Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2244 (20.5.1925)
- Date
- 1925-05-20
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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MlkS WrW, MMSoH Wiener MovaenHeituttg. so. mx 1S2S Nr. M Su»ba«. Kke AuSlünderfrage. Das ist zwar kein neues, dafür aber das augenblickliche Steckenpferd verschiedener Vereins- und Verbandsmacher. Die Art der Behandlung des „Ausländerproblems" von gewisser Seite,zeigt wiederum, daß auch im Sport jener begrenzte Horizont gilt, der dre Verdorfung Oesterreichs be- Kveckt. Die Motive der Auslanderfeindseligkeit find: Man nimmt den heimischen Spielern das Brot weg. Nun, man möge die Spieler nur ja nicht so weit bringen, daß sie Fußball Äs ausschließlichen Beruf und sichere Existenz betrachten. Dann: Nationale Meisterschaft. Eine schöne Sache, aber da der Nachwuchs in Wien dank der „Pflege" durch die Vereine statt auf dem grünen Rasen lieber am grünen Kaffeehaustisch zu spielen scheint, bliebe nur der Nachschub aus dem Berglanderbund übrig. Und da würde sich das Publikum, das ja dre Zeche bezahlt, was es für hochstehenden Sport schließlich gerne tut, sicherlich dafür bedanken, wenn ihm für sein teueres Geld „Klassen" aus Mbs, Scheibbs oder Stixneufiedl vovgeführt würden. Es ist «ine Tatsache, daß unser Fußballsport in den letzten Jahren durch Spielerzuzug aus anderen Ländern aufgefrischt wurde und jenes verfernerteNiveau erhielt, das uns im Kampf gegen die stärksten Gegner auf dem Kontinent fo schlagkräfttg gemacht hat. Wir sind nicht im Prinzip für Spielerimport aus allen möglichen Ländern. Solange aber die Verhältnisse bezüglich des heimischen Nachwuchses derart beschämend sind, daß sogar Vereine, denen die zahllosen kleinen Klubs Wiens als Reservoir zur Verfügung stehen, in den letzten Jahren kaum einen vollwertigen Spieler herausbringen konnten, ist es klar, daß vorsorgliche Sektionsleiter auswärts Umschau halten müssen. Uebrigens ist dies ja ein Weg, der allen offen steht. Es wäre wirklich lächerlich, im Fußballsport einen Numerus clausus einführen zu wollen. Wir wollen das Fußballspiel nicht mit Artistentüm vergleichen, aber es wäre dasselbe, als wollte man im Film oder auf dem Theater nur Darsteller zulassen, die hier geboren sind oder die W a b e r s ch >e Optronspraxis glücklich überstanden häben. Dcm' Publikum, das heute für den B e r u f s s p i e l e r s P o r t einen gewichtigen und vielleicht entscheidenden Faktor bedeutet, ist das Beste gerade gut genug. Eine häufige und willkürliche Spielerwanderung, welche eine ruhige Abwicklung der Meisterschaft illusorisch machen würde, soll selbstverständlich durch vernünftige Karenzbestimmungen verhindert werden. Uebrigens werden die Auslandsverbande ihre guten Spieler sich schon zu erhalten wissen. Der Schrei nach der Frsa, den unsere Sportherolde in jeder Frage ausstoßen, kann natürlich auch nur für Karenzbestimmungen einen Sinn haben. Sonst hat es die Fifa wenig zu interessieren, wohin ein Spieler zuständig ist, was übrigens bei dem in den Gebieten der früheren Monarchie in vielen Fällen noch immer herrschenden Chaos oft nicht einmal der Völkerbund entscheiden könnte. So lange hier nicht eine reichliche Anzahl von heimischen Spielern von Qualität zur Verfügung steht, muß nach dem ausländischen Auskunstsmittel gegriffen werden. Die Vereine haben auch so noch Sorgen genug. Wenn man sie nur den paar Dutzend heimischen erstklassigen Spielern ausliefern würde, wären die materiellen Ansprüche der Fußballer noch maßloser, als sie vielfach schon sind. Auf die Dauer wird ohnehin nur ein Masse n res erv oir heimischer Spieler die Frage von AntzÄbot und Nachfrage regeln und eine dauernde Stabilisierung der Gagenverhältnisse bewirken können. Dann wird auch das „Ausländerproblem" von selbst verschwinden. , ( Hat die Vienna gegen Bolton Wanderers lavgiert? Wie uns die Leitung der Men.ua in einer Zuschrift mitteilt» weist der Verein die Behauptung eines gestrigen A b e n dblattes, daß die Döblinger auf Veranlassung ihrer Klubleitung gegen die Encfländer „gebremst" hätten, mit Entrüstung zurück. In dem Artikel Ivar auch davo-u die Rede, daß die Bienna-Leitung vor dem Spicke gegen die Bolton Wanderers die eigene Mannschaft mit finanziellen R epres,salien bedroht habe, falls die Spicker nicht „entsprechend" fair spielen sollten. -Und zwar sei von einem Gagenabzug von 50 Schilling die Rede gewesen. In der Zuschrift erklärt die Vienna, daß BnndeskapitÜn Meisl zum Schutze der Döblinger angeordnet hat, daß sich das Kontroltkomitee von der HäMoisvgkeit der Bchamp düngen überzeugen möge. — (Anm. d. Red.: Unsere Ansicht über diese „Affäre" ist, daß die Vien na-Mannschaft zwar keineswegs hart, jedoch ehrlich gespickt hat. Die Döblinger waren 'damals gegenüber der überlegene n Spickweise der Engländer in der ersten Hälfte geradezu zur Passivität verurteilt.) Hakoah hat noch vier Meisterschaftsspiele auszutragen, und zwar «egen Slovan, Simmering, Sportklub und W. A. C. Die ungarische Auswahlmannschaft für den morgen in Budapest stattfindenden Länderkampf gegen Belgi>en wurde folgendermaßen aufgestellt: Fischer (Vite); Fogl 2, Fogl 3 (beide U. T. E.); Weber (Törekves), Sandor (F. T. C.). Nadler <M. T. K.); Razso (Ekszeresz), Takacs (Basas). Orth (M. T. K.), Jeszmas (U. T. E.). Jeny (M. T. K.) Man glaubt in Sandor, der jüngst gegen die Boltons hervorragend spielte, den langgesuchten ungarischen Mittelläufer gefunden zu hüben. Das erste Spiel im Rahmen der Menorah-Konkurrenz findet morgen auf dem Platz des Favoritener Athletiksportklubs statt. Es stehen einander Makkabi und Hagrbor um halb 6 Uhr gegenüber. Der Kapitän des Jüdischen Sportverbandes, Scheuer, wird aus diesen Vereinen -teilweise die Spieler für das jüdische Team, das an: 31. d. gegen Makkabea in Bratislava antritt, zufammenstellen. Fußball und Fremdenverkehr. In der Presse-koufereuz zur Hebung des Fremdenverkehres dankte gestern der Handels- Minister Dr. Schür ff den: Oester veichischen Fuhbalkbund für das durch Kapitän Meisl gestellte Anerbieten, auf den Reisen österreichischer Fußballmannschaften zu ausländischen Wettspielen Werbematerial mitzuführeii! und unter deren nach vielen Tausenden zählenden Zuschauermengsn Verteiler zu losten. Schwimmen. Von dev Hakoah - Schwimmsektron. Die Wettbewerbe zum W. A. S.-Mceting im Polizeistrandbad beginnen Samstag den 23. d. um 4 Uhr nachmittags. Am Samstag Wasserballspiel der Jungmannschaften und Klassenschwimmen. Am Sonntag Entscheiduug im Wasserballcup und den übrigen Bewerben. Die erste Mannschaft spielt in folgender Aufstellung: Guth, Rübinstein, Reich, Reiser, Rofenblat-t 2, Flesch, Ehrenkranz. Ersatz Beck. —Trotz des Feiertages findet am Donnerstac; das Training der Schwimmzektion um halb 7 Uhr abends in beiden Hallen des Dianabades statt. Ausgabe der restlichen Karten für das Militärstrandbad. Gäste willkommen. Trainingsgelegenheit mit erstklassigem Trainer und unter ärztlicher Aufsicht. — Die Hakoah hat auch heuer zwei Kabinen im Militärstrandbad gemietet. Das Bad ist derart gut gelegen, daß jeder noch nach Gefchäftsschluß den erquickenden Genuß eines Bades haben kann. Wir sind gerne bereit, de« Mitgliedern jüdischer Körperschaften, die keine eigenen Kabinen haben, Gastrecht bei uns zu geben, und ihnen dieselben Recht« wie unseren Mitgliedern «inzuraumen. Preise der Karten für die ganze Saison: für Zöglinge 5 Schilling, für Erwachsene 3 Schilling. . _ Sonett. Dev Kampf Breltenstvätev—van dev Veev —> eine Schiebung. Beide Boxer disqualifiziert. Berlin, 19. Mai. (Wolff.) Die von der Hauptversammlung der deutschen Faustkämpfer eingesetzte oberste Boxbe- Hörde, die sich mit dem letzten großen SchwergewichtSkampf Dreitensträter—van der Beer beschäftige, faßte den Beschluß, daß das Kampsresultat aufgehoben wird. Die beiden beteiligten Boxer haben je 6000 Mark Strafe zu zahlen. Der Holländer van der Beer wird auf ein halbes Jahr für Deutschland disqualifiziert. Bveitensträter wird auf drei M o n a 1 e für Europa disqualifiziert. Dem Manage^ Breitensträters wird für -das Jahr 1335 die Lizenz entzogen. Breitensträter sind nur die Ausscheidung gegen Diener; und im Siegessalle der Meisterschaftstampk mit Samson K ö t« ner erlaubt. Die vom Manager van der Beer getätigten Verträge werden für das Jahr 1825 von: Verband deutscher Faustkampfer nicht anerkannt. Dem Ringrichter Doerrtz wird für das Jahr 1925 die Lizenz entzogen. Labm'temlv. Oesterreich schlägt Irland in Davis-Cup 4:1. Gestern fanden die Schlußkampse statt. Interessant gestaltete sich das Zusammentreffen Salm gegen Melvouriie. Salm siegüe 8:10. 4:6, 7:1, 8:6, 6:1, Mckbourne spielte besser, stand aber vq- Tempo nicht durch, _ zutttet». Jüdischer Turnverband. Heute um halb 8 Uhr abends findet im Sitzungssaal des Turnvereins Makkabi, 9. Bez., Liechtensteinstrabe 20, eine äußerst wichtige Besprechung der Turnwarte und Obmänner der jüdischen Turnvereine statt. Das jüdische Gymnasium in Budapest veranstaltet Sonntag den 24. d. vormittags auf der alten Millenaris-Bahtt ein Tnrufelst zu -wohltätigen Zwecken unter Mitwirkung der B. A. C.-Tnrner. Die Vergnügungssektton des Jüdischen Turnvereins Döbling veranstaltet heute Mittwoch i-m Terrafsencafe Hohe Warte Nr. 7 (Collin-i) einen Bunten Abend -mit, anschließendem Dan-. B^i'-'.-n halb 9 Uhr abends. > Aus den VeveinerL Hakadur. Die Mitglieder werden neuerdings auf deck am Samstag den 23. d.. im Cafe Metropol, 9. Bez., Berggasse 35, stattfindenden' Bortrag des Herrn David Nebenzahl über „Zionismus und Sozialismus" aufmerksam gemacht. Gäste sämtlicher jüdischen Vereine herzlichst willkommen. Beginn 8 Uhr. Anschließend findet die Spielerverfammlung und Aufstellung von zwei Mannschaften für Sonntag statt. H e ch a w e r. Heute um 8 Uhr Spielerverfammlung im Restaurant „zur Praterfe-e", Hauptallee. Vorher LeitungSsitzung. Nachher Aufstellung von zwei Mannschaften für Don? nerstag. I. A. C. Heute um 8 Uhr Spielerverfammlung der Damenhandballsektion. Morgen Donnerstag Training auf dem Libertas-Platz. L i 4 a n o n. Heute ab 2 Uhr nachmittags Training aller Mannschaften auf dem Taubstummen-Platz. Um halb 9 Uhr abends Spielerversammlung. Die heute zur Versammlung nicht Erscheinenden werden von der Fußballfenion gestrichen. Um 10 Uhr abends Aufstellung für morgen. ■ Sion. Heute -um halb 8 Uhr SP ielerversammlung int Klubheim. 2. Bez., Glockengasse 30. Um halb 9 Uhr a-bendtz Ausschußsitzung. s Theater von heute M Birstbeater: Beer Gynt HladeaUtlteater: Weg im Nebel Stiatsoper: Othello _ Dtntscbts Uolkstbtater: Die Schlacht bei Waterloo Clteater iti derjoiefitadt: Gesellschaft aalmmid-tbeatcr: Antonia Ir» Haflttuers|tiel(t Jmna, die Lastergrube — Wie werde ich meine Frau los? KJr.Stadttfteattr (Gastspiel Mme. Simone): La Parisienne' R<«aJ$sa»cebabn«: Von Tisch und Bett Ctltfspieltbeater: Die Frau des Debütanten wiener RvmöiNeuhaus - Die große Trommel Barl'Cftfater! Frauenträume um Mitternacht tteater au der Uttea: Der Orlow lltt. LSrgertdeater: Gräfin Mariza 3ti).-$ttailts-tlttaur: Die große Unbekannte RoUadbähne: Rund um den Atittelpunkt Ißdisede Sßvae (Hotel Stephanie, ll.Taborstr.12): Die beiden Knne Lemel RltitUt Cll«am: Ja oder Nein? 7 '/-8 V.8 V,8 V,8 10 V.8 8 8 V.8 8 V,8 V-8 V,8 8 8 8 Öcuiäriüin Wien, I. 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