Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2244 (20.5.1925)
- Date
- 1925-05-20
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerieb Söt 3®fettc* MorAenzekkunk 20. Mai 1923 Nr. SSA Gerichtssaal. Ae Seneralsbank des Feldwebel«. Die „Geschäfte" -er Rordisch-Oesterreichischen Bank. Zu Beginn der gestrigen Verhandlung gab der Vorsitzende Hofrat.Dr. Dörr bekannt, daß der Antrag der Verteidigung auf Vertagung der Verhandlung, dis das in Schwede befindliche Verfahren gegen die übrigen Funktionäre der Nordisch- Qesterreichischen Bank geklärt sei, vom Gerichtshof ab gelehnt worden sei. Dann ' begann die Zeugen einvcr- « a h m e. Die Generalr aisgatt in Helene Neubauer gab an, daß Waldegg eines Tages bei ihr und ihrem Mann im August in Hofgastein erschienen sei. nur sie zu Einlagen in die Nordische Bank zu animieren. Schließlich hätten sie in Wien 60 Millionen knapp vor dem Zusammenbruch der Bank eingelegt. Die Zeugin schließt sich mit diesem Betrage dem Strafverfahren an. Der Ausgleichsverwalter der liquidierenden Bank, Dr. Moritz Weißweiler, sagt aus: Die Bank hatte von Anfang an mit G c l d s ch w i « r t ö I c i t c it zu kämpfen. Sie hat keine guten Geschäfte gemacht, dafür aber große Auslagen für Adaptierungen. Es war ein unverhältnismäßig großer Beamtenstand da. Die Bank war eigentlich schon im Jahre 1923 passiv. Im Jahre 192-1 hat sic dam: die Depots versetzt. Das Ausgleichsverfahren wurde am 9. Oktober eröffnet. Mr Zeuge sagt: Die Verhältnisse, die ich vorfand, waren trostlos. Von allen Seiten drohten Exekutionen. — Dr. Fan 1 l (Privatbeteiligtenvertreter): Wer wird für die Schulden des Syndikats aufkommen? — Zeuge: Das steht noch nicht fest. — Dr. Fantl: Also niemand. — Verteidiger Dr. Rosn e r: Wie viel Bargeld tvar am 9. Oktober in der Kasse? — Zeuge: 9!icht ganz 500.000 K. — Der Zeuge, Buchsachverständiger Mühlberg er, sagt, daß das Unternehmen den Todeskeim schon bei seiner Gründung im Jahre 1922 in sich getragen habe, weil es Berwaltungsräte und Direktoren hatte, die zu diesen Geschäften keine Praxis und keine Eignttng besaßen. Die meisten Geschäfte waren sogenannte Insichgeschäfte. Der ganze Betrieb war darauf angelegt; einem bestimmten Kreis der Bevölkerung djg Ersparnisse abzunehmen und zu verprassen. Der Zeuge bezeichnet dann unter anderem das Syndikatskonto als ein Unikum. Aus die Frage des Verteidigers Dr. Rosncr, was der Zeuge für feine Tätigkeit als Sachverständiger gezahlt bekommen habe, antwortet dieser: Bis jetzt keinen Heller. Ich werde mir aber auch eine Frage erlauben: Von wem bekommen Sie das Geld für die Verteidigung? (Lebhafte Heiterkeit im Auditorium.) Dam: wurde der frühere Landesverteidigungsminister Feldmarschalleutnant Czapp-Birkenstätten als .Zeuge einvernommen. Er gibt an, er habe im September 1921, als er im Begriffe tvar, sich dem Bankfach zuznwenden, die Bekanntschaft des Otto Waldegg gemacht. Er erklärte diesem. daß er zwar im Bankfach nicht versiert fei, jedoch mit wenig Kapital und mit seinen Verbind» n g e n bei den Zentralstellen sich für die Bank n ü tzlich machen könnte. Waldegg ersuchte den Zeugen gleich, der zu gründenden Bank bei Erlangung der Konzession behilflich zu sein General Ezapp erklärt, sein Debetsaldo habe am 1. Jänner 1924 nur 7,2 Millionen ausgemacht, die er voll bezahlte. Später wurden -ihm aber Aktien'in solcher Menge zu ge wiesen, daß er dagegen protestierte. Dadurch sei sein Debetsaldo auf 342 Millionen augeschwollen. Ten nächstei: Zeugen, Karl H u s s a r e k, der im Kriege Kommandant einer Truppelldivision und zuletzt Generalmajor war, inacht der Vorsitzende aufmerksam, daß er auf Fragen, die ihm Schande oder Schaden bringen könnten, nicht..zu antworten braucht. Der Zeuge erzählt, daß er Waldegg erst im Frühjahr 1952 kennengelernt habe, als er die Gründung einer ch v i stliche u B o l k s b a n k plante. Er habe zu Watdegg als dem einzigen Fachmann im Bankwesen volles Vertrauen gehabt und erst nach Eintritt der Katastrophe sei er zur Ueberzeugung gekommen, daß er einem Unwürdigen fein Vertrauen geschenkt habe. — Der ehemalige Minister für soziale Verwaltung Doktor Franz Pauer war in seiner amtlichen Stellung, als er nach seiner Ministerschaft wieder als Sektionschef in das Ministerium zurückichrtc, Verwalter des Wohn- und Siedlungsfonds. In dieser Eigenschaft trat er -mit der Bank in Verbindung. Schon in seinen polizeilichen Angaben, die der Vorsitzende verliest, hatte er ausgesagt, daß er immer den Eindruck gehabt hübe, daß sich Die Bank eine korrekten Geschäftsgebarung befleiße. Dieser Eindruck wurde noch verstärkt, als er hörte, daß sich Generaldirektor Waldegg fti keinerlei Frankenspekulationen eingelassen habe. Pauer. der seit,dem Jahre 1923 im Berlvalkungsrat der Bank saß, legte diese Stelle am 30. Mai 1924 nieder, wurde aber am 27. Juni wieder gewählt. Im September habe er noch von einem Minister erfahren, daß alles in Ordnung sei. Dey Zusammenbruch der Bank kam daher für ihn ü b e rr a s ch e nd. — Vor s.: Wie war es mit dem Wohn- und Siedlungsfonds, von dem ein Teil in der Oiordisch-Oestervcichischeu Bank eingelegt wurde? — Zeuge: Es hat sich zuerst um eine langfristige Einlage von 1,5 Milliarden gehandelt und dann um laufende Gelder in der Höhe von 1.3 Milliarden. — Vors.: Was war es mit dom Propagandasouper? —Zeu g e: Es hat sich damals darum gehandelt, gewisse intelligente Kreise des christlichen Mittelstandes zu gewinne». Regierungsrat Ernst Berner sagte über die Fusion der Grazer B e r e i n s b a n k mit der Nordisch-Oesterreichischen Bank aus. Er spricht mit großer Erbitterung über das Vorgehen .des Angeklagten, der das blühende Grazer Institut in das Verderbe n gerissen habe. Der Schwede Ejnar Lind gibt an, er sei durch seinen Landsmann Lago Lenquift mit dem Komitee zur Gründung der christlichen Volksbank in Verbindung getreten und wurde sofort zum Verwältungsrat gewählt. Im wesentlichen deckt sich seine Aussage vollkommen mit der des Generals Huffarek. Von der Geschäftsführung der Bank weiß er nur so viel, als ihm Waldegg sagte. Der Zeuge gibt an, daß er den Schwedenfvnds, der eine Höhe von 1,3 Milliarden erreicht hatte und aus Sammlungen, die in Schweden mit.der Bestimmung, kranke Kinder in einer Anstalt in Perchtvldsdorf zu pflegen, veraustaltct wurden, bestand, in die Bank eingelegt hübe. Im Juli 1924 war er beunruhigt und kündigte einen Teil der Einlage, wurde aber vertröstet. Und int August erklärte ihm Waldegg dezidiert, daß das (yeld absolut nicht gefährdet und die Bank a k t t b sei. — Staatsanwalt: Wieso wurden Sie Verwaltungsrat? Aus Grund der 25 eingezahlten Aktien jedenfalls nicht. — Zeuge: Durch Lenauist, weil ich von Anfang an -da'bei war. — Staatsanwalt: Wann haben Sie den Schwedenfonds eingebracht? — Zeuge: Später, 1923. — Staatsanwalt: Also hat man damals erhofft, daß Sie ihn embriugen werden. Sie stehen im Debetsaldo mit 662 Millionen. — Zum Schluß wurde noch der gewesene Direktor-Stellvertreter der vioroifch Oesterreichischen Bank, Danzer, einvernommen, worauf die Verhandlung abgebrochen wird, um heule mit dem Verhör des Generalkonsuls van Rojetzt fortgesetzt zu werden» »olkswirt. NeerfteWienerGrotzbaiikbilanrlM. Der Jahresausweis der Meberösterreichifchen Eskomptegesellfchaft. Einer jahrelangen Tradition folgend, übergibt heute die N i e d e r ö st e r r c! ch i s ch e E s ko mp t eg e s eIlq ch a f t als erste Wiener Großbank ihre Bilanz der Oeffeirtlichkcil. Die einzelnen Brlanzziffern sind trotz des Kriseujahres noch immer in ihrer Größe imponierend. Es zeigt von der äußerst vorsichtigen und voranssehenden Leitung, welche diese Bank seit jeher anszeichnet, wenn die cinzelnen Zahlen der Bilanz nur in wenigen Poisteu eine Verminderung gegenüber dein Vorjahre, in den meisten Posten aber weitere Steigerungen zeigen, und wenn die Dividende trotz des Kriseujahres dieselbe geblieben ist. Zum Verständnis dieses Resultates dienen am besten die Erklärungen Direktors Maxim Kraßiiy-Kraßnien. des Vorsitzenden der Direktion, folgenden Inhaltes: Wenn das vorige Jahr der schwersten Krise, welche nur mit dom Krisenjahre 1873 verglichen werden kann, nicht dieselben ungünstigen Folgen wie das Jahr 1873 zeitigte und nicht zum Zusammenbruch der Wirtschaft geführt hat, so ist dies in erster Reihe bcn Hautebanken zu verdanken. Sie haben, von keiner Seite — weder von der Regierung noch von sonst jenrand — unterstützt und aus sich selbst angewiesen, dieses Resultat erzielen können, weil sie an ihrer seit langem angefenldeten Geschäftspolitik fest gehalten haben, die es ihnen ermöglicht hat, die Kriegserscheimmgen zn überwinden, die Folgen der Nachkriegsjahre zu ertragen und gegen die furchtbaren Folgen der Wirtschaftskrise des letzten Jahres einen Schutzdamm auszurichten. Dies kommt auch darin zum 'Ausdruck, daß es möglich gewesen ist, eine Dividende wie im Jahre 1923 zur Verteilung zu bringen. Man muß die Bilanz nach den gegebenen Verhältnissen beurteilen. Wenn man die einzelnen Ziffern der Bilanz detailliert betrachtet, so zeigen sie nicht nur, daß der innere Kern unserer Volkswirtschaft gesund ist, sondern auch, daß die Hautcbauken im Innern so gestärkt sind, daß sic über diese furchtbare Krise ohne jede Beeinträchtigung hiuwegkommen konnten und nunmehr ihre Situation ruhig klarlegen können. Die einzelnen Bilanzziffern. Bilanz-Konto. Die Aktiva betrugen: Kassa K. 138.406,798.200; Wechsel K. 190.244,649.700; Effekten K. 52.944,454.600; Einzahlungen auf Konsortialgaschäfte K. 295.747,105.100; Kommanditeinlagen K. 775.500; Debitoren K. 2,355.169,014.400; Realitäten und Mobilien K. 100; Summe K. 3,041.513,397.600. Die Passiva betrugen: Aktienkapital K. 1.250,000.000; Reservefonds K. 4.008,708.200, Außerordentlicher Reservefonds K. 24.123,000.000, Kapitals-Reservefonds K. 168.401,076.800, zusammen K. 214.532,785.000; Reserve für die Errichtung eines Pensionsinstitutes K. 6.070,000.000; Pensions'fouüs K. 181,601.700; Max - Feilchenfelo - Fonds K. 508,451.300; Sicherstellungsfonds der Krcditinhaber K. 663.300; Kreditoren Ä. 2,669.094,104.900; Kassascheine und Einlagsbücher K. 87.323,111.300; unbehobene Dividenden K. 227,215.400; 'Reingewinn K. 61.216,291.400, zuzüglich Gewinnvortrag vom Jahre 1923 K. 1.109,473.390, zusammen K. 62.325,404.700; Summe K. 3,041.513,397.600. Gewinn- und Verlust-Konto. Ausgaben: Personalauslagen K. 49.897,7-52.500; Pensionen und Pensiouszulagen K. 4.339,237.200; Sposen Ä.' 9.406,160.800; Steuern und Gebühren K. 64.844,076.500; Reingewinn K. 61.216,291.400, zuzüglich Gcwiimvortrag von: Jahre 1923 K. 1.109,173.300, zusammen K. 62.325,464.700; Summe K. 190.812,691.700. ' Einnahmen: Gowinnvortrag aus dem Jahre 1923 K. 1.109,173.300; Zinsen K. 71.147,498.000; Provisionen K. 84.288,903.800; Gewinne an Devisen, Effekten- und Konsörtlalgeschästen K. 34.200,865.090; Erträgnisse der Realitäten K. 66,251.600; Summe K. 190.812,691.700. Im B e r h ä l t u i s zum Vorjahr ha'ben sich die Kasseilbestäilde um 31.549,839.100 K. vermehrt. Diese großen Bestände sind notwendig gewesen, da die Barmittel »folge der Krise zufamulengehalten werden mußten. Aus demselben Grunde hat sich auch die Höhe Vor Wechselsuinnle imt 65.998,972.300 K. vermehrt. Das Effekte nportesenille weist eine Vermehrung um 9.895,427.100 K. auf, da im Lause des vergcmgeuen. Jahves die Papiere der nahestehenden Konzerniudustrien an der Börse aufgonviil-men wurden. Hingegen 'Ija-bcn sich die Konsortiälgeschäste um. 1.370,025.700 K. vermindert. Dies ist darauf zurückzu-führen, daß eine Reihe von Syndikaten realisiert wurden. Die Debitoren haben eine Erhöhung um 510.208/301.800 K. erfahren. Dies ist. Ebenfalls eine Folge der Krise, die eine Reihe von Justitubeil und sonstigen Klieldten veraiftaßte, ihre Kapitalien der sicheren Obhut 31t übeva-n «worben. Bon den Passiven wäre die Steigerung der Reserven um 23,278.036 K. beinevkenswert. Ebenso wie die Debitoren haben auch die Kreditoren eine entlsprechende Vermiehruug um 515.682,514.200 K. erfahren. Fenier haben sich auch die Kassensche'me und Einlagen unl 80.778,M3.7o0 K. echoht. ■■■■■BBS I'M Gewi n u u n d B e r l >u st f 0 it 10 weisen di« Zinsen Ltzne Steigerung um 31.052,667.300 K. auf. Dies ist eineusoits aus den höheren Zinsfuß, andererseits aber auch ans die Ausdehnung des Geschäftes infolge der Vsrmehnmir der Kreditoren und Debitoren zurückzuführen. E!u Teil det Steigerung der Provisionen nur 91.612I96.900 K. ist auf dieselbe Ursache zurnckzufichren. Hingegen halben die Gewinne aue dom Kbnsortialkonto eine Verminderung um 21.747,127.600 K. erfahren. Seine beträchtliche Höhe ist aus die Konsortialbcteilignnig' im Auslande und auf 04elvin'ne uud Devisen zurückzusühren. Arsch die Pevsonalausgaiben halben sich atw 6.107,095.200 K. vergrößert. Dies hat seiue Ursache in der Erhöhung der Gehälter und AbsertigurMN. Hmgegen halben die Spesen infolge der 'Nichtinaufpruchnahure von Uckberstunden rtsw. sich um 3,010.937 K. veLumndcrt. Eine beträchtliche Erhöhung hat das Steuevkonto um 45.293.838.800 K. erfahren. Diese Erhöhilirg beruht in erster tlieihe darauf, daß die 'Niedevösterreichische Eskomptsgesellschas! iir vorbildlicher Weise uur die bereits geleisteten Stouevn in ihrer Bilanz ausidhrt. Der Reinertrag hat eine Verminderung nur 4.524,431.400 K. erfahren, was aber mit Rücksicht auf das 'große Revirement der Bau? als giolnllich rriodrig an,gesehen werden muß. Anr Schlüsse seiirer lichtvollen Ausstihrnugerr betonte Direktor Kraß n y nochmals die Löliensfähigkeit Ovsterreichs und daß Aktionen der Politiker, wie die Aufwlluug des Anschlußgedaukens u>sw., der wirtschaftlichen Entwicklrlri,g Oesterreichs rurr schaden köirneu. -1- Die irr der heutigen Sitzung des Verwaltungsrates der Niederösterreichischen Eskomptegosellschaft vorgelogte Bilanz für dos Jahr 1924 ergibt einen Gewinn vor: 61.216,291.400 gegen 65.740.722.800 K. im Vorjahre. Der Verwaltuugsrat hat beschlossen, der aut 3. Juni 1935 stadt'findenderr Generalversammlung vorzuschlagen, zunächst die Reserve für die Errichtung eines Pensionsinstituts gleich wie im Vorjahre mit 5.000,000.000 K. zu dotierell, eilte Dividell.de Volt 15.000 K. pro Aktie (ebenso wie im Vorjahre) zllr Verteilltitg zu 'bri,ltgen, dam ordentlichen tliafervcsoilds statntcllinäßig 3.060,814.500 K, (gegen 3.287,036.400 K. im Borschre) zlizuführeir, schließlich 2.080,352.400 K. ans neue Rachnmtg vorzutragen. E Sefterreichische Waffensabrikr-Gesellschast. Stet Berwalbungsrat der Oesterroichischeu WaffenfaörikSgesellschast hat iir seiner anr 19. d. abgchalteuen Sitzung die Bilailz des Geschäftsjahres 1924 sestgestelft. Dieselbe lveisl zlizüglich des Gewiienvortrages ex 1923 ein Erträgnis von 12.-195,269.107 K. 60 H. aus. Der Ve-rwalduldgsrat beschloß, der für den 9. Julli dieses Jahres anbevaumteu Generalversanlilliltlig die Verteitpng ciiler Dividende von 4000 K. Aktie (gcgell 3000 K. im Vorjahre) vorzuschlagen. Die Erledigung des Goldbilanzengesetzes. Wie Muistei a. D. H e i ll 1 gestern abends in einer am Nenlbau gehaltenen GÄverbetreibelldenversanml'lulig mitteilte, wird das Goldbilmrzengesetz, m,f dessen Erledigltug die bürgerlichen Parteien größteil Wert logen, iloch vor Pfingsteil vorn Nationalrat verab>schrodet tverden. ' Verhandlungen über „Natao". Die Verhandlungen über die UlÄurnahlne des Aktienpaketes, das sich in den Händen der Depositenbank inlD der Export- und, Jndustrisbank.befindet, sind noch!licht abgeischlossen. Die Avbeiterbarvk, die dieses Pabot überlrehmen soll, ' zögert nrit der Pevfottionierung, des Ge- 'schäftes. Wie die „Finauznachrichterr" erfahren, liogen bis Gwinde dieses Zögerns veunrntllich darin, daß die Sozialdelllokrateu, die die Barrk leiten, befürchten, durch dieses ,Gelschäft zil großen politischen Zugeständnissen Rußland gegenüber gezwungen zrr werden. Jur Falle einer günstigen Abwicklung der Berharldluingen wird die, Arbeitepbank über 50 Prozent des gesüllntell Aktiellpaiketes verfügen. Donnerstag — ein Werktag. Das Gremimn der Wiener Kausniallnschaft teilt mit, daß der kommelwe Donnerstag weder gesetzlich noch kollektivvertraglich als Ruhetag gilt und daß demnach illaugels irrdividneller gegenteiliger Bereinibarung an dieseiu Tage die Werktagsbestimmungen gelten, insbesondere also arlch die Engrosrnld Detail,geschäfteladenschlußbestim--. llllulgen wie an Werktagelr Anwendung finden. Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren wurde eröfstrej über: die Firma Theodor I. T r a m b a u e r, Seifensieder, Wien, 10. Bez., Pernerstorferstraße 49, und die öffentliche« Gesellschafter Eduard T r a m b a u e r, Karl Trambaue, und Josef Keck. Die Aktiven betragen 751 Millionen, welche« Passiven in der Höhe von IV« Miilliarden gegenüberstehew Es werden 35"/^ in elf Monatsrateil angeboten; Ing. Wilhelm B e s s e r d i ch, welcher das Giro für den Ausgleich der insolventen Jnzersdorfer G. m. b. H. übernornnien hatte. Die Aktive« betragen 15 Millionen. Die durch die Girottbernahme entstandene« Passiven belaufen sich auf 444 M llionen. Es wird die Leistung einer Soltdarquote von 35«/, beantragt; reg. Firm« R 0 g e r L Co., 2. Bez., Heinestraße 40, und die offenen Gesellschafter Oskar Roger, Ing. Emil Langer; reg. Firm« Josef Werner, 17. Bez., Hernalser Hauptstraße 78; H a f n e , & Tuchfeld, Wien, 3. Bez., Erdbergstraße 67; Adols U n t e r st 0 i u, Lnstererzellger. Wien, 13. Bez., Schanzstraße 33 - Therese H ö l z l h u b e r, Parfümeriewarenhändlerin, Wien, 4. Bez.. Große Neugasse 1b; Franz und Marie H üb s ch, Gasthausbesitzer in Ellends, Post Bluman; Hans C i h a l, Holzmöbelfabrik in Spitz; Marie W a s k n l, Landesproduktenhandlerin in St. Pölterl. Russische Aufträge für die österreichische Elektroindustrie. Bekanntlich richtet die Sowjetregieruug derzeit ihr Augenmerk auf der» Ausball der Anlageli in ben lraphthareichen Gebieten des Kaukasus. Bor kurzern hat die englische Firma Vickers Lmtd. die Errichtung zweier Fabriken, die Naphtha nach bcn modernsten Nlethoden verarbeiten, itbcritmmueit. Nunmchr ist, wie die „Finanznaihrichtell" orsahrell, aus Rußland lut Woge Devisen Amsterdam.. . 8. Belgrad Berlin.. Brllaael ...»«••• Budapest Bukarest.. London Mailand. New-York. Paris ••*•••• Pr»* Levlsrn- und Valnlenlurse vom 19. Mai 1998. Veld Ware Qeid Ware Französische Noten » . Oeld Ware 285.38 288.35 bOlifl | . 5.1260 61660 S. — 11.5150 11.6660 188.60 180.10 Holländische Noten . . 188.82 168.42 Warschau . 138.10 138.80 187.77 Italienische Noten . , . 28.75 23.86 86.6» 88.60 3.36 36.76 100.— 3.37 Zürich . .. Valuten 137.27 Jugoslawische Noten . . Polnische Noten .... liunidnlsche Noten . . . 11.48 13560 3.3260 ' 14.55 136.60 3.3650 34.46 34.68 Amerikanische Noten . 705 80 708.80 «russische Noten (Hcnnan.) 28.75 28,87 711.86 Belgische Noten .... Schweizer. Noten . . . 136.80 187.80 700.35 Bulgar. Not. ...... Tschecho-slow. Noten . Türkische Pfund-Noten . 21.— 21.12 38.88 38.84 Deutsche Noten . * 168.22 168.22 lÖo’.Ie 31.v2 21.10 englische Noten .... Ungarische Noten . . . 88.66