Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2169 (5.3.1925)
- Date
- 1925-03-05
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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WM« ggfof, DsrmrrWE — SMrrAbendprogramm. 5. Radio-Volks- IUbe»flbenbbe*$<ntf<6enCoIf«I{cbct-> SesangvereineS. 1. Steinet aemischter Chor r ») Tie £ftttifi6ttnber, b) Ade. o Frau; 2. Herr Josef V S l k r ») Wach auf. mein HeneusschSne, b» Gut' Nacht. Bo« Mittelrhein (am Marl Frau Elsa R i ch a r) r 3. Instrumentalmusik r Zwei Geige« »Fräulein Marie JLgerschmied. Herr Karl K u b a t) und Gitarre (Herr Dr. Edmund N e «s s e r) r 4. Gemischter Chor r a) Schein uns. du liebe Sonne, b) Lteberzveifel und LiebeStrost; Herr Io'ek V S l t r ») Gedenke «ein. b) Landrknechtlied (am Flügel Frau Ella R i ch a r»; 6. Instrumentalmusik. — s Uhr »Liederabend (bunter Teil). Äitwirkend r Anton Arnold (Staatsover), Edith vau A u st (Uietaftafietin), Quartett «lein (Staats- -per). __ Sfibne und Kunst. „flnatol/ Zu« ersten Male bei Reinhardt. Man fall Vergangenem, unwiederbringlich Verloren«« keine Träne nochweinen. Und doch kann man de« Typ »Ana-. *** nur mit einer Trane im Auge genießen. DcÄe Matter, dukstlafe Blumen, vergilbte Locken, der ganze Firlefanz der Liebe hüllt dich in den Zauber verschollener Jugend, die Trane anillt, die illusionsarme Gegenwart hat dich wieder Wer ist alt geworden, wir cder Anatol? Und wer kann triefe Frage beantworten? Paul Kalb eck, der Rogisssur, ließ sie offen. Er schleppte Anatol und Max und die „süßen Madeln" hinein in unsere Zeit und ließ sie darin schuldig werden. Rein, kchrt zurück in das alle liebe Wien, speiet bei Sacher, bummelt durch die stillen Gassen und Garten der Dorstadt, ade Anatol! Unsere Anatols sind Bankbeamte, Fußballer, Eintänzer und Kotainschieiber geworden. Der gute Waldau legte der Sentünentalttät und Melancholie eine Dosis komischer Beschränktheit zu unfo Herr Rainer hatte wenig Lust, durch seine skeptische Weltanschauung der Ueberlegene zu sein. Die Zeiten sind flau, kan, welke Blätter. Und kein süßes Mädel auf der Bühne. Frau Hagen eine noble, sich selbst verstchende. fast schon unverstandene Dame, ein Lichtblick. Vielleicht hätte das Kostüm der Rsunzigerjahre einen Stil vorgetäuscht, die mcdern geschnittenen Röcke brachten zum Bewußtsein, daß sich um Ana-!<Üs Lchpen Falten eingeritzt haben. Und jetzt die Antwort: Anatol ist alt geworden, o. r. Me«» IWwfttmitfftttM.' 6. tos« ms Wr. 91«) „Stittleitt Scanne — nufere Sellebte!" Modernes Theater. ' Km famoser Abend. Er wird von Eugen Jansen getragen, di-r msbasondere im Duett mit dem trefflich sekundierenden Qtto Schmäle von diskretester Komik ist. Fel-ix Bande ra hat in diesem charmanten, frechen Lustspiel bewährte Pariser Schlaisjiuvmervevwechslu-nigen sehr geschickt und sehr amüfam placiert. Die Gattin, von der routmierlun Marretta Weber geschmackvoll gespiÄt, b.iukt den geplanten Seilarffpruing dos Gemahls mit Glück auf sich ab und setzt ihm, ohne Absicht, anläßlich dieser Affäre auch noch H'.'vner aus. Bpn erfrischender Natürlichkeit das nau: Fräulein Camilla Weber als hübsche, ahnungslose Zofe. Der Regisseur, Herr Dr. Schulbapr, sorgt für gutes Tempo. A. —Mvische Aschgelevschalt Leopoldstadt— Sondervorstellung der Jüdische» Schanfpie'gesellschast heute Donnerstag den 5. Mär-, 7?8 Udr abends, im Prachtsaal des H o t e l S t e v h a n i e, II. Taborbraße 12 Jeden Mittwoch Zusammenkunft im Wiener Theatereafe li Praterstraße 33. 1. Stock - Ans Den Theatern. Q v er « tbeater. Morgen, 7 Uhr (gewöhnliche Preise). „A i d a" mit Frau Rote Pauly-Dreesen vom Opernhaus in Köln in der Titelrolle. R e d o u i e u f e a I. Heute „D o n P a s q u a l e". Burgtheater. Morgen. 7 Uhr abends. „F e n fte i". V o l k S o v e r. Heute. 7-8 Uhr abends. „Die Fledermaus". Morgen Fre taa. 7 Uhr, in Abänderung des Svielplanes statt „Tristan und Isolde" „L o h e n g r i n". Deutsches Bolkstheater. Samstag nachmit-- tcmS ^DieJungfrauvonOrleanS". Sonntag nachmittags ,Lady Fanny und die Dienstbotensrage". Raima nv-Tbeater. Samstag. ^,4 Uhr nachmittags, „A l a b i n u n d die W u n d e r l a m v e" mit Dallett'einlageu. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „Die Räuber". Theater in derJoiesstadt. Sonntag, 7,3 Ubr Nachmittags, einmalige Vorstellung «Ein Sommernachtst r a um". Vormittags, 7,12 Uhr, Tanzmatinee Munu B u 11 a. Rolandbühne. Von nun ab werden ständig volkstümliche Nachmittagsvorstellungen stattfinten. Diesen Sonntag gelangt die Detektivkomödie »Das letzte Abenteuer d « S ,S h e r l 0 ck H 0 l m e s" zur Aufführung. KomödienhanS (Erl-Bühne). Morgen „L i t° * t8f fiiiben" von Josef Werkmann. M« AuSglrichStapsa-ung der Bottsoper findet nunmehr «chMttg ««TamSiagden?. d um haH 4 Uhr uachmrttags beim Handelsgerichte Wien statt. Die ^Probenacht" im Komödieuhaus nähert sich beveits bee 5p. Aufführung, nach der die doppelte Lüstbavkeitsckbgabe zu entrichten wäre. Im März werden daher, wie uns die Direktion der Erl-Bühne mitteNt, wöchentlich höchstens zwei Vorstellungen dtoses Stückes stattfinden. Da- Moskauer Theater Habimah entftaatl'cht. Das politische Zentralbureau der Sowjetregievnna hat das hebräische Theater m Moskau Habimah auSder Ltsteder Staatssheater gestricherl. Gegen diesen Beschuß reichte die Theater!« itung einen Appell ein. in welchem daran erinnert wird, daß Lenin selbst verfügt hat. daß die Habimah in die M« der Staatscheater ausgenommen werde. Wie erinnerlich, hat Der große russische Dichter Maxim G v r k i die Habi mah als das tyfte Theater in Rußland bezeichnet. Serichtssaal. »» Mordvnnß $ni. Rvbsks Hng z» zwölf Jahre« schwere« Kerkers btmfelft Der häßliche Prozeß ist zu Ende. Der 19jährige Mörder wird.seiner verdrenten Strafe zugefirhrt. Nicht ein Moment der Menschlichkeit konnte seine grauenhafte Tat zutage fördern. Der tiefste Abgrund jugendlicher Verkommenheit tat sich im Gerichtssaal auf. unter den Zeugen, die gestern noch einvernommen wurden, befand sich auch die alte Bedienerin der Ermordeten, Margarete K i t t n e r. Sie erzählt«, daß Rudolf Hug von der Tante alles, was er brauchte, bekam. Dr. Otto K n»n a ist der Arzt, der als erster zur Toten gerufen wurde. Er erinnert sich dunkel, schon einmal von Frau Dr Hug gerufen worden zu sein. Es handelte sich damals um einen Selbstmordversuch des Angeklagten, der Grünspan geschluckt hatte und dem er den Magen auSpumpte. Es sei aber nichts Ernsthaftes gewesen. Aus der Aussage des Kriminalbeamten. der die Verhaftung in Mürzzuschlag vornahm, ist nur hervorruheben. daß der Angeklagte aus der Fahrt von Mürzzuschlag bis Wien g csch lasen hat und nur zweimal anffvachte. um sich eine Zigarette anzu^nden. Der Gerichtshof legte den Gefchwornen eine Hauptfrage aus Raubmord uüd vier Eventua'sragen aus gemeinen Mord, räuberischen Totschlag. Totschlag und Diebstahl vor. Die Verteidigung beantragte die Zulassung von Fragen auf Sinnesvcrwirrunq zur Hauptfrage und zu den vier Eventuaffragen. Der Gerichtshof lehnte den Antrag alb, weil nichts in der Verantwortung des Angeklagten daraus hingewiesen habe, daß er in SmneSverwirvung gehandelt hätte, auch das Gutachten der Sachverständigen sei voMc>mmen klar. Nach zweistündiger Beratung beaniworteten die Äeschwornen die aus das Verbrechen des Raubmordes laute-nde Hauptfrage mit 12 Stimmen Nein, die EventucklsraM auf gemeinen Mord mit 9 Stimmen Ja gegen 3 Stimmen Nein und die Eventualsrage ans Diobstahk von Bargeld und Schmuck im Werte von über 1.5 Millionen Kronen mit 12 Stimmen Ja. Die Eventuabfragen auf räuberischen Totschlag und auf Totschlag entfielen. Der Gerichtshof devurteilte nach dreiviertelstünp'ger Beratung Rudolf H n g zur Strafe des schweren Kerkers in der Dauer von 12 Jahren, verschärft durch D-rrnlkeHast an jedem Jahrestage der Bluttat. Die Untevsuchungshrft vom 9. September vorigen Jahres bis heute wrrd in die Strafe eingerechnet. Der Angeklagte horte das Urteil in völliger Fassung an. Aus die Rechtsbeiehrung des Vorsitzenden bat er u-m die Möglichkeit. mit seinem Verteidiger allein sprechen zu dürfen. Schließlich hielt er sich Bedenkzeit offen. Der Angeklagte wurde hierauf abgoführt. Beim Verlassen des Saales rief er einem jungen Manne, der sich im Auditor mm befand und angeblick einer seiner Freunde war. das Mort „Schuft" zu, weil ihn dieser einmal in einer Sache verraten haben soll. Volkswirt. fiutogas Wirtschaftslage. Die Besserung der weltwirtschaMchen Loge hat sich auch in -diesem Monat fortgesetzt. Sie wird vor allem gekennzeichnet durch ein allmähliches Erstarken der Kaufkraft der curcpäischen Bevölkerung. Die hat zu einer steigenden Nachfrage nach überseeischen Agrarprod.ukten und Rohstoffen ge-'ührt, die zum Teil erhe-bliche Preissteigerungen verursachte. Sie hat in Deutschland zur Deckuwg lailge znrückgvhaltenen Industriebedarfes geführt, so daß fast alle Wirtschaftszweige eine leichte, aber ständige Besserung ihres Produftionsgradcs aufweis-.:,. Besonders gut ist die Textilind tstrie beschäftigt, die zum Teil für mchrere Monate urit Aufträgci: versehen ist. Auch der Export b.ginnt wieder larrgsam anzuzi.'hen. Die Eisenindustrie tritt wieder als ernsthafter Konkurrent auf dem Weltmarke auf und konnte Aufträge für Amerika und die Türkei aussühren. Auch die Korrkurrenzfähigkeit der Industrien Frankreichs hat sich noch nicht vermindert, trotzdem die anhaltende Teuerung verschiedentlich Lchnerhölhungen notwendig gemacht hat. Urrgünstig kann sich die Lage der el-sässischrn Textilindustrie boi längerer Dauer des Vertragslosen Zustandes mit Deutschland gestalten. Die Gisen- und Maschinenindustrie hat große Aufträge für polnische Eisenbahnen erhalten. Die günstige Kon'juixktur dauert auch in Belgien fort, dessen wichtigste Industrien für drei Monate einen genügenden Auftragsbestand besitzen. Der Export von Textilpredukten und Eisensabvikatcn wurde bisher durch die Besserung der Valuta noch nicht beeffrstußt. DaMen ist in England noch keine enitscheidende Wendung zur Beffrvrmg eingetreten. Die Zahl der ArbeiitÄosen bleibt hoch, wenn auch einzelne Industriezweige, wie die Maschinen- und die Stahlindustrie Sheffields, stärkere Bestellungen des Auslandes ausznftihren haben. Dagegen hat die Bauinwollmdustrie die Arbeitszeit wieder herabsetzen müssen und der Kohlenexport hat schwer mit der amerikanischen u-nd deuffchrn Konkurrenz. zu kämpfen. Ein Anziehen der Geschäftstätigkeit Wird aber im Frühjahr erwartet. In den skandinavischen Ländern, besonders in Dänemark, entwickelt sich die Konjunktur günstig, die Wirtschaft Polens zeigt durch den Zufluß ausländischer Kredite eine leichte Belebung. Die Industrie Ungarns entwickelt sich günstig, die Zahl der Baumwollspindeln hat sich in den letzten Jahren verdreifacht, auch der Export von Agrarprodukten ist im Steigen. Rumänien verstärkt sein Eisei>bahnmaterial und steigert seine Oelproduktion, was eine cnffprechen.de Nachfrage nach Auslandsware bewirkt. In Iugo-slawien wird die Konsunkdur etwas durch die unsichere politische Lage gchcnrmt, wahrend die fortschreitende Besserung in Bulgarien ffr der Notwendigkeit des Ausbaues seiner Eisen-bahnlin-ien un>d Hasenanlagen mm Ausdruck kommt. Italiens Export wird durch den sinkenden Kurs seiner Währung gefördert. Die Maschinenindustrie hat in letzter Zeit zahlreiche ausländische Aufträge erhalten. Die Ausführung eines großzügigen Planes zur Eloktrifikation der Bahnen wird ihr weitere echöhte Beschäftigung güben. Im Zusamnrcnhang ,ni-t dieser im allgemeinen günstigen Entwicklung steht diejenige in den überseeischen Ländern. Indien beginnt cberffalls seine Bahnen zu elektrifizieren, in Südafrika schreitet dre Industrialisievung fort, ebenso wie in Südamerika. wo besonders in Brasilien die Entwicklung ein schnelles Tempo an-geschilagen hat. Die günstige Handelsbilanz Argentiniens hat die Kcnr-fkrafr seiner Bevölkerung für europäische und die in steigendem Maße von der eigenen Industrie erzeugten Produkte stark erhöht. Die .gme Konjunktur dauert auch ht den Vereinigten Staaten noch fort. Wenn auch Anzeichen einer laichten Abschwächung vorhanden sind, so haben sich doch Pvodu'ktion und Export weiter erhöht. Die Eisenindustrie hat weitere 22 Hochöfen >iu Betrieb gesetzt. Bemerkenswert ist die Wiede rau fnahine der Ha nde lsbüzr .huugen mit Rußland, das Llnfträge für Farbstoffe und Textilmaschinen erteilt hat. Die Londoner Reise des Präsidenten der Nationalbank. Bon gut unlerrichieter Seite verlautet, daß der Präsident der Nativna7bmrk, Dr. Reis ch, seine Weife nach London kommenden Aiorrtag aintreten wird. Nostrifikation der Stölzle Söhne A.-G. In der am 27. d. in Praig ftatifiitibet;^n Gencra-lversammluirg der Stölzle A.-G. für Glas wird die Ittnwaudluug dieses Un'd.'rn-ehmens in ein tschechisches Unlernehmen beschlossen werden. Dabei wird auch das Kapital in tsch.chische Kronen mnoewandelt und eine formelle Reduktion ans 3 Millionen tschechische Kronen vorgenonrmen werden. In derselben G.'nemlv?rsamm.'ung wird dann eint-c Erhöhung des Kapitals um weitere 3 Millionen auf 6 Millionen tsch:ch'.sche Kronen beschlossen werden. Mit diesen neuen Mitteln soll allem Anschoin nach die Gesellschaft ihre Bankschulden abtragen und di-x Verlauft' -der letzten krisenhaften Zustände vernachlässigten Investitionen wieder vornehmen. Zweifellos bedeutet diese Nostrisikabion für die De» sitzer der SÄzle A.-G. einen großen Vorteil. Nationalisierung der Tepcge. Die an der Wiener Börse im Exotenverkchr gchandelten Papiere der Petroleumgesellschaft Tepcge worden in Zloty umgcüoa-ndrlt, da eine Nostri-- fiöation dieses Unternehmens in 'der Mitte März dieses Jahres stattsi-ndenden Gcueralversaurmlnng beschlossen werden wird. Gl-eichzeitig mit dieser Nostvis'ckation wird auch das Unter» nehnren den in Warschau noch geltenden früheren mssischen Gesetzen si'rr Mtiergff'-ellschafteir unterstellt. Die Kaufmannschaft und die neue Prozeßreform. In einer Versammlung des Gremiums der Wiener Kauftnanuschaft kegle SeSretär Dr. G l a s e r die drei Hauptziele d-es Pro^ßbeschleuuigu'Ni'sgesietzes — ausnahnislose E'.nfühvu-ng der Ein- H.'lgerichtsbia-rkeit bei den Zivilgerichten erster Instanz. Einschränkung der rnüMichen Berusungsve rhaudlungen und Erhöhung der Pro^eßziirsen — dar und verwies auf die Bestrebungen der Kaulfmannschast, for.e Gerich sentl-astung dadurch zu fördern, daß das Schiedsgerichtswesen ausgebaut und die Vereinba-rung von Schiedsgerich-len erleichtert werde. An -das R-eferat knüpfte sich eine lebhafte Debatte. Die R-edner agtben einstimmig der Anschauung Ausdruck, paß die Erhöhung der Pvozeßzinsen eine begrüßenswerte Neuerung sei, daß man sich mit der Einschränkung ter mündlichen Berufungsverhandlungen und der Em''ührung der ausschließlichen Ginz-elgerichlsbarkeit beim Zivillanidesgericht unter gewissen Kanteten ciuverstairden erklären könne. Dagegen wuvde e>nstinrmig der Ansicht Ausdruck ge-gübeir, daß die Ei-nführuwr der ausnaymlosen Eingelgerichtsbarkeit beim Handelsgericht einen schweren Mißgriff darstellen würde, da sie nichts anderes als die Aushebung der Handels^.-richtSbarkeit bedeute. Die Praxis von J-ahrzchn-len habe erwiesen, daß gerade, der Laienrichter imstmide i-ei, die Erttselie'ildung handelsrechtliche« Prozesse außerordentlich zu brschlmnigen. da er auf Grund sem.'-r Erfahrimgen imstairde fei, die Ei-rrz-olhoiten des Sachverhaltes sofort zu erfassen, während der gelehrte Richter dazu oft erst laiWv'.-ewij.'le Erhebungeu mrd Sachverständige benötige. So würde die Ausschaltung der Laienrichter iricht zu eintet Beschleunigung. sondern in vielen Fällen zn ciitor Vevzö^'rung Mannschaft energisch z u p r 0 t >e st i e r c n und zu Verlängert. daß nach ausländijchem Mrister beint Haud-elsgcvicht statt der bisherigen Zusaumtensetzti-ng in Hinkunft Senate mtt zwei Laienrichtern u-tld einem gölehrtett Richter als Borsitzett-den emgosi'chrt würden. Insolvenzen. Um die Eröffirung -des Ausgleichsverfahrens haben anAis-ucht: Die Firma Adolf u. B. Ho fvauer (l. Betz., Tuchilauibetl 20). Der StÄus woist an Aktiven 8,5 Milliardett, <m Passiven 8.3 Milliarden aus. Unler den Mt-iven befirtdet sich das Haus ant Bauernnva-rkt 9 mit ebnem Werte voll 6 Milliarden, MaverLager 2.6 und Buchfordevungeit mit 2,2 Milliarden. Die bevorre-chteteit Fovderuingen ntachelt 2P Milliarden aus. Die Kreditanstalt f>n: eine Ford.'ruuq von 1,9 Milliarden Kronen, wovon 680 Millionen htMlhekarisch sichevgestellt sind. Die Firnra bi-ol-ot 40 Prozent all. — Lax -u. R iln-u s. 1. Bez., Sälvat-orgasse 8. Aktiven I80 000.000 K., Passiven 980,000.000 K. Anbot 30 Prozent. — Josef Kaufmann u. Sohn G. m. b. H., Bauinntevnehmung, 1. Bez., 1925. Devisen AmfitefOam Geld 203.60 Var* 284.60 4o1la. OeW 6.16 Ware 6 20 Pranznelsche Noten . . Veld 36.90 Ware aa.H Belgrad«. tt 40 1t 44 Stockholm. 19X90 191.60 Holländische Noten ,. 297.— 282.— tterUn ........ 168-70 169.30 Warschau .. 138 26 138-75 italienische Noten , , . 29.30 28.60 86,64 86.66 Zürich . ...... 138.46 136.96 ngoftiawiBche Noten , . 11.36 1141 Budapest ....... London......... 67 87 3.47 33 81 98.20 3.49 33 91 Valuten Amerlkai «che .oten . 704 80 70880 “olnUciii Noten .... tiimttnUche Noten . . . iKMdsche Noten (Koman.) 138.40 3 40 138.40 3,44 Mailand ....... Vcw.Yorit. ....... 28 32 29.44 ielKlsciie holen .... 36.20 36 6 1 ■ichwelser Noten . . . rschechooftiow. Noten . 139.30 133.10 709.38 711.86 iiilaar. Not. ...... 6 — 6.08 20.94 21.03 Parle.. 36.96 39.12 'eutache Noten .... 167.60 188 6) lürldsche Ffuud-Noten . 384» — 370. — Prag . .. 21.09 21.18 r.nw'lsche Noten .... 3383 3379 Ittgatisciiu Noien , . . 97.20 88.— . Von nun an notieren die Kutte in Schillingen und Groschen. Mr 1 Pfund Sterling, bei ungarischen Zahlungsmitteln für 1 Million hundert Währungseinheitev — Die Kurse nugar. Kronen verstehen sich bei englischen Zahlungsmittel« und bet Men anderen Withrnnae» tz»