverden, mit Rücksicht aus die veränderte Bövsenlage ihren Effektenbesitz bei der Bank fachmännisch begutachten zu lassen. Auf Grund dieses Zirkulars sind neuerlich Effekten bei der Bank deponiert worden und. Waldegg verfügte die Verpfändung auch dieser Effekten. Kürze Zeit vor dem Zusammenbruch der Bank zahlte em Kommittent einen größeren Betrag in Dollar ein ttad bekam einen ungedeckten Scheck aus Amerika. Ich habe den Herrn Waldegg und mehrere Direktionsräte gewarnt, so etwas zu tun. — Staatsanwalt: Ein Wa'ldvgg und Verivältungsräte wie diese ^>a können so otwas doch tun. (Heiterkeit.) — Bors.: Haben Sie die Direktion ans. den schlechten Stand der Bank aufmerksam gemacht? — Zeuge: Oft und oft. General yuffurek and Herr van Rotzen sagten aber immer, ich solle n:cht aufgeregt sein, die Bank wird sich unter allen.Umständen hrlten.. Robe-r.t Stein, der Gründer und Drre§or der Hornng-A.-G. sagt aus, daß die 2lktien dioses Unternehmens gar keinen Gegenkvartswert, vielleicht einen ZukunftSwert beützeit: — Vors.': Aber Waldegg hat sie mit 8M0 K. ln die Bilanz eingestellt? — Zeuge: Das ist mir unbegreiflich,^er hätte es höchsmis nrit -200 K., dem Entissionskms, tut dürfen. — — Vors.: Wie steht die Hotung' heute? — Zeuge: Die Gesellschaft bestühe weiter, sie »nacht alber keine Geschäfte. — Staatsanwalt: Also nur wegen der Kanzeifion? Ta feilte nran das Wohimngsamt ausmevksain machen. Der nächste Zeuge ist Oskar Reichel, ein ehrutaliger Offizier, jetzt ZentvaGirekwr der Salzburger Kttnstfilmaktjen- Mellschast, wurde später Verwaltunspat der Nordisch-Oestarverchffchen Bank. — Vors.: Sind Sie Fachmann aus dem Gebiete des Films? — Zeuge: Keine Spur. — Staatsanwalt (qunl Angeklagten): Sie verstehen nich.s vom Film, Ihre Vevwaltungsräte verstehen nichts davon und der Herr Reichel verficht auch nichts davop. Und trotzdem l>a>ben Sie das Untevn'chmen erwovben. Das ist doch der höchste Leichtsinn. — Obevlandesgevichtsrat i. P. Dr. Kraft war eine Zeirlang Vorstand des RechtsburemtS in der Bank und gibt über veriichieoene Mißistände Auskunft. Der Vorsitzende «mmiiumi hieraus aus einem großen Pa^t eine Reihe von Anzeigen, die kleine Einleger gegen die Leititng der Bank wegen Bevun- IrouMg erstattet l-aben. Eine Frau hgt vor donr Untersuchungsrichter zu Protokoll gegeben, daß sie bei der Bank vier Millionen einleate, ohne m wissen, daß die Bank schon schlecht stand. Ms sie mit der. Potisei dwhte, wurde ihr das Md durch ome Kollekte unter den Angestellten KurÄckerstattet. Nach Schluß des Zengenverhöres stellte der Verteidiger Dr. RoSner abermals einen Bertagungsantrag, «tveil sich die Ze.u>geitaussagen mit den zu Protokoll gegelbenen Aussagen nicht decken, lieber' den Antrag wird hente entschiederr werdet:.. _ Freispruch. Am 11. Dezember 1924 wurde von Wiener Zeituttgen über eine Gerichtsverhandlung gegen den Bäckertneister Josef Frühbauer (Wien. 2. Bez., Davwingasse 33) wogen Ubbertretung des Lebensmittolgofetzes berichtet. DaS Landesgericht für Strafsachen hat nunmehr nach Einvernahme des Vorsitzenden des Gewerbeinspektorats. Hosrates Ehrenhoser, den Bäckermeister von der Anklage wegen Vergehens gegen das LebenSmittelgosetz vechtskräftig fr eigesprochen. DaS Geständnis bei der Polizei. Bor dem Jugendgericht hatte sich eilt 17iähriger Praktikant wegen Diebstahls einer Brieftasche mit einent größeren Geldbetrag zu verantworten. - Die Anklage stützte sich aus ein Geständnis, das der Angeklagte bei der Polizei abgelegt hatte. Bei der Verhandlung widerrief der Angeklagte daS Geständnis und gab an, er habe seine Angaben bei der Polzei nur deshalb gemacht, well der Kriminalbeamte, der ihn einpernahm, ihm artdrohte. er werde lange Zeit in Haft bleiben müssen, lvenn er ' nicht gestehe. Erst vor kurzem, sagte der Kriminalbeamte, sei ein« Frau nach dpeivierteljähriger Hast entlassen worden. Sie h,ibc so lange in Haft sitzen müssen, weil sie geleugnet habe. A k Stiefmutter des Angeklagten gab als Zeugin an. daß ihr Stiefsohn am Polizeikmnmissariat ans ihre Frage gesagt habe, er habe den Diebstahl eingestanden, weil er sonst drei Vierteljahre oder läinter cingcsperrt bliebe. Der Chef des Angeklagten schildert ihn als einen verläßlichen, q e w i s s e n h a f t e n Menschen. Der Verteidiger Dr. P l a s ch k e s wies darauf hin, daß das vor dem Kriminalbeamten abgelegte Geständnis des Angeklagten, das er unmittelbar daraus vor seiner Mutter widerrufen hatte, kein rechtsgültiges sein konnte. Maßgebend sei der Widernis. Bezirksrichter Dr. Kralik sprach ans diesen: Gründe den Angeklagten frei. Die Nichtigkeitsbeschwerde des Mörders Hna verworfen. Der Oberste Gerichtsals KassativnShof hatte gestern unter Vorsitz des Senatspräsidenten Dr. Smolik-Finger das Urteil des Wiener Schwurgerichtes zu übevpvüsen. durch das der 18jährige Otto Hug weg enMordes und Diebstahls zu zwölf Jahren schweren Kerkers verurteilt worden tvar. Hug hat. wie erinnerlich, am 8. Februar d. I. seine Tante, die Schriftstellerin Dr. Herntine Hug^Hellntuth, erwürgt. Der Oberste Gerichtshof verwarf die Nichtigkeitsbeschwerde als unbegründet. Bollswirt. ftantori des „Küttigs der warschauer Schwarzen Börse". (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 31. Mai. Großes Aufsehen erregt hier der Zusaminenbruch „des Königs der Schwarzen Börse in Warschau", G runder g. Durch den Konkurs dieses Faiseurs, der an der Warschauer Börse infolge seiner lvagshallsigen Operationen schon seit ^langer Zeit fccfomtt war, sind auch einige hundert kleine Kaufleute, welche ihm ihre Gelder anvertraut hatten, in schwere Mitleidenschaft gezogen. Der Konkurs Grunbergs wurde durch den größeren Kurssturz in Mtien, der in der letzten Woche an der Börse stattfand, verursacht. G-rünberg, der schon seit einiger Zeit Schlvierigkeiten durchzuinachen hatte und -imr mit Mühe die Positionen durchshielt, konnte diese Dewute nicht aushalten und mußte seinen Konkurs offiziell deklarieren. Bisher sind keine Strafanzeigen gegen ihn eingelaufen. Es verlautet aber, daß einige seiner geschädigten Gläubiger die Absicht haben, die Sache dem Gerichte anzuzeigcu. Es «lstivd befürchtet, daß im Zusammeulhang mit dem Konkurs Grüubergs auch eine Reihe anderer kleinerer SpekulationSfirmen ffich zur Erklärung ihrer Insolvenz genötigt sehen dürften. __ Liquidation der Wiener Lombard- und Eskomptebank. Da die vom Bundesmmisterimn bis 20. d. gestellte Frist wegen der Auslösung der Bank nicht verlängert wunde, nruß die Bank zur Liquidation schreiten, welche in einer am 6. Juni 1925 stattfindenden Generakvensanmflnng beschlossen worden soll. Berg- und Hüttenwerksgesellschaft. In der gestern unter Vorsitz des Herrn Präsidenten Eugene Schneider in Prag äbqchaltonen ordetttlichen Generalversammlung der Berg- und Hüttewoerksgesellschast wurden der Geschäftsbericht, der Rechnungsabschluß sowie der Bericht der Rechnungsvevisoren einstinrntig zur Kenntnis genommen und die Anträge der Verwaltung über die Verwendung des Reingewinnes einstimmig genehmigt. Da die Gesellschaft in ErMung der ihr anläßlich der Nostrifizierung auferlogten Bedingung, ihre Aktien auch mit dem Text in der Staatssprache zu'versehen, bereits den Umtausch der alten Aktien, beziehungsweise Jnterünsscheine für die in: Jahre 1921 erfolgte Kapitalserhöhnnc, gogeu neue dreisprachige Aktien bei der Zivnostenska banka in Prag und der Allgemeinen Lesterreichilschen Bodenkrü)itanstalt in Wien ermöglicht hat. erfolgt die Auszahlung der Dividende von 92 tschechischen Kronen pro Aktie äb Samstag den 23. d. ausschließlich gegen Einlieferung des den neuen dreisprachigen Aktien anhaftenden Coupons Nr. 1 bei der Zivnostenska banka in Prag und deren Filialen in der tschecho-flowakischen Republik undbei der Allgemeinen Oesterreichischen Bodenkreditanstalt in Wien, 1. Dez., Temfaltstraße 8. Die Aktion gegen die Eisenkartelle. In der gestern unter Vorsitz des Delegierten des Verbandes der Eisemnteressenten, Dr. Konrad Graetz, im Hause der Kaufmannschaft stattgefundenen Sitzmtg erklärte zunächst der Präsident des Verbandes der österreichischen Metallwarenprvduzenten. Kommerzialrat B. B u ch w a I d, daß er sich der Aktion zur Verbilligung des Eisens anschließe und diese auch gerne voll unterstützen ivevde. Desgleichen betonten der Vorsteher der Schlossergenossenschaft Schneller und der Delegierte des Vereins österroichrscher Bamneister. Ing. Leixner, die Wichtigkeit einer Verbilligung des Ersens für eine Belebung der Geschäfte. Dr. G r i e n s e v s berichtet hierauf, daß die Aktion bereits bei der Regierung einen Positiven Erfolg pt verzeichnen habe, da im Handelsntinisterimn unter Teilnahme des Gremiums, der Handels- und Avbeiterkamnter eine interministerielle Sitzung, die sich mit der Lösung dieser die Allgemeinheit schiver schädigenden Frage der Eisankartelle befaßte, einbernsen wurde. Bei dieser Besprechung im Handelsntnristerium erfolgte bereits insoferne eine Klärung, als alle Delogierten in der Kartellwirtschaft eine schwere Benachteiliflung des österreichischen Erwerbslebens sahen. Es sei eine Einigung schließlich dahin zustande gekommen, die Nachteile der Kartellwirtschaft durch eine Diskussion aus bvetter Grundlage zu beleuchten und sodann eine energische Abhilfe zu schaffen. Mch Aufllärungen durch Dr. Paneth beschloß das Mtionskomltee über Antrag des Obmannes Max Tandler, die Schäden durch die Eisenkavtelle in einem Memorandum zusammetzznfassen und dieses durch Deputationen den maßgebenden Politikern und, Ministern Zu übergeben. Bevorstehender Währungswechsel in Ungar«. Aus Budapest, 22. -., wird gemeldet: Der Präsident des aus den ehemaligen Finanzministern gebildeten Finanzsenat. Dr. Teleszky, tritt für einen möglichst bald ourchzusührendon Währnngslvechsel ein, wobei er vorschlägt, daß die neue ungarische Gelde'mheit das Aeguivalent von 10.000 jetzigen Kronen seist sollte. Die ungarisch-rumänischen Wirtschaftsverhandlungen. Aus Budapest wird telegraphiert: Die rumänischen Untere Händler, die seit einigen Tagen in Budapest Mrtschcrftsver' Handlungen mrt der ungarischien Regievmva rn der Frage der Stzüng der Potrolourmölle geführt halben, sind „gestern t. Die ungarische Regierung hat den rumänischen rftsdölegierten eine Liste derjmigen Artikel überreicht, fAtvelche Ungarn als Rekompensativn für di« Herabsetzung der Prtrolonntzölle entbrechende Zollbegünstfflungen semn« Rumäniens vevlaugt. Die vunumischen Dolegterten werden dtöse Gegenforderungen Ungarns der Bukarester Regrernug uavterbreiten und voraussichtlich nach Pfingsten wieder m Budapest eintreffen, tun die Verhandlungen womöglich znni Abschluß m bringen.