Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2181 (17.3.1925)
- Date
- 1925-03-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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£ft> 8 Wien. Dien'-iaföfeiter Morzeirzettrmz 17. März 1925 Nr. Sl 8t Gerichtsfaal. .Konditor Ritsch, der Freund der Mrder." Rach der SchwttrgerichlsverhandluiTg gegen Franziska Vruscha erschien in nneni Rachmittagsblatt ein von Doktor Ladislaus Frank nezeichnetcr A.isiatz unter der Ueberschrist: „.>1 o n d i t o r?l i i s cn,? i a v o U n d d e r M v r d e l", der den Satz enthielt.- ..Her'- Hubert Ritsch itcmt> also ni du nur mit dem bct> SJior&c* br;ichtig>eu Meich e. sondern auch mit dem Mörder Br;obo b » f u in Berbinduug, wie er auch mit anderen Bcrbrecher,- in Verbindung stand und steht" Durch diese Publik.it:.'»- ,'ühtte sich Hubert Ritsch in seiner Ehre verlenk und str-ugie drirch seinen Anwalt Dr. M. Reiß gegen den Verfasse > '»er- Amikels, Dr. Ladislaus Frank, die <?hrenbclcidigunai:lage aw lieber die l?rcs;klage wurde gestern vor dem Schwurgc- -ich» unter Borsiv des Hofrates -H o t r e r, der auch im Prm'cbasiroieß die Verbandliing leitete, verhandelt. Der Angeklagte erklärte sich nicht schuldig und sühne zu keiner Verantwortung ans: Er haue als Reporter seines Blattes in der Mordastäre Pruscha pfUchtgnuäß Recherchen gepflogen. Es habe sich heranSgcstellr. daß Hubert Ritsch nicht nur mit Ernst M e i ch e, sondern auch mit Brzobvbaty bekannt »vor. Der Angeklagte bemerkt hier, daß er auch später, nach Abfassung dieses Artikels, eine ähnliche Entdeckung machte: Zcine Recherchen über das Wiener Borleben der Bri'o »nester Mörsern» £>:mi Lederer führten ihn wiederinn zur Person des Hubert R i t s ch. Der Verteidiger Dr. P r e ß bürg c r erhärte, da hder Angeklagte den Wahrheitsbkiveis oder eventuell den Beweis des guten Glaubens tu erbringen wünsche und stellte eine Reibe von Beweisanträgen, so unter anderem: Ladung der Frau Pruscha, des Brzobohatb, der Mutter des Br.zvbohaty, des Sohnes der Pruscha, Firku, Eirivernahme des Birdapeste- Mörderpaarcs Gustav Lederer, darüber, daß sic während ihres Wiener Aufenthaltes in freundschaftlichem Verkehr mit dem EPrivatkläger gestanden sind usw. Der Gerichtshof beschloß, diesen Beweisanträgen Folge zu geben nnd die Sarbe an den Untersuchmrasrichter --rrnckzuleiren. Tie Verhandlung wurde hierauf vertagt Zum Prozeß Straßer. £ Wir erhalten folgende Zuschrift: Mein Klient, Herr BIrseurat Ernst Ztraßrr. wurde von zwei entlassenen Angestellten unehrenhask.r Handlungen beschuldig: und har gegen diese die Ehreirbeleidisungsklage überreicht. Zum Bewoife ihrer Beschuldigungen führten die Angestellten an, daß eine Person, welche au Börsenrat Straßer Schade ne rs a r »nsprüche wegen sinrs A-ktierkaufes gestellt hat. in ihren Rechten verkürz worden fei. In dieser AngelMenbeit hat oereits ein Schiedsgericht einstimmig festgestellt, daß mein Ment vollkommen einwandfrei vorgcgangen ist und auch nicht der leiseste Vorwurf gegen seine absolute Integrität erhoben werden könne. Dies hat auch der Vorsitzende des Schiedsgerichtes.' Herr Chefredakteur Maxi milian Schreier, vor Gericht als Zeuge deponiert. Herr Börsenrat Ernst .Straßer har'gegen die Verbroner der - trogen ihn gerichteten Schmähungen, und zwar gegen die Herren Dr. Isidor Hartmann, Ignaz Schindler und Alexander Zelmanovits» bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Strafanzeige wegen des Verbrechens der'Verleumdung emgsbracht, über welche das Verfah.« en im Zuge ist. Das gegen die Beschuldigten vom Landesgericht Wien zu schöpfende' Urteil wird den" Nachweis erbringen, daß Herr Börsenrat Straßer einer Erpressungs- und Derlenmdunaskampagn>e gegen übersteht. Hiedurch entfällt jedes Interesse meines Klienten an dem geaen die der Verleumdung Bezichtigten anhängigen bezirksgerichtlichen Verfahren. Dies um so mehr, als mein wohlbegründeter Antrag, den Richter für befangen zu erklären, abgcwiesen wurde. Daß alle gegen meinen .Klienten erhobenen Anwürfe nichts sind als haltlose Beschnldioungen. die im Lichte einer sachgerechten und objektiven Untersuchung in sich selbst zusamnlenfallen. wird auch das bei der Wirtschaftspolizei anhängige Verfahren restlos erweisen. Demzufolge wird die vom Be.nrksrichteL Tr. Iellmek für den IS. März J925 anberaumte Hairptverhandlmrg nicht fta-tifirrden. __ Dr. Walter Rode, i Untervermietung und Mietvertrag. Eine wichtige Entscheidung fällte gestern Landesgerichtsrat Dr. Kliemesch (Bezirlögcrichr Hietzing) in einem Kündigungsprozeß -Die Hausbesitzerin Rosa Willert kündigte, den Kaufmann Josef Weiß die Wohnung, teils wegen Eigenbedarf, teils deshalb, weil er trotz der beim Mietvertrag eingcgtngenen Klausel, daß er Teile der Wohnung nur mit Zustimmung der Hausbesitzerin an Untermieter weitergeben werde, ohne diese Zustimmung den Untermieter Alfons P o l l a k in die Wohnung nahm. Das Kündigmtgsbegehren wurde mir der Begründung a b g e w i e s e n. daß der Eigenbedarf nicht gegeben sei, weil die Klägerin das Haus nach dem 1. August 1914 im Crbwege von ihrem Schwager erworben habe und dies kein. Verwandter in gerader Linre gewesen sei. Auch der zweite Kündigungsgrund sei zu verwerfen, weil ein solcher nach dem Mietengesctz nicht als wichtiger Kündigungsgrund anzusehen sei. Trotz der Nichteinhaltung des Zusatzanlrages hat'sich der Beklagte nicht gegen das Mietengesey vergangen. da das Weitervermieten von Wohnräninen nur geeignet sei, die Wohnungsnot zu lindern. Eine Frau, sechs Liebhaber und der elektrische Strom. Heber Anzeige seiner Hausfrau Anna.ft. harte sich der Untermieter Johann B. vor dem Slrafbczirksgericht 1 wegen 2 : r o rp d i e b st a h l s zu derart Worten. Er hatte durch Anbringung ein's Drahtbuge'ls den. Elertvizitätszühler derart präparier», daß dieser weniger Strom anpigte. B. gab zu seiner Verteidiguilt.i an. daß eie Anzeige ein Racheakt seiner Haustrau sei, weil seine Frau gegen sie die Anzeige erstattete, daß ihr, obwohl fie schon '0 Jahrzähle, noch sechs Liebhaber: verkehren. Seine erst A-sährige Frau habe diese Anzeige ..qKiUct, um Mc-urcl) tduU letoft in Verruf zu kommen. Frau .,t.. har diese An;r'gc;un» 'Gegenstand einer Ehre»i'oele.id:gut»»zs- Uage gemacht i?r 1v. baiL&en niemanden etwas ang.'he. Der wca*■■■:>:' d.u »'Vuielitöe Wien, die sich dem Stracherfähren av;.'f eniäne,'daß in Wie»» so viel Sr rorn gest o h l in daß nur die Fälle, in denetk der Schaden nifhf va:.werd.:. .zur Anzüge gebrach: werdeii könne»:. Der Rill''.', rprach den Angektagftm frei, wvil durch die aros^ Zahl a.'r in der Wohnung verkehrenden Personen nicht erwrisÄr sei. daß B. der Stromdieb sei. , «olkrwitt. Ae Leipziger Frühiahnmefle 1»rs. (Von unserem, nach Leipzig entsandten Dr. P. Berichterstatter.) Die ungeheure organisatorische Kraft, mit der sich das Leipziger Messeamt und seine propagandistischen Vorkämpfer für die Zentralisierung und den Ausbau der Leipziger Messe ein setzten, hat auch in bfesem Frühjahr wieder ganz erstaunliche Erfolge gezeitigt. Dem Pressevertreter, der sachkundigste Führung von feite!» >des Messeamtes erhielt, war es kaum möglich, sich in den tvcnigc»» Tagen, tu denen sich das Messelebcn abspielt, einen vollständigen Neberblick über die großen Fortschritte zu schaffen, die gegenüber der letzten Herbstmesse z,r verzeichne»» waren. In der Stadt selbst, »»»»mittelbar vor dem Messeamt, hat der häßliche Hokzbau, der de« schönen Platz vor dem alter» Ratha»»s bisher ausgefüllt hatte, weicher» müssen. Man drang unter die Erde nnd schuf das erste Untergrund-Messehaus der Welt, einen gediegenen und einfach ausgeführten Zweckbau, an dem freilich der r»e!wendige Warenatlfzug ubersehen lvorden war. Jrdenfalls stand am Eröffnungösonntag, dem 1. d., das Untergrund-Messehaus, das bautcchnifch angesichts der kr'rzen AuSführu..gsfrist eine großartige Leistung darstettl, fix unifertig da i:r.b c» f cutc sich zahlreichen Zuspruches der Schau- und Kaufli-stigcn. , Das Bestreben, Innerhalb des große,: Mesicbetriebes und angesichts des Zudranges von über 14.000 Ausstellern, die die diesjährige Frühjahrsmesse zu verzeichnen hatte, gut über sichtliche Soudermessen zu schaffen, die dem Einkäufer rasche Nebersicht und richtige Entscheidung ermöglichen, hat auch bei der Frühjahrsmesse 1926 sich wieder bewährt. An bedeutender Ausdehnung hat die Nahrungs- und Genußtnittelmesse gewonnen. Zum ersten Male tritt die ,F)afiwa" als Sondermesse für Jagd und Fischerei auf den Plar». Die Entwurf- und Modellmessc, die sonst im Festsaal des Neuen Rathauses untergebracht war, hat durch ihre Placierung in der Aula der Universität nicht »rur an »Harnt», sondern auch an Qualität gewonnen »tnd mit Recht den An schluß an dos Krmstgewerbc gefunden, das gleichfalls in de.n unteren Räumen der Universität untergebracht ist. Die neue Reklameniesse in der Akademie vereinig» sämtliche größeren Firmen der Rcproduktionsgraphik n»»d zeigt in einer sehr bedeutenden Ausstellung neuzeitlicher Gebrauchs' graphik nicht nur, wo »»»an am besten Reklamedrucksachcn herstellt, sondern versucht auch eine Lösung des viel schwierigeren Problems, wie der Fabrikant und Kanfmarrn durch geschickte Werbedrucksachen rm bas Publikum am wirksamsten herankommen ka»n». Sonst ist das Bild in der Innenstadt ziemlich unveränderr. Das Faschingstrciben der Sandwich»nä»»ner und das Gebrüll der Ausrufer trägt noch itnmer einen etwas kleinstädtischen Charakter, den n»au bei den» absolut großstädtischen Eindruck, den Leipzig als Messestadt machte langsam überwunden sehen möchte. Mit staunenswerter Energie und durch Ausnützung aller neuzeitlicher» Verkehrsmittel ist die t e ch n i s ch e M e s f e, die heute bereits der Träger der Leipziger Gesamtmesse ist, mit der Messe der inneren Stadt verbunden worden. Bequeme Autobusse führen in wenigen Minuten hinaus auf das Ausstettungsgelände, wo die technische Mesic durch Zübau einer ganzen Reihe neuer und groß angelegter Messehallen, die Unerschütrerlichkeit nnd Weltbedeutung der Leipziger Messe mit unwiderlegbarer und überzeugender Kraft beweist. Was auf der technischen Messe seit dem vorigen Herbst geleistet wupde,. was Arbeit und Energie in» letzten Halbjahr schaffe»» konnte, zwingt zu ehrlicher« Respekt. Die W c r k z e u g m a s ch i n e n m e s s e hat in Halle 9 sich ein eigenes Heim geschaffen, in dem auf mehr als 20.000 Quadratmeter Ausstellungsu»»d Berkehrsflächc Alaschrnen aller Größen nnd jeden Gewichtes untergebracht werden könrte». Man verharrt in ftummern Staunen, wenn man die auch architektonisch bezwingende Reinheit und Schönheit des Baues betrachtet, den sich die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie hier errichtet hat. Mar» beginnt das Wort zu verstehe»», das anläßlich der Eröffn»»ngsfeierlichkeit dieser Halle gesprochen wurde, vor» der „Kathedrale der Arbeit", und steht still vor dem Wunder, das in dein Zeitraun» einer Sekunde Eisenblöcke von der»» Durchmesser eines halben Quadratmeters mühelos schneidet wie eine Laubsägespielerei. Hier und in Halle 11 ist alles ausgestellt, »vas der »nodcrne Werkzeugmaschinenbau an Drehbänken Fräs- und Schleif»naschir»en, Holzbearbeitungsmaschinen und feinsten Spezialmaschinen konstruiert hat. Und immer deutlicher zeigt es sich, daß, was menschlicher Geist erdacht hat, auch geistige Bedienung braucht, das heißt, daß die Maschine der» Llrbeiter nicht ersetzt, sondern daß gerade die hochwertige Maschine airch den hochwertigen Arbeiter, respektive Werkmeister vorarrssetzt. Neben der Werkzeug»nafchi»»er»messe repräsentiert sich auch der bedeute»»d erweiterte Bau der deutschen Schuh- und Leder»»»es fc außerordentlich gefällig, und beweist, daß auch diese Branche immer neue n»»d beffere Qualitäten zu prod»«.- zieren versteht. Bier große Spezialincssen sind zu der diesjährigen Frühjahrsrnejse überhaupt zum ersten Male auf den Platt getreten: Die sehr bedeutende Bra «»»»kohlen»nesse, die in Holle 0 »irtergebrachte Fördern» esse, die un»wälzende Nenernngei» aus dem Gebiet» d»'s Tra»»sport u»»d Förderwesens zeigt, die .»orläusig in einein Zeltban von 10.000 Q»radrat»»»cter untergcbrochte Wärmemesse, die als technische Sonocrnrcsse vollkoinrnc!» geschlossen auftritt, und die G i c ß e r e i st» »h »n c s s e, die sehr ztvecknläßig rnit der Wärmemesse vereinigt erschei»»t n»»d eine übersichtliche Anordnung der l»n Gießereibetrieb betnährten Verfahren bringt. J,»sgesarnt hat die technische Messe an neuer Ausstcll»:ngsfläche 60.000 Quadratmeter gewonnen, und trotzden» ist der Zttdrang an A»»sstcll,rngswerbern noch nicht bcr»»higt. Alle Versuche, die Leipziger Messe uttb ihre Bedeutung für de,» Weltha»»del einschuüren z»» wollen, jchestern an der »n»gebroch»»ener» Kraft nicht nur der de»ltscheu Arbeit, soitdern a»rch an dem großen propagartdistischen Verständnis, das vo»r Seiten der deutschen Industrie und des Handels gerade der Leipziger Messe entgegengebracht wird. Alle Konkurrcuzincssen, die sich in Dcntschland ausgetan haben, können vielleicht als Spczüftvlesse»» gcivisje lokale Bedeut»»!»,g gewinnen, rriemalS aber werde»» sie die überragende Stellung der Leipziger Messe, sür de»» Wclt»narkt erreiche»» kö»»;»en. Cs bleibt dabei ganz ■ ükMttig, ob der geschäftliche Erfolg der Leipziger Messe die : nismeudungen lohnt, die. die Industrie für die Beteilrijurtc, an der Leipziger Messe zu tragen hat. Auch die Lech ziger Frühjahrsrnesse (926 war geschäftlich höchste»»s als „Mittelmesse" aitzilsprechcu, und »vcnn es auch einige Branchen gab. die recht g»»1 abgcschuitten habe»», so konnte mau doch wieder auf vielen Gebieten über die Ergebnislosigkeit der Meffe klagen hören. Tic Veranstalter der Messe können »lichts anderes tu»», als Produzenten und Kons,»menten zusammenführen. Auf die Auseinandersetzung dieser beiden Teile können sie keinen Einfluß r»eh»nen. Die Probleme der Aufuahnlssähigkeit des Marktes, der Wiedereroberirng »»euer Absatzgebiete, der Errechnung kleinster Gewi,nie nnd Konkurrenzfähigkeit der angebotenen Waren auf dem Weltmarkt werden nicht von heute aus nlvrgcrr, a,tch nicht durch die großartigste Mesieveranstaltung gelöst werden. Roch sind der Industrielle und der Kaufn»ann besangen durch die Ziffern »»nd die Gewinnmöglichkeiteil der Inflation. Noch hat sich in der deutschen Wirtschaft eine auf Goldbercchirung aufgebaute Produktion u»»d Gewinnkalkulation nicht Bahn gebrochen. Erst wenn diese Grundlagen geschaffen si»»d und es der deutschen Prodtlktion gelungen ist, sich verloren gegangene Gebiete des Weltmarktes wieder für den Absatz anzugliedern, wird die große Bermittlungstat der Leipziger Messe sich dankbar anerkannter gesck)äftlicher Erfolge crfrc»ten können. Ziussußcrmäßigung für Jnstandsetzungskredite. Der Wiener Gemeinderat hat wie erinnerlich der Zentralsparkasie 8 0 Milliarden für Jnsta»»dhaltungskredite für Wiene»: Mohirhäuser zur Verfügung gestellt. Im Zuge der Zinsfußcrmäßigungen beschloß gestern der städtische Finanzausschuß, ab 1. April den Zinsfuß für diese Kredite auf 1 Prozent über der Bankrate zu ermäßigen. Die Zentralsparkasse wird aus eigenen Mitteln größere Beträge für Jnstandhaltunas krcdite bercitstellen. Die Steueradministrationen gegen das Finanzministerium. Ter Finanzminister hat in einem Erlaß die Unierbehordcn angewiesen, bei den Steuervorschreibungen der jetzigen Wirtschaftsknse Rechnung zu tragen. Die Tendenz, die bei einzelnen Unterbehörden herrscht, steht aber in offensichtlichen» Widerspruch »nit diesen Intentionen des Finanzministeriums. Nach dem Handelsrecht muß sich eine Firma protokollieren lassen, deren staatlicher Erwerbsstellersatz »ncbr als 420 Schillinge (4,200.000 K.) beträgt. Infolge der Krise haben mm viele protokollierte Firmen im Jahre 1923 und auä) iin Jahre 1924 den Reinertrag von zirka 70,000.000 K., der diese»n Steuersatz entspricht, nicht erreicht, sortdern schließen sogar mit einem erheblichen Betriebsverlust ab; für solche Fälle schreibt das Personalsteuergesetz eine Min »mal st euer, die in der Regel 100.000 K. beträgt, vor. Einzelnen Steuerbehörden ist nun das Personolsteuergesetz zu »nilde, und sie suchen »tun auf Grund des Handelsrechtes unter Uinkehrung der Protokollierungsvorschriften zu folgern, daß jede p r otokollierte Firma, oh»»e Rücksicht daratrf, ob sie »»»it Verlust abgeschlossen hat, »nindestens 4,2 Millionen Kronen an Erwcrbfteuer zu zahle»» hat. Da dieses Borgeher» eine offenkundige V e r l e tz»»n g der Steuergesetzgebung darstellt »md mich den» kürzlich in einer»» Erlasse zur» Ansdrrrck gcfonnnencit Willen des Fiuan.zministcriurns zuwiderläuft, hat d»»s C*hei,ttu,it der Wiener Kaufmannschaft sich an den Finanznlinister Dr. A h r e v ge wendet und ihn un» Abhilfe gcgc»» diese»» schädliche»» Neber- »'ifer der Unterbehörden sowie gcgei» die willkürliche E r h ö h»»n g der M i n i m a l e r w e r b st e u e r für pr»^- iofoffierte Finne,» von 100.000 auf 4,200.000 St ersucht. Zusammenbruch der österreichische» Dtznarnowerke. Dir Lesterreichrschen Dyumnotverke-A.-G., 1. Bez.. Fi-schhof L, Devisen .»„.üte.'tlam Belxrai' . Uerlln . . Briiate» . BeJupes» . ütiltares» . i.oudon . » ".laiiflnd . Nttw-York. I'arlo . . . Pfu?, . . . tverden heute um die Eröffmtug des AusgleichLverfahreris a.»- sl»»h»'ir. Passiven 5,6 Mittiarlden. Aktiven 4,9 Milliarden. Die Oei.-) aaa.Tu »28.«l» 36.C,t OB AO aaa 34.—- 28 St» 708.32 26.00 21.08 Jevisen- und Bnlntrnkurse vom 18. MSri 18SS. •5<7f3a. StocUholm .. Warschau .. Zürich ... ...» Valuten Ainerll'.niiijchc Noten OOlglsehe Noten . , . ’inlenr. No».. deutsche Noten . . . ^niiiltwlie Noten . , . Von nun ctu rotieren die Kurse in Schillingen und Groschen, für 1 Pfund Sterling, bet ungarischen Zahlungsusttteln für 1 Million hundert Wähmngseinheite»». War* 264.70 11.42 16B.2S 35.83 86.80 3.44 34.10 20.08 711.86 39.66 21.18 Oefd 6.12 101.— 136 26 160.90 704 60 36.60 4.06 167.40 63.82 Ware 6 16 161.00 136.75 137.40 708.00 35.80 6.04 108 40 33.08 Fr.T!;/.t5ü!sche Noten , . HoIliiriftli:ciie Noten . . itiil.c.-niuclie Noten . . . ■ auosiawiBche Noten , , l’olnlsche Noten .... Kumllnieclie Noten . . . Tusslache Noten (Roman.) Schweizer Noten ... I’schecho-Biow. Noten . türkische Ffmid-Noten . Uncatlsciie Noten . . . Oel<» 36.30 280.20 28.08 11.34 136.40 3 35 135.60 20.84 847.— 87.80 Warn 88.80 282.20 29.16 11.40 130.40 3.80 taeiao 21.06 363— 88.80 — Die Kurse verstehen sich bei englischen Zahlungsmitteln Ungar. Kronen «nd bei allen anderen Währungen für jc mmaam